Wettbewerbsübersicht Januar 2019 (1/2)

Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen über die spannendsten Wettbewerbsergebnisse im Januar.

Marktplatz in Dortmund-Eving – 1. Preis [f] landschaftsarchitektur gmbh, Solingen

[f] landschaftsarchitektur schafft in intelligenter Symbiose von Platz- und Parkidee einen landschaftsarchitektonisch prägnanten Gesamtraum, der ein überraschend anderes Raumkonzept bietet, so die Jurybegründung für die Prämierung. Evings ehemaliger Marktplatz wird zum Quartiersplatz mit zwei sich ergänzenden Teilbereichen – den nördlichen Quartiersgarten und der südlichen Platzfläche. Während sich der Platzbereich als offene Quartiersmitte präsentiert, entwickeln die Park-Inlays eine Art grünes Wohnzimmer im Platz. Die grünen Inseln des neugestalteten Quartiersgartens bieten mit ihren Wiesen und Bestandsbäumen aktive und ruhige Zonen für Spiel und Rückzug. Ein durchgehender Belag definiert die Platzfläche von Raumkante zu -kante und mindert die bisher dominierenden Verkehrsinfrastrukturen. Eine neue Quartiershalle fügt sich wie selbstverständlich in das Freiraum-Pattern ein und integriert Café und Sanitäreinrichtungen. Der Verzicht auf tragende Außenwände ermöglicht eine offene Kubatur mit fließenden Übergängen zwischen Innen und Außen.

Neugestaltung der Platzflächen vor Amperhalle und Bürgerhaus in Emmering – 1. Preis ver.de landschaftsarchitektur Gbr, Freising

„Kontrast und Verknüpfung“ des von Nord nach Süd gerichteten Naturraums mit der ostwestlich ausgerichteten urbanen Achse prägen den Entwurf von ver.de landschaftsarchitektur für Emmering. Um den landschaftlichen Charakter zu stärken, weiten die Architekten die Grünkorridore östlich und westlich der Amperhalle. Die Überlagerung des fließenden Landschaftsraums mit der urban gestalteten Achse aus Promenade und angegliederten Plätzen schafft einen gelungenen Kontrast, so die Jury. Zierkirschenallee und einheitliche Pflasterung stärken die Platzabfolge von Auftakt-, Kirch- und Bürgerhausplatz; die Raumstruktur lässt den abgesenkten Kirchplatz dennoch als eigenen Bereich erkennbar. Als identitätsstiftende Adresse im Zentrum der Achsen soll zukünftig der neue Bürgerplatz dienen. Zoniert mit einigen wenigen Großbäumen (Robinien) ist er multifunktional nutzbar und lenkt zu den Eingängen von Amperhalle und Bürgerhaus. Die Erschließung des Sport- und Kulturareals über die südlich angrenzende Straße samt Bündelung der PKW-Stellplätze ermöglicht es, die Plätze autofrei zu gestalten.

Umgestaltung der Hengebachstraße in Heimbach – 1. Preis club l94 Landschaftsarchitekten GmbH, Köln

Ein Boulevard für alle Verkehrsteilnehmer soll künftig die Ortsmitte des Eifelstädtchens Heimbach prägen. Dafür weicht der bisher dominierende Straßencharakter einem barrierefreien Stadtraum mit einheitlichem Belag, so die Intention von club l94 aus Köln. Pflasterrinnen für die Entwässerung dienen als Leitlinien für den Verkehr und machen die Fahrbahn ablesbar. Entlang des Boulevards reihen sich kleine Plätze wie an einer Perlenkette, die die Planer als Aufenthaltsorte punktuell gestalterisch hervorheben. Mit Baum, Rundbank, Wasserelement und Lichtspots im Boden enthalten die Plätze wiederkehrende Elemente, die jedoch in ihrer Ausgestaltung auf den jeweiligen Genius loci eingehen. Die funkelnden Lichtspots nehmen als verbindendes Motiv Bezug auf den Sternenpark Eifel. Mittig aufgehängte Pendelleuchten beleuchten den Boulevard – ein Alleinstellungsmerkmal des Straßenraums, so die Jury, sowie ein Raumgewinn für die teilweise engen Straßenbereiche, die dadurch auf Lichtmasten verzichten können.