„In Regensburg ist Umdenken nötig.“

In der aktuellen Ausgabe der Garten + Landschaft zum Thema „Bahnhofsviertel“ berichten wir über die Umgestaltung der Bahnhöfe von Arnheim, Augsburg, London und Dortmund. Während Arnheim und London sich in den letzten Zügen ihrer Finalisierung befinden, gehen Augsburg und Dortmund in die Realisierungsphase. Das Großprojekt zur Umgestaltung des Regensburger Bahnhofs gerät gerade erst ins Rollen und muss die Weichen noch stellen. Dabei scheint die Stadt sämtliche Ziele gleichzeitig zu verfolgen.

Baustein “Stadtraum gemeinsam gestalten”

Die Stadt Regensburg hat eine Mammutaufgabe vor sich. Sie will das Umfeld des Hauptbahnhofs und damit den Zugang zur Altstadt durch ein großmaßstäbliches Planungskonzept von Grund auf neu strukturieren – inklusive Verkehr, Nutzungen und Freiräumen. Handlungsbedarf besteht genug: Das komplette Bahnhofsumfeld unterliegt massiven Verkehrsbelastungen. Die viel befahrenen Straßen zerschneiden das Areal, die Situation auf dem Zentralen Omnibusbahnhof, direkt vor dem Bahnhofsgebäude, ist unübersichtlich und nicht nur für Ortsfremde schwer zu überblicken. Von der mangelhaften Barrierefreiheit ganz zu schweigen. Die Wege in die Altstadt führen durch einen Grüngürtel, der eher den Charme einer Verkehrsinsel hat und vornehmlich als Durchgangsort dient – ausgenommen für die Bahnhofs-typischen, sozialen Gruppen wie Obdachlose, Punks, Alkohol- und Drogenabhängige.

Für die Umgestaltung legt die Stadt Regensburg großen Wert auf einen vollumfänglichen Beteiligungsprozess namens “Stadtraum gemeinsam gestalten”. 2017 fanden die ersten zwei Ideenwerkstätten statt, bei denen sich die Bevölkerung aktiv mit einbringen konnte. Unterstützt wurde die Stadt von zwei interdisziplinäre Planungsteams, jeweils besetzt aus den Disziplinen Verkehr, Städtebau, Freiraumplanung und Architektur, sowie von den zwei Kommunikationsbüros nonconform aus Wien und Büro für urbane Projekte aus Leipzig. Die Ergebnisse der Workshops bilden die Grundlage des Großprojekts. Dabei besonders im Fokus: die Entwicklung des Areals zum Fußgänger- und Fahrrad-freundlichen Terrain, die Neuordnung des ÖPNVs und die Entwicklung der Grünflächen zu Aufenthaltsräumen – letzteres lag besonders den Bürgern am Herzen.

Übernimmt sich die Stadt?

Der angedachte Planungszeitraum? Vier Jahre. Die Stadt hofft 2023 mit der Umsetzung des Gesamtprojekts starten zu können. Nicht schlecht, denkt man sich da. Obwohl die inhaltlichen Ziele freilich eher solide und nicht unbedingt innovativ sind. Aber das müssen sie vielleicht auch gar nicht sein, wenn es anschließend funktioniert. Was dann aber doch überrascht, ist, dass die Stadt Regensburg zusätzlich zu ihren Planungen am Hauptbahnhof auch noch eine Stadtbahn, ein modernes Straßenbahnsystem, für die Gesamtstadt einführen möchte. Innerhalb von zehn bis zwölf Jahren. Und auf die dem Bahnhof vorgelagerte Pkw-Tiefgarage möchte man aber ebenso nicht verzichten. Fußgänger- und Radverkehr-freundlich, ein vollumfassender ÖPNV-Knotenpunkt, der Bahnhof mit Stadt und Region verbindet, Stellplätze für Pkws und zu guter Letzt auch noch der Anschluss an eine kommende Stadtbahn – man fragt sich unweigerlich: Ist das der richtige Ansatz? Auf alle Mobilitäts-Pferde gleichzeitig zu setzen? Wir haben direkt bei der Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann nachgefragt.

 

Interview mit der Regensburger Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann

“Das klingt vielleicht nicht so ideologisch, wie Sie es gerne hören möchten, aber allein dafür ist in Regensburg ein großes Umdenken nötig.”

Frau Schimpfermann, Sie haben in den kommenden Jahren viel vor für die Stadt Regensburg. Was ist Ihre Vision für den Hauptbahnhof?
Unsere Aufgabe ist es, die Nahmobilität für die Stadt und Region Regensburg zu stärken. Hierzu gehören attraktive Umsteigebeziehungen, eine gute Übersichtlichkeit und eine mobilitätsaffine Infrastruktur. Wir möchten deutlich machen, dass der öffentliche Verkehr hier Schwerpunkt hat. Der Pkw-Verkehr soll zurückgedrängt werden, der Fußgänger Vortritt haben. Die Busse müssen natürlich angeschlossen sein, dafür aber besser geordnet als heute, besser auffindbar. Gleichzeitig ist es unser Ziel möglichst viele der Flächen vor dem Bahnhof den Fußgängern zurückzugeben. Und wir wollen – und ich denke, das ist der große Quantensprung zu heute – attraktive Nutzungen am Bahnhof installieren, sodass die Besucher und Bewohner den Bahnhof und sein Umfeld nicht allein als Transitstrecke empfinden. Sie sollen den Raum gezielt aufsuchen, ihn nutzen und sich hier aufhalten.

Sie wollen den Pkw-Verkehr zurückdrängen, gleichzeitig planen Sie für den Bahnhofsvorplatz eine Tiefgarage. Wie passt das zusammen?
Wir können bei einem Verkehrsknotenpunkt wie dem Hauptbahnhof den Individualverkehr nicht komplett herauskürzen. Wir müssen die entsprechenden Verknüpfungen sicherstellen – auch ins Umland, wo man auf den Pkw vielfach angewiesen ist. Dies funktioniert unter anderem über Park and Ride Funktionen. Es ist nicht unser vordergründiges Ziel, Mobilität vorzugeben, aber es soll deutlich werden, dass derjenige, der mit dem Pkw in den Bereich einfährt, es künftig nicht mehr so bequem hat wie heute. Das klingt vielleicht nicht so ideologisch, wie Sie es gerne hören möchten, aber allein dafür ist in Regensburg ein großes Umdenken nötig. In der Vergangenheit hatte das Auto in Regensburg immer Vorrang. Das wollen wir umkehren, ohne dabei den Pkw komplett zu verbannen. Um die Verkehrsberuhigung zu erreichen, soll die Erreichbarkeit des Bahnhofsumfelds für das Auto – anders als heute – nur noch konzentriert von wenigen Richtungen aus erfolgen. So bleibt der Hauptbahnhof anfahrbar und zugleich ist eine verkehrliche Entlastung möglich. Die Tiefgarage verhilft uns dazu, anstelle notwendiger Parkplätze im öffentlichen Raum, attraktive Freiräume auszubilden.

“Letztlich geht es darum, die Grünräume in ihrer Aufenthaltsqualität zu stärken und zugleich den ÖPNV attraktiv zu gestalten.”

Also denken Sie sämtliche Mobilitätsträger mit. Wäre es nicht zielführender, einen verstärkt zu fördern?
Wir haben in Regensburg knapp 170 000 Einwohner und einen Landkreis mit circa 200 000 Einwohnern, die dort aber sehr dispers angesiedelt sind. Wir können nicht auf einen einzigen Mobilitätsträger setzen, weil wir für die gesamte Region Regensburg mitdenken müssen.

Deshalb braucht die gesamte Region auch eine Stadtbahn?
Die Stadtbahn begreifen wir als Stadtentwicklungsmaßnahme, die wir bereits jetzt, in drei Ästen, planen. Wir entwickeln sie losgelöst, aber natürlich dennoch mit dem Hauptbahnhof verknüpft, da sie das Areal verkehrlich noch einmal neu definieren wird. Wir denken für das Bahnhofsumfeld daher in zwei Schritten – mit Stadtbahn und für eine Zeit bis zur Einführung des höherwertigen ÖPNV-Systems.

Für die Vorplanungen zur Bahnhofsumgestaltung hat die Stadt 2017 zwei große Ideenwerkstätten veranstaltet. Was sind die Themen, die die Bevölkerung beschäftigen?
Das ist insbesondere der Grüngürtel vor dem Bahnhof. Es kam immer wieder die Aufforderung, so wenig wie möglich in diesen einzugreifen. Es gibt natürlich auch diejenigen, die für keinerlei Veränderungen sind und die Notwendigkeit eines attraktiven ÖPNV nicht sehen. Letztlich geht es darum, die Grünräume in ihrer Aufenthaltsqualität zu stärken und zugleich den ÖPNV attraktiv zu gestalten. Ganz ohne Eingriffe wird dies aber nicht möglich sein. Einen weiteren zentralen Diskussionspunkt stellte außerdem das Kultur- und Kongresszentrum dar, das für den Bahnhofsnahen Ernst-Reuter-Platz vorgesehen war.

Das Kultur- und Kongresszentrum, das dann per Bürgerentscheid im Oktober 2018 gestoppt wurde?
Ja, genau dieses. Leider.

Die Stadt Regensburg legt von Anfang an viel Wert auf Beteiligung und dann wird eine Markante des Großprojekts per Bürgerentscheid gestoppt. Ist das ein Zeichen dafür, dass sich die Bürger eben doch nicht gut abgeholt gefühlt haben?
Das Thema „Kultur- und Kongresszentrum“ und die Stadt Regensburg haben eine Geschichte, die weit bis in die 1980er-Jahre hineinreicht. In den vergangenen dreißig Jahren gab es bereits vier Bürgerentscheide hierzu. Ursprünglich gegen einen Standort, der heute von dem Museum der Bayerischen Geschichte besetzt ist, jetzt gegen den Standort am Ernst-Reuter-Platz. Das Projekt ist und bleibt in Regensburg ein Sonderthema.
Die Planungen zur Verkehrs- und Freiflächenentwicklung werden wir entsprechend anpassen und für den Bereich Ernst-Reuter-Platz zunächst etwas offener gestalten. Die konkreten Mobilitätsthemen sind vom Ausgang des Bürgerentscheids nur am Rande betroffen.

Welche anderen Nutzungen sind für den Bahnhof angedacht?
Wir planen aktuell mit Funktionsgebäuden, in denen auch Bahnhofs-ergänzende Nutzungen untergebracht werden sollen – als Anlaufstelle für die verschiedensten öffentlichen oder halböffentlichen Nutzungen. Ein großes Fahrradparkhaus ist ebenso geplant mit Fahrradverleih und möglicherweise einer Fahrradserviceeinrichtung. Und natürlich richten wir den Blick auf die Grünflächen, die ja bereits heute da sind, aber kaum genutzt werden. Hier möchten wir durch einzelne Interventionen zum Aufenthalt anregen.

“Man nimmt sich dem Thema ‘Neue Qualität im Bahnhofsumfeld’ aktiv an und es ist positiv in der Bevölkerung besetzt.”

Was denken Sie, welche Herausforderungen kommen in den nächsten Jahren auf Sie zu?
Einer der größten Knackpunkte wird es sein, dass uns nicht der Atem ausgeht. Sowohl in der Verwaltung, in der Finanzierung, aber auch in der Bevölkerung und Politik. Aktuell bemerke ich eine Art Aufbruchsstimmung in der Stadt. Man nimmt sich dem Thema „Neue Qualität im Bahnhofsumfeld“ aktiv an und es ist positiv in der Bevölkerung besetzt. Dass das auch über die vielen Planungsjahre trägt, das ist eine der Hauptherausforderungen.

Wie geht es nun weiter? Was steht 2019 an?
Aktuell arbeiten wir an der Ausschreibung für ein kombiniertes Planungsbüro, dass für uns ein verkehrliches Konzept erarbeitet, das direkt mit dem Freiraum verzahnt ist. Wir haben eine EU-weite Vergabe und insofern sehr lange Fristen. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir das im ersten Halbjahr realisieren können. Parallel läuft eine Ausschreibung für ein Kommunikationsbüro, das uns dabei berät, wie wir weiterhin so nah am Bürger bleiben und das gleichzeitig die verkehrlichen Rahmenbedingungen mit dem öffentlichen und politischen Meinungsbild abstimmt. Natürlich möchte der Stadtrat genau wissen, was für Auswirkungen unsere jeweiligen Planungen haben. Außerdem möchten wir die einzelnen Bausteine identifizieren, die wir für das Gesamtprojekt brauchen und diese in eine zeitliche Reihenfolge bringen.
Die Tiefgarage kommt sicherlich zuerst. Danach sollten wir den ZOB mit den zugehörigen Funktionsgebäuden und das Fahrradparkhaus bauen können. Alle Überlegungen sind darüber hinaus auch stets abhängig von den Planungen zur Stadtbahn. Das werden wir nun alles mit der notwendigen Dynamik aber auch im stetigen fachlichen Diskurs angehen.

Mehr zum Projekt finden Sie hier, auf den offiziellen Seiten der Stadt Regensburg.

Und zur Februarausgabe der Garten + Landschaft zum Thema “Bahnhofsquartiere” geht es hier.

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Thermische Resilienzmessung durch Infrarot-Scans

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Stimmungsvolles Stadtpanorama mit Gebäudereihe und bewölktem Himmel, fotografiert von Wolfgang Weiser

Hitzewellen, tropische Nächte, überhitzte Plätze: Die Klimakrise macht unsere Städte zum Härtetest für Mensch, Material und Stadtgrün. Wer heute resilient planen will, braucht valide Daten zu thermischen Belastungen – und zwar nicht irgendwann, sondern am besten sofort. Thermische Resilienzmessung durch Infrarot-Scans bietet genau das: präzise, dynamisch und überraschend alltagstauglich. Aber wie funktioniert das Verfahren? Wo wird es eingesetzt? Und wie verändert es die Praxis von Stadtplanung und Landschaftsarchitektur? Zeit, dem Thema auf den Grund zu gehen – und dabei die Stadt wortwörtlich in einem neuen Licht zu sehen.

  • Thermische Resilienzmessung als Schlüssel für klimaangepasste Stadtplanung
  • Funktionsweise und Vorteile von Infrarot-Scans im urbanen Raum
  • Praxisbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Integration von Thermodaten in digitale Stadtmodelle und Planungsprozesse
  • Herausforderungen, Datenschutz und Interpretation von Infrarot-Messwerten
  • Bedeutung für nachhaltige Quartiersentwicklung und urbane Freiräume
  • Innovative Ansätze für Monitoring, Beteiligung und adaptive Planung
  • Ausblick: Wie Infrarot-Scans die Zukunft der Stadtgestaltung prägen werden

Thermische Belastung sichtbar machen: Was leisten Infrarot-Scans wirklich?

Die Suche nach effizienten Methoden zur Messung urbaner Hitzeinseln beschäftigt Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und Umweltämter seit Jahren. Doch während klassische Wetterstationen punktuelle Daten liefern und aufwändige Simulationen oft an der Komplexität scheitern, eröffnen Infrarot-Scans einen ganz neuen Zugang: Sie machen die thermische Realität des Stadtraums unmittelbar sichtbar. Mit modernster Sensorik – meist auf Drohnen, Fahrzeugen oder sogar zu Fuß getragen – werden Oberflächentemperaturen im Stadtraum großflächig und hochauflösend aufgenommen. Die dabei entstehenden Thermogramme zeigen in Echtzeit, wo sich Asphaltflächen aufheizen, wo Fassaden Hitze speichern oder welche Grünflächen tatsächlich kühlen. So lässt sich das Mikroklima in einer bislang unerreichten Detailtiefe erfassen und analysieren.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Jede Oberfläche sendet in Abhängigkeit ihrer Temperatur Infrarotstrahlung aus. Infrarot-Kameras detektieren diese Strahlung und übersetzen sie in Farbbilder, die Temperaturunterschiede auf wenigen Grad genau abbilden. Entscheidend ist dabei nicht nur die Messung zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern der Vergleich über verschiedene Tageszeiten, Wetterlagen und sogar Jahre hinweg. Dadurch entsteht ein dynamisches Bild der städtischen Wärmeverteilung, das weit über die Möglichkeiten klassischer Messverfahren hinausgeht.

Doch wie werden diese Daten genutzt? In Pilotprojekten etwa in München, Basel oder Wien dienen Infrarot-Scans längst nicht mehr nur der wissenschaftlichen Analyse. Sie helfen, gezielt Maßnahmen zu planen: Wo lohnt sich die Nachrüstung von Verschattungen? Welche Straßen sollten entsiegelt oder begrünt werden? Wo sind Fassadenbegrünungen besonders wirkungsvoll? Die Thermogramme liefern dafür eine objektive Grundlage, die Planungsentscheidungen belegbar und nachvollziehbar macht. Für Förderanträge, Bürgerbeteiligung und politische Kommunikation sind diese bildhaften Daten oft Gold wert.

Ein weiterer Vorteil: Infrarot-Scans sind flexibel einsetzbar. Sie lassen sich sowohl im Bestand als auch in Neubauquartieren durchführen. Sogar temporäre Effekte – etwa nach Starkregen oder während Hitzewellen – können gezielt erfasst werden. Damit werden Planer in die Lage versetzt, die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Steigerung der thermischen Resilienz direkt zu überprüfen und bei Bedarf nachzusteuern. Die Technologie ist dabei keineswegs Zukunftsmusik, sondern in der Praxis angekommen – sofern man sie richtig einzusetzen weiß.

Nicht zuletzt sind Infrarot-Scans ein mächtiges Instrument, um die Diskussion um Stadtklima aus der Grauzone abstrakter Zahlen in die sinnlich erfahrbare Realität zu holen. Sie machen sichtbar, was sonst verborgen bleibt – und liefern damit nicht nur Planern, sondern auch Bürgern und politischen Entscheidern ein überzeugendes Argumentarium für eine klimaresiliente Stadtentwicklung.

Von der Messung zur Planung: Integration von Thermodaten in urbane Prozesse

Die eigentliche Kunst beginnt nach der Messung: Wie werden die gewonnenen Thermodaten in den Planungsalltag integriert? Hier zeigt sich, dass Infrarot-Scans ihren vollen Wert erst im Zusammenspiel mit digitalen Stadtmodellen, GIS-Systemen und partizipativen Prozessen entfalten. Moderne Infrarot-Sensorik ist heute in der Lage, Daten punktgenau zu verorten und mit bestehenden Geodaten zu verschneiden. So entstehen Layer, die sich mit Informationen zu Vegetation, Versiegelung, Gebäudenutzung oder Verkehrsaufkommen kombinieren lassen. Für Planer eröffnen sich dadurch ganz neue Analyseoptionen: Wo entstehen Hotspots in dicht bebauten Quartieren? Wie verändert sich die Temperatur nach Umgestaltungsmaßnahmen? Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Grünflächen und angrenzender Bebauung? Die Antworten liefern nicht länger Mutmaßungen, sondern messbare Fakten.

Besonders spannend ist die Verknüpfung der Thermodaten mit Urban Digital Twins – also digitalen Zwillingen der Stadt. Hier werden Infrarot-Scans zum Herzstück eines datengetriebenen Planungsprozesses. Sie ermöglichen Simulationen, in denen verschiedene Varianten der Flächengestaltung, Begrünung oder Materialwahl auf ihre Wirkung hin getestet werden können. Was passiert, wenn ein Parkplatz entsiegelt wird? Wie stark kühlt ein neuer Stadtpark tatsächlich? Welche Dachbegrünung bringt messbare Effekte? Solche Fragen lassen sich im Digital Twin nicht nur hypothetisch, sondern unter Einbeziehung realer Messdaten beantworten.

Auch für das Monitoring thermischer Resilienz sind Infrarot-Scans ein Quantensprung. Wiederholte Messungen im Jahresverlauf oder nach Umsetzung von Maßnahmen ermöglichen eine objektive Bewertung der Entwicklung. So kann überprüft werden, ob ein neues Baumdach tatsächlich für kühlere Oberflächentemperaturen sorgt – oder ob zusätzliche Eingriffe notwendig sind. Die Thermodaten werden so zu einem Steuerungsinstrument, das adaptive Planung und kontinuierliche Optimierung erlaubt.

Ein weiterer Aspekt ist die Kommunikation: Thermogramme sind anschaulich, leicht verständlich und eignen sich hervorragend für Bürgerbeteiligung sowie politische Entscheidungsprozesse. In Beteiligungsverfahren können sie genutzt werden, um Betroffenheit zu visualisieren, Handlungsoptionen zu diskutieren und die Wirkung von Maßnahmen zu vermitteln. Damit wird die oft abstrakte Debatte um Stadtklima und Resilienz konkret und nachvollziehbar.

Die Integration von Infrarot-Scans in urbane Planungsprozesse ist allerdings kein Selbstläufer. Sie erfordert Know-how, geeignete Schnittstellen und eine strategische Einbettung in bestehende IT- und Dateninfrastrukturen. Wer jedoch die Chancen erkennt und systematisch nutzt, verschafft sich einen entscheidenden Vorsprung in der klimaresilienten Stadtentwicklung.

Praxisbeispiele: Wie Städte im DACH-Raum auf Infrarot-Scans setzen

Werfen wir einen Blick auf die Praxis: In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es mittlerweile zahlreiche Kommunen, die Infrarot-Scans als festen Bestandteil ihrer Klimaanpassungsstrategien nutzen. Ein Vorreiter ist die Stadt Wien, die bereits 2020 das gesamte Stadtgebiet mit mobilen und stationären Infrarot-Sensoren kartiert hat. Die daraus entstandenen Hitzekarten werden für die Planung neuer Parks, die Begrünung von Straßen und die gezielte Förderung von Gründächern genutzt. Besonders in dicht bebauten Gründerzeitquartieren liefern die Daten wertvolle Hinweise, wo Schatten und Verdunstung dringend fehlen.

Auch die Stadt Basel hat in den vergangenen Jahren umfangreiche Thermoscans durchgeführt. Hier lag der Fokus auf Schulhöfen, Spielplätzen und öffentlichen Plätzen – mit teils überraschenden Ergebnissen. So zeigte sich, dass nicht nur Asphaltflächen, sondern auch bestimmte Arten von Kunststeinbelägen zu massiven Hitzeinseln werden können. Die Stadt reagierte prompt: Materialvorgaben wurden angepasst, Beschattungen nachgerüstet und Pilotflächen begrünt. Die Wirkung wird durch regelmäßige Nachmessungen überprüft – ein Paradebeispiel für evidenzbasierte, adaptive Planung.

In München setzt das Referat für Stadtplanung und Bauordnung auf eine Kombination von Drohnenbefliegungen und bodengestützten Infrarot-Scans. Hier werden neben Oberflächentemperaturen auch Daten zu Luftfeuchtigkeit und Strahlungsfluss erfasst. Die so entstandenen Modelle dienen nicht nur der Planung neuer Grünflächen, sondern auch der Priorisierung von Maßnahmen zur Entsiegelung und Verschattung. Besonders im dicht besiedelten Innenstadtbereich helfen diese Daten, gezielt die am stärksten belasteten Hotspots zu entschärfen.

Ein weiteres Beispiel liefert die Stadt Zürich: Dort werden Infrarot-Scans im Rahmen des Projekts „Stadtklima Zürich“ systematisch in die Stadtentwicklung integriert. Die Daten fließen direkt in den städtischen Digital Twin ein und werden mit Verkehrs-, Energie- und Biodiversitätsdaten kombiniert. Auf dieser Basis werden Szenarien für die klimatische Entwicklung ganzer Quartiere erstellt – und gezielt Maßnahmen zur Steigerung der thermischen Resilienz abgeleitet.

Diese Beispiele zeigen: Infrarot-Scans sind längst mehr als ein nettes Gimmick für Wissenschaftler. Sie sind ein praxistaugliches, vielseitiges Werkzeug, das die klimaresiliente Entwicklung urbaner Räume messbar, steuerbar und kommunizierbar macht. Wer sich heute damit beschäftigt, gestaltet die Stadt von morgen aktiv mit.

