Altstädter Markt Rendsburg: Realisierungswettbewerb entschieden

Franz Reschke Landschaftsarchitekten gewinnen den Wettbewerb zum Altstädter Markt Rendsburg. Das Herz der norddeutschen Stadt ist in die Jahre gekommen. Die Schließung eines Kaufhauses hat dem Standort alles andere als gutgetan. Nun soll neues Leben in die Stadt kommen.

Die kleine Stadt Rendsburg ist mit kleinteiliger Stadtstruktur gesegnet. Auch historische Häuser prägen den Kern der Stadt. Doch das ist kein Garant für Qualität und Vitalität. Vielmehr leiden auch Orte wie Rendsburg unter Strukturwandel. Die Schließung des Hertie-Kaufhauses zeigt das. Mit dessen Wegzug ist nicht nur ein wichtiger Magnet verschwunden. Der gesamte Einzelhandel der Innenstadt schwächelt – einer von zahlreichen Gründen warum Rendsburg die Aufwertung der Innenstadt angeht. Der Wettbewerb zum Altstädter Markt Rendsburg ist ein wichtiger Baustein dabei.

Gewinner*innen Franz Reschke Landschaftsarchitekten

Mitte Juni 2021 tagte die Jury für den Realisierungswettbewerb „Altstädter Markt Rendsburg“. Das Team von Franz Reschke Landschaftsarchitekten geht als Gewinner daraus hervor. Deren Entwurf gewann den ersten Preis. Die Gestalter*innen reichten eine überzeugende Idee für den Altstädter Markt Rendsburg ein. Darin zeigen sie, wie Qualität und Attraktivität auf den Platz zurückkehren kann. Dabei spielt Recycling eine große Rolle. Das junge Team von Franz Reschke Landschaftsarchitekten sieht die Wiederverwendung des bestehenden Natursteinpflasters vor. Damit wird der Altstädter Markt Rendsburg als historischer und bedeutender Platz erhalten und gleichzeitig wieder aufgewertet.

Advertorial Artikel

Parallax Article

Altstadt

Die Altstadt der nordischen Stadt Rendsburg verfügt über eine intakte historische Struktur. Kleinteilige Gebäude und eine Abfolge von Plätzen sorgen für eine hohe städtebauliche Qualität. Der Altstädter Markt liegt mittendrin. Ursprünglich war er der einzige Marktplatz auf der Rendsburger Stadtinsel. Noch heute rahmen ihn das Alte Rathaus aus dem 15. Jahrhundert und Gebäuden aus dem 17. und 18. Jahrhundert. In der gesamten Rendsburger Altstadt spielen Morphologie, historischer Gebäudebestand und Bodenbelag aus Klinkern und Naturstein harmonisch zusammen. Dennoch hat die Attraktivität des Stadtkerns gelitten. Bauliche, städtebauliche und funktionale Mängel sind in den letzten Jahren gewachsen. Insbesondere seit der Schließung des Hertie-Kaufhauses im Sommer 2009 ist Handlungsbedarf.

Integriertes Entwicklungskonzept für Rendsburg

 

Alle Zeichnungen: Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH

Die Mängel in der Altstadt nehmen insbesondere seit 2009 zu. In dem Jahr wurde das große Hertie-Kaufhaus geschlossen. Nach der Schließung des bedeutenden und zentral gelegenen Einzelhandelsmagneten rutschten zahlreiche Geschäfte und Ladenlokale in den Leerstand. Hinzu kam die schlechte Bausubstanz vieler Gebäude. Darüber hinaus ging die Zahl der Einwohner*innen stetig zurück. Begleitet war die Entwicklung von einem Besucherrückgang. Mit abnehmender Attraktivität der Stadt für Einkauf und Aufenthalt verlor die gesamte Rendsburger Innenstadt an Bedeutung. Folglich litt auch der Altstädter Markt Rendsburg. Um der Situation entgegenzuwirken, wurde der zentrale Bereich der Altstadt 2013 in das Städtebau-Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen.

Nachnutzung des Hertie Kaufhauses

Im Sommer 2016 kam Hoffnung nach Rendsburg. Ein Investor erwarb das Gebäude des ehemaligen Hertie-Kaufhauses. Er plant den Umbau und die Umnutzung des Gebäudes: In das Erdgeschoss wird ein Lebensmittelmarkt ziehen. In die Obergeschosse ziehen Alten- und Pflegewohnungen ein. Diese Veränderung wird als wichtiger positiver Impuls gesehen. Nun gilt es mit dem Einsatz von Städtebaufördermitteln die weiteren, noch vorhandenen städtebaulichen Mängel und Funktionsschwächen zu beheben. Die Rendsburger Altstadt wird dadurch nachhaltig aufgewertet. Sie wird wieder zum zentralen Versorgungsbereich, zum Wohnstandort und zum Zentrum der Stadt werden.

