Nicht nur für Trainspotter interessant

Der Bildband „Bahnhöfe von oben“ aus dem GeraMond Verlag entführt den Betrachter in die Welt der Bahnhöfe aus der Vogelperspektive. Deren Vielfalt ist atemberaubend: Ob Großstadtbahnhof oder ländlich-idyllische Station, ob Güter- oder Rangierbahnhof, die Aufnahmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bieten sowohl verblüffende Überblicksansichten als auch ungeahnten Detailreichtum.

Der Bildband „Bahnhöfe von oben“, herausgegeben von Heiko Focken und erschienen im GeraMond Verlag, widmet sich ganz dem Zugverkehr und seinen Infrastrukturen. Der Leser oder Betrachter nimmt dabei eine neue Perspektive ein: Statt die beeindruckenden Transportmittel und die Geschäftigkeit von Nahem zu bestaunen, richtet sich der Blick aus den Lüften auf das Zentrum der Mobilität. Dabei erschließen sich dem Betrachter Strukturen und Zusammenhänge, die ihm als Reisender verwehrt bleiben.

Zu den auserwählten Bahnhöfen gehören die wichtigsten Knotenpunkte im Zugverkehr Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, wie Wanne-Eickel Hbf, Frankfurt (M) Hbf oder Basel SBB. Es finden jedoch auch Bahnhöfe ihren Platz, die durch historische, geografische oder architektonische Besonderheiten auffallen. So zum Beispiel die Bahnhöfe Neuenmarkt Wirsberg, Brocken, Graz Hbf und Rigi-Kulm. Begleitet werden die bemerkenswerten Fotografien von kurzen Erklärungen, welche den Bahnhof und seine Eigenschaften verorten – nicht selten ergänzt durch eine Anspielung auf die Stellung des Bahnhofs in der Literatur, Popkultur oder in der Berichterstattung der jüngeren Vergangenheit.

Für Trainspotter und Zugbegeisterte ein Must-have, bietet der Bildband auch neu Zugestiegenen einen faszinierenden Blick auf die Reisezentren. So kann das Wissen um die infrastrukturellen Ausmasse eines Bahnhofs vielleicht über die eine oder andere Minute Verspätung hinwegtrösten.

 

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akzentuieren runde Sitzbänke und ein weiterer Baum das Wasserspiel.

Neugestaltung der Haupteinkaufsstraße in Winsen (Luhe) – 1. Preis capattistaubach Landschaftsarchitekten, Berlin

Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen über die spannendsten Wettbewerbsergebnisse der letzten zwei Wochen und was man über sie wissen muss.

Im Rahmen der Innenstadtsanierung plant Winsen die Haupteinkaufsstraße neu zu gestalten, um sie als Rückgrat einer funktionsfähigen Innenstadt zu stärken. Einstimmig kürte die Jury capattistaubach als ersten Preisträger unter zehn Teilnehmern. Die Berliner Landschaftsarchitekten überzeugten mit einem schlüssigen Stadtbodenkonzept, das die bisher verschieden geprägten Bereiche über eine einheitliche Gestaltsprache zu einem stadträumlichen Kontinuum verwebt und intuitive Wegeführungen stärkt. Der niveaugleich geführte Pflasterteppich aus Granit reicht von Fassade zu Fassade. Pflaster- und Entwässerungslinien zonieren als hell abgesetzte „Rinnenplatten“ und Schnurkanten Gebäudevorzonen, Flanierbereiche und Fahrgassen – sie bilden Leitlinien im Stadtraum und dienen zugleich als taktiles Leitsystem. Ein als „Stadtparkett“ konzipierter Flechtverband aus Granit akzentuiert die Aufenthaltsbereiche zwischen Kirchplatz und Rathaus. Fontänenfeld und Wasserbecken bilden zusätzlich Anziehungspunkte und prägen die beiden Platzbereiche.

Umgestaltung in Herrenberg – 1. Preis Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen, mit WICK + PARTNER, Stuttgart

Die Seestraße in Herrenberg soll sich in den nächsten Jahren von einer stark befahrenen Straße zum Boulevard für Flaneure wandeln, auf dem Autos – je nach Verkehrsaufkommen – nur noch Tempo 20 bis 40 fahren dürfen. Der Entwurf von Stefan Fromm Landschaftsarchitekten mit WICK + PARTNER überzeugte die Jury durch einheitlichen Stadtboden, lockerer Baumpflanzung und großzügigen Wasserspiegel im Bereich des Seelesplatzes. Die Planer leiten das langgezogene Wasserelement, das „Seele“, aus der historischen Situation ab, und fassen es bandartig mit Platten, Sitzbänken und Sitzstufen. Pavillons, genutzt als Café, Informations- und Mobilitätspunkte, strukturieren die längliche Platzfläche, die im südlichen Teil mit kleinem Wasserlauf anschließt. Der übergreifende Stadtboulevard integriert die Eingangsplätze in die Pflasterstruktur des neuen Stadtbodens und betont die Zugänge zur Altstadt. Dabei mindert er die trennende Wirkung zum Seeländer-Areal, auf dem bis 2019 ein neues Zentrum mit Einzelhandel, Büros, Gastronomie und Wohnen entsteht.

