googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649697825425-0'); });

Beyond Alpine Image: Landschaftsästhetische Konzeption zwischen Image und Identität

Building design
was sie können (Bild: Bernadette Brandl)

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });

Architektonische Hüllen mit großem Potenzial

Bernadette Brandl ist ein Ausnahmetalent. Die junge Landschaftsarchitektin gewann 2017 den bdla-Nachwuchspreis, im gleichen Jahr konnte sie die Jury des Sckell Students Award von ihrem Entwurf überzeugen. 2018/2019 erhielt sie den 22. DGGL-Förderpreis Ulrich Wolf und im April schloss sie ihre Masterarbeit mit 1,0 an der TU München ab. Hier stellt Brandl ihre Masterarbeit vor.

Die Masterthesis „Beyond Alpine Image“ befasst sich mit einer maroden Fabrik von 1920 im steiermärkischen Alpenraum. Die ehemalige Fabrik der MAGINDAG – kurz für Steirische Magnesit-Industrie AG – befindet sich in der österreichischen Stadt Leoben-Leitendorf, einer traditionsbewussten und dennoch großen Wirtschafts- und Forschungsstadt. Die Stadt ist nicht nur Kultur- und Universitätsstadt, sondern zugleich zweitgrößte Stadt, dessen Handelszentrum viele internationale Unternehmen anzieht. Montanuniversität, Gösser Brauerei und Voest Alpine Stahlproduktion sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Umgeben von stillgelegten Bahngleisen, einem Naturschutzgebiet und dem nahe verlaufenden Flussbett der Mur liegt das knapp 4,2 Hektar große Areal seit ca. 2009 brach. Die MAGINDAG war ehemals eine Werkshalle zur Herstellung feuerfester Ziegel aus Magnesit, welche zum Beispiel zur Innenauskleidung von Industrie-Hochöfen gebraucht wurden. Daher war die Fabrik auch als „Feuerfeste“ bekannt. Sie ist eine von vielen Beispielen für den Industriewandel in den Alpen. Während die Rohstoffgewinnung der Erzvorkommnisse in Leoben seit der Römerzeit von herausragender Bedeutung war, vollzog sich seit den 1980er-Jahren eine krisenhafte Zeit für die Branche. Viele alpine Industriestandorte verwahrlosten aufgrund der neuen Anforderungen im Wirtschaftssektor.

Der alleinige wirtschaftliche Schwerpunkt auf die Erz- und Eisenerzeugung in der Region Leobens war wesentlicher Grund für die darauffolgende Wirtschaftskrise, sodass Teile der Bevölkerung abwanderten. Nur allmählich erholt sich heute die Region um Leoben von dem wirtschaftlichen Tiefpunkt und versucht sich über eine Neuformierung ihres Images zu regenerieren. Die architektonischen Hüllen der „alten Industrien“ haben daher großes Potenzial und veranlassen die Frage, wie aus landschaftsarchitektonischer Sicht auf eine nachhaltige Nachnutzung in einem sich wandelnden Großraum wie den Alpen eingegangen werden kann.

Forschungsprojekt trAILs

Egal ob städtische oder regionale Freiräume, die Attraktivität dieser Räume definiert sich weltweit meist über eindeutige Bilder. Postkartenhafte, oft längst überholte Klischees sind schuld an diesen statischen Bildern. So ist auch der Alpenraum längst Opfer dieser Klischees geworden und macht von weißen Skipisten im Winter und satten Wiesen im Sommer von sich reden, obwohl die Alpen mehr als das zu bieten haben.

Die Thematik alpiner Industriebrachen ist nicht nur in Österreich von Relevanz, sondern in allen alpinen Staaten vorhanden. Einst Schlüsselstellen ökonomischen Handelns, hinterlassen sie heute problematische Lücken in einer Landschaft, die durch ihre speziellen naturräumlichen Bedingungen wertvollen Raum verliert. Im Rahmen des Forschungsprojekts „trAILs“ an der TU München werden sie seit 2018 am Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und industrielle Landschaft unter der Leitung von Prof. Dr. Udo Weilacher erstmals zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Anlässlich dessen entstand somit auch die Idee, das Thema der alpinen Industriebrachen am Beispiel der MAGINDAG als Abschlussarbeit aufzugreifen.

Schrittweise Aufwertung

Der Entwurf soll aufzeigen, wie alpine Gemeinden wie Leoben ihre Industriebrachen als nachhaltige Chance für eine neue Kulturlandschaft betrachten können. Die charakteristischen Qualitäten der Konversionsfläche sollen im Sinne einer nachhaltigen Umnutzung den Stadtteil Leitendorf weiterentwickeln, indem hier das bisher fehlende Stadtteilzentrum entsteht. Andererseits sollen auch auf Stadtebene landschaftsarchitektonische Eingriffe dazu verhelfen, dass lokale Identitäten zum Landschaftswandel beitragen. Durch die behutsame Freiraumverknüpfung mittels intensiver und extensiver Nutzungsformen, sowie lokaler und regionaler Anknüpfungspunkte lässt der Entwurf ein freiraumplanerisches Spannungsfeld entstehen. Die Balance aus traditionellen und innovativen Strukturen betont die alpinen Besonderheiten und setzt die Bedeutungskraft des Ortes raumsoziologisch wieder in Wert. Neben der klassischen Streuobstwiese lässt sich auch die transformierte Industriehalle in Form eines Wintergartens wiederfinden.

Wie der Titel schon verrät, versucht die Arbeit über den Tellerrand des ortsspezifischen Entwerfens hinauszuschauen. Vielmehr stellte sich die Frage, wie eine raumsoziologisch unbeachtete Industriebrache nicht nur auf lokaler Ebene revitalisiert werden kann, sondern ob und wie sie auch auf das Image einer ganzen Stadt oder Region zugreifen kann. Um eine Antwort auf diesen kritischen Punkt zu finden, wurde im Entwurf das Design in Phasen entwickelt. Das Einfügen nachbarschaftlicher Freiraumangebote (Einkaufsmöglichkeiten, Obstgarten, etc.) und das Ergänzen späterer, regionaler (teils touristischer) Anziehungspunkte wertet das Areal schrittweise auf, indem es auf lokaler und städtischer Maßstabsebene Bezugspunkte setzt. Das soll den Ortscharakter behutsam bewahren, die Menschen nach und nach mit dem Ort wieder vertraut machen und gleichzeitig das Maximum an Qualität des Ortes herausholen.

Fokus auf alpiner Industrie

Parallel zum Entwurfsdesign wurden im theoretischen Teil der Masterthesis erstmals Bewertungskategorien definiert, wie alpine Industriebrachen nach ihrer raumsoziologischen Bedeutungskraft typisiert werden können. Das heißt, wie wichtig waren sie beispielsweise für die Region in der Vergangenheit? Welche Rolle spielen sie noch heute? Wie prägen sie mit dem Verfallsprozess ihre Umgebung? Oder wie denkmalwürdig sind sie? Eine solche angewandte Kategorisierung alpiner Industriestandorte hätte das Potenzial, Standorte mit besonderer Bedeutungsstärke zu filtern, sie aus ihrem Schattendasein hervorzuholen und bestehende alpine Ressourcen weiterzuentwickeln, um sie auf regionaler Ebene zum Vorbild aufsteigen zu lassen. Wenn das Augenmerk zukünftig auf den alpinen Industriebrachen liegen würde, wäre ein erster großer Schritt in Richtung einer nachhaltigen alpinen Entwicklung und entgegen des Klimawandels getan.

Ein Interview mit Bernadette Brandl über ihren Perfektionismus, ihre Zweifel im Studium und ihre Erwartungen an zukünftige Arbeitgeber lesen sie in der G+L 09/2019.

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });
POTREBBE INTERESSARTI ANCHE
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649697825425-0'); });

Wir sind Fachmedium des Jahres!

Building design
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });

Die Garten + Landschaft ist Fachmedium des Jahres 2017. Das verkündete die Jury auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt am 17. Mai 2017.

Wissen vermitteln, den Horizont erweitern, Perspektiven bieten und Emotionen wecken – mit Tiefgang, einem modernen Layout und dem Anspruch auf Aktualität. Das muss eine gute Fachzeitschrift können. Und wir haben es jetzt schwarz auf weiß: so ein Medium ist die Garten + Landschaft. Gestern wurden wir auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt als beste Fachzeitschrift des Jahres (bis 1 Mio. Umsatz) ausgezeichnet.