Wettbewerbsaufgabe

Die städtebauliche Struktur der Altstadt ist weitgehend homogen. Es dominieren kleinteilige Bebauungsstrukturen. Aber vereinzelte Strukturen sind zu groß. Dazu zählt das ehemalige Hertie-Gebäude. Es erscheint im Kontext der Bebauung am Altstädter Markt Rendsburg und dem benachbarten Marienkirchhof überdimensioniert. Es überformt zudem die kleinteiligen Strukturen der Umgebung. Mit dieser Herausforderung galt es im freiraumplanerischen Wettbewerb umzugehen. Sein Gegenstand war die Platzgestaltung des denkmalgeschützten Altstädter Marktes und der angrenzenden Straßenabschnitte. Insgesamt waren 3 600 Quadratmeter neu zu gestalten. Dabei galt es eine Umgestaltung zu finden, die den heutigen Anforderungen unterschiedlicher Ziel- und Altersgruppen entspricht. Darüber hinaus waren Barrierefreiheit und die Berücksichtigung von Fuß- und Radverkehren zentral.

Oberflächen am Altstädter Markt Rendsburg

 

Alle Zeichnungen: Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH

Franz Reschke Landschaftsarchitekten geben dem Altstädter Markt Rendsburg also ein neues Gesicht. Dabei arbeiten sie eng mit dem Bestehenden zusammen. Sie arbeiten erstens den historisch und noch heute bedeutenden Platz aus den umgebenden Altstadträumen heraus. Zweitens setzen sie ihn durch eine eigenständige Materialverwendung vom Kontext ab. Dafür wird das bestehende Natursteinpflaster aufgearbeitet und wieder verwendet. Im Gewinnentwurf für den Altstädter Markt Rendsburg zieht sich ein ruhiger und wertvoller Teppich von Fassade zu Fassade. Die Verkehrsflächen der angrenzenden Mühlenstraße sind zudem darin integriert. Die Mitte des Marktes hebt sich jedoch ab. Sie lebt von der Wiederverwendung des bunt gemischten Katzenkopfpflasters. Dieses wird durch Sägen und Flammen der Oberseite aufgearbeitet. Wieder in die Platzmitte eingebaut, kreiert das Pflaster eine identitätsstiftende und vielfältig bespielbare und optimal nutzbare Bühne. Hier findet das neue urbane Leben Raum.

Altstädter Markt Rendsburg als Bühne

Der Altstädter Markt Rendsburg behält seine typische und maßstäbliche Gliederung in Mitte und Rahmen: Die Mitte bleibt also nutzungsoffen. Der Rand wird aus den rahmenden Gebäuden heraus bespielt. Darüber hinaus wird der Platz durch die Neupflasterung durchgehend barrierefrei. Vor dem historischen Rathaus entstehen am nordwestlichen Rand des Platzes zwei Stufen. Sie nehmen die prägende Topografie der Orte aus. Zugleich inszenieren zwei die Platzmitte flankierende Bankreihen diesen Bereich. Zusammen mit einem niveaugleiches Wasserspiel werden die Stufen folglich zu einem besonderen Anziehungspunkte. Jegliche Festivitäten der Stadt Rendsburgs finden hier zukünftig also ihren Platz, ihre städtische Bühne.

Digitale Begleitung

Neben der räumlichen Neugestaltung schlagen Franz Reschke Landschaftsarchitekten zudem auch eine neues Leit- und Informationssystem vor. Zum Ausgangspunkt wird der Altstädter Markt Rendsburg als Start- und Endpunkt vieler touristischer Besuche. Digitale und analoge Medien animieren erstens und unterstützen zweitens kurze und längere, barrierefreie Rendsburger Spaziergänge.

Franz Reschke überzeugt auch in Berlin: Ihr Entwurf zur Umgestaltung des Vorplatzes vom Zentralfriedhofs Friedrichsfelde zeichnete die Jury im Gutachterverfahren als Sieger aus. FRL darf den Entwurf damit weiter bearbeiten. Alles zum Entwurf lesen Sie hier: Zentralfriedhof Friedrichsfelde.