Lumos!

Der Berliner Alex hat einen schlechten Ruf. Er gilt als einer der gefährlichsten Orte Berlins, insbesondere nachts. Das Berliner Landschaftsarchitekturbüro Levin Monsigny und die Lichtplaner Licht Kunst Licht AG wagten sich dennoch an sein direktes Umfeld: Nur ein paar Schritte vom Alexanderplatz entfernt, strukturierten sie das Areal rund um den Berliner Fernsehturm neu. 

 

Berlin, September 2017, 22 Uhr: Touristen hüpfen amüsiert über kleine Trampoline, die die Berliner Landschaftsarchitekten Levin Monsigny vor dem Eingangsgebäude des Fernsehturms im Boden einließen. Auf den Rändern erhöhter Rasenplateaus hocken plaudernde Grüppchen und Paare junger Menschen. Lichte, neue Bäume sind zu Inseln gruppiert. Über allem schwebt ein warm-weißes Licht, aber nicht flutlichtartig, sondern punktuell gespendet von formschönen Lichtmasten, Modell Olivio. Am dunkleren Rand, unter den abschirmenden Bäumen des Altbestands haben sich drei Obdachlose auf Bänken schlafen gelegt. Auf den neuen XXL-Bänken rund um die großen Fontänenbecken tobt dagegen noch immer das Leben – ein Sprachgemurmel aus Deutsch, Spanisch, Englisch und Arabisch. Jugendliche üben sich in Coolness und auf beleuchteten Waveboards, Fahrradfahrer cruisen, Spaziergänger und große Reisegruppen eilen vorbei. Bedrohlich wirkt nichts, alles ist belebt, zudem übersichtlich. Der öffentliche Raum wurde zur Bühne für die Stadtgesellschaft, stundenlang ließe sich dem Treiben vor der prominenten Kulisse des Fernsehturms zusehen. Den Landschaftsarchitekten ist es gelungen, die einzelnen Splitter aus DDR-Moderne und aktuellen Nutzungsinteressen in der Weite des Areals in ein Gleichgewicht zu bringen. Ihr Trick: Sie übertragen das Dreieck – ein markantes Motiv aus der expressiven Architektur des Fernsehturm-Gebäudes – auf Beete, Plateaus und Terrassen. Das bringt optisch Ruhe rein.

Lesen Sie hier wie die Planer den Platz zum lebendigen Raum transformierten.