Das spanische Enorme Studio hat zusammen mit dem Autohersteller Mini, das mobile Büro “Mountain in the Moon” in Madrid entwickelt. Das Projekt soll urbanen Raum verbessern und Kollaborationen zwischen Designer und Anwohnern fördern.

Auf der Plaza Santa María Soledad Torres Acosta in Madrid steht seit letzter Woche eine Installation, die Raum zum Arbeiten, Entspannen, und beisammen sitzen bietet. Der Platz liegt im dem aufstrebende Stadtviertel Malasaña, in dem sich die Kreativen der Stadt tummeln. Zwei Module können verschiedene Konstellationen bilden: einerseits Stufen auf einem rollendem grünen Hang und andererseits ein einfaches Gartenhaus. Beide Module stehen auf Rollen und die Nutzer können sie je nach Bedarf verschieben. Die Stufen-Module sind mit USB Ladestationen ausgestattet, die von Solarpanelen gefüttert werden. Die transparenten Hütten sind als Co-Working Spaces gedacht, in denen sich Designer treffen und Projekte besprechen. Geplant sind Workshops die Stadt neu denken: am ‚Bench Day‘ machen sich Kreative Gedanken über Bänke im öffentlichen Raum. Während Debatten, können Anwohner diskutieren wie die Stadt von morgen aussehen soll, oder Urban Laboratories untersuchen den öffentlichen Raum.

Für ein Jahr steht die Installation in Madrid und wirkt hoffentlich als Wissenskatalysator für den urbanen Raum. Auf jeden Fall aber, bietet es Spaziergängern Platz, sich auszuruhen, und erstmal das Smartphone aufzuladen.

Das könnte Sie auch interessieren
Gedenkort für den Turnertempel
Dürre: Verödete Landschaften und ausgetrocknete Böden verdeutlichen die zunehmenden Herausforderungen durch Klimawandel und Wasserknappheit. Foto: Brent Olson via Pixabay
Dürre als ein Wetterextrem
Bewirb dich jetzt für den Lenné-Preis 2018
In da Club
1. Pollinator-Pathmaker-LAS-Edition, im Auftrag der LAS Art Foundation, wächst von Juni 2023 bis November 2026 auf dem Vorplatz des Museums für Naturkunde Berlin. Ansicht der Installation. Foto: Frank Sperling
Pollinator Pathmaker: Wachsende Empathie für Insekten
Dach als Garten
Eine Menschenmenge ist vor der Staatliche Antikensammlung
Crowdfunding für Architects for Future
hochwinkelfotografie-der-stadt-RvCbIQ0S-Lc
Wie Vilnius seine Parks als urbane Wasserspeicher nutzt
Klinker vertikal, horizontal, total! Fassade und Pflaster in Harmonie
luftaufnahme-einer-stadt-durch-die-ein-fluss-fliesst-P2d8SKdbjEE
Was bedeutet Labeling bei Trainingsdaten? – wer sagt der KI, was wichtig ist?

KLIMA_X: Ausstellung zur Klimakommunikation

An der MachBar können Besuchende Intiativen und Aktionen kennenlernen, die es in ihrer Stadt gibt. © Museum für Kommunikation Frankfurt, Foto: Stefanie Kösling
© Museum für Kommunikation Frankfurt, Foto: Stefanie Kösling

Wir wissen um die Bedrohung und Herausforderung durch den Klimawandel. Wir wissen auch, was dagegen zu tun ist. Aber warum tun wir es nicht? Die Ausstellung KLIMA_X beschäftigt sich damit, wie Menschen mit Klimafakten umgehen und wie die Klimakommunikation in den letzten fünf Jahren aussah. Bis 27. August 2023 ist KLIMA_X im Museum für Kommunikation in Frankfurt am Main zu sehen. Im Anschluss wandert die Ausstellung ans Museum für Kommunikation Berlin

Ausstellung zur Klimakommunikation 

Die Klimakrise ist keineswegs ein neues Phänomen. So wurde die Thematik seit Beginn der Fridays for future Demonstrationen zwar vermehrt ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Doch die Erkenntnis darüber, welche Folgen der menschliche Einfluss für das Erdklima des Planeten haben wird, ist schon seit Mitte des letzten Jahrhunderts wohlbekannt. Trotzdem wurde flächendeckend unverändert am Wachstum festgehalten. Und dies sowohl im politischen Gebaren als auch vielfach im individuellen Verhalten. Die neue Ausstellung KLIMA_X geht nun der spannenden Frage nach, woran das liegt. Wenn sich doch die Mehrheit der aufgeklärten Menschheit bewusst darüber ist, dass sich etwas ändern muss, warum ändert sich dann nichts. Oder zumindest nicht in einer Geschwindigkeit und Relevanz, die angesichts der drohenden Katastrophe angemessen wäre. Es sind genau diese Hintergründe, welche die Ausstellung zur Klimakommunikation nun näher beleuchten will.  

Herzlich willkommen zu KLIMA_X! Treppenaufgang in die Ausstellung © Museum für Kommunikation Frankfurt, Foto: Stefanie Kösling
Herzlich willkommen zu KLIMA_X! Treppenaufgang in die Ausstellung © Museum für Kommunikation Frankfurt, Foto: Stefanie Kösling

Warum tun wir nicht, was wir wissen?

Das Museum für Kommunikation in Frankfurt spricht von einer Last der guten Vorsätze. Als Einzelpersonen hegen wir persönliche Ziele, wie etwa eine Reduktion des Fleischkonsums oder der PKW Nutzung. Dies wäre nicht nur gut für uns als Individuen, sondern gleichzeitig auch fürs Klima. Und doch scheint die Umsetzung dieser Vorsätze ungemein schwierig. Und so inkonsequent wir in der persönlichen Lebensführung sind, so sind es auch das politische Gemeinwesen und die Wirtschaft. Die Veränderung der gewohnten Strukturen stellt sich als große Herausforderung dar. Dabei reagiert jedes Individuum und jede Gemeinschaft ganz unterschiedlich auf Wandel. Die Ausstellung zur Klimakommunikation regt die Besucher*innen dazu an, herauszufinden welche Art von „Veränderungs-Typ“ man selbst ist. Denn der Umgang mit den unleugbaren Klimafakten ist eine vielschichtige Problematik. Welche ein konsequenteres Vorgehen gegen die Klimakrise oft hemmt.

 

An der MachBar können Besuchende Intiativen und Aktionen kennenlernen, die es in ihrer Stadt gibt. © Museum für Kommunikation Frankfurt, Foto: Stefanie Kösling
An der MachBar können Besuchende Intiativen und Aktionen kennenlernen, die es in ihrer Stadt gibt. © Museum für Kommunikation Frankfurt, Foto: Stefanie Kösling

Aufbau der Ausstellung

In sieben Ausstellungsbereichen findet sich zwar somit auch ein Bereich zum Stand der naturwissenschaftlichen Forschung. Vielmehr liegt der Fokus jedoch auf den Reaktionen, die durch jene Forschung provoziert werden. Dabei stellen sich Fragen wie etwa, welche Gefühle durch die Fakten ausgelöst werden? Weiterhin, wie kommunizieren Medien, NGOs oder Unternehmen über die Debatte? KLIMA_X schlägt dabei einen Bogen von historischen Erkenntnisschritte über Kommunikationsmethoden. So findet der Bericht des Club of Rome von 1972 ebenso Erwähnung wie diverse IPCC-Reports. Weiterhin geht die Ausstellung aber beispielsweise auch auf Desinformationsstragien von fossilen Industrien ein. Oder zeigt darüberhinaus die Strategie der Fridays for Future Demonstrationen. Neben den historischen und naturwissenschaftlichen Fakten, bestimmt der emotionale Umgang mit der Klimakrise die Ausstellung.

 

Klimakommunikation und Du

Dazu wird den Besucher*innen im Laufe der Ausstellung auf spielerische Art das eigenen Verhältnis zu Veränderung vermittelt. Diese wählen ein „Klimatier“, dem sie sich während des Ausstellungsbesuches am nächsten fühlen. Etwa ein wütender Gorilla, ein verschrecktes Huhn oder eine tüchtige Biene. Die Tiere versinnbildlichen unterschiedliche Emotionen, die im Angesicht der Klimakrise zu Tage treten. Diese variieren von „verärgert“ über „machtlos“ bis „hoffnungsvoll“. Ein interaktives Netzwerkdiagramm hält die Stimmung der Besucher*innen fest. Weitere Stationen der Ausstellung sind das „Ausreden-Glücksrad“ oder weiterhin der „Anruf in die Zukunft“. Dabei geht es zum Beispiel darum, typische Verzögerungsargumente im Klimadiskurs zu entlarven. Oder darüberhinaus eine mögliche Zukunftsvision zu visualisieren. Neben den interaktiven Teilen werden Beispiele gelungener Umwälzungen gezeigt. Dazu erzählen ausgewählte Menschen in Interviews von ihrer Art eines klimafreundlicheren Lebens.