Für journalistische Qualität ausgezeichnet

Die Jury war sich einig: „Die Garten + Landschaft versteht es, den Fachzeitschriftenleser auf einer emotionalen Ebene anzusprechen. Der Titel besticht durch ein großzügiges und opulentes Layout, ohne an Sachlichkeit zu verlieren. Typo und Bilder werden vorbildlich eingesetzt“. Sehr gut gefallen haben der Jury auch die strukturierte Leserführung, die vielfältigen Stilformen und die Rubrik „Snapshots“.

Die Garten + Landschaft befindet sich in guter Gesellschaft. Auch die anderen Preisträger überzeugten die Jury von ihrer journalistischen Qualität: Ausgezeichnet wurden unter anderem die Deutsche Apotheker Zeitung, Miss & Mister Handwerk, DeviceMed, Si und die Website Hofheld vom Deutschen Landwirtschaftsverlag.

Zur Hauptjury gehörten Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse, Wolfgang Beisler, stellvertretender Sprecher der Deutschen Fachpresse und Geschäftsführer des Carl Hanser Verlags, Jörg Dambacher, geschäftsführender Gesellschafter der RTS Rieger Team Werbeagentur, Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Leiter des Studiengangs „Fachjournalismus mit Schwerpunkt Technik“ an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, Stefan Rühling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vogel Business Media und Hans Scheider, Mitgesellschafter der diemedia GmbH.

Hier geht’s zum Probeabo der Garten + Landschaft.

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649697825425-0'); });

6-Seen-Wedau: Längste Klimawand der Welt

Building design
Der Bau des neuen Wohngebiets „6-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“ startet mit einem Rekord: Die längste Klimawand der Welt soll entstehen. (Foto: Redaktion Jensen media)
Der Bau des neuen Wohngebiets „6-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“ startet mit einem Rekord: Die längste Klimawand der Welt soll entstehen. (Foto: Redaktion Jensen media)
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });

Der Bau des neuen Wohngebiets „6-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“ hat begonnen und startet mit einem Rekord: Die längste Klimawand der Welt mit einer Länge von 2,6 Kilometer soll entstehen.

3 000 Wohneinheiten & 40 000 Quadratmeter Natur

Das neue Wohngebiet „6-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“ in Duisburg ist das derzeit größte Stadtentwicklungsprojekt in Nordrhein-Westfalen. Teil des Wohngebiets ist eine 2,6 Kilometer lange und 10 Meter hohe grüne Lärmschutzwand. 13 000 Kletterpflanzen werden die längste Klimawand der Welt ausstatten. Sie soll den künftigen Bewohner*innen von 6-Seen-Wedau Lärmschutz vor dem angrenzenden Bahnverkehr gewähren und zugleich 40 000 Quadratmeter Natur bieten. Darüber hinaus stellt die Klimawand einen geschützten Lebensraum für die in der Region lebenden Zauneidechsen dar.

Das Wohngebiet entsteht auf den ehemaligen Bahnflächen des Rangierbahnhofs Wedau und wird in den nächsten Jahren fertiggestellt. Die Klimawand soll schon Ende 2022 komplett sein. 6-Seen-Wedau wird bis zu 3 000 Wohneinheiten in vier unterschiedlich gestalteten Quartieren bieten.

Foto: Redaktion Jensen media
Foto: Redaktion Jensen media

Die „Rau Klimawand R3“ in 6-Seen-Wedau

Die Klimawand in 6-Seen-Wedau kommt vom Spezialanbieter „Rau Lärmschutzwände“ mit Sitz in Berlin. „Die Lärmschutzwand in Duisburg-Wedau sprengt wirklich alle bisherigen Dimensionen. Toll, dass sich die Stadt und die Duisburger GEBAG als Baugesellschaft für diese besonders nachhaltige und ökologische Lösung des Lärmschutzes entschieden haben“, sagt Henning Knief, Geschäftsführer der Rau Lärmschutzwände – Geosystem GBK GmbH aus Berlin.

