Der Spielplatz: Ein hochkomplexer sozialer Funktionsraum

Wenn es um Spielplatzgestaltung geht, macht Günter Beltzig so schnell niemand etwas vor. Seit Jahrzehnten entwirft er Spielgeräte für Hersteller und verliert dabei das Kind nie aus den Augen. Wir sprachen mit ihm darüber, welche Funktion ein Spielplatz heute hat und wie man als Planer den Kindern besser gerecht wird. 

Herr Beltzig, was sollte ein Spielplatz heute bieten?
Ich entwerfe seit 40 Jahren Spielplätze. Wir brauchten keine Spielplätze, wenn wir in einer kindgerechten Welt lebten. Kinder spielen jederzeit überall mit allem. Wir Erwachsenen brauchen die Spielplätze, weil wir Kinder nicht überall mit allem spielen lassen wollen. Der Spielplatz ist ein hochkomplexer sozialer Funktionsraum. Als Treffpunkt unterschiedlicher Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Leider wird der Spielplatz noch immer nur als Bewegungsaktivplatz gesehen, als Gegenpol zur Schule, es sind quasi Abreagierungs-Plätze. Kinder möchten gern was tun, was verändern, wie die Erwachsenen auch, wenn Sie in ein möbliertes Appartement kommen räumen Sie da auch erst mal um.

Was bedeutet das für den Spielplatz?
Planer und Stadt haben oft Angst vor Vandalismus. Ein Landschaftsarchitekt sagte mir: „Ich habe so einen schönen Spielplatz geplant und dann sind die Kinder gekommen und haben alles kaputt gemacht.“ Das war dann aber kein Spielplatz sondern dekorierte Landschaft. Auf einem Spiegelände muss die Benutzung nicht als Zerstörung gesehen werden. Zwischen Büschen laufen, Trampelpfade machen, im Erdreich buddeln – das ist Spielen und nicht Vandalismus.

Wie wird man den Kindern besser gerecht?
Mit Wasser, Sand, Matsch kann ich etwas verändern, ohne etwas zu vernichten. Ich kann bauen, kann verändern, erlebe Kälte, Wärme, Feuchtigkeit, Trockenheit, ich kann gestalten. Auch reine Wasserspielplätze machen Sinn, (ohne Matschen, wenn Eltern Angst vor Dreck haben). Denn mit Wasser kann man Wellen machen, Wasserräder, Schleusen, Schöpfer bedienen und wie im Erfahrungsfeld der Sinne nach Hugo Kükelhaus die Elemente erfühlen. Aber auch Hütten, Türme, Brücken können für Rollenspiele und Fantasiewelten wichtig sein. Monogeräte, wo nur gerutscht oder geschaukelt wird, werden schnell langweilig und Langeweile führt zu Mißbrauch der Geräte.

Doch Wasserspielplätze sind nicht für das ganze Jahr geeignet…
Das Problem ist, das Wasser wird im Winter abgedreht, was kann das Kind dann machen mit den Geräten? Das Risiko ist groß, dass die Kinder versuchen, auch ohne Wasser daran zu spielen und das müssen Anlage und Geräte auch aushalten, ohne kaputt zu gehen.

Wie sieht es auf den Wasserspielplätzen mit der Hygiene aus?
Wenn Wasser auf Spielplätzen angeboten wird, dann ist heute Trinkwasser auf dem Spielplatz Pflicht. Mittlerweile sogar so, dass es aus der direkten Leitung sehr kurz bezogen wird, damit das Wasser nicht steht und sich keine Keime bilden. Teiche oder Bäche sind zum Spielen für Brücken, Flöße oder Wasserräder möglich. Aber dies Wasser sollte nicht zum Matschen oder hochgepumpt zum Spielen benutzt werden.

Ist die Interaktion zwischen den Kindern auf dem Spielplatz stärker?
Wir haben immer mehr Einzelkinder und die sind oft zu scheu, mit anderen Kindern direkt in Kontakt zu treten. Deshalb sollten Spielgeräte und Spielsituationen gesucht werden, wo Kinder nur miteinander mehr Spielerfolg haben: statt der Einzelschaukel lieber die Nestschaukel. Mit ihr schaukeln viele Kinder gleichzeitig, für ein Einzelkind ist sie zu schwer zum Schwungholen. Sie animiert, dass Kinder zusammen spielen.