Herausforderungen und Grenzen: Was Planer beim Einsatz von Infrarot-Scans wissen müssen

So verlockend die Möglichkeiten auch sind: Der Einsatz von Infrarot-Scans in der Stadtplanung wirft eine Reihe von Herausforderungen auf, die es zu beachten gilt. Zunächst ist da die Frage der Datenqualität. Oberflächentemperaturen werden durch zahlreiche Faktoren beeinflusst – Sonneneinstrahlung, Wind, Materialeigenschaften, Verschattung oder Feuchtigkeit. Wer belastbare Aussagen treffen will, muss Messungen unter vergleichbaren Bedingungen durchführen und die Daten sorgfältig interpretieren. Ohne meteorologisches Know-how und Erfahrung mit Sensorik drohen Fehlinterpretationen, die schnell zu falschen Planungsentscheidungen führen können.

Ein weiteres Thema ist der Datenschutz. Gerade bei hochauflösenden Drohnenaufnahmen können sensible Bereiche wie private Gärten, Balkone oder Fenster versehentlich erfasst werden. Auch wenn Infrarot-Bilder keine Personen im klassischen Sinn abbilden, ist eine datenschutzkonforme Erhebung und Verarbeitung unerlässlich. Viele Kommunen setzen daher auf Transparenz, Information der Öffentlichkeit und technische Maßnahmen zur Anonymisierung betroffener Bereiche.

Die Integration in bestehende Planungsprozesse erfordert zudem eine offene IT-Infrastruktur. Datenformate müssen kompatibel sein, Schnittstellen zu GIS- und BIM-Systemen funktionieren und die Speicherung langfristig gesichert werden. In vielen Städten sind diese Voraussetzungen noch nicht flächendeckend gegeben – hier ist Pionierarbeit gefragt. Nicht zu unterschätzen ist auch der Schulungsbedarf: Planer, Behörden und Dienstleister müssen im Umgang mit Thermodaten geschult werden, um das Potenzial voll auszuschöpfen.

Schließlich stellt sich die Frage nach der Skalierbarkeit. Während punktuelle Scans schnell und kostengünstig durchgeführt werden können, ist eine flächendeckende, wiederholte Messung des gesamten Stadtgebiets aufwendig. Hier sind Kooperationen zwischen Kommunen, Forschungseinrichtungen und Technologieanbietern gefragt, um Synergien zu nutzen und Ressourcen effizient einzusetzen. Auch Open-Data-Ansätze können dazu beitragen, die Verfügbarkeit und Nachnutzung der Daten zu erhöhen.

Trotz aller Herausforderungen ist klar: Infrarot-Scans sind kein Allheilmittel, aber ein mächtiges Werkzeug im Arsenal der klimaresilienten Stadtplanung. Wer ihre Stärken kennt und ihre Schwächen berücksichtigt, kann damit einen echten Beitrag zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels leisten.

Ausblick: Die Zukunft der thermischen Resilienzmessung und ihre Rolle für die Stadt von morgen

Die Thermische Resilienzmessung durch Infrarot-Scans steht erst am Anfang ihrer Möglichkeiten. Technologische Entwicklungen schreiten rasant voran: Neue Sensoren bieten noch höhere Auflösungen und Genauigkeiten, KI-gestützte Auswertung automatisiert die Interpretation der Messdaten, und mobile Anwendungen machen Thermogramme für Planer, Behörden und sogar Bürger direkt vor Ort verfügbar. In Verbindung mit digitalen Stadtmodellen entsteht so eine neue Generation von Echtzeit-Monitoring-Systemen, die eine bislang unerreichte Steuerbarkeit urbaner Hitzeinseln ermöglichen.

Besonders spannend ist die Kombination mit Citizen Science: In mehreren Städten werden bereits Pilotprojekte durchgeführt, bei denen engagierte Bürger mit einfachen Infrarot-Handscannern eigene Messungen beitragen. Die so entstehende Datenvielfalt erhöht die Genauigkeit der Modelle und stärkt die Akzeptanz von Klimaanpassungsmaßnahmen. Auch in der Bildungsarbeit eröffnen sich neue Möglichkeiten: Schulen, Universitäten und Umweltbildungszentren nutzen Thermogramme, um Stadtklima und die Bedeutung von Grünflächen anschaulich zu vermitteln.

Für Planer und Landschaftsarchitekten ergeben sich durch die zunehmende Verfügbarkeit von Thermodaten neue Rollen und Aufgabenfelder. Sie werden zu Datenmanagern, Moderatoren und Vermittlern zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit. Die Fähigkeit, Thermodaten zu interpretieren und in wirksame Maßnahmen zu übersetzen, wird zum zentralen Kompetenzfeld klimaanpassungsorientierter Stadtentwicklung.

Auch auf politischer Ebene zeichnet sich ein Umdenken ab: Förderprogramme und Richtlinien nehmen zunehmend Bezug auf objektive Messdaten. Die Integration von Thermoscans in Förderanträge und Planungsnachweise wird in vielen Ländern zum Standard. Damit steigt der Druck auf Städte und Gemeinden, die nötigen Kompetenzen und Infrastrukturen aufzubauen – eine Chance und Herausforderung zugleich.

Letztlich wird die thermische Resilienzmessung durch Infrarot-Scans zur zentralen Schnittstelle zwischen Technologie, Planung und gesellschaftlicher Teilhabe. Sie macht die oft unsichtbaren Folgen des Klimawandels sichtbar, steuerbar und verhandelbar. Wer diesen Weg frühzeitig einschlägt, gestaltet die Stadt von morgen nicht nur nachhaltiger, sondern auch lebenswerter – für alle, die in ihr wohnen, arbeiten und sich erholen wollen.

Fazit: Die thermische Resilienzmessung durch Infrarot-Scans ist weit mehr als ein technisches Gimmick für Spezialisten. Sie ist ein Gamechanger für die klimaresiliente Stadtentwicklung im deutschsprachigen Raum – wissenschaftlich fundiert, praxistauglich und kommunikativ überzeugend. Sie ermöglicht es, Hitzeinseln zu identifizieren, Maßnahmen gezielt zu planen und die Wirkung objektiv zu überprüfen. Gleichzeitig eröffnet sie neue Wege für Beteiligung und adaptive Planung, stellt aber auch hohe Anforderungen an Datenmanagement und Interpretation. Wer sich als Planer, Stadt oder Landschaftsarchitekt heute mit Infrarot-Scans beschäftigt, investiert in die Zukunft der Stadt – und sichert sich einen entscheidenden Vorsprung im Rennen um die lebenswerte, resiliente Stadt von morgen. Und seien wir ehrlich: Wer möchte die Stadt nicht endlich in ihrer ganzen thermischen Wirklichkeit sehen?

Freiräume! – Frauenräume? Freiraumentwicklung in der Metropole Hamburg

Netzwerk “Frauen in der Geschichte der Gartenkultur”

Die 20. Tagung des Netzwerks „Frauen in der Geschichte der Gartenkultur“ findet in Hamburg statt. Die Vorträge am Freitag 13. und die Exkursion am 14. September 2019 beschäftigen sich mit der Freiraumentwicklung in der Metropole Hamburg. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt.

 

Mitte September findet in Hamburg die 20. Jahrestagung des Netzwerks „Frauen in der Geschichte der Gartenkultur“ statt. Bei der diesjährigen Tagung wird sich der Blick auf die Freiraumentwicklung der Elbmetropole richten, wobei die weibliche Perspektive berücksichtigt und gern auch diskutiert werden soll.

Abgesehen von den Künstlerinnen geht es diesmal weniger um die Gestaltenden als vielmehr um die Nutzenden. Doch zunächst schaut die Veranstaltung zurück – auf zwei ihrer Zeit vorausschauende Anlagen und auf die stadtplanerische Weichenstellung für die spätere Entwicklung Hamburger Grünräume – und widmet sich dann der Gegenwart mit der „Erhaltung des überkommenen Bestands“ und „neuen Parks“. Wohin die Entwicklungen in den nächsten Jahrzehnten gehen sollen, wird ein weiterer Vortrag zeigen.

2006 fand schon einmal eine Netzwerktagung in Hamburg statt. Damals hatte Karin von Behr unter dem Thema „WasserOrte und Spiegelungen“ an die Elbe eingeladen.

Das Netzwerk „Frauen in der Geschichte der Gartenkultur“ ist aus einem von Dr. Gerlinde Volland initiierten gleichnamigen Arbeitskreis hervorgegangen. Zweck ist es, das Wirken von Frauen in der Geschichte der Gartenkultur und der Landschaftsgestaltung sichtbarer zu machen und Gartenthemen aus der Geschlechterperspektive zu betrachten. Die jährliche Tagung dient als Forum für den Austausch und zur Pflege fachlicher und persönlicher Kontakte.

Programm am Freitag, 13. September – Vorträge

Loki Schmidt Haus, Museum für Nutzpflanzen Botanischer Garten, Ohnhorststraße 18, 22609 Hamburg (der Botanische Garten ist geöffnet ab 9.00 Uhr)

09.30 Uhr Eintreffen der Teilnehmenden

10.00 Uhr Begrüßung

10.30 Uhr Hamburg – Freiraumentwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Klaus Hoppe, Hamburg
Abteilungsleiter Landschafts- und Freiraumplanung,
Behörde für Umwelt und Energie der Freien und Hansestadt Hamburg

Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die bestimmenden Grundlagen für die bauliche Entwicklung Hamburgs gelegt. Der damals geschaffene Ohlsdorfer Friedhof und der Stadtpark sind nach über einem Jahrhundert immer noch öffentliche Grünanlagen mit Bedeutung für die gesamte Metropole. Vor 100 Jahren entwickelte der damalige Oberbaudirektor Fritz Schumacher aus den topographischen und naturräumlichen Gegebenheiten das sogenannte „Achsen-Konzept“ für die Entwicklung der Stadt und die erstrebte Verknüpfung mit dem Umland. Erläutert wird, inwieweit dieses Modell noch heute Gültigkeit hat und sich aktuelle Projekte wie die „Landschaftsachse Horner Geest“ oder der „Lohsepark“ in der HafenCity dazu verhalten.

11.30 Uhr Freiraumentwicklung für morgen – „Natürlich Hamburg!“
Susanne Metz
, Hamburg
Leiterin des Amtes für Landesplanung und Stadtentwicklung,
Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg

Verglichen mit den anstehenden Herausforderungen, nehmen sich die bisherigen Wandlungen historischer Freiräume marginal aus. Das Projekt „Friedhof Ohlsdorf 2050“ dient dazu, den Erhalt dieser gartenhistorisch bedeutenden Anlage auch bei den veränderten Anforderungen und Ansprüchen sicherzustellen.

Als Element der geplanten „Science City 2040“ wird der bald nach dem Ersten Weltkrieg angelegte Altonaer Volkspark Bestandteil eines neuen Quartiers für Wissenschaft, Wirtschaft und Wohnen sein. Wie sehen die jeweiligen Ausgangssituationen aus? Wie ist die Perspektive für die kommenden 20–30 Jahre?

12.30–14.00 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr Freiraumnutzung unter weiblichen Aspekten
Prof. Dr.-Ing. Grit Hottenträger
, Darmstadt
Professur für Gesellschaft, Freiraumplanung und Geschichte der Gartenarchitektur, Institut für Freiraumentwicklung Geisenheim

In den besonderen Fokus genommen werden die Nutzerinnen von Freiräumen. Dabei kann von einer homogenen Gruppe gar nicht ausgegangen werden, denn naturgemäß sind die Bedürfnisse und Ansprüche sehr divers. Mädchen und Frauen unterschiedlichen Alters, aber genauso auch durch verschiedene Traditionen geprägte Nutzerinnen – wie Migrantinnen es sein können – sind differenziert zu betrachten. Was erwarten sie jeweils von Freiräumen und was können diese jetzt und in Zukunft leisten?

14.45 Uhr Von Kinderspiel, Klatsch und sozialer Kontrolle: Der Spielplatz als Indikator der Gesellschaft (seit der Nachkriegszeit)
Dr. Darijana Hahn
, Hamburg
freie Kulturwissenschaftlerin

Sind Spielplätze so, wie Kinder spielen wollen oder nicht vielmehr, wie Kinder spielen sollen? Und braucht es überhaupt gestaltete Spielorte oder sind freie Spielräume, unbeobachtete Freiflächen, gar Brachflächen nicht viel attraktiver? Und wie geht es eigentlich den Erwachsenen, den Müttern und Vätern, auf dem Spielplatz? Fragen, deren widersprüchliche Antworten auf die Befindlichkeit der Gesellschaft verweisen.

15.30–16.15 Uhr Kaffeepause

16.15 Uhr Künstlerinnen und ihre Arbeiten für Hamburger Grünanlagen
Anke Tröster
, Hamburg
M.A., freie Kunsthistorikerin mit Schwerpunkt Gartenkunst

Kunstwerke unter freiem Himmel sind allen zugänglich, sprechen jedoch jeden einzeln und ganz persönlich an. Mitten im öffentlichen Raum wird eine sinnliche Begegnung mit einem Objekt und einem kreativen Geist möglich. Am Beispiel einiger Künstlerinnen soll die Frage aufgeworfen werden, ob es spezifisch weibliche Positionen und Blickwinkel gibt.

17.00 Uhr Kurze Erläuterung des Exkursionstages durch die Organisationsleitung; Abschluss und Ausblick auf die Tagung 2020: Dr. Roswitha Kirsch-Stracke, Hannover

17.30 Uhr Ende des Vortragsprogramms

19.00 Uhr Treffen zum Gedankenaustausch und gemeinsamen Abendessen bei ‘fux & ganz’ in Hamburg-Altona, Bodenstedtstraße 16

 

Programm am Samstag, 14. September – Exkursion

10.00 Uhr Treffen der Tagungsteilnehmenden auf dem Friedhof Ohlsdorf, Fuhlsbütteler Straße 756, 22337 Hamburg

10.30 Uhr Rundfahrt und Führung per Bus durch den Parkfriedhof und zu den Arealen mit zukünftig neuer Nutzung;

Weiterfahrt zum Hamburger Stadtpark in Winterhude mit kurzer Führung;

HafenCity Lohsepark mit Führung.

14.00 Uhr Abschluß mit Ankunft ZOB (bahnhofsnah); Tagungsausklang im Museum für Kunst und Gewerbe (Destille) mit Imbiß möglich

 

Weitere Informationen zur Tagung und zur Anmeldung finden Sie hier.

Organisiert wird die 20. Netzwerktagung des Netzwerks “Frauen in der Geschichte der Gartenkultur” von:

Ann-Christin Neugebauer und Kai Haberland,
Verlag Grüner Anzeiger,
Baumkamp 56, 22299 Hamburg,
+49 (0) 40 – 519164, Netzwerktagung.Hamburg@web.de

Sabine Nolting, PR für Grün und Kultur

Christine Schatz, M.A., Historikerin