Alles was Sie zum Treptower Park wissen müssen

Der Treptower Park beträgt eine Fläche von 88 Hektar.
CC BY-SA 2.0

Im 19. Jahrhundert hatte Berlin vier große Parkanlagen. Dazu gehört der Treptower Park. Alle Freiräume sollten der wachsenden Bevölkerung Raum zur Erholung bieten. Der Treptower Park ist insofern besonders, als dass er aus der Abholzung der Köllnischen Heide hervorging. 

Der Treptower Park liegt direkt an der Spree in Berlin. Mit seinen 88 Hektar gehört er zu den vier großen Grünanlagen, die aus dem 19. Jahrhundert erhalten geblieben sind. Seine Gestaltung geht auf den städtischen Gartendirektor Gustav Meyer zurück. Er entwarf damals eine Parkanlage dort, wo früher Gehölze gepflanzt waren. Damit stellt der Treptower Park eine Besonderheit dar: Er ist aus der Abholzung und Vernichtung einer bestehenden Naherholungsfläche entstanden.

Entwurf für den Treptower Park

Der Treptower Park grenzt noch heute im Nordenwesten an den S-Bahnhof Treptower Park und die dazugehörigen Gleise. Seine nordöstliche Flanke hingegen liegt direkt an der Spree. Hier liegt auch der Treptower Hafen, der Heimathafen der Berliner Ausflugsschiffe. Am südöstlichen Rand ist dem Park die Insel der Jugend vorgelagert, an der eine der drei Hausbootkolonien von Berlin andockt. Weiter im Südosten grenzt der Treptower Park an die große Grünfläche Plänterwald.

Im Jahr 1864 legte der Gartenbaudirektor Gustav Meyer einen ersten Entwurf für den Treptower Park vor. Nach Friedrichshain und dem Humboldthain war der Treptower Park das dritte Großprojekt, das der Lenné-Schüler und erste städtische Gartendirektor Berlins plante. Am Hippodrom, an der Großen Wiese, dem Karpfenteich, dem Runden Platz südöstlich des Ehrenmals, der Platanenallee entlang der Puschkinallee und den in weiten Schwüngen geführten Wegen, ist die Handschrift Meyers noch zu erkennen.

Zunächst wurde sein Entwurf nicht realisiert. Entweder fehlte das Geld oder die Entwässerung des Geländes hatte Vorrang. Gut zehn Jahre nach der Planung begannen schließlich die Bauarbeiten. Damit diese auch wirklich bis zu Ende geführt und der gesamte Park komplett gebaut wurde, begann sie an allen vier Ecken des Areals zugleich. Leider erlebte Gustav Meyer die Fertigstellung nicht. Er starb 1877, also gut zehn Jahre bevor der Treptower Park vollendet war. Schon im Jahr 1882 aber öffnete der Park für die Bevölkerung. 

Treptower Park im Wandel der Zeit

Der Treptower Park ist ein Volkspark und war als solches ein Novum für die damalige Zeit. Er war von Anfang an offen für alle Bürger*innen. Große, sonnige Liegewiesen, die von breiten, geschwungenen Wegen gequert waren, lockten die Besucher*innen. In der Mitte des Parks lud früher eine 250 auf 100 Meter große Spiel- und Sportwiese ein. Später wurde sie in ein sowjetisches Ehrenmal mit Gedenkstätte und Soldatenfriedhof umgestaltet. Hier wird der circa 80 000 in der Schlacht um Berlin gefallenen Soldaten der Roten Armee gedacht. 

Nutzung und Übernutzung

Südlich dieser hippodromförmigen Anlage hatte Gustav Meyer einen künstlichen Karpfenteich gestaltet, in dem bis zum Anfang des 20. Jahrhundert Fischzucht stattfand. Darüber hinaus prägt eine zentrale baumbestandene Achse den Park, die Puschkinallee. Sie quert als Straße den Freiraum und ihre mächtigen Platanen geben noch immer einen Eindruck von der Zeit der Entstehung. In den späten 1950er-Jahren gestaltete der Landschaftsarchitekt Georg Pniower einen Sommerblumengarten. Etwa 25 000 Rosenpflanzen verwandelten diesen in einen Rosengarten. Seit 1969 sprudelt dort auch ein Springbrunnen mit einer bis zu zehn Meter hohen Fontäne.

Schon früh war der Treptower Park Park Schauplatz großer Demonstrationen. Bereits am Ende des Kaiserreichs fanden hier Kundgebungen statt. Schon damals versammelten sich über 100 000 Menschen im Park. Die intensive Nutzung hat Spuren hinterlassen. Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Treptower Park saniert und in Teilen rekonstruiert. Dabei verschwand auch der Schlamm aus dem Karpfenteich. 

Juwel am Rand des Parks 

Am Rande der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sorgten große Veranstaltungen im Park für Diskussionen. Die Anwohner*innen befürchteten, dass große Besuchermengen den Park und seine Tierwelt stören würden. Die Anzahl der Besucher*innen übertraf letztlich sogar die erwartete Menge. Aber die Schäden am Treptower Park hielten sich in Grenzen. Von der im Vorfeld hinterlegten Kaution zur Wiederherstellung wurde nur ein Teil benötigt. Da der Treptower Park in letzter Zeit vermehrt Ort ausufernder, nächtlicher Partys ist, sind Teilbereiche neuerdings zwischen 22:00 und 4:00 Uhr geschlossen. Weil eine solche Sperrung verhältnismäßig sein muss, gilt sie nur für die Hotspots der Partys. Diese Maßnahme schützt das Gartendenkmal und das Sowjetische Ehrenmal. 

Am Rande des Parks, direkt an der Spree und vis-á-vis der Insel der Jugend liegt ein beliebtes und besonderes Ausflugsziel von Berlin. Das Gasthaus und der Biergarten Zenner ist mit etwa 1 500 Plätzen einer der größten der Stadt. Das Gebäudeensemble steht genau wie der dazugehörige Garten in der Berliner Denkmalliste.  Das Ausflugsrestaurant entstand in den 1820er-Jahren. Es folgte eine wechselvolle Geschichte. Aktuell scheint sich eine neue Zukunft für die beliebte und geschichtsträchtige Gastronomie und einen wichtigen Ort der Entspannung inmitten der Großstadt abzuzeichnen. Ein neuer Pächter ist gefunden.

Hier erfahren Sie alles über eine weltbekannte Parkanlage, die inmitten dichter Hochhausbebauung steht: den Central Park in New York. 

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Am 8. Oktober wird an der Universität EPFL in Lausanne im Rolex Education Centre der diesjährige Topos Landscape Award verliehen. Dies geschieht im Rahmen einer von Archizoom veranstalteten Konferenz zum Thema „The Narrative of Landscape“. Der Schwerpunkt wird auf der Bedeutung des Bodens für die Landschaft liegen, die Betrachtung wird interdisziplinär sein. Zu den eingeladenen Referenten zählen Richard Sennett, Saskia Sassen, Adriaan Geuze und David R. Montgomery. Näheres zum Programm und zur Anmeldung unter http://archizoom-nls.epfl.ch.

Der Topos Landscape Award 2014 geht an die Landschaftsarchitekten von LOLA aus Rotterdam/Niederlande. Das 2006 gegründete Büro beschäftigt sich konzeptionell mit großmaßstäblichen Ökosystemen und entwickelt Ideen zu Raum und Natur, realisiert aber auch Projekte im urbanen und ländlichen Kontext. LOLA begibt sich, nach eigener Darstellung, auf die Suche nach innovativen und sublimen Landschaften (www.lolaweb.nl).
Der Topos Landscape Award wird seit 2002 von der Redaktion der Zeitschrift Topos verliehen. Geehrt wird mit dieser Auszeichnung ein Landschaftsarchitekturbüro, das mit seinen Projekten wesentlich zur qualitätvollen zeitgemäßen Gestaltung von Stadt und Landschaft beiträgt und durch innovative Ideen die Landschaftsarchitektur-Szene bereichert und dessen Werk stellvertretend für die Arbeit zeitgenössischer Landschaftsarchitekten steht. Der Topos Landscape Award will auf die Lebendigkeit und Dynamik sowie auf die Vielschichtigkeit der landschaftsarchitektonischen Aufgaben hinweisen.
Bisher ging die Auszeichnung an Stig L. Anderssons Tegnestue (Kopenhagen), Karres en Brands (Hilversum), Gross.Max. (Edinburgh), McGregor and Coxall (Sydney), Stoss LU (Boston), Antje Stokman (Hamburg), Taktyk (Brüssel/Paris).

2013 wurde, abweichend von den Kriterien, kein junges Büro geehrt, sondern ein erfolgreicher Landschaftsarchitekt mit internationaler Bedeutung: Peter Latz aus Kranzberg bei Freising in Bayern, Deutschland.
Konferenz und Würdigung von LOLA stehen im Kontext zu Lausanne Jardins, deren temporäre Landschaftsinterventionen noch bis 14. Oktober zu besichtigen sind.
http://lausannejardins.ch

Mit freundlicher Unterstützung der Baumschule Lorberg

Bundespreis Koop.Stadt: 5 Fragen

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Mit dem Bundespreis Koop.Stadt schaffen die Träger*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden, einen Preis, der herausragende kommunale Beispiele einer Kooperationskultur zwischen Kommune und Zivilgesellschaft ausgezeichnet. Alles was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie im Interview mit den Projektleiter*innen Lisa Schopp und Stephan Willinger.

200 000 Euro Preisgeld für den Bundespreis Koop.Stadt

 

An wen richtet sich der Preis?

Wir suchen Kommunen ab 10 000 Einwohner*innen, die durch ihre Zusammenarbeit mit Stadtmacher*innen zu einer Kooperativen Stadt werden. Planungsbüros, Bürger*innen, Initiativen oder Vereine können Kommunen bei der Bewerbung unterstützen. Die Einreichung der Bewerbung ist jedoch nur durch die Kommune selbst möglich.

Was kann eingereicht werden?

Bewerben können sich die Kommunen mit angestoßenen, laufenden sowie bereits umgesetzten Instrumenten oder Kooperationsprojekten der Stadtentwicklung. Die Auslober*innen suchen konkrete Maßnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit und einer aktiven Mitgestaltung durch zivilgesellschaftliche Initiativen, Vereine oder soziokulturelle Akteur*innen. Dazu zählen allgemeine rechtliche, politische und strukturelle Maß­nahmen wie beispielsweise die Einrichtung von runden Tischen, Vermittlerstellen oder Zugang zu Raum für diese Akteur*innen. Aus der Bewerbung soll sich ein Gesamtbild über die Kooperationskultur der Kommune ergeben.

Was ist der Mehrwert der Teilnahme?

Der Preis zeichnet Kommunen für ihre erfolgreiche kooperative Stadtentwicklung aus und trägt auf diese Weise zu Imagegewinn, Motivation und Bindung neuer Kooperationspartner*innen bei. Neben der Auszeichnung selbst und der Einladung zur Preisverleihung im Rahmen des Bundes­kongresses der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, der im Mai 2021 in Köln stattfindet, werden die die Preisträger*innen dabei unterstützt, mehr Menschen zu aktiv Handelnden in der Stadtentwicklung zu machen. Die zehn am höchsten bewerteten Bewerber*innen erhalten insgesamt eine Summe von 200 000 Euro Preisgeld zur Umsetzung weiterer Kooperationsprojekte. Die Auszeichnung ist für fünf Jahre gültig. Die eingereichten Best-Practice-Beispiele werden in einer Publikation gesammelt und aufbereitet.

Fachübergreifende Jury

Wie wird bewertet?

Die Jury prämiert Kommunen, die mit klugen Ideen kooperative Stadtentwicklungsprojekte angeschoben und dadurch etwas Neues geschaffen haben. Die Projekte können aus allen Handlungsfeldern kommen, vom Städtebau bis zur Freiraumgestaltung. Bei der Beurteilung werden rechtliche, politische und strukturelle Bausteine der Kooperation beleuchtet. In die Bewertung fließen angestoßene, laufende sowie bereits umgesetzte Instrumente, Leitbilder oder politisch beschlossene Maßnahmen mit ein. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je mehr an Kooperation mit verschiedenen Akteurs­gruppen nachgewiesen werden kann und je mehr Handlungsfelder abgedeckt werden, desto besser die Bewertung.

Wie erfolgt die Jurierung?

Nach einer ersten Vorprüfung tritt eine fachübergreifend zusammengesetzte Jury zusammen, die die Beiträge bewertet und die Preisträger*innen auswählt. Die Jury des Bundespreises Kooperative Stadt setzt sich aus den Partner*innen der Nationalen Stadt­entwicklungspolitik zusammen: Ver­treter*innen des Deutschen Städtetags, des Deutschen Städte- und Gemeindebunds und der Länder sowie des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Die Bewerbung ist noch bis zum 10. März 2021 unter www.koop-stadt.de möglich.

Lisa Schopp und Stephan Willinger sind Projektleiter*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Das Projekt Bundespreis Koop.Stadt wird durchgeführt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung.