„Gerade der Radverkehr ist für die letzte Meile entscheidend“

Sofia Gronard
Sofia Gronard ist Head of Communications beim Fahrradabstellspezialisten Gronard. Foto: Gronard

Den Fahrradverkehr zu fördern ist eine der effektivsten Maßnahmen gegen den Klimawandel. Dennoch passiert gerade im Autoland Deutschland viel zu wenig in Sachen Fahrradverkehr. Seit 1949 bemüht sich der Münchner Hersteller Gronard, den Fahrradverkehr unter anderem durch bis ins Detail durchdachte Abstellanlagen zu fördern. Im Interview erklärt Kommunikationschefin Sofia Gronard, wo es hierzulande hakt.

Der Radverkehrsanteil könnte auf 45 Prozent gesteigert werden

Sofia Gronard, laut dem Europäischen Parlament sind Personenkraftwagen mit einem Anteil von 60,6 Prozent an den gesamten CO₂-Emissionen des EU-Straßenverkehrs mit die größten Umweltverschmutzer. Sie bei Gronard haben sich zum Ziel gesetzt mit nachhaltigen Fahrradständern und Stadtmobiliar die Mobilitätswende voranzutreiben. Wo stehen wir Ihrer Meinung nach in puncto Verkehrswende in Europa?

Das Bewusstsein für nachhaltige Mobilität in Deutschland ist in den letzten Jahren gewachsen. Meiner Meinung nach sind besonders der öffentliche Nahverkehr, Schienenverkehr sowie der Radverkehr die wichtigsten Komponenten, welche die Mobilitätswende stark vorantreiben können. Gerade der Radverkehr ist für die letzte Meile entscheidend. Durch das E-Bike ist es nun möglich, wesentlich längere Distanzen zurückzulegen, ohne auf das Auto zurückgreifen zu müssen. Doch leider mangelt es an einer ausgebauten Infrastruktur der Radwege: Der Radverkehrsanteil in Deutschland könnte auf 45 Prozent gesteigert und dadurch jährlich 19 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente Treibhausgase im Verkehr eingespart werden – dies zeigte eine Potenzialabschätzung zum Radverkehr im Auftrag des ADFC.

Der Großteil wird in München produziert

Zwischen 2030 und 2050 sollen jährlich an die 250.000 Menschen weltweit in Folgen des Klimawandels – unter anderem extreme Hitze – sterben. Welche Rolle spielt die zunehmende Hitze in Produktionen bei Gronard? Inwiefern beschäftigen Sie sich mit dem Thema?

Wir beschäftigen uns schon lange und intensiv mit dem Thema der Nachhaltigkeit; besonders vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung. Gerade als Hersteller von Produkten, die dazu beitragen die Mobilitätswende zu fördern und die Klimaerwärmung zu reduzieren, jedoch gleichzeitig größtenteils aus dem ressourcenintensiven Rohstoff Stahl hergestellt werden, sind wir uns unserer Verantwortung bewusst. Deshalb haben wir uns bereits 2018 dazu entschieden uns extern und unabhängig beraten zulassen, wie wir unseren CO₂-Ausstoß reduzieren können. Um Lieferwege möglichst kurz zu halten oder bestmöglich ganz zu vermeiden, stellen wir den Großteil unserer Produkte in München her.

Wir verfolgen den Ansatz, möglichst wenig Emissionen zu verursachen und solche, die wir derzeit nicht vermeiden können, gleichen wir über Klimaprojekte aus. Wir sind seit 2018 ein klimaneutrales Unternehmen und bieten ausgewählte Produkte klimaneutral an.

Die steigenden Temperaturen werden in Zukunft eine immer größere Rolle in Betrieben spielen. Besonders in einem produzierenden Betrieb wie unserem, in welchem entsprechende Schutzkleidung verpflichtend ist, ist es zwingend notwendig entsprechende Temperaturen in den Werkshallen sicherzustellen. Bereits jetzt sind unsere Monteure, welche unsere Produkte meist den ganzen Tag im Freien montieren, von der Hitze betroffen. So planen wir, wenn es kundenseitig möglich ist, Montagen entsprechend, sodass an besonders heißen Tagen Arbeiten bevorzugt sehr früh morgens oder gegebenenfalls in Tiefgaragen oder Fahrradkellerräumen gearbeitet wird.

Mehr lebensswerte Begegnungszonen

Die Mobilitätswende ist eine wichtige Stellschraube, um dem Klimawandel und damit der zunehmenden Hitze entgegenzuwirken. Eine andere ist die massive Steigerung der Grünflächen in der Stadt. Welche Systeme, Innovationen, Strategien gegen die Hitze würden Sie gerne mehr in internationalen Städten sehen?

Internationale Städte brauchen mehr lebenswerte Begegnungszonen. Durch den Klimawandel werden die Temperaturen in stark besiedelten und meist versiegelten Flächen um ein Vielfaches gesteigert. Dies hat zur Folge, dass besonders Begegnungszonen in sonnigen Lagen ungenießbar für die Stadtbewohner*innen werden. Durch eine klimaangepasste Stadtgestaltung von vorhandenen oder zukünftigen Plätzen kann die Hitze in Städten effektiv reduziert werden. Diesen Ansatz verfolgt unter anderem die Stadt Frankfurt, welche einen Leitfaden zur klimaangepassten Stadtplatzgestaltung verfasste, und nun beginnt, die versiegelten Plätze nach und nach zurückzubauen und zu begrünen.

Durch nachhaltige Lösungen wie Fassadenbegrünung, öffentliche Trinkwasserbrunnen, integrierte Beschattungselemente für Sitzmöglichkeiten oder Spielgeräte sowie begrünte Mobilitätsstationen mit Solarpanelen für alle Verkehrsmittel wird die Aufenthaltsqualität signifikant gefördert.

Der Klimaschutz hat es schwer

Klimaanpassung und Klimaschutz haben sich weltweit zu politischen Buzzwords entwickelt. Welchen Stellenwert haben Hitzebewältigungsmaßnahmen und Klimaanpassung bei Politik und Stadtverwaltung Ihrer Meinung nach wirklich? Was ist Ihr Eindruck?

Der Klimaschutz hat es in einem Auto-geprägtem Land wie Deutschland sehr schwer. Dies sieht man auch daran, dass der Verkehrssektor drei Jahre in Folge nicht die Klimaziele erreicht hat. Um diese Ziele zu erreichen, sehe ich viel Potenzial bei politischen Maßnahmen wie Aufklärungsarbeit, Förderprogrammen und Gesetzen, sodass jede*r die Risiken der Klimakrise erkennt und sich aktiv beteiligt, diese aufzuhalten.

In den letzten Jahren wurden einige Förderprogramme oder Maßnahmen zum Klimaschutz initiiert, jedoch sind viele weit von den angesetzten Zielen entfernt. Als Beispiel kann ich den Nationalen Radverkehrsplan nennen, welcher Deutschland bis 2030 zu einem Fahrradland machen soll. Es existiert hier jedoch weder eine nachhaltige und konzeptionelle Strategie für Kommunen und Stadtverwaltungen, noch sind die rechtlichen Rahmenbedingungen gegeben.

In Städten sorgt die Flächenkonkurrenz der verschiedenen Verkehrsmittel, ob Auto, ÖPNV, Fahrrad, Sharing-Angeboten oder Fußgänger*innenwege für ein schlechtes Sicherheitsgefühl von Verkehrsteilnehmer*innen. Besonders mit dem Fahrrad, wodurch weiterhin auf das “bewährte” Verkehrsmittel Auto zurückgegriffen wird. Um dem entgegenzuwirken und den Klimaschutz voranzutreiben, sollte das Straßenverkehrsgesetz für die neuen und zukünftigen Verkehrsmittel überarbeitet, Förderverfahren vereinfacht und Unterstützung für Planer*innen angeboten werden.

Es muss ein Wandel stattfinden

Wo müssen wir in puncto Ihrer Meinung nach Hitzebewältigung hin? Wer ist hierfür in der Verantwortung?

Diese Thematik betrifft uns alle, daher appelliere ich an jede*n Einzelne*n, sich von veralteten Strukturen und Gewohnheiten zu lösen und nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Doch nicht nur individuell muss gehandelt werden, ebenso auf kommunaler, nationaler und internationaler Ebene muss ein Wandel stattfinden. Auf den ersten Blick scheint dies extrem umfangreich und kompliziert, aber wir besitzen bereits die benötigten Strukturen, um effektiv Entscheidungen voranzutreiben – von Gemeinderäten, über Bund und Länder bis hin zur Europäischen Union. Durch die Zusammenarbeit aller Ebenen und interdisziplinären Austausch kann die Hitze bewältigt werden.

Kurzvita

Sofia Gronard ist Head of Communications bei der Gronard GmbH, einem führenden Hersteller von Fahrradständern, Überdachungen und Stadtmobiliar in Deutschland.
Sie schloss zunächst ihr Bachelor-Studium in Kommunikationsdesign an der MDH in München und anschließend ihren Master an der HTWG Konstanz ab. Seitdem arbeitet Sie interdisziplinär mit Architekten und Programmierern an Lösungen zur nachhaltigen Mobilitätskonzepten und Stadtgestaltung zusammen.

Die Gronard GmbH

Die Gronard GmbH zeichnet sich als ein führendes Unternehmen für Fahrradparksysteme im Stadtraum aus, das sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzt und stetig an Lösungen für die Zukunft arbeitet. Durch ihre hohen Qualitätsstandards und ihren Innovationsgeist hat sich die Gronard GmbH in den vergangenen 75 Jahren als zuverlässiger Partner für Mobilitätslösungen etabliert.

www.gronard.de | info@gronard.de

Dieses Interview ist Teil der Beat the Heat Initiative, die Gronard supportet. Mehr zu Beat the Heat erfahren Sie hier.

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Hans-Hollein-Kunstpreis – erstmals für Landschaft und Städtebau

Der Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur ging dieses Jahr an Auböck + Kárász Landscape Architects. Das Büro war unter anderem auch an der Rekonstruktion und Gestaltung der Belvedere-Gärten in Wien beteiligt. Gugerell, CC0, via Wikimedia Commons
Der Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur ging dieses Jahr an Auböck + Kárász Landscape Architects. Das Büro war unter anderem auch an der Rekonstruktion und Gestaltung der Belvedere-Gärten in Wien beteiligt. Foto: Gugerell, CC0, via Wikimedia Commons

Jedes Jahr vergibt das österreichische Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) den Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur. 2023 können sich Auböck + Kárász Landscape Architects über den mit 15.000 Euro dotierten Staatspreis freuen. 

Hochwertige Räume für Mensch und Natur

Ihre Arbeiten reicherten den Städtebau mit ökologischen Fragestellungen an und sorgten so für eine Erweiterung des Gestaltungs- und Handlungshorizonts der Architektur, betont die Jury in der Begründung. Erstmals öffnet sich der Preis in Richtung Gestaltung der Landschaft und Städtebau. Immer wichtiger werde es, gerade im Hinblick auf die Klimakrise, auf die wir zusteuern, qualitativ hochwertige Räume sowohl für den Mensch als auch die Natur zu schaffen und neue Formen des Dialogs zwischen beiden zu ermöglichen. 

Eine umfassende Perspektive

Mehr denn je sei es wichtig, eine umfassende Perspektive einzunehmen, wie Auböck und Kárász es in ihren Arbeiten umsetzen. Bestehende und zukünftige urbane Strukturen profitierten vom projektiven Umgang des Studios mit dem tiefgreifenden historischen Wissen seiner Gründer*innen. Kontinuierlich, so die Jury, engagierten sich Auböck und Kárász für den Umgang mit dem architektonischen und landschaftsarchitektonischen Erbe und trügen gleichzeitig wichtige Impulse zu aktuellen Diskursen in der Lehre oder im Rahmen der ZV – Zentralvereinigung für Architekt:innen bei. 

Hans-Hollein-Kunstpreis: Anerkennung und Wertschätzung

Andrea Mayer, Kunst- und Kulturstaatssekretärin im BMKÖS zeigt sich zufrieden: „Die österreichische Kunst und Kultur ist essentielles Element unserer Gesellschaft. Sie bereichert, regt an und auf und bietet uns einen Spiegel zur eigenen Reflexion. Ohne diese schöpferische Kraft wäre Österreich nicht die Kunstnation, für die unser Land international wahrgenommen wird. Der Österreichische Kunstpreis ist Anerkennung und Wertschätzung der außerordentlichen Leistungen unserer Künstlerinnen und Künstler. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich.“ 

Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur für Projekte von internationaler Bedeutung

Der österreichische Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur wird seit 2016 jährlich an umfangreiche Projekte von internationaler Bedeutung vergeben. Die Auswahl der Preisträger erfolgt ausschließlich durch eine Expertenjury; es ist nicht möglich, sich für den Preis zu bewerben. 

Das Büro Auböck + Kárász Landscape Architects mit Sitz in Wien wurde von der Landschaftsarchitektin und Hochschulprofessorin Maria Auböck und dem Architekten und Sozialwissenschaftler János Kárász gegründet. Mehr können Sie auf der Webseite des Büros erfahren.

Schon gewusst? Wir haben ein ganzen Heft über Österreich gemacht, denn wenig andere Länder machten in den letzten Jahren mit so vielen, scheinbar sehr guten und mutigen planerischen Impulsen auf sich aufmerksam. Die Städte Graz, Innsbruck, Linz und Wien haben wir hierfür genauer unter die Lupe genommen. Mehr über die Februarausgabe 2022 erfahren Sie im Editorial. 

Der Xiaoxita Forest Park in Yichang, China, verbindet nachhaltige Landschaftsarchitektur mit konsequentem Naturschutz: Alle bestehenden Bäume wurden erhalten und behutsam in die neue Parkgestaltung integriert. Foto: HID via v2com
Der Xiaoxita Forest Park in Yichang, China, verbindet nachhaltige Landschaftsarchitektur mit konsequentem Naturschutz: Alle bestehenden Bäume wurden erhalten und behutsam in die neue Parkgestaltung integriert. Foto: HID via v2com

Mit dem Xiaoxita Forest Park ist in der chinesischen Millionenstadt Yichang ein herausragendes Beispiel für zukunftsweisende Landschaftsarchitektur entstanden. Das vom Planungsbüro HID Landscape Architecture entwickelte Projekt zeigt eindrucksvoll, wie sich ein bestehender Stadtwald durch behutsame Eingriffe ökologisch aufwerten und zugleich als hochwertiger öffentlicher Freiraum neu erschließen lässt. Statt einer umfassenden Neugestaltung stand der respektvolle Umgang mit der vorhandenen Natur im Mittelpunkt – ein Ansatz, der international zunehmend als Vorbild für resiliente Stadtlandschaften gilt.

Stadtwald wird zum nachhaltigen Erholungsraum

Der rund 89 Hektar große Xiaoxita Forest Park liegt im Zentrum des Stadtteils Yiling in Yichang, entlang des Huangbai-Flusses. Über Jahre hinweg litt das Waldgebiet unter unübersichtlichen Wegen, veralteter Infrastruktur und einer zunehmenden Zerschneidung der Landschaft. Ziel der Neugestaltung war es daher, den Wald als wichtige ökologische Grünfläche zu erhalten und gleichzeitig seine Aufenthaltsqualität deutlich zu steigern.

Das Planungsteam folgte dabei konsequent der Leitidee Touching the Earth Lightly“ – die Landschaft sollte möglichst schonend weiterentwickelt werden, ohne ihre natürlichen Strukturen zu beeinträchtigen.

100 Prozent Baumerhalt als Planungsgrundsatz

Ein zentrales Merkmal des Projekts ist der vollständige Erhalt des vorhandenen Baumbestands. Sämtliche heimischen Bäume blieben während der Bauarbeiten erhalten. Neue Wege und Aufenthaltsbereiche wurden ausschließlich in bereits vorhandene Lichtungen integriert, wodurch umfangreiche Erdarbeiten vermieden werden konnten.

Auch bei den verwendeten Materialien setzte das Büro konsequent auf Nachhaltigkeit. Wasserdurchlässige Beläge aus regional gewonnenem Naturstein sowie begrünte Pflasterflächen ermöglichen die natürliche Versickerung von Regenwasser und unterstützen den lokalen Wasserkreislauf.

Renaturierung statt versiegelter Flächen

Ein wesentlicher Bestandteil der Umgestaltung war die ökologische Wiederherstellung zuvor technisch geprägter Bereiche. In enger Abstimmung mit den beteiligten Akteuren wurden ein stillgelegtes Pumpenhaus sowie kaum genutzte Parkplatzflächen zurückgebaut.

Dadurch konnten mehr als 1.200 Quadratmeter versiegelte Fläche wieder in durchlässige Grünflächen umgewandelt werden. Gleichzeitig entstand ein neuer Lebensraumkorridor für Tiere, während sich die Sichtbeziehungen zwischen Stadt und Wald deutlich verbesserten.

Architektur schont Wurzeln und Lebensräume

Auch die neu geschaffenen Bauwerke folgen dem Prinzip minimaler Eingriffe. Besonders markant ist die Mid-Hill Rest Stop, eine erhöhte Aussichtsplattform, die auf schlanken Punktfundamenten ruht. Dadurch werden Bodenverdichtungen vermieden und die empfindlichen Wurzelbereiche der Bäume dauerhaft geschützt.

Von der Plattform eröffnet sich den Besucherinnen und Besuchern ein weiter Blick über die bewaldete Tallandschaft. Selbst die Beleuchtung übernimmt mehrere Funktionen: Die Leuchten wurden zugleich als Nisthilfen für heimische Vogelarten gestaltet und fördern so die Artenvielfalt im Park.

Regionale Natursteine prägen darüber hinaus Wege, Sitzmauern und weitere Gestaltungselemente und stärken die Identität des Ortes.

Ein Park für Natur, Bildung und Gemeinschaft

Heute präsentiert sich der Xiaoxita Forest Park als vielschichtiger Landschaftsraum mit Uferpromenaden, Waldlichtungen und erhöhten Aussichtspunkten. Über 95 Prozent der Vegetation bestehen aus heimischen Pflanzenarten, wodurch die ökologische Qualität des Stadtwaldes langfristig gesichert wird.

Mit mehr als 2.000 Besucherinnen und Besuchern pro Tag erfüllt der Park zugleich wichtige soziale Funktionen. Spaziergänge, Freizeitaktivitäten und Naturerlebnisse finden hier ebenso Platz wie Umweltbildung. Informationstafeln wurden dezent in Natursteinmauern integriert und vermitteln Wissen über Flora, Fauna und ökologische Zusammenhänge, ohne das Landschaftsbild zu beeinträchtigen.

Modellprojekt für resiliente Stadtlandschaften

Der Xiaoxita Forest Park verdeutlicht, dass hochwertige Landschaftsarchitektur nicht zwangsläufig durch spektakuläre Neubauten entsteht. Vielmehr zeigt das Projekt, wie sich vorhandene Naturräume durch sensible Planung, minimale Eingriffe und konsequenten Ressourcenschutz nachhaltig weiterentwickeln lassen.

Mit seinem ganzheitlichen Ansatz verbindet der Park Biodiversität, Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität auf beispielhafte Weise. Damit liefert HID Landscape Architecture ein überzeugendes Modell für die Zukunft urbaner Grünräume – eine Landschaft, in der menschliche Nutzung und ökologische Prozesse nicht im Widerspruch stehen, sondern sich gegenseitig stärken.