Willy-Brandt-Platz in Gladbeck – 1. Rang FSWLA Landschaftsarchitektur GmbH, Düsseldorf

Gladbeck setzt mit dem Workshopverfahren zur Neugestaltung des Willy-Brandt-Platzes auf die Revitalisierung der Innenstadt. FSWLA Landschaftsarchitektur siegte in der Mehrfachbeauftragung, die einen barrierefreien, familienfreundlichen und sicheren Platz forderte. Die Jury würdigt die behutsame Weiterentwicklung des Bestands – der Entwurf stärkt dabei vorhandene Qualitäten, ohne den Platz zu überladen. Leitmotive bilden großkronige Solitärbäume, Rundbänke und eine vielseitige Nutzbarkeit. FSWLA behält die zentralen Elemente Sitzbank und Wasser bei, jedoch in modifizierter Form. So gestalten die Planer die bestehende runde Sitzbank neu und versehen sie mit Sitzauflagen. Um den Aufenthaltscharakter zu verbessern, hebt FSWLA die Platzoberfläche an und umfasst das Wasserspiel vor dem Rathaus mit runden Sitzbänken. Ergänzende Bäume rhythmisieren den Platz in sonnige und schattige Bereiche. Die Oberflächen gestalten sich einheitlich bis zu den angrenzenden Gebäuden, die notwendige Fahrtrasse erfolgt im Sinne von Shared Space im selben Farbton.

 

Heike Vossen ist freie Landschaftsarchitektin und hat einen Abschluss der Freien Journalistenschule. Als Fachjournalistin schreibt sie über Themen für die Bau- und Planungsbranche. Ihr Fachbuch „Gärten am Hang“ erschien beim Verlag Eugen Ulmer. Kontakt: info@gruentext.de

Was verdienen Architekt*innen? Lohnt sich die Arbeit als Architekt*in aus finanzieller Sicht? Alles zum Einkommen dieser Berufung lesen Sie hier. (Foto: Christian Dubovan, Unsplash)
Was verdienen Architekt*innen? Lohnt sich die Arbeit als Architekt*in aus finanzieller Sicht? Alles zum Einkommen dieser Berufung lesen Sie hier. (Foto: Christian Dubovan, Unsplash)

Befragung der Architektenkammern

Die Frage nach dem Einkommen ist für viele Menschen bei ihrer Berufswahl wichtig. Im Bereich der Architektur wird deshalb auch oft von Berufung gesprochen. Wieviel brauchen Architekt*innen und welches Einkommen haben sie im Schnitt? Eine Befragung der Bundesarchitektenkammer gibt Aufschluss über das Architektur Gehalt.

In den Bereichen Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur ist Leidenschaft und Berufung wichtig, denn in diesen Disziplinen wird oftmals viel gearbeitet. Darüber hinaus ist großes Engagement gefragt. Nicht immer spiegelt sich das jedoch im Einkommen wider, ganz im Gegenteil. Im Vergleich zu anderen Berufen sind die Verdienstmöglichkeiten in der Architektur-Branche eher schlecht.

Was heißt das genau und wie sieht das Einkommen von Architekt*innen im Konkreten aus? Um Antworten auf diese Frage zu bekommen, lohnt im Folgenden der Blick auf Befragungen der Architektenkammern. Im Jahr 2020 haben die Kammern der Länder insgesamt 85 567 Mitglieder nach ihrem Architektur Gehalt gefragt. Über 16 000 Mitglieder antworteten, wozu auch 8 618 Architekt*innen zählen.  

An der Befragung zum Einkommen von Architekt*innen haben sich Mitglieder aller Kammern beteiligt. Im Rahmen der Erhebung im Jahr 2020 sind diejenigen befragt worden, die selbstständig tätig sind. Aber auch die Architekt*innen, die angestellt arbeiten, haben Informationen zu ihrem Architektur Gehalt gegeben. Dabei waren die Architekt*innen im Durchschnitt 45 Jahre alt. Etwa 33 Prozent von ihnen stammen aus der Altersklasse von 41 bis 50 Jahren. Aber mit 32 Prozent waren auch die über 50-jährigen gut vertreten.

Bei der Verteilung der Geschlechter waren Männer mit 52 Prozent häufiger vertreten als Frauen mit 48 Prozent. Aufgrund des relativ hohen Alters vieler Kammermitglieder verwundert es nicht, dass über 82 Prozent von ihnen über ein Diplom von einer Hochschule oder einer Fachhochschule verfügen, denn diese Abschlüsse waren bis Mitte der 1990er Jahre üblich. 