Sind die Spielplätze heute steriler?
Die meisten Spielplätze sind flache Flächen, wo man von einem Ende zum anderen Ende alles überwachen kann. Aber eine Spiellandschaft mit Hügeln, Tälern, Büschen und labyrinth-artigen Hecken ist eine bessere Spielerlebniswelt. Wir müssen unsere Kinder nicht jederzeit sehen und überwachen können. Wenn wir sie hören, können wir reagieren, wenn wir gebraucht werden. 50 bis 80 Meter weit hören wir gut, ob die Kinder Spielkrach machen oder wirklich in Gefahr sind. Und Kinder akzeptieren Grenzen und laufen nicht weg, wenn sie sich wohlfühlen. Allerdings kann das Weglaufen auch Spielaufforderung an die Eltern sein. Also die Kinder manipulieren die Eltern, doch das ist eine Verhaltensfrage und sollte nicht als Argument für sterile Spielplätze mißbraucht werden

Neue Spielplätze haben oft Fallschutzboden aus Gummi, was halten Sie davon?
Der ist in England sehr hoch gejubelt worden, eine Zeit war fast jeder neue Spielplatz dort mit Gummiboden ausgestattet. Durch schlechte Erfahrungen ist man jetzt in England wieder davon abgekommen. Denn der Gummiboden suggeriert nur eine Sicherheit. Durch die Stopperwirkung des Gummis kommt es leicht zu Gelenk- und Knöchelverletzungen durch Umknicken. Auch Schürfverletzungen passieren öfter als auf natürlichem Untergrund. Außerdem verführt die scheinbare Sicherheit zu leichtsinnigem Verhalten. Denn das Kind verhält sich selbstsichernd, wenn es die Gefahr erkennt. Als sicherer Untergrund ist Perlkies oder Sand immer noch die beste Wahl.

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Eine langfristige, strategische Entwicklung der Stadt Mühldorf am Inn zeigt im Zukunftsbild durch die Entwicklung räumlich konkreter Interventionen den Istzustand von 2053. Bild: Paulina Schroeder
Eine langfristige, strategische Entwicklung der Stadt Mühldorf am Inn zeigt im Zukunftsbild durch die Entwicklung räumlich konkreter Interventionen den Istzustand von 2053. Bild: Paulina Schroeder
„InnLand nutzt UmLand“ fokussiert sich auf die Entwicklung der Land- und Agrarwirtschaft in der Region um Mühldorf am Inn. Eines der Ziele des Projekts, das im Rahmen einer Projektarbeit im Master Urbanistik an der Technischen Universität München entstand, ist es, die Stadt durch eine resiliente und produktive Landwirtschaft zu einer autarken Versorgergesellschaft zu wandeln. Daraus ergeben sich zeitgleich weitere Vorteile für eine soziale und grüne Stadtentwicklung.

Nicht nur in unserer Septemberausgabe 2023 machen wir Raum für Projekte aus dem Studium. Auch hier, auf unserer Webseite, stellen Studierende ihre eigenen Arbeiten selbst vor. Die Projekte finden Sie alle auf unserer Themenseite „Studium“ – und die Septemberausgabe gibt’s in unserem Shop.

Das Projekt

Die Projektarbeit “InnLand nutzt UmLandzeigt eine alternative Zukunft für die Ortsentwicklung in Mühldorf am Inn bis 2053. Das Ziel ist es, in den nächsten dreißig Jahren die Stadt nachhaltig und in Anbetracht der Landschaftsräume sowohl durch kurzzeitige als auch langfristige Investitionen in Ökonomie, Demografie und Nachhaltigkeit zu entwickeln. Im Fokus stehen dabei drei Interventionsräume an den Stadträndern, welche durch ihre unterschiedlichen Eigenschaften verschiedene Entwicklungspotentiale aufweisen und besonders zur Zukunft der Land- und Agrarwirtschaft in der Region beitragen sollen. Besonders im ländlichen Raum verliert der Arbeitsmarkt im Primärsektor an Bedeutung, neue Arbeitssektoren wie die Wissensökonomie gewinnen an Gewichtung. Doch genau das ländliche Umfeld bietet die Qualität der Sekundärstadt in einer Metropolregion. Zunehmender Zuzug aus der Stadt ist das Resultat.
Die drei Potentialräume an der Ortsrändern entwickeln sich über temporäre aktive Nutzungen langfristig zu Nachbarschaftstreffpunkten, wo lokale Nahrungsmittelproduktion und Veranstaltungen neues Wissen in der Bevölkerung generieren. Bild: Amelina Brandes, Lisa Kuchenreuther
Die drei Potentialräume an der Ortsrändern entwickeln sich über temporäre aktive Nutzungen langfristig zu Nachbarschaftstreffpunkten, wo lokale Nahrungsmittelproduktion und Veranstaltungen neues Wissen in der Bevölkerung generieren. Bild: Amelina Brandes, Lisa Kuchenreuther

