25.10.2021

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Alles was Sie zum Treptower Park wissen müssen

von Juliane von Hagen
Der Treptower Park beträgt eine Fläche von 88 Hektar.
CC BY-SA 2.0

Im 19. Jahrhundert hatte Berlin vier große Parkanlagen. Dazu gehört der Treptower Park. Alle Freiräume sollten der wachsenden Bevölkerung Raum zur Erholung bieten. Der Treptower Park ist insofern besonders, als dass er aus der Abholzung der Köllnischen Heide hervorging. 

Der Treptower Park liegt direkt an der Spree in Berlin. Mit seinen 88 Hektar gehört er zu den vier großen Grünanlagen, die aus dem 19. Jahrhundert erhalten geblieben sind. Seine Gestaltung geht auf den städtischen Gartendirektor Gustav Meyer zurück. Er entwarf damals eine Parkanlage dort, wo früher Gehölze gepflanzt waren. Damit stellt der Treptower Park eine Besonderheit dar: Er ist aus der Abholzung und Vernichtung einer bestehenden Naherholungsfläche entstanden.

Der Treptower Park beträgt eine Fläche von 88 Hektar.
Der Treptower Park liegt direkt an der Spree und seine Fläche beträgtbes 88 Hektar. Foto: Tim Gage, CC BY-SA 2.0

Entwurf für den Treptower Park

Der Treptower Park grenzt noch heute im Nordenwesten an den S-Bahnhof Treptower Park und die dazugehörigen Gleise. Seine nordöstliche Flanke hingegen liegt direkt an der Spree. Hier liegt auch der Treptower Hafen, der Heimathafen der Berliner Ausflugsschiffe. Am südöstlichen Rand ist dem Park die Insel der Jugend vorgelagert, an der eine der drei Hausbootkolonien von Berlin andockt. Weiter im Südosten grenzt der Treptower Park an die große Grünfläche Plänterwald.

Im Jahr 1864 legte der Gartenbaudirektor Gustav Meyer einen ersten Entwurf für den Treptower Park vor. Nach Friedrichshain und dem Humboldthain war der Treptower Park das dritte Großprojekt, das der Lenné-Schüler und erste städtische Gartendirektor Berlins plante. Am Hippodrom, an der Großen Wiese, dem Karpfenteich, dem Runden Platz südöstlich des Ehrenmals, der Platanenallee entlang der Puschkinallee und den in weiten Schwüngen geführten Wegen, ist die Handschrift Meyers noch zu erkennen.

Zunächst wurde sein Entwurf nicht realisiert. Entweder fehlte das Geld oder die Entwässerung des Geländes hatte Vorrang. Gut zehn Jahre nach der Planung begannen schließlich die Bauarbeiten. Damit diese auch wirklich bis zu Ende geführt und der gesamte Park komplett gebaut wurde, begann sie an allen vier Ecken des Areals zugleich. Leider erlebte Gustav Meyer die Fertigstellung nicht. Er starb 1877, also gut zehn Jahre bevor der Treptower Park vollendet war. Schon im Jahr 1882 aber öffnete der Park für die Bevölkerung. 

Treptower Park im Wandel der Zeit

Der Treptower Park ist ein Volkspark und war als solches ein Novum für die damalige Zeit. Er war von Anfang an offen für alle Bürger*innen. Große, sonnige Liegewiesen, die von breiten, geschwungenen Wegen gequert waren, lockten die Besucher*innen. In der Mitte des Parks lud früher eine 250 auf 100 Meter große Spiel- und Sportwiese ein. Später wurde sie in ein sowjetisches Ehrenmal mit Gedenkstätte und Soldatenfriedhof umgestaltet. Hier wird der circa 80 000 in der Schlacht um Berlin gefallenen Soldaten der Roten Armee gedacht. 

Im Treptower Park steht das sowjetisches Ehrenmal mit Gedenkstätte und Soldatenfriedhof. Foto: Asif Masimov, CC BY-SA 3.0

Nutzung und Übernutzung

Südlich dieser hippodromförmigen Anlage hatte Gustav Meyer einen künstlichen Karpfenteich gestaltet, in dem bis zum Anfang des 20. Jahrhundert Fischzucht stattfand. Darüber hinaus prägt eine zentrale baumbestandene Achse den Park, die Puschkinallee. Sie quert als Straße den Freiraum und ihre mächtigen Platanen geben noch immer einen Eindruck von der Zeit der Entstehung. In den späten 1950er-Jahren gestaltete der Landschaftsarchitekt Georg Pniower einen Sommerblumengarten. Etwa 25 000 Rosenpflanzen verwandelten diesen in einen Rosengarten. Seit 1969 sprudelt dort auch ein Springbrunnen mit einer bis zu zehn Meter hohen Fontäne.

Schon früh war der Treptower Park Park Schauplatz großer Demonstrationen. Bereits am Ende des Kaiserreichs fanden hier Kundgebungen statt. Schon damals versammelten sich über 100 000 Menschen im Park. Die intensive Nutzung hat Spuren hinterlassen. Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Treptower Park saniert und in Teilen rekonstruiert. Dabei verschwand auch der Schlamm aus dem Karpfenteich. 

Um das Gartendenkmal sowie das sowjetische Ehrenmal vor Vandalismus zu schützen, hat der Treptower Park zwischen 22:00 und 4:00 Uhr geschlossen. Foto: Andreas Steinhoff, via Wikimedia Commons

Juwel am Rand des Parks 

Am Rande der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sorgten große Veranstaltungen im Park für Diskussionen. Die Anwohner*innen befürchteten, dass große Besuchermengen den Park und seine Tierwelt stören würden. Die Anzahl der Besucher*innen übertraf letztlich sogar die erwartete Menge. Aber die Schäden am Treptower Park hielten sich in Grenzen. Von der im Vorfeld hinterlegten Kaution zur Wiederherstellung wurde nur ein Teil benötigt. Da der Treptower Park in letzter Zeit vermehrt Ort ausufernder, nächtlicher Partys ist, sind Teilbereiche neuerdings zwischen 22:00 und 4:00 Uhr geschlossen. Weil eine solche Sperrung verhältnismäßig sein muss, gilt sie nur für die Hotspots der Partys. Diese Maßnahme schützt das Gartendenkmal und das Sowjetische Ehrenmal. 

Am Rande des Parks, direkt an der Spree und vis-á-vis der Insel der Jugend liegt ein beliebtes und besonderes Ausflugsziel von Berlin. Das Gasthaus und der Biergarten Zenner ist mit etwa 1 500 Plätzen einer der größten der Stadt. Das Gebäudeensemble steht genau wie der dazugehörige Garten in der Berliner Denkmalliste.  Das Ausflugsrestaurant entstand in den 1820er-Jahren. Es folgte eine wechselvolle Geschichte. Aktuell scheint sich eine neue Zukunft für die beliebte und geschichtsträchtige Gastronomie und einen wichtigen Ort der Entspannung inmitten der Großstadt abzuzeichnen. Ein neuer Pächter ist gefunden.

Hier erfahren Sie alles über eine weltbekannte Parkanlage, die inmitten dichter Hochhausbebauung steht: den Central Park in New York. 

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