Architektur Gehalt von befragten Architekt*innen 

Bei der Frage nach dem Einkommen von Architekt*innen unterscheidet die Kammer in Vollzeit- und Teilzeit arbeitende Mitglieder. Unter den Architekt*innen, die die volle Stundenzahl arbeiten, verdient die größte Gruppe, nämlich 28 Prozent der Befragten, mehr als 70 000 Euro im Jahr. Die zweit größte Gruppe mit 23 Prozent bilden die Architekt*innen, die zwischen 50 001 und 60 000 Euro verdienen. Auch die Gruppe derjenigen, die zwischen 60 001 Euro und 70 000 Euro im Jahr bekommen, macht 17 Prozent der Mitglieder aus. Und 22 Prozent der Befragten verdienen im Jahr zwischen 30 001 und 40 000 Euro.

Im Mittel ergibt sich daraus ein Gehalt von 65 636 Euro pro Jahr für Architekt*innen. Die genaue Mitte zwischen höchstem und niedrigstem Architektur Gehalt, also der Median, liegt bei 59 000 Euro pro Jahr. Bei diesen Angaben sind allerdings keine zusätzlichen finanziellen Leistungen oder Vergütungen für Überstunden eingerechnet.

Engagement ist gefragt

Wie allgemein bekannt, arbeiten Menschen im Berufsfeld der Architektur oft sehr viel. Das bestätigt auch die Befragung der Architektenkammern. Denn in dieser geben 78 Prozent der Interviewten an, dass sie regelmäßig Überstunden leisten. Im Durchschnitt sind das fünf Stunden pro Woche. Etwa 36 Prozent der Befragten machen fünf bis zehn Überstunden in der Woche.

Dieses Bild unterscheidet sich je nach Ort, an dem die Architekt*innen arbeiten. Der Erhebung der Architektenkammer zufolge kommen Angestellte in einem Architektur- oder Planungsbüro durchschnittlich auf 4,8 Überstunden pro Woche. Ihre Kolleg*innen im öffentlichen Dienst müssen im Durchschnitt 4,3 Überstunden leisten. Etwas mehr Überstunden fallen hingegen in der gewerblichen Wirtschaft an. Dort kommen die befragten Kammermitglieder auf 6,1 Überstunden pro Woche.

Mehr Stunden als vereinbart zu arbeiten ist eine Sache. Aber welche Auswirkungen hat das Einkommen von Architekt*innen? Interessanterweise gaben 44 Prozent der Befragten an, dass ihre Überstunden per Freizeitausgleich abgegolten werden. Nur etwa vier Prozent der Kammermitglieder bekommen die zusätzlich geleisteten Stunden finanziell honoriert.

Architektur Einkommen: Lohnt die Arbeit in der Branche finanziell?

Der Blick auf das Gehalt von Architekt*innen zeigt, dass die Architektur kein Berufsfeld ist, in dem schnell viel Geld zu verdienen ist. Es gibt viele andere Branchen, in denen die Gehälter höher sind. Darüber hinaus zeigen die Angaben zu den Überstunden, dass Architekt*innen oftmals einen großen zeitlichen Einsatz erbringen müssen. Mit der normalen, im Vertrag vereinbarten Arbeitszeit ist es meistens nicht getan. Viele Architekt*innen leisten immer wieder zusätzliche Stunden, die nicht finanziell honoriert werden.

Im Vergleich zu den Berufsfeldern Landschaftsarchitektur sowie Stadtplanung liegt das Einkommen von Architekt*innen im Mittelfeld. Das mittlere Einkommen der befragten Landschaftsarchitekt*innen liegt bei 58 919 Euro. Im Bereich der Stadtplanung liegt es bei 75 226 Euro pro Jahr. Im Vergleich dazu verdienen Architekt*innen im mittleren Einkommen 65 636 Euro pro Jahr.

Allein aus finanzieller Sicht betrachtet gehört keine der in den Architektenkammern vertretenen Berufsgruppen zu denjenigen Tätigkeiten, in denen hohe Gehälter üblich sind. Aber würde man eine Befragung zur Freude am Beruf und zur Zufriedenheit von Architekt*innen machen, käme es sicherlich zu einem guten Ergebnis. Wer Lust hat, sich einer großen und breiten, gesellschaftlich relevanten Herausforderung zu stellen, der kann in der Architektur in jedem Fall berufliche Erfüllung finden.

Apropos Architektur Gehalt: Haben Sie schon den Brutto-Netto-Rechner für Architekten bei New Monday entdeckt?

Der Equal Pay Day macht jährlich auf geschlechterspezifische Gehaltsunterschiede in Deutschland aufmerksam – denn Frauen verdienen hierzulande deutlich weniger als Männer. Die neue Sonderauswertung der Bundesarchitektenkammer zeigt wie groß die Gender Pay Gap in den planenden Disziplinen ist.