 

Von der Kluft zwischen Wissen und Handeln

Katja Weber, Kuratorin der Ausstellung, hält die Ausstellung für einen Meilenstein. Ihrer Ansicht nach, sei bei vielen Menschen in Deutschland die Erkenntnis darüber, dass ein ernsthaftes Problem anstehe, bereits Konsens. Weiterhin seien viele dieser Personen bereit, ihren Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen zu lasten. Sie betont aber das verbreitete Problem: „Es gibt einen Gap zwischen Wissen und Handeln. Die Ausstellung versucht diese Leerstelle zu erklären.“ Carel Mohn, Chefredakteur der Seite klimafakten.de – welche die Ausstellung mitkuratiert hat – sieht in der Ausstellung in einem der weltweit wichtigsten Museen für Kommunikation einen Hoffnungsschimmer: „Die Frage der Klimakommunikation ist offenbar in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ Dafür spricht auch das breite Kooperationsbündnis, welches hinter der Ausstellung steht. Neben dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, wirkten auch die LandesEnergieAgentur Hessen (LEA) und das Umweltamt Frankfurt mit.

Klimakommunikation in Frankfurt und Berlin

Es wäre wünschenswert, wenn die Ausstellung tatsächlich die besprochene Kluft zwischen Wissen und Handel ein Stück weit schließt. Besucher*innen können sich noch bis 27. August 2023 im Museum für Kommunikation in Frankfurt am Main selbst ein Bild machen. Danach wandert die Ausstellung weiter in die Hauptstadt. Durch das Projekt können Inhalte der Klimakommunikation und ein gesteigerter Veränderungswille eine breite Masse erreichen. Damit wir In Zukunft vielleicht häufiger tun, was wir eigentlich schon wissen.

Mehr zu Wirkmöglichkeiten gegen die Klimakrise lesen Sie im Praxishandbuch für Kommunen des Difu zur Klimaresilienz.

Studentische Arbeiten II: Die G+L im September 2021

Aurelia Ibach
Aurelia Ibach

Das Heft als Teaser: weitere studentische Arbeiten online

Im September 2019 veröffentlichten wir die erste G+L mit dem Titel „Studentische Arbeiten“. Hier stellten wir außergewöhnliche Projekte vor, die im Jahr zuvor in den Landschaftsarchitektur­studiengängen deutscher Universitäten entstanden sind. Nun, zwei Jahre später und unter ganz anderen Studienbedingungen (die Corona-Pandemie lässt grüßen), setzen wir die Ausgabe zur Reihe fort (und denken im Übrigen bereits jetzt schon wieder voller Begeisterung über das Folgeheft „Studentische Arbeiten III“ nach).

Damit alles fair bleibt, konzentrieren wir uns im vorliegenden Heft auf Abschluss- und Projektarbeiten, die an Hochschulen und ­Uni­versities of Applied Sciences entstanden sind. Unser Ziel: heraus­ragenden studentischen Arbeiten und den Nachwuchs­talenten, die dahinter stehen, eine Plattform zu geben und Sicht­barkeit für ­Ausnahmetalente zu schaffen.

Bei unseren Vorgesprächen mit Professor*innen und Studierenden mussten wir in der G+L-Redaktion schnell akzeptieren: Ein Heft mit 66 Seiten reicht in keinem Fall aus, die vielen, wirklich guten und spannenden Projekte angemessen vorzustellen, die aktuell an unseren Hochschulen gemacht werden. In diesem Sinne: Sehen Sie das vorliegende Heft bitte als Teaser. Denn: Noch mehr studentische Projekte veröffentlichen wir in den kommenden September-Tagen – Projekt für Projekt – hier, bei uns auf der Webseite.

Was sollten Berufsanfänger*innen anders machen?

Abgesehen von den Projekten aus den Häusern TH Ostwestfalen-Lippe, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, FH Erfurt und BTU Cottbus-Senftenberg bietet das Heft zudem ein paar sehr persön­liche Insights in das Hochschulleben: Eine Absolventin fasst für uns zusammen, was sie gerne vor ihrem Landschaftsarchitekturstudium gewusst hätte, fünf HSWT-Professor*innen sagen frei heraus, was Studierende aus ihrer Sicht nicht wissen (bzw. nicht checken), eine Landschaftsarchitektin blickt zurück auf ihre ersten Monate im Berufsleben und René Rheims von KRAFT.RAUM erörtert, was Berufsanfänger*innen anders machen sollten.

In diesem Sinne: Viel Freude beim Lesen und Stöbern sowie schon mal einen guten Start ins neue Semester (vielleicht diesen Herbst doch tatsächlich wieder ein bisschen in Präsenz?!).

Die G+L 09/21 ist bei uns im Shop erhältlich.