WILA 24 h – Women in Landscape Architecture

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Vom 1. Juni bis zum 1. Juli 2021 findet in Berlin das erste Festival zu Frauen in der Architektur statt: Women in Architecture, kurz: WIA. Das erste Wochenende, 5./6. Juni 2021, gehört aber ganz den Landschaftsarchitektinnen. Unter dem Namen „WILA 24 h – Women in Landscape Architecture“ finden Vorträge, Gespräche, Workshops und Netzwerktreffen statt. Und damit so viele Landschaftsarchitektinnen wie möglich teilnehmen können, ist eine Kinderbetreuung vorgesehen.

WILA 24 h – „Es ist Zeit, weibliche Vorbilder in den Mittelpunkt zu rücken“

 

Wer an Architektur denkt, hat sofort große Namen im Kopf – nicht umsonst wird medial immer wieder mit dem Begriff „Stararchitekt“ geworben, wenn es um neue Projekte geht. Was dabei auffällt: Stararchitektinnen werden kaum je genannt, Frauen erhalten in der Profession immer noch deutlich weniger Aufmerksamkeit als ihre Kollegen.

In der Landschaftsarchitektur hingegen sind „Stars“ erstmal gar kein Thema. Weder unter den Männern noch unter den Frauen. Oder haben Sie schon einmal von einem „Starlandschaftsarchitekten“ gehört? Das hängt einerseits bestimmt mit dem Selbstverständnis der Profession zusammen, aber auch damit, dass Landschaftsarchitektur als Disziplin medial viel weniger Echo erhält. Obwohl doch die Landschaftsarchitektur gerade was Klimabelange angeht, eine so wichtige Rolle spiel – aber das ist eine andere Geschichte.

Das Thema „Frauen in der Landschaftsarchitektur“ hingegen fliegt dagegen total unter dem Radar. (Dagegen wollte die G+L-Redaktion etwas tun: Lesen Sie dazu unsere Ausgabe „Frauen in der Planung“). Dem setzen sich jetzt die Initiatorinnen von WIA 2021 entgegen. WIA – das Akronym steht für „Women in Architecture“ – ist ein Festival, das vom 1. Juni bis zum 1. Juli 2021 stattfinden wird. Das Frauennetzwerk n-ails e.V. (Lesen Sie hier ein Interview mit Gabriele Fink, Vorstandsmitglied von n-ails) veranstaltet das Festival gemeinsam mit der Architektenkammer Berlin und in Zusammenarbeit mit rund 30 Akteurinnen. Während vier Wochen finden über 60 Veranstaltungen statt: Ausstellungen, Filmreihen, Führungen, Symposien, Vorträge, Workshops und mehr.

Und gleich das erste WIA-Wochenende läuft unter dem Namen WILA – Women in Landscape Architecture – und in Zusammenarbeit mit dem bdla Berlin-Brandenburg. Denn auch den Frauen in der Landschaftsarchitektur fehlt es an Sichtbarkeit: Sie machen einen Großteil der Studierenden aus, aber bleiben seltener im Beruf, repräsentieren nur knapp einen Drittel der Büroinhaber*innen und verdienen 26 Prozent weniger als ihre Kollegen. Mit dem WILA-Wochenende wollen „die Organisatorinnen Wege aufzeigen, wie alle Gender im Berufsfeld gleich stark gemacht werden können. Es ist Zeit, weibliche Vorbilder in den Mittelpunkt zu rücken“, sagt Prof. Astrid Zimmermann, Gründerin von Zplus Landschaftsarchitektur und Vorstandsmitglied der Landesgruppe Berlin-Brandenburg im Bund Deutscher Landschaftsarchitekten.

Kinderbetreuung ist vorgesehen

WILA 24 h – Women in Landscape Architecture am 5. und 6. Juni 2021 ermöglicht persönliche Einblicke in die Arbeitswelt und das Werkschaffen von Berliner Landschaftsarchitektinnen. So soll ein Raum für Diskussion und für Networking entstehen. Zum Auftakt findet ein Generationengespräch mit der Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher statt.

Die Veranstaltung wendet sich an Lai*innen und Profis, Studierende und Praktizierende, Menschen aus Politik, Verwaltung oder Forschung. An zukünftige Landschaftsarchitekt*innen. An Menschen, die hinter die Kulissen der (Freiraum-)Planung blicken möchten. An Nachbar*innen, die mehr Frei-Räume vor ihrer Haustür fordern. Unter Berücksichtigung der Covid-Schutzbestimmungen wird es reichlich Gelegenheit zum persönlichen Austausch geben.

Das WILA 24 h-Wochenende findet am 5. Juni 2021 ab 14 Uhr und am 6. Juni 2021 ab 11 Uhr im Café Nullpunkt im Frizz 23 in Berlin-Kreuzberg statt. Anmeldungen sind teilweise erforderlich, Kinderbetreuung ist vorgesehen. Einige Veranstaltungen werden als Fortbildung bei der Architektenkammer Berlin anerkannt.

WILA 24 h: Auszug aus dem Programm

Samstag, 5. Juni 2021

Samstag, 5. Juni 2021, 14 bis 15 Uhr
“Planerinnen im Generationen-Gespräch. Wie viel Power braucht die Frau? ” Auftaktveranstaltung mit Senatsbaudirektorin Regula Lüscher
Was Frauen und Planerinnen im Berufsumfeld stärkt und ob es eine besondere, weibliche Perspektive auf Planung gibt, darüber sprechen Senatsbaudirektorin Regula Lüscher und die Landschaftsarchitektinnen Barbara Hutter (Bund Deutscher Landschaftsarchitekten BDLA) und Undine Giseke (TU Berlin) mit Vertreterinnen des BDLA Berlin-Brandenburg und des Berliner Netzwerks Architektinnen und Planerinnen n-ails e.V.

Samstag, 5.Juni 2021, 15 Uhr
Die Stadt und ihre Planerinnen“, Vernissage und Eröffnung durch Senatsbaudirektorin Regula Lüscher
Die WIA-Initiatorinnen n-ails e.V. und die WIA-Akteur*innen BDLA, TU München, SenStadtWohnen präsentieren eine Foto-Werkschau zu Berliner Planerinnen plus eine brandneue Studie zu Frauen in der Architektur.
(Achtung: diese Veranstaltung findet im Metropolenhaus statt)

Samstag, 5. Juni 2021, 16.30 bis 17.45 Uhr
„Frau Planerin – Baustelle Rollenklischees. Impulse aus dem Landschaftsarchitektur- Berufsalltag von der Planung bis zur Bauleitung“ – Workshop
Wie geraten wir in die Rollenklischee-Falle – und wie kommen wir gemeinsam wieder raus? Ein lösungsorientierter Austausch im World-Café.

Samstag, 5. Juni 2021, 20 bis 22 Uhr
“loop the landscape. 10 Werke, 10 Thesen, 10 Minuten.” Kurzfilm-Premierenfeier
Was machen eigentlich Landschaftsarchitektinnen? Was inspiriert ihre Arbeit? Talk mit Protagonistinnen und der Regisseurin Susanne Isabel Yacoub, Landschaftsarchitektur+Video

 

Sonntag, 6. Juni 2021

Sonntag, 6. Juni 2021, 10 bis 11 Uhr
„Grüne Lounge“ Networking mit Imbiss
Moderiertes Netzwerktreffen am Vormittag für alle Besucher*innen mit morgendlichem Imbiss.

Sonntag, 6. Juni 2021, 11 bis 12.30 Uhr
„Freiraum als soziale Infrastruktur“ Vortrag und Gespräch mit Constanze Petrow
Weil Freiraum es kann! Mit ungewohnten Thesen und Fragen zum urbanen Alltag rüttelt die Landschaftsarchitektin Prof. Constanze Petrow auf.

Sonntag, 6. Juni 2021, 15.45 bis 17.15 Uhr
„Lächel doch mal!‘ – Sexismus im Berufsalltag“ Werkstattgespräch mit Gesine Agena, Amadeu Antonio Stiftung
Wo liegen die Probleme für Sexismus im Berufsalltag und wie kann ein diskriminierungssensibler Arbeitsalltag aussehen? Eine Handlungsanleitung.

Das gesamte Programm sowie alle Informationen zum Festival und zur Anmeldung finden Sie hier: www.wia-berlin.de

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Gärten des Jahres 2021 – Die Preisträger*innen

Gärten des Jahres 2021. Hanne Roth und Konstanze Neubauer (Hrsg.) (Callwey Verlag)
Gärten des Jahres 2021. Hanne Roth und Konstanze Neubauer (Hrsg.) (Callwey Verlag)

Bereits zum sechsten Mal haben Landschaftsarchitekt*innen, Gartengestalter*innen sowie Garten- und Landschaftsbauende ihre besonders gelungenen, realisierten Privatgärten beim Wettbewerb um den Garten des Jahres eingereicht. 50 davon haben es in die Publikation “Gärten des Jahres 2021” geschafft – und ein Projekt wurde von der renommierten Fachjury mit dem ersten Preis ausgezeichnet: Der Garten „Ein Teil der Pflanzenwelt“ in der Nähe von Hannover.

Vorzeigeprojekt für Biodiversität

Alle Fotos: Ferdinand Graf Luckner

Alle Jahre wieder ist es so weit: Die Publikation “Gärten des Jahres 2021” versorgt Gartenplaner*innen und Gartenbesitzer*innen mit neuer Inspiration. Das Kompendium zeigt die 50 schönsten Privatgärten im deutschsprachigen Raum. Das Buch beinhaltet eine beeindruckende Vielfalt unterschiedlichster Privatgärten anhand von über 400 Farbabbildungen und Gartenplänen. Detaillierte Angaben zu Besonderheiten des Grundstücks, des Konzepts, der verwendeten Materialien und der Auswahl der Pflanzen runden die 50 Gartenporträts ab.

Dem Buch zugrunde liegt der jährliche Wettbewerb “Gärten des Jahres”, der 2021 bereits zum sechsten Mal stattfindet. Dafür haben Landschaftsarchitekt*innen, Gartengestalter*innen sowie Garten- und Landschaftsbauende ihre schönsten, bereits realisierten Projekte eingereicht. Die renommierte Fachjury erkor daraus 50 Projekte und benannte aus diesen einen Preisträger und vier Anerkennungen. Dabei wurde Wert auf ganzheitliche Konzepte gelegt, die den Garten auf individuelle Weise zum erweiterten Wohn- und Genussraum der Nutzer*innen werden lassen. Es sollte eine starke Idee dahinterstecken, der sich Pflanzen, Materialien, Produkte etc. unterordnen.

Gärten des Jahres 2021: Siegprojekt in Hannover

Der erste Preis, dotiert mit 5 000 Euro, ging an das Büro Petra Pelz Design-natürlich und an GartenLandschaft Berg & Co. GmbH für den Garten „Ein Teil der Pflanzenwelt“ in der Nähe von Hannover. Die Jury findet lobende Worte: “Ein Vorzeigeprojekt für Biodiversität und Nachhaltigkeit in unserer Branche.”

Aus dem Juryurteil:

“Auf 1 900 begrünten Quadratmetern wirkt alles naturnah, und doch wurde nichts dem Zufall überlassen: Hier haben die Experten einen Rückzugsort für die Bewohner*innen des Holz-Bungalows geschaffen, in dem sie sich erholen und Natur als Teil ihres Zuhauses erleben können.

Verschiedene Bäume und Gehölze fassen den Garten schützend ein und spenden an heißen Tagen Schatten. Die Baumaterialien stammen aus der Region.Der Garten ist eine wahr gewordene Vision: Sie zeigt eindrucksvoll, was die naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung heute schon für den Natur- und Artenschutz leisten kann.

Hier wurde konsequent alles bepflanzt, inklusive der Dächer, die sogar begehbar sind und sich so harmonisch als zusätzlicher Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Menschen in die Gartenlandschaft einfügen. Aus dem Panoramafenster des glänzenden Baumhaus-Kubus erblickt man den gesamten Naturgarten. Durch bodentiefe Fenster, Glastüren und einen ebenerdigen Zugang gehen Wohnraum und Garten des Bungalows eine nahtlose Verbindung ein.

Ein durchdachter Mix aus verschiedenen Pflanzenarten und -bereichen sorgt übers Jahr dafür, dass Insekten und andere Tiere möglichst lange Nahrung finden. Hier wirken ästhetisches Verständnis, Handwerkskunst, jahrzehntelange Erfahrung und ausgewiesene Pflanzen- und Pflanzexpertise mit Kreativität und einem visionären Blick auf das Thema Landschafts- und Gartengestaltung zusammen – und schaffen ein naturnahes Refugium für Menschen, Flora und Fauna.”

Gärten des Jahres 2021: Anerkennungen

Folgende Büros erhielten eine Anerkennung der Jury:

Hanne Roth / Konstanze Neubauer
Gärten des Jahres
Die 50 besten Privatgärten 2021
2021. 320 Seiten, über 400 farbige Abbildungen und Pläne
23 x 30 cm, gebunden
€ [D] 59,95; € [A] 61,70; sFr. 80,00
ISBN 978-3-7667-2507-3
Erhältlich beim Callwey Verlag

Partner*innen des Wettbewerbs sind BGL Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatz-bau e. V., bdla Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, BSLA – Bund Schweizer Land-schaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen, DGGL Deutsche Gesellschaft für Gar-tenkunst und Landschaftskultur e.V., GaLaBau Verband Österreich, Jardin Suisse – GaLa-Bau-Verband der Schweiz, ÖGLA Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitekur, C-Side Pools, Osmo Holz und Color GmbH & Co. KG, New Monday, Garpa und Schloss Dyck sowie der Callwey Verlag und die Medienpartner Garten + Landschaft, Mein schöner Garten und Gartenpraxis.

Naturstein und Keramik – so bleiben die Oberflächen lange schön

Naturstein und Outdoor-Keramik sind beliebte und robuste Materialien für die Außengestaltung in Gärten und Terrassen. Damit sie auch dauerhaft schön und sauber bleiben, ist die richtige Behandlung der Oberflächen unabdingbar.

Ist die Terrassenoberfläche – sei sie aus Naturstein oder Feinsteinzeug – erst einmal verlegt, sollten sich Eigentümer nicht allzu lange zurücklehnen. Trotz ihrer Robustheit sind beide Materialien auf eine regelmäßige und, besonders wichtig, auch sachgemäße Reinigung und Pflege angewiesen, sollen sie lange Freude bereiten.

Verschmutzung droht zu jeder Jahreszeit

Gerade über Herbst und Winter neigen die Oberflächen in Garten und Terrasse dazu, schnell unansehnlich zu werden. Algen, Reste von Laub und sonstige Verschmutzungen dämpfen dann zum Beginn der neuen Saison im Frühling die Freude an der neuen Natursteinterrasse.

Doch auch im Sommer ist die Gefahr hartnäckiger Verschmutzungen auf der Natursteinterrasse allgegenwärtig. Fettspritzer und Öltropfen von der letzten Grillparty etwa. Sie können tief ins Material eindringen und verharzen mit der Zeit unter dem Einfluss von Luftsauerstoff. Werden solche öligen Verschmutzungen nicht zeitnah aufgenommen, kann es unter Umständen unmöglich werden, die resultierenden Flecken aus dem Stein zu entfernen.

Ärgerlich: Die neue Natursteinterrasse ist von den Spuren des Gebrauchs und der Jahreszeiten gezeichnet.
Ärgerlich: Die neue Natursteinterrasse ist von den Spuren des Gebrauchs und der Jahreszeiten gezeichnet.

Ebenfalls eine häufig, meist auf eher helleren Belägen, anzutreffende Verunreinigung sind hartnäckige, rostrote Schuhabdrücke und Flecken. Sie entstehen beim unvorsichtigen Hantieren mit eisensulfathaltigen Düngern. Der Staub solcher Dünger, die unter anderem durch Anhaftungen an den Schuhsohlen auf die Oberfläche des Terrassenmaterials gelangt, bildet schon bei geringster Dosierung in kurzer Zeit regelrechte Rostflecken aus.

Die Wahl des richtigen Mittels ist entscheidend

Innerhalb der Materialgruppe der Natur- und Keramiksteine für den Außenbereich steht eine große Vielfalt von Gefügen und folglich Texturen sowie Porositäten zur Auswahl. Das hat entscheidenden Einfluss auf die richtige Reinigungsmethode. Mechanische und chemische Behandlungen, wie sie etwa für die Reinigung einer robusten Granitoberfläche in Frage kommen, eignen sich beispielsweise für den weicheren Sandstein oft nicht. Die Behandlung mit dem Hochdruckreiniger verträgt Granit in der Regel problemlos, beim Sandstein jedoch kann der scharfe Wasserstrahl zum Abtrag feinster oberflächlicher Schichten führen. Polierter Kalkstein hingegen verzeiht die Behandlung mit säurehaltigen Reinigern eher schlecht, da er von diesen angelöst wird und mit der Zeit eine matte und leblose Oberfläche ausbildet.

Das Unangenehme dabei: Die Folgen solcher Anwendungsfehler zeigen sich nicht unmittelbar, sondern machen sich unter Umständen erst nach Jahren der Wiederholung bemerkbar. Stumpfe Oberflächen, an denen wegen ihrer zunehmenden Rauigkeit immer schneller und hartnäckiger Schmutz festsetzt, sind mitunter das unwillkommene und meist unumkehrbare Ergebnis unsachgemäßer Reinigung.

Die richtige und regelmäßige Pflege von Natursteinoberflächen – hier heller Travertin – trägt entscheidend zu deren Werterhalt bei.
Die richtige und regelmäßige Pflege von Natursteinoberflächen – hier heller Travertin – trägt entscheidend zu deren Werterhalt bei.

Übersicht: Reinigung von Naturstein im Außenbereich

Entfernen von Zementschleiern, Kalkausblühungen und Mörtelresten: Hier eignet sich ein säurehaltiger Reiniger, wie der Lithofin MN Zementschleier- und Rostentferner. Auf rauen und gleichzeitig säureempfindlichen Oberflächen, etwa aus Marmor, Kalk- oder Betonwerkstein, dürfen säurehaltige Reiniger nur stark verdünnt eingesetzt werden. Sind die Oberflächen poliert oder feingeschliffen, dürfen säurehaltige Reiniger nicht zum Einsatz kommen.

Entfernen von Rostverschmutzungen: Zum Einsatz kann hier ein säurehaltiger Reiniger kommen, etwa der vorgenannte Lithofin MN Zementschleier- und Rostentferner oder ein säurefreies Produkt wie Lithofin Rost-EX. Hier gelten die gleichen Regeln zur Säureempfindlichkeit wie oben.

Gelbbraunen Verfärbungen, wie sie auf Natursteinen etwa durch die in Humus enthaltene Huminsäure entstehen, rücken Sie effektiv mit einem bleichenden Reiniger zu Leibe. Lithofin hält für diese Verschmutzungen den Lithofin MN Außenreiniger* bereit.

Allgemeine Verschmutzungen sowie Öl- und Fettflecken lassen sich mit mildalkalischen oder lösemittelhaltigen Reinigern entfernen. In besonders hartnäckigen Fällen können hier auch pastöse Reiniger zum Einsatz kommen, wie Lithofin OIL-EX.

Gegen oberflächliche Grünbeläge eignet sich ein chlorfreier Spezialreiniger wie Lithofin ALLEX*.

*Bitte verwenden Sie Biozidprodukte vorsichtig. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformation lesen.

Nach korrekt ausgeführter Imprägnierung hat Feuchtigkeit – selbst bei einem rauen Travertin wie diesem – keine Chance mehr, ins Material einzudringen.
Nach korrekt ausgeführter Imprägnierung hat Feuchtigkeit – selbst bei einem rauen Travertin wie diesem – keine Chance mehr, ins Material einzudringen.

Schutz von Naturstein im Außenbereich

Terrassen- und Gartenplatten aus Naturstein sowie aus Beton können wegen ihrer offenporigen Struktur Flüssigkeiten aufnehmen. Auch der sonst so unverwüstliche Granit weist mikroskopisch kleine Porentrichter und Kapillaren, feinste Hohlräume, die sich durch den Stein ziehen, auf. Durch Kapillarkräfte können unbehandelte Natursteinmaterialien Verunreinigungen unter Umständen bis tief unter die Oberfläche einsaugen. Das funktioniert auch entgegen der Schwerkraft. Gelangt Wasser unter den Bodenbelag und bleibt dort wegen unzureichender Drainage länger stehen, können Schäden und optische Beeinträchtigungen durch aufsteigende Feuchtigkeit die Folge sein. Lithofin empfiehlt daher die allseitige Behandlung der Platten mit Lithofin Fleckstop >W<.

Das Imprägniermittel bildet einen hauchdünnen Film auf den Wänden der Kapillaren und reduziert die Saugfähigkeit des Materials, ohne dabei jedoch dessen Poren zu verschließen. Die Atmungsfähigkeit des Bodenbelags bleibt so erhalten, während Feuchtigkeit und mit ihr verfärbende Fremdstoffe nicht mehr in den Stein eindringen können. Aufgrund des Einflusses der Imprägnierung auf die Haftkraft von Klebern, sollte die allseitige Behandlung des Bodenmaterials allerdings nur bei ungebundener Verlegung, etwa auf dem Splitt- oder Kiesbett, erfolgen.

