Bodengarten: Regenwurm, Maulwurf und Co.

 

Nach Beschluss der UN Generalversammlung wurde 2015 als „Internationales Jahr des Bodens“ ausgerufen und soll als Plattform zur „Bewusstseinsbildung für den weltweiten Schutz der Böden dienen im Sinne eines nachhaltigen Managements zur Ernährungssicherung, der Sicherung der Ökosystemfunktionen und im Umgang mit den Anforderungen des Klimawandels für jetzige und künftige Generationen“.

Eine gute Initiative auch für unsere Profession, denn viel zu selten wird das Augenmerk auf den Boden gelenkt. Um ein Bewusstsein für die Wichtigkeit dieses Themas bereits bei Kindern zu wecken, hat der Berliner Senat mit dem Bodengarten in der 30.000 Quadratmeter großen Berliner Gartenarbeitsschule „Ilse Demme“ ein Modellprojekt entwickelt, mit dem schon den Kleinsten der Wert des Bodens spielerisch vermittelt werden soll. 2014 eröffnete nach einem Jahr Planung durch das Berliner Landschaftsarchitekturbüro plancontext der deutschlandweit erste Bodengarten als 800 Quadratmeter große Themenanlage, die als experimentelle Werkstatt verstanden und benutzt werden soll.

Zwischen üppigen Blumenbeeten, kleinen Wiesen, verwunschenen Ecken, Obstbäumen und einem Wasserlabor befindet sich das Experimentierfeld am Rande der Gartenschule, das in Form einer Ausgrabungsstätte gestaltet ist. Die vegetative Schicht wurde abgetragen und bildet nun einen bepflanzten Einfassungswall. Dem Charakter einer Ausgrabung entsprechend, ist ein Bereich von einer Folienkonstruktion bedeckt, unter der sich eine 1,3 Meter tiefe Grube befindet. In diese können die Kinder über eine Holztreppe hineinklettern, um an Themen wie Bodenprofile, Bodenproben und Bodenarchiv herangeführt zu werden.

Das Leben unter der Erde wird in einem kleinen halbrunden Häuschen thematisiert: Auf Fotos und durch Gucklöcher können Bodentiere beobachtet und in der schummrigen Atmosphäre ein wenig das Gefühl unter Tage zu sein nachempfunden werden. Große Holztische stehen für kleine Experimente bereit, in Kisten können in Kalkstein eingeschlossene Fossilien aus einem Steinbruch entdeckt und mit dem Hammer bearbeitet werden, es gibt einen Schüttelturm mit unterschiedlich gekörnten Sieben, ein grünes Klassenzimmer, Anschauungspflanzen mit verschiedenen Substraten, Schatzkisten mit Bodenproben und insgesamt viel zu entdecken, zu erleben, anzufassen und ausprobieren.

Das Büro plancontext hat den Senat nicht nur bei der Planung der Anlage unterstützt, sondern auch einen Flyer und einen Leitfaden erstellt, der Vorschläge für Aufgaben und Übungen als Anregung für die Lehrer enthält. Die Kosten für die Anlage beliefen sich auf rund 170.000 Euro, wobei die Holzbauten von Schülern der Knobelsdorfschule für Bautechnik gefertigt sind und die Pflanzungen von der Gartenschule selbst vorgenommen wurden.

Einziger Wermutstropfen ist der Bodenbelag: Nach Angaben einiger Lehrer sei der aufgeschüttete Kies zu laut, wenn sich dutzende Kinder darauf gleichzeitig bewegen. Deshalb wird der Kies nun durch Rindenmulch ersetzt. Insgesamt ist das Feedback aber durchweg positiv und nach diesen ersten, sehr guten Erfahrungen mit dem Projekt sind bereits weitere, dezentrale Stationen innerhalb der Anlage geplant, die das Thema Boden auf kindgerechte Weise aufarbeiten; etwa als  Barfußweg, Fühlkisten, Bodenbohrer oder Komposthaufen. Und als kleiner Tipp: Auch für Kinderlose ist der öffentlich zugängliche, idyllische Garten einen Besuch wert, wenn man der versiegelten Großstadt für einen Moment entfliehen möchte. Weitere Standorte sind bereits in Planung.

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Um den individuellen Anforderungen der Landschaft des Forschungslabors MAX IV in Lund, Südschweden, gerecht zu werden, machte sich das norwegisch/US-amerikanisches Büro Snøhetta auf die Suche nach innovativen Ideen. Das Forschungsinstitut für Synchrotronstrahlung stellt den ersten Teil einer größeren Transformation der Region von einer Kulturlandschaft zur ’Science City’ dar. Damit die Bevölkerung das Gelände als Naherholungsort nutzt, soll es den Charakter eines grünen, öffentlichen Parks haben. Der Landschaftsarchitektur liegen vier Kriterien zu Grunde, die sich aus den Anforderungen des Areals ergeben.

Minderung der Bodenvibrationen

Böschungen und chaotisch modellierte Oberflächen reduzieren die Zahl an Bodenvibrationen der benachbarten Schnellstraße. Je flacher die Landschaft, umso stärker stören die Vibrationen wissenschaftliche Experimente des Labors. Die Anordnung der Hügel wurde in 3D mit Grasshopper – einem Rhino Plugin – modelliert. Für den Entwurf werden einzelne Schwingungen in rationale Messwerte übersetzt und in ein generisches Modell eingefügt. Die Landschaftsarchitekten fanden heraus, je chaotischer die Kombination an Wellen, umso geringer die Lärmemissionen.

Massenbilanz

Snøhetta entwickelten eine Strategie, Auf- und Abtragsmassen auszugleichen, indem sie abgetragene Massen des Geländes widerverwenden. Damit können sie sicherstellen, das Areal zu einer landwirtschaftlich genutzten Fläche zurück zu wandeln, falls das Labor eines Tages nicht mehr in Betrieb sein sollte. GPS gesteuerte Planierraupen können durch das Lesen des digitalen 3D Modells die Landmassen exakt an die richtige Stelle platzieren.

Regenwassermanagement

Das Stadtplanungsamt von Lund schreibt vor, das anfallendes Regenwasser innerhalb der Flurgrenzen versickern muss. Grasmulden und mit Wasser gefüllte Retentionsbecken haben entsprechende Kapazitäten aufzufangen, selbst Jahrhundertregen werden sie gerecht.

Pflanzauswahl und Pflege

Die Entdeckung eines nahe gelegenen Naturschutzgebietes ermöglichte es, eine Auswahl heimischer Arten zu verwenden, indem man Heu erntete und auf der neuen Hügellandschaft verbreitete. Für die Pflege der Hügellandschaft grasen Schafe.

 

Insgesamt brachten die vier Entwurfskriterien eine einzigartige futuristische Landschaft hervor, die mit dem Kontext auf natürliche Weise verschmilzt. Das Landschaftsbild von Wiesenvegetation auf artifiziell anmutenden Hügeln setzt neue Standards für Naherholungsräume von Forschungseinrichtungen.

NXT A vernetzt die Branche

Was bietet NXT A konkret an?

Der Callwey Verlag, in dem die Garten + Landschaft, aber auch Baumeister und topos erscheinen, präsentiert sein neustes Angebot: die Online-Plattform „NXT A – Das junge Architekten-Netzwerk“. Was es damit auf sich hat und warum auch Stadtplaner und Landschaftsarchitekten davon profitieren, erfahren Sie hier.

Im Callwey Verlag erscheinen die Zeitschriften Garten + Landschaft und topos, die sich an Landschaftsarchitekten und Stadtplaner richten sowie das Architekturmagazin Baumeister. Jetzt stellt der Verlag erstmals sein neustes Projekt vor: eine Clubplattform für junge Architekten. Aber nicht nur.

NXT A – Das junge Architekten-Netzwerk bietet seinen Mitgliedern die hochwertigen Inhalte, mit denen sich der Callwey Verlag einen Namen gemacht hat. Mindestens genauso interessant ist jedoch sein Angebot an exklusiven Veranstaltungen und attraktiven Vorteilsangeboten heraus. Und dieses richtet sich nicht nur an Architekten. Der Netzwerk-Charakter von NXT A ist für die gesamte Planerbranche eine Chance.

Auf www.nxt-a.de finden die Mitglieder digitale Content-Formate wie News-Artikel und exklusive Podcasts. Dazu gibt es einmal im Monat einen vollständigen Artikel oder ein Interview direkt ins E-Mail-Postfach. Zusätzlich erhalten die User das Architekturmagazin Baumeister als E-Paper.

Aber NXT A bereitet nicht nur die Themen und Entwicklungen, die die Branche umtreiben digital auf. NXT A holt den Diskurs in die analoge Welt und schafft dabei ein bundesweites Netzwerk. Dazu bietet NXT A seinen Mitgliedern exklusive Veranstaltungen in den größten deutschen Städten. So können sie sich in der Branche und darüber hinaus vernetzen. Und zwar nicht an Messen oder speziellen Networking-Events, sondern im kleinen Rahmen: bei Kamingesprächen in Architekturbüros, innovativen Start-Ups, Künstlerateliers und Kulturinstitutionen.

Bonus: Vorteilsangebote

Als letztes Schmankerl bietet NXT A seinen Mitgliedern Vorteilsangebote spannender Marken aus Lifestyle, Design und New Work. Bisher gewann das Netzwerk Ambiente Direct, Geile Weine und BrainBirds als erste Kooperationspartner. Weitere Marken werden bald folgen.

NXT A-Mitglied werden

Mitglieder können von dem Angebot von NXT A für 19€/Monat profitieren. Die Mitgliedschaft kann monatlich aufgelöst werden. Der erste Monat ist für alle Interessenten kostenlos und sämtliche Angebote stehen nach einer erfolgreichen Registration zu Verfügung.

Registrieren Sie sich unter www.nxt-a.de