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Bundesarchitektenkammer: Andrea Gebhard ist neue Präsidentin

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Andrea Gebhard löst Barbara Ettinger-Brinckmann als neue BAK-Präsidentin ab, die auf eine weitere Kandidatur verzichtet hat. Die Münchner Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin Andrea Gebhard ist damit seit Ende Mai 2021 die oberste Repräsentantin der deutschen Architekt*innenschaft.

Bundesarchitektenkammer neu mit Andrea Gebhard an der Spitze

 

Einmal im Jahr treffen sich das Präsidium der Bundesarchitektenkammer (BAK) und die Delegierten der Länder zur Bundeskammerversammlung. Dabei handelt es sich um das höchste Beschlussorgan der deutschen Architekt*innen, denn die Versammlung beschließt die Leitlinien der Berufspolitik und den Haushalt der Bundesarchitektenkammer. Außerdem wählt die Bundeskammerversammlung alle vier Jahre das BAK-Präsidium.

So auch in diesem Jahr: Am 28. Mai 2021 wählte die 94. Bundeskammerversammlung das neue Präsidium. Andrea Gebhard, Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin aus München, wird der Bundesarchitektenkammer neu als Präsidentin vorsitzen.

Als BAK-Präsidentin fällt Gebhard eine große Verantwortung zu: Sie ist die oberste Interessensvertreterin der deutschen Architekt*innenschaft – von rund 137 000 Planer*innen. Als solche wird sie in den kommenden Jahren mit der Neuorientierung der Planungs- und Bauwirtschaft konfrontiert, die für die Erreichung der Klