Sagenhafter Übergang

In der Küstenstadt Tintagel im Südwesten Englands müssen Besucher nicht mehr länger steile Klippen hochkraxeln, um das beliebte Tintagel Castle zu besichtigen. Seit August 2019 können sie eine Brücke überqueren, die die zwei Klippen des Schlosses verbindet. 

Cornwall, eine englische Grafschaft und charaktervolle Küstenlandschaft, geprägt von rauen, steilen Felsen, die malerische Buchten rahmen. Dramatisch, romantisch – und historisch. Als Zeugungsort von König Artus beginnt hier, in dem südwestlichen Tintagel, im Jahr 1138 Englands bedeutendste Legende. Doch Zeit und Naturgewalt hinterlassen Spuren: Wo einst, imposant durch Felsen verbunden, Tintagel Castle auf der schmalen Landzunge thronte, beeindruckt nun ein knapp 200 Meter tiefer Abgrund. Rund 500 Jahre wanderten Menschen mühselig über Stufen den Bruch entlang. Bis die Büros William Matthews Associates und Ney & Partners diesen August die beiden Seiten nun endlich miteinander verknüpften. Das Paradoxe: Die Verbindung ist keine. Nicht wirklich. Eine 40-Millimeter-Lücke in der Mitte der 68,5 Meter langen Überquerung trennt die zwei voneinander unabhängigen Stege.

Video: Courtesy of English Heritage

Dieser Beitrag ist in Ga+La 10/2019 erschienen. Hier geht’s zum Shop.