Landwirtschaft resilient gestalten

Unser Ziel ist es, das Arbeitsfeld besonders für die künftige Generation durch Innovation und Transformation attraktiver zu machen und dem voranschreitenden Klimawandel und den zunehmenden Risiken der industriellen Landwirtschaft entgegenzuwirken. Ein erhöhter Wasserverbrauch, die Bodenübernutzung und zunehmende Ernterückgänge sind Auswirkungen eines monokulturellen Anbaus. Um die produktive Landschaft auch zukünftig erhalten zu können, muss diese resilienter gestaltet werden und ein Bewusstsein in der Gesellschaft entstehen. Um einen Zugang zu den Arbeitsprozessen zu ermöglichen, kann eine aktive Beteiligung an lokaler Produktion in den Stadtgebieten einen Impuls für einen solchen Wandel setzen.

Eine bessere Organisation und Vernetzung zwischen den ortsbildprägenden Akteuren erzeugt eine nachhaltige Entwicklung und wahrt die Landschaftsräume in der Stadt und der umgebenden Region. Bild: Paulina Schroeder
Eine bessere Organisation und Vernetzung zwischen den ortsbildprägenden Akteuren erzeugt eine nachhaltige Entwicklung und wahrt die Landschaftsräume in der Stadt und der umgebenden Region. Bild: Paulina Schroeder

Eine autarke Versorgungsgesellschaft soll entstehen

Die Kreisstadt soll Vorreiter für den Landkreis durch eine autarke Versorgungsgesellschaft werden. Der Eigenanbau von lokalen Produkten durch die Nachbarschaftsbeteiligung kann auf individuelle Haushalte übergreifen. Temporäre Nutzungen von Freiflächen werden langfristige Treffpunkte für Jung und Alt. Durch die neu geschaffene Attraktivität als Wohn- und Arbeitsstandort wird die junge Bevölkerung an den Standort langfristig gebunden. Arbeitsplätze in familienstarken Unternehmen vor Ort werden durch Anpassungsstrategien und Weiterentwicklung der Digitalisierung gestärkt. Neue, innovative Unternehmen im Bereich der Land- und Agrarwirtschaft bilden einen interessanten und zukunftsfähigen Berufszweig und ziehen Fachkräfte und Auszubildende an.

Nachhaltige Landwirtschaft bedeutet das Schaffen einer landwirtschaftlichen Struktur, in der umweltschonende Agrartechnologien eingesetzt sowie eine langfristige Schonung natürlicher Ressourcen voraus gesetzt werden. Bild: Mine Büyükişcana
Nachhaltige Landwirtschaft bedeutet das Schaffen einer landwirtschaftlichen Struktur, in der umweltschonende Agrartechnologien eingesetzt sowie eine langfristige Schonung natürlicher Ressourcen voraus gesetzt werden. Bild: Mine Büyükişcana

Flächenreduzierende Ortsentwicklung

Voraussetzung dafür ist der Bau flexibler und kleiner Wohneinheiten als Alternative zu den monofunktionalen Einfamilienhaus-Siedlungen. Nachverdichtung und Durchmischung in bestehenden Wohn- und Gewerbegebieten bringen ein möglichst nachhaltiges und flächenreduzierendes Stadtwachstum mit sich. Der Bau der Osttangente könnte als Umfahrung des Stadtkerns das hohe Verkehrsaufkommen im Zentrum reduzieren. Hauptverkehrswege bekommen weniger Bedeutung, Fuß- und Radwege gewinnen an Wichtigkeit. Auch der Naherholungsraum am Ufer des Inns erhält als neue Grünraumvernetzung zwischen Zentrum und dem südlichen Quartier eine neue Qualität und wird durch verschiedene Interventionen zugänglicher. Das verbesserte Grünnetzwerk zwischen den Siedlungsrändern und dem historischen Stadtzentrum lässt die Wohngebiete zusammenwachsen.

Die Maßnahmen in den unterschiedlichen Potentialräumen entwickeln sich von temporären Interventionen zu langfristigen strukturellen Entwicklungen, welche miteinander verknüpft sind und unterschiedliche Akteure involvieren. Bild: Amelina Brandes
Die Maßnahmen in den unterschiedlichen Potentialräumen entwickeln sich von temporären Interventionen zu langfristigen strukturellen Entwicklungen, welche miteinander verknüpft sind und unterschiedliche Akteure involvieren. Bild: Amelina Brandes

Der Entwurf entstand im Rahmen von „Mühldorf 2053“, einem Interdisziplinären Projekt im Master Urbanistik an der Technischen Hochschule München. Mehr über die Hintergründe zum Projekt gibt es hier zu lesen, und die Entwürfe weiterer Studierenden finden Sie hier.

Königsallee Düsseldorf: Ein neues Image für die Kö

Calatrava Architects designt ein neues Gebäude für die Düsseldorfer Kö. Bild: © Santiago Calatrava LLC
Calatrava Architects designt ein neues Gebäude für die Düsseldorfer Kö. Bild: © Santiago Calatrava LLC

Die Königsallee, oder „Kö“, wie Einheimische sagen, prägt das Image von Düsseldorf. Bald könnte die Kö aber mehr sein als die teuerste Straße der Stadt: In den nächsten Jahren soll sich hier einiges ändern. Mehr Gastronomie, andere Geschäfte und vor allem: mehr Fußgänger*innen.

Neubelebung der Düsseldorfer Königsallee

Die Düsseldorfer Königsallee ist eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt. Die Straße prägt das Image von Düsseldorf, besteht aber vor allem aus teuren Läden und Elite-Bankhäusern. Kann so eine Ikone aussehen? Die Stadtregierung hat gemeinsam mit den Architekt*innen von Calatrava einige Änderungen geplant. So soll die „Kö“ künftig schöner und lebenswerter werden. Weniger Autos, andere Geschäfte und mehr Gastronomie sind einige der Ziele für die nächsten Jahre. Dafür sollen mehrere Millionen Euro investiert werden.

Am 23. Januar 2023 präsentierten Uwe Reppegather, Gründer der CENTRUM-Gruppe, Bürgermeister Dr. Stephan Keller und Architekt Dr. Santiago Calatrava ein Projekt für ein neues Gebäude an der Königsallee. Das sogenannte Calatrava Boulevard-Gebäude soll sich an der Kreuzung zwischen Königsallee, Königstraße und Steinstraße befinden. Das Ziel des Projektes besteht darin, die Kö als majestätischen Boulevard wiederzubeleben.

Calatrava Boulevard soll eine Top-Adresse für internationale Flaggschiff-Läden werden und zugleich Platz für Büroräume bieten. Dabei sollen die traditionellen Kö-Fassaden erhalten bleiben. Der Boulevard verläuft parallel zur Königsallee und verknüpft sie mit der Steinstraße. Das umgebende Grün sowie das offene Glasdach und die Skulptur-artige Architektur sollen ein Platz für internationale und lokale Restaurants und Läden bieten, die vom Wetter geschützt sind. Durch die wellenförmige innere Fassade soll eine neue Einheit zwischen Königstraße und Steinstraße entstehen.

Das neue Gebäude an der Kö soll Fußgänger*innen einladen und einen Raum zum Verweilen bieten. Bild: © Santiago Calatrava LLC
Das neue Gebäude an der Kö soll Fußgänger*innen einladen und einen Raum zum Verweilen bieten. Bild: © Santiago Calatrava LLC

Das Hauptgebäude des Calatrava Boulevard

Das Zentrum des Designs von Calatrava ist der Gebäudeabschnitt gegenüber vom Martin-Luther-Platz. Hier wird sich ein geschwungenes, gewölbtes Dach mit einer Höhe von etwa 41,2 Metern befinden. Es bleibt damit unter der typischen Bauhöhe von Hochhäusern in Düsseldorf. Die dreieckige zentrale Axe bietet direkten Zugang zum Boulevard, der weiter mit den Büro-Lobbys und den Restaurants und Läden verknüpft ist.

Die begehbaren Dachterrassen des Calatrava Boulevards sollen grün und attraktiv gestaltet sein, um Besuch einzuladen und zur Nachhaltigkeit der Kö beizutragen. Integrierte Solarpanels versorgen das neue Gebäude mit nachhaltig erzeugtem Strom.

Das Projekt hat bereits mit dem Bau des Kö 36-Gebäudes und dem Bezug durch die Marken Moncler und Fendi begonnen. Die Stadt sieht eine schrittweise Modernisierung vor, um die Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb entlang der Königsallee so gering wie möglich zu halten. 2028 soll das Bauprojekt an der Kö abgeschlossen sein.

Europas schönste Einkaufsstraße

Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, sagte bei der Projektvorstellung im Januar: „Der Calatrava Boulevard unterstreicht einmal mehr die Internationalität unserer Stadt. Ich bin sehr froh, dass die CENTRUM die von der Königsallee abgewandten Flächen mit herausragender Architektur umfassend neu entwickelt und damit dem weltberühmten Boulevard einen ganz neuen, zusätzlichen Glanz verleiht. Die Investition von über 1 Milliarden EUR an diesem Standort ist ein klares Bekenntnis zu unserer Stadt, für das ich Uwe Reppegather sehr dankbar bin. So viel Mut ist notwendig, um unsere Stadt in die Zukunft zu führen. Die Entwürfe zeigen, dass dies unter Beibehaltung der historischen Architektur gelingen kann.“

Uwe Reppegather, Geschäftsführer der CENTRUM, kommentiert den Entwurf: „Wir wollen die Königsallee zu einem der Premium-Einzelhandelsplätze in Europa machen. Dazu haben wir lange und intensiv mit dem internationalen Luxuseinzelhandel diskutiert und den Dialog der Stadt über die Zukunft der Königsallee intensiv begleitet. Das daraus resultierende Konzept sieht eine innovative Kombination von zeitgemäßen Einzelhandelsflächen für internationale Flagship-Stores mit gehobener Gastronomie vor, die zum Verweilen und Flanieren einlädt. Dieses Projekt mit seiner internationalen Ausstrahlung kann zu einem neuen Wahrzeichen als Europas schönste Einkaufsstraße werden!“

CENTRUM ist ein inhabergeführtes Unternehmen aus dem Jahr 1998, das sich auf die Entwicklung zeitgemäßer Einzelhandelsflächen in Top-Lagen deutscher Großstädte konzentriert. Das Gesamtvolumen der abgeschlossenen Entwicklungen liegt bei über 5 Milliarden Euro.

Diese Visualisierung zeigt, wie sich das Boulevard-Gebäude in die Königsallee einfügen würde. Bild: © Santiago Calatrava LLC
Diese Visualisierung zeigt, wie sich das Boulevard-Gebäude in die Königsallee einfügen würde. Bild: © Santiago Calatrava LLC

Über die Königsallee

Die Königsallee, gern auch kurz als Kö bezeichnet, ist ein nordsüdlicher Boulevard im Düsseldorfer Stadtzentrum. Sie gehört zu den bekanntesten Luxuseinkaufsstraßen in Europa. Der Stadtgraben oder Kö-Graben ist charakteristisch für die Gestaltung der Straße. Zudem zeichnet sie sich durch einen eindrucksvollen Baumbestand und eine Breite von fast 87 Metern aus. Damit ist sie die breiteste Straße in Deutschland.

Schon heute gibt es vier Gehwege an der Königsallee, jeweils an den Seiten des Grabens und entlang der Häuserzeile. Die westliche Seite hat insgesamt weniger Besuchende und wird in ihrem Nordteil daher auch als „stille Seite“ bezeichnet. Insgesamt ist auf der Ostseite der Kö mehr los. Im Sommer 2004 feierte die Straße ihr 200-jähriges Bestehen. Übrigens: Bekannt ist der Kö-Bogen vom polnisch-amerikanischen Architekten Daniel Libeskind, der hier 2013 entstand.

Der neue Calatrava Boulevard soll die Straße wieder zu ihrem alten Ruhm zurückführen. Zugleich hoffen die Architekt*innen sowie die Stadt, dass die neue Attraktion mehr Besuchende anzieht. Insbesondere für Fußgänger*innen soll es hier angenehmer werden. Und ein weiterer Anziehungspunkt soll die erhöhte Umweltfreundlichkeit der Straße durch die Grünflächen am Calatrava Boulevard sein.

In Düsseldorf tut sich viel: Tadao Ando und Enzo Enea arbeiten derzeit an dem Campus und Tower im Eingangsbereich der Stadt.