Pfingstweidpark

 

Eine Kuhweide war die Pfingstweid schon lange nicht mehr. Doch ihr Name rührt genau daher: Früher wurde das Vieh dort zu Pfingsten zum Weiden gebracht. Ursprünglich ist das bis zum Parkbau als Schrebergärten genutzte Areal trotzdem noch immer.

Es ist in Zürich-West der letzte Fleck, der auf dem niedrigeren Niveau der Hardallmend liegt. Rundherum wurde im heutigen Zürich-West, neben Oerlikon ehemals einer der bedeutenden Industriestandorte der Stadt, das Terrain aufgeschüttet, um Industrie und Gewerbe anzusiedeln. Östlich grenzt die City West an, südlich das Gleisfeld, nördlich soll eine Schule entstehen und westlich führt der Gleisbogen vorbei: eine 1,4 Kilometer lange Wegeverbindung durchs Quartier für Fußgänger und Radfahrer zwischen Hardturmstrasse und Bahnhof Hardbrücke. Der am 5. September eröffnete Pfingstweidpark vervollständigt als letzter Abschnitt nun das Projekt Gleisbogen.

Im Jahr 2010 entschieden das Büro antón & ghiggi landschaft architektur zusammen mit Baumann Roserens Architekten und der Ethnologin Flavia Caviezel, alle Zürich, den Projekt- und Ideenwettbewerb für sich. Ausgangspunkt für die Gestaltung des 1,2 Hektar großen Parks war es, die Freiraumversorgung von Zürich-West zu verbessern. Bisher gewährleisteten dies hauptsächlich vier Parks: Turbinenplatz, Josefwiese, Wipkingerpark und Hardhof.

Als Thema nahm das Siegerteam den Niveauunterschied als Sunken Garden und die ehemals vorherrschende Vegetation eines lichten Eichenwaldes auf. Die Jury lobte den „spielerischen Umgang mit der Grenze, die durchgehend mineralisch ausformuliert ist, jedoch ganz unterschiedlich in Erscheinung tritt, sei es als Mauer, Kies- und Lehmterrasse oder als Schulgebäude.“

Projektdaten Pfingsweidpark Zürich-West
Bauherr: Stadt Zürich, GrünStadtZürich
Landschaftsarchitekten: Antón & Ghiggi Landschaft Architektur, Zürich
Projekt- und Ideenwettbewerb 2010, 1. Preis
Fläche Park: 1,4 Hektar
Bauzeit: 2014 bis 2015

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