Wichtig zu wissen: Auf die Säureresistenz und Witterungsbeständigkeit von empfindlichen Natursteinsorten hat eine Imprägnierung keinen Einfluss. Außerdem sollte beachtet werden, dass der Untergrund vor der Imprägnierung nicht nur oberflächlich an-, sondern die Platten gründlich durchgetrocknet sind. Ansonten können durch Restfeuchte nach der Behandlung mit lösemittelhaltigen Imprägnierungen dunkle Verfärbungen die Folge sein. Imprägnierungen auf Wasserbasis verzeihen höhere Restfeuchtegrade. Sie sind in der Lage, sich mit dem in den Kapillaren vorhandenen Wasser zu vermischen und sind deshalb das Mittel der Wahl, wenn eine vollständige Durchtrocknung des Untergrundes nicht gewährleistet werden kann.

Das Schadensbild aufsteigender Feuchtigkeit mit den typischen dunklen Flecken. Verhindert werden kann dies durch eine allseitige Imprägnierung der Terrassenplatten.
Das Schadensbild aufsteigender Feuchtigkeit mit den typischen dunklen Flecken. Verhindert werden kann dies durch eine allseitige Imprägnierung der Terrassenplatten.

Bei den verschiedenen Imprägnierungen gilt es zwischen farbvertiefenden und nicht farbvertiefenden Produkten zu unterscheiden. Ähnlich, wie es beim Annässen von Steinoberflächen zu beobachten ist, können farbvertiefende Imprägnierungen die Farbe des behandelten Materials kräftigen. Der Effekt entsteht dabei nicht etwa, weil die Poren durch eine Schicht verschlossen werden, sondern durch Anlagerung von Wirkstoffen innerhalb der Kapillaren. Dadurch bleibt die Atmungsaktivität erhalten.

Für den Auftrag der Imprägnierung sollte ein Flächenpinsel oder eine Versiegelungsbürste verwendet werden. Keinesfalls ist der Einsatz von Malerrollen zu empfehlen, weil sich dabei eine Streifenbildung in den Überlappungsbereichen kaum vermeiden lässt.

Übersicht: Imprägnierungen für Naturstein im Außenbereich

Für eine Imprägnierung mit gleichzeitiger Farbvertiefung eignet sich ein hydrophobes Mittel wie Lithofin MN Farbvertiefer.

Soll die Imprägnierung nicht farbvertiefend wirken, kann Lithofin Grundschutz >W<, ebenfalls ein hydrophobes Präparat, zum Einsatz kommen.

Gegen Flecken, Öl und Fett hilft eine hydro- und oleophobe Imprägnierung auf wässriger Basis wie Lithofin Fleckstop >W<.

Spezialfall Outdoor-Keramik

Modernes Feinsteinzeug kommt in vielfältigen Texturen und Haptiken und ist dabei durch seine Robustheit besonders pflegeleicht. Eine Imprägnierung oder Schutzbehandlung etwa, wie sie für Naturstein empfohlen wird, erübrigt sich bei Outdoor-Keramik, da sich ihr Gefüge porenlos herstellen lässt. Das macht sie unempfindlich gegen tief eindringende Verschmutzungen. Auch bei Außenmaterialien aus Feinsteinzeug sind jedoch regelmäßige Reinigungsmaßnahmen angezeigt. Denn ihre Oberflächen sind – um die Rutschhemmung zu gewährleisten – mitunter extrem rau und ziehen Schmutz regelrecht an.

Für die regelmäßige Reinigung von Keramikoberflächen im Außenbereich eignet sich der Lithofin KF Intensivreiniger. Er beseitigt selbst hartnäckige Fett- und Ölflecken.

Allgemeinschmutz und Verfärbungen auf Outdoor-Keramik kann mit dem Lithofin Aktivreiniger begegnet werden. Er ist sowohl für Naturstein als auch für Keramik geeignet und greift das Fugenmaterial nicht an.

Mehr Informationen zu Pflege, Schutz und Reinigung von Naturstein- sowie Kermaikoberflächen finden Sie auf der Webseite von Lithofin.

Bilder: Lithofin

Ein Projekt mit viel Naturstein auf dem Boden ist das Areal des RheinMain CongressCenters und des Landesmuseums in Wiesbaden. Sehen Sie selbst hier: RMCC Wiesbaden