UNESCO
am Ufer der Lahn. Foto: W. Bulach

Gefährdete UNESCO Welterbestätte

Bis zum 31. Juli tagte die UNESCO und entschied über die neuen Welterbestätten 2021. Das Komitee zeichnete dabei in Deutschland die drei Kurorte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen sowie die Mathildenhöhe in Darmstadt aus. Aber es gab auch Verlierer. Zum dritten Mal in der Geschichte hat die UN-Organisation den Titel einer Stadt entzogen – und zwar Liverpool. Alles zu den UNESCO Welterbestätten 2021 finden Sie hier.

Das UNESCO Welterbekomitee tagte 2021 vom 16. bis 31. Juli. Die insgesamt 44. Sitzung leiteten dieses Jahr die Verantwortlichen in Fuzhou, China. Die Tagung wurde live im Internet übertragen. Themen und Verantwortlichkeiten des Komitees sind erstens die Nominierungen für die Welterbeliste, zweitens der Erhaltungszustand und Schutz zahlreicher Stätten sowie drittens die Weiterentwicklung des Welterbeprogramms. 2021 waren mehr als 40 Stätten nominiert. Hierunter befanden sich zum Beispiel die Regenwälder und Feuchtgebiete der Region Kolchis in Georgien, aber auch die Bergbaulandschaft von Roșia Montană in Rumänien und zudem das Anwesen des Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx in Rio de Janeiro, Brasilien. Deutschland war hingegen mit diesen fünf Nominierungen beteiligt:

Zudem überprüfte das Komitee den Erhaltungszustand von 258 Welterbestätten. 53 Stätten hiervon zählen zum offiziell gefährdeten Welterbe. Bewaffnete Konflikte, der Klimawandel, Naturkatastrophen oder Baumaßnahmen bedrohen die Welterbestätten der Vereinten Nationen. Das Komitee beriet deshalb über Einzelmaßnahmen, Programme und internationale Finanzierungsprojekte, um diese Welterbestätten zu unterstützen.

Das Welterbekomitee diskutierte die Situation der folgenden Stätten:

Zudem befasst sich das Komitee mit der Frage, ob das Wildreservat Selous (Tansania) und die maritime Handelsstadt von Liverpool von der Welterbeliste gestrichen wird.

Die neuen UNESCO Welterbestätten in der Übersicht

Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas (Bosnien und Herzegowina, Frankreich, Italien, Montenegro, Nordmazedonien, Polen, Schweiz, Serbien, Slowakei, Tschechien)

 

Archäoastronomischer Komplex von Chanquillo (Peru)

 

Arslan Tepe (Türkei)

 

As-Salt – Ort der Toleranz und der urbanen Gastfreundschaft (Jordanien)

 

Bergbaulandschaft Roșia Montană (Rumänien)

 

Das Werk von Jože Plečnik in Ljubljana – am Menschen orientierte Stadtgestaltung (Slowenien)

 

Dholavira: Eine Stadt der Harappan Kultur (Indien)

 

Die Arkadengänge Bolognas (Italien)

Die Ingenieurbaukunst von Eladio Dieste: Kirche von Atlántida (Uruguay)

 

Die Inseln Amami-Oshima, Tokunoshima, Iriomote und nördlicher Teil der Insel Okinawa (Japan)

 

Franziskanermissionen in der Sierra Gorda in Querétaro (Mexiko)

 

Getbol, die koreanischen Wattflächen (Republik Korea)

Grenzen des Römischen Reichs – Niedergermanischer Limes (Deutschland, Niederlande)

 

Holländische Wasserverteidigungslinien (Niederlande)

 

Ivindo-Nationalpark (Gabun)

 

Leuchtturm von Cordouan (Frankreich)

Mathildenhöhe Darmstadt (Deutschland)

 

Nizza, Winterkurort der Riviera (Frankreich)

Paduas Freskenzyklen aus dem 14. Jahrhundert (Italien)

 

Paseo del Prado und Buen Retiro, Landschaft der Künste und der Wissenschaften (Spanien)

 

Prähistorische Stätten der Jomon in Nordjapan (Japan)

 

SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz (Deutschland)

 

Spa (Belgien), Bad Ems, Baden-Baden und Bad Kissingen (Deutschland), Vichy (Frankreich), Montecatini Terme (Italien), Baden bei Wien (Österreich), Karlovy Vary, Františkovy Lázně und Mariánské Lázně (Tschechien) sowie Bath (Vereinigtes Königreich).

 

Tempel von Kakatiya Rudreshwara (Ramappa), Telangana (Indien)

 

Transiranische Eisenbahn (Iran)

 

Waldkomplex Kaeng Krachan (Thailand)

 

Felsbilder am Onegasee und am Weißen Meer (Russische Föderation)

 

Kulturraum von Ḥimā (Saudi-Arabien)

 

Quanzhou: Markt- und Handelsplatz der Song-Yuan-Dynastie (China)

 

Kolchische Regenwälder und Feuchtgebiete (Georgien)

 

Kolonien der Barmherzigkeit (Belgien, Niederlande)

 

Schieferlandschaft von Nordwestwales (Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland)

 

Niedergermanischer Limes

 

Siedlungen und künstliche Mumifizierung der Chinchorro-Kultur in Arica y Parinacota (Chile)

 

Roberto-Burle-Marx-Stätte (Brasilien)

 

Kulturlandschaft Hawraman/Uramanat (Iran)

 

Moscheen im sudanesischen Stil an der nördlichen Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire)

 

UNESCO Welterbe: Bedeutende Kurstädte Europas

Insgesamt sind es elf europäische Städte, die nun die UNESCO 2021 mit dem neuen Titel „Bedeutende Kurstädte Europas“ in die Liste des UNESCO Welterbes aufgenommen hat. Ihre besondere Bedeutung erlangen sie durch die in die Vollen gegriffene architektonische Opulenz und Materialwahl, die heute den Rahmen eines städtebaulichen Typs der Kurstadt vorgibt. Rund um Heilquellen entwickelten sich Orte, die heute Zeitzeugen einer ehemals aufblühenden Bäderkultur sind. Wir stellen Ihnen die Orte in diesem Artikel vor und werfen zudem einen Blick auf weitere Städte, die den Titel UNESCO Welterbe tragen dürfen.

Bad Ems

Die Rheinland-Pfälzische Stadt an der Lahn galt einst als einer der berühmtesten Badeorte Deutschlands. Zar Alexander II. und der spätere deutsche Kaiser Wilhelm I. sind daher zwei der illustren Gäste, die hier ihre Uniformen gegen das Badegewand tauschten. Wie hingegossen reihen sich die Insignien der Kurstadt – Kurhaus, Kolonnaden, Kursaal, Casino und Kurpark – am Ufer der Lahn auf, so lässt es sich entsprechend bei der UN-Organisation lesen.

Baden-Baden

Imposante Gebäude von herausragender Bedeutung für die Kurarchitektur wurden zur Blütezeit der Bäderkultur in der Stadt an der Oos errichtet. Zu ihnen gehören die Trinkhalle nach den Plänen von Heinrich Hübsch mit ihrer reich verzierten Wandelhalle. Auch das im französischen Neobarock neu gestaltete Casino vom Mäzen Jacques Bénazet im 19. Jahrhundert gehört dazu. Die Zuwendungen der Familie Bénazet machten aus Baden-Baden ihrerzeit „die Sommerhauptstadt Europas“, so Lisa Poetschki, die Site Managerin des Welterbes.

Bad-Kissingen

Ähnlich wie beim Betreten einer Kirche verlangsame sich der Schritt ob der Erhabenheit von Max Littmanns Trink- und Wandelhalle, schreibt die UN-Organisation. Der Bau sprengt demzufolge gleich ein paar der damaligen Superlative. Er war schließlich das größte Stahlbetongebäude seiner Art, die erste geschlossene Trinkhalle. Noch bis heute ist sie die größte Trinkhalle Europas. Das zentrale Wahrzeichen der Stadt und weiterer Beleg für die Bäderkultur des 20. Jahrhunderts ist der Regentenbau, das prachtvollste Gebäude von Bad Kissingen.

Unter den elf Bedeutenden Kurstädten Europas der UNESCO befinden sich auch Baden bei Wien in Österreich, Bath in England, Montecatini in Italien, Vichy in Frankreich, Spa in Belgien, sowie die Tschechischen Städte Karlsbad, Franzensbad und Marienbad.

Weitere künstlerisch und architektonisch bedeutende Städte in Deutschland wurden zudem mit dem UNESCO Siegel ausgezeichnet:

Darmstadt

Liverpool verliert UNESCO-Titel

Auf einer Erhebung am Rande der Darmstädter Innenstadt befindet sich ein Ensemble des frühen 20. Jahrhunderts. Die von Künstler*innen errichteten Gebäude werden vom Direktor des Instituts Mathildenhöhe Darmstadt als „Wiege des Bauhauses“ bezeichnet. Zwischen 1901 und 1914 gingen von der Mathildenhöhe international prägende Impulse in der Architektur und modernen Kunst aus. Hier in Darmstadt standen die ersten Gebäude, die sich vom an Ornamenten reichen Jugendstil lösten. Klare Linien und reduzierter Schmuck führte folglich den Weg in ein neues Architekturzeitalter.

SchUM-Städte am Rhein

Wegen ihrer herausragenden Bedeutung für das europäische Judentum im Mittelalter, wurden die Städte Speyer, Worms und Mainz, auf Hebräisch Schpira, Warmaisa und Magenza, von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Hier lassen sich mitunter die ältesten Belege jüdischen Lebens in Deutschland finden. Bis in das 10. Jahrhundert reicht die Geschichte der Synagogen, Talmudschulen, Frauenschuln, Ritualbädern und Friedhöfen in den SchUM-Städten. Die Gestaltung der Gebäude prägte die Architektur jüdischer Gebäude in großen Teilen Europas.

Die historische Hafenstadt von Liverpool hingegen darf sich seit der letzten Sitzung des UNESCO Welterbekomitees nicht mehr als Weltkulturerbe bezeichnen. Zu stark würden geplante Bauprojekte wie „Liverpool Waters“ und die Entwicklung des Bramley-Moore-Docks seit der Ernennung im Jahr 2004 den historischen Charakter des Hafenareals gefährden. In der Geschichte der UNESCO Welterben ist ein Entzug des Titels zuvor erst zwei Mal vorgekommen: 2007 flog der Oman für die Verkleinerung eines Antilopenschutzgebiets um 90 Prozent von der Liste, 2009 die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal, wegen Errichtung der Waldschlösschenbrücke.

Auch interessant: Warum der geplante Autobahntunnel unter einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Großbritanniens – das UNESCO-Welterbe Stonehenge – nicht gebaut wird, erfahren Sie hier.

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Die Stadt Paris arbeitet mit Hochdruck daran, die Seine für die Olympischen Sommerspiele 2024 und ab 2025 auch für die Öffentlichkeit schwimmbar zu machen. Bildquelle: Nanette Mudry via Unsplash
Die Stadt Paris arbeitet mit Hochdruck daran, die Seine für die Olympischen Sommerspiele 2024 und ab 2025 auch für die Öffentlichkeit schwimmbar zu machen. Bildquelle: Nanette Mudry via Unsplash

In weniger als 365 Tagen beginnen die Olympischen Spiele in Paris. Eine der größten Herausforderungen für die Stadt besteht darin, die Seine für den Wettkampf – und danach für die Bürger*innen – schwimmbar zu machen. Ein Update dazu finden Sie hier.

Freiwasserwettbewerbe 2024 in der Seine geplant

Vor einer Woche fand die olympische Generalprobe im Triathlon für Paris 2024 statt. Dabei sollen die Teilnehmenden in der Seine den Schwimm-Anteil bestreiten. Jedoch fiel die Generalprobe wortwörtlich ins Wasser: Verschmutztes Wasser durch ein defektes Abwasserventil und tote Ratten führten zu gesundheitlichen Risiken, weshalb der Triathlon zum Duathlon ohne Schwimmen wurde. Beim Üben kam es für einige Sportler*innen zu Magen-Darm-Beschwerden und es wurden E.coli-Bakterien entdeckt.

Vor einem ähnlichen Problem stand auch Rio de Janeiro bei den Olympischen Spielen 2016, als verdrecktes Wasser im Segelrevier zu abgesagten Wettkämpfen führte. Üblicherweise werden vor einem Triathlon immer Wasserproben genommen, so auch in Paris, wobei nicht immer klar ist, an welcher Stelle im Wasser die Proben entnommen werden.

Die Stadt Paris hat dennoch das Ziel, im Jahr 2024 Freiwasserwettbewerbe der Olympischen Spiele in der Seine stattfinden zu lassen. Obwohl das Baden in dem Fluss seit 1923 verboten ist, lockt die Vorstellung, mitten in der französischen Hauptstadt zu schwimmen. Als die Olympischen Spiele 1900 in Paris stattfanden, konnte man noch in der Seine schwimmen. Beim zweiten Anlass im Jahr 1924 musste man schon in der Halle schwimmen. Zusätzlich zu Olympischen Wettkämpfen soll die Seine ab 2025 an einigen Orten auch für die Öffentlichkeit zum Schwimmen geöffnet werden.

90% der Zeit ist die Wasserqualität der Seine bereits gut genug zum Schwimmen. Bildquelle: Unsplash
90% der Zeit ist die Wasserqualität der Seine bereits gut genug zum Schwimmen. Bildquelle: Unsplash

Drei Schwimmstellen in der Seine als Olympisches Erbe

Wie jeder große Fluss in einer Stadt ist auch die Seine in Paris ein beliebtes Naherholungsgebiet. Die Stadt hat bereits 1,4 Milliarden Euro im Großraum Paris investiert, um die Seine zu öffnen. Dafür müssen Tausende Haushalte und Hunderte Hausboote an die Kanalisation angeschlossen werden. Außerdem ist es nötig, Kläranlagen zu bauen und zu modernisieren. Für die Olympischen Sommerspiele sind Auffangbecken geplant, um die Wasserqualität des Flusses auch bei Regen garantieren zu können. Denn bei viel Regen kann Abwasser aus der überlasteten Kanalisation in den Fluss überlaufen.

Aktuell ist die Wasserqualität der Seine stark vom Wetter abhängig. Die neue Infrastruktur soll unabhängig vom Wetter eine gute Qualität garantieren.

Eine der drei Stellen, an denen man künftig auch ohne olympische Qualifikation in der Seine baden können soll, liegt unweit des Eiffelturms. Eine weitere Stelle ist ein Wassersportzentrum, das schon jetzt für Freizeitangebote auf der Seine genutzt wird. Und auch die dritte Stelle soll laut Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo zentral liegen. Alle betreffenden Wasserflächen sollen von Bojen abgegrenzt und über einen Steg erreichbar sein. Auch Bereiche zum Umziehen und Duschen sind geplant.

Schon seit 1923 ist es verboten, in der Seine zu schwimmen. Ab 2025 könnte es wieder möglich sein. Bildquelle: Unsplash
Schon seit 1923 ist es verboten, in der Seine zu schwimmen. Ab 2025 könnte es wieder möglich sein. Bildquelle: Unsplash

Abkühlung im Wasser als Teil der Klimaresilienz

Schon seit mehreren Jahren ist das Schwimmen in der Seine in einem schwimmenden Freibad denkbar. Dieses besteht allerdings aus einem eigenen Becken, das im Wasser verankert ist. Entsprechend kommt derzeit kein Flusswasser, sondern gechlortes Wasser zum Einsatz. Schon Jacques Chirac, Präsident von 1995 bis 2007, versprach den Pariser*innen, dass sie bald wieder in der Seine baden könnten.

Nun sollen die drei geplanten Badeplätze als Erbe der Olympischen Sommerspiele 102 Jahre nach dem Badeverbot das Versprechen wahrmachen. Schon 1923 war die Wasserqualität schlecht. Zudem war man um den zunehmenden Bootsverkehr besorgt, der für Schwimmende gefährlich sein kann. Bis jetzt waren die Investitionen von Paris größtenteils erfolgreich und das Wasser ist laut Angaben der Stadt zu 90 Prozent der Zeit sicher zum Schwimmen. Regelmäßige Tests sollen dies auch in Zukunft garantieren.

Angesichts der Klimawandelfolgen und Vorhersagen für immer heißere Sommer wird eine schwimmbare Seine die französische Hauptstadt nicht nur attraktiver, sondern auch klimaresilienter machen. Denn wenn das Sommerwetter 40°C, oder ab 2050 vielleicht sogar 50°C erreicht, ist eine Abkühlung Gold wert.

Der Joséphine Baker Pool direkt an der Seine ermöglicht bereits das Schwimmen in unmittelbarer Nähe zum Fluss. Bildquelle: Hugues Mitton (hugovoyages) at fr.wikipedia, CC BY-SA 2.5 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5>, via Wikimedia Commons
Der Joséphine Baker Pool direkt an der Seine ermöglicht bereits das Schwimmen in unmittelbarer Nähe zum Fluss. Bildquelle: Hugues Mitton (hugovoyages) at fr.wikipedia, CC BY-SA 2.5 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5>, via Wikimedia Commons

Daumen drücken für gutes Wetter

Trotz der geplatzten Triathlon-Versuche im August 2023 ist Paris auf einem guten Weg, was die Wasserqualität der Seine angeht. Proben vom 6. Juni und 19. Juli zeigten Werte, die laut Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation zum Schwimmen geeignet waren. Aufgrund starker Regenfälle im August 2023 ist die Wasserqualität zuletzt wieder gesunken.

Die Stadt plant, weiterhin regelmäßig zu testen und passende Maßnahmen zur Säuberung der Seine umzusetzen. So gibt es seit dem Frühsommer 2023 zwei Wasseraufbereitungsanlagen an der Seine und der Marne. Und ein neues Lagerbecken namens Austerlitz kann über 50 000 Kubikmeter Wasser speichern. Sollte es also kurz vor den Sommerspielen nächstes Jahr heftig regnen, kann Abwasser über das Lagerbecken in die Kanalisation und Kläranlagen geleitet werden, anstatt die Seine zu verschmutzen.

Für alle Fälle soll es außerdem Ersatzdaten für die Wettkämpfe im Wasser geben. So soll es je nach Wasserqualität möglich sein, Wettbewerbe bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen. Dies zeigt, dass die Stadt Paris noch nicht ganz sicher ist, was die Wasserqualität 2024 angeht.

Apropos: Eine Übersicht der Olympischen Spiele 2024 in Paris inklusive stadtplanerischer Veränderungen finden Sie hier.

Der geplante Zentralpark Gasometervorfeld in Wien: Ein nachhaltiger Stadtpark, der Natur, Kultur und Gemeinschaft auf 51.000 m² vereint. Visualizations: Monolot
Der geplante Zentralpark Gasometervorfeld in Wien: Ein nachhaltiger Stadtpark, der Natur, Kultur und Gemeinschaft auf 51.000 m² vereint. Visualizations: Monolot

Ein Stadtpark der besonderen Art entsteht im Herzen Wiens. Das innovative Projekt im Gasometer-Vorfeld kombiniert Nachhaltigkeit mit moderner Landschaftsarchitektur und schafft einen neuen Treffpunkt für Natur, Kultur und Gemeinschaft. Doch wie wird eine ehemalige Industriebrache zu einem lebendigen Park, der die Vergangenheit bewahrt und gleichzeitig zukunftsweisend ist?

m Gasometer-Distrikt entsteht ein einzigartiger Stadtpark mit 51.000 Quadratmetern Fläche. Der Zentralpark Gasometervorfeld wird von den Landschaftsarchitekten BOGL aus Dänemark und NUWELA aus Deutschland geplant. Gemeinsam verfolgen die Teams das Ziel, einen Raum zu schaffen, der Vergangenheit und Zukunft vereint.

Seine zentrale Lage, in der Nähe von Wohngebieten, Unternehmen und einer Metrostation, macht den Park zu einem bedeutenden Projekt für ganz Wien. Mit dieser Neugestaltung wird das Viertel aufgewertet, während die Gemeinschaft einen vielseitigen Treffpunkt erhält.

Nachhaltigkeit im Mittelpunkt

Ein zentrales Element des Projekts ist die Kreislaufwirtschaft. Die Architekten setzen auf den Erhalt und die Wiederverwendung vorhandener Ressourcen. Alte Gebäude, Materialien und natürliche Elemente erhalten neue Funktionen und werden kreativ integriert. Jens Linnet, der Kreativdirektor von BOGL, betont:

„Wir rücken die Natur und die Ressourcen des Standorts ins Zentrum unseres Designs, um innovative Lösungen zu schaffen.“

Dieser Ansatz stellt sicher, dass der Park nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch nachhaltig gestaltet wird.

Highlights des neuen Stadtparks

Die Pläne für den Zentralpark Gasometervorfeld beinhalten zahlreiche spannende Ideen, die den Park besonders machen:

  1. Sport und Bewegung: Ein alter Pferdestall wird in eine überdachte Street-Sport-Anlage umgestaltet.
  2. Kultur im Grünen: Ein ehemaliges Industriegebäude wird zu einem kulturellen Garten, der Platz für Veranstaltungen bietet.
  3. Genuss und Ausblick: Eine frühere Werkstatt wird in ein Café verwandelt, das gleichzeitig den Blick auf eine neue Freiluftbühne ermöglicht.
  4. Wasserspiele und Kreativität: Bestehende Betonflächen dienen als Bühnen- und Spielbereiche und sorgen für Abwechslung.
  5. Naturschutz: Alle vorhandenen Bäume und natürlichen Elemente bleiben erhalten, um den Charakter des Standorts zu bewahren.

Mit diesen vielfältigen Angeboten spricht der Park Menschen jeden Alters an und bietet Raum für Erholung, Begegnung und Aktivitäten.

Ein Park für alle

Die Lage des Parks, nahe Wohnhäusern und kulturellen Einrichtungen, ist ideal für die Anwohner. Zudem wird der Zentralpark durch seine Nähe zur Metrostation für Besucher aus ganz Wien leicht erreichbar sein.

Die Umsetzung erfolgt schrittweise. Die Bauarbeiten starten 2026, und der erste Abschnitt wird voraussichtlich zwei Jahre dauern. Anschließend wird der Park kontinuierlich erweitert, sodass die Wiener Bürger regelmäßig neue Bereiche entdecken können.

Modellprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung

Der Zentralpark Gasometervorfeld zeigt eindrucksvoll, wie innovative Landschaftsarchitektur zur nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen kann. Durch die Wiederverwendung von Baumaterialien und Asphalt sowie die kreative Integration bestehender Strukturen entstehen Lösungen, die sowohl einzigartig als auch lokal angepasst sind.

Die Erfahrungen aus Projekten wie dem Remisepark in Kopenhagen fließen direkt in das Wiener Vorhaben ein. Dadurch profitiert die Stadt von internationalem Know-how, das neue Maßstäbe setzt.

Ein Blick in die Zukunft

Dieses Projekt ist weit mehr als ein Stadtpark. Es bietet ein Modell für eine neue Art der Stadtentwicklung, die Natur und Nachhaltigkeit ins Zentrum stellt. Wien erhält mit dem Zentralpark Gasometervorfeld nicht nur einen vielseitigen Erholungsraum, sondern auch ein Vorzeigeprojekt für urbane Transformation.

Durch die Zusammenarbeit von Architekten, der Stadt Wien und der Gemeinschaft entsteht ein Park, der Vergangenheit und Zukunft verbindet. Dieses ambitionierte Vorhaben wird den Charakter des Viertels prägen und gleichzeitig weltweit Inspiration für ähnliche Projekte liefern.

 

 

Lesen Sie hier mehr über der neuen Stadtteil in Wien: Bricolage City.