Der Luftschalldämmungswert der Klimawand liegt bei 68 dB. Die gesamte Länge des Neubaugebiets ist von der Wand geschützt. Die Bahnstrecke zwischen Duisberg-Wedau und Ratingen ist viel befahren, weshalb der Schutz wichtig ist.

Aber auch die Umweltfreundlichkeit der Wand spielt eine wichtige Rolle. Michael Streck, Projektleiter der GEBAG Flächenentwicklung, sagt dazu: „Die Nähe zur Natur spielt für Investoren und zukünftige Anwohner schon jetzt eine große Rolle: Wir haben über 800 Anregungen von 300 Bürgerinnen und Bürgern in unsere Stadtteilplanung einfließen lassen – viele große Grünflächen sollen das Stadtbild mitprägen. Klar, dass wir auch bei der Wahl unserer Lärmschutzwand eine umweltfreundliche Lösung finden wollten“, so Streck.

Nachhaltiger Bau

Bei der Klimawand in 6-Seen-Wedau ist der Name Programm, denn auch in ihrer Herstellung ist sie ressourcensparend. „Beton ist in der Herstellung wahnsinnig energieaufwändig und entspricht einfach nicht mehr unserem heutigen Verständnis von Ökofreundlichkeit. Für die Füllung unserer Klimawand wurde durch ein kluges Bodenmanagement sowohl zugeliefertes als auch örtlich angefallenes Material verwendet, das bei der Umsetzung des neuen Stadtteils sowieso angefallen wäre“, so Henning Knief.

Dabei wurde lokal gewonnener Erdboden in den Stahlkorb der Mauer gefüllt, was die Begrünung der Mauer durch örtliche Pflanzen begünstigt. Die Kletterpflanzen brauchen nur die übliche anfängliche Pflege und sind danach quasi wartungsfrei. Sie haben außerdem eine lange Lebensdauer von mindestens 80 Jahren und können große Mengen an CO2 aufnehmen. So wird die Wand schon nach wenigen Jahren eine positive Klimabilanz aufweisen.

Zum Schutz der örtlichen Fauna erklärt Michael Streck: „Auf dem Wall wurden Ersatzquartiere für die heimischen Zauneidechsen eingerichtet. Außerdem finden sich im Lärmschutzwall einige Durchlässe für die Zauneidechsen, sodass sie je nach Tageszeit unkompliziert und sicher auf die sonnigere Seite wechseln können.“

Über das Projekt in Duisburg-Wedau

Das neue Wohnquartier in Wedau soll etwa 60 Hektar groß sein und sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen bieten. Das „Team Wedau“ hat über 800 Anregungen von Bürger*innen gesammelt, um das Quartier am Wasserturm, die Neue Gartenstadt, das Seequartier und das Quartier am Uferpark partizipativ zu gestalten. „Wir haben das gesamte Wohngebiet sehr großflächig geplant. Wir wollen nicht nach dem Maximalprinzip alles mit Immobilien zupflastern, sondern den Quartieren mit ihren individuellen Ansprüchen an Wohnen und Architektur genügend Platz zur Entfaltung geben“, so Projektleiter Michael Streck.

Die Sechs-Seen-Platte, die dem neuen Wohngebiet 6-Seen-Wedau seinen Namen gibt, besteht aus dem Masurensee, dem Warmbachsee, dem Böllertsee, dem Wildförstersee, dem Wolfssee und dem Haubachsee in Duisburg-Wedau. Zukünftige Anwohner*innen profitieren von der hohen Freizeitqualität der Umgebung. Das neue Bauprojekt wertet das neue Viertel auf und bietet viele Grün- und Erschließungsflächen, die auch für Investor*innen interessant sind. Zentrale Bauten wie der denkmalgeschützte Ziegelwasserturm bleiben bestehen. Insgesamt soll 6-Seen-Wedau durch die unmittelbare Nähe zur Natur und durch viele Grünflächen geprägt werden – allen voran die längste Klimawand der Welt, die sicherlich auch Besucher*innen von außerhalb anziehen wird.

Nicht nur Lärmschutzwände können klimafreundlich gestaltet werden, sondern auch Dächer. Erfahren Sie hier alles Wichtige zum Thema Dachbegrünung.

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });