Eine pinke Mauer für Mexikos Grenze

Mit Hilfe des ironischen Entwurfs „Prison Wall“, hat das mexikanische Architekturbüro Estudio 3.14 eindrucksvoll eine eigene Version der Grenzbefestigung entwickelt. Ohne Rücksicht auf Topografie und Landschaft zieht sich das gigantische Bauwerk 3.144 Kilometer entlang der amerikanisch-mexikanischen Grenze. Die Entwürfe sollen dabei die Absurdität der Pläne Donald Trumps visualisieren.

Mehr als eine Mauer

Mit den Aussagen Trumps, wonach eine künftige Mauer 50 Fuß (mehr als 15 Meter) hoch sein und ein ansprechendes Äußeres aufweisen soll, wurden dem Entwurf schon die Eckdaten vorgegeben. Das Konzept des Estudio 3.14 lehnt sich an die Entwürfe der mexikanischen Architekturikone Luis Barragán an, welche häufig mit pinken Sichtbetonelementen arbeiteten. Der Entwurf geht jedoch über eine bloße Grenzbefestigung hinaus und sieht innerhalb des Bauwerks zudem noch Gefängnisse für die zurzeit 11 Millionen, illegal in den Vereinigten Staaten lebenden Mexikanern vor. Auf amerikanischer Seite sollen zudem Shopping Malls untergebracht sein sowie ein Zugang zur Mauerkrone, um einen Ausblick auf das abgeschottete Mexiko zu ermöglichen. Sicherlich wird der Vorschlag nicht mit den, von Trump angekündigten, acht Milliarden Dollar auskommen, jedoch sind Experten der Meinung, dass auch die amerikanische Variante eher 20 bis 30 Milliarden Dollar kosten wird.

Entwurf mit Auftrag

Das Estudio 3.14 möchte mit seinem kritisch-ironischem Entwurf der Öffentlichkeit zeigen, welche Ausmaße eine solche Grenzbefestigung hätte und welche negativen Auswirkungen sich auf die Umgebung daraus ergäben. Zudem finden es die mexikanischen Architekten spannend, sich an einer nationalen Debatte über ein architektonisches Thema zu beteiligen und ihre Potentiale und Grenzen dabei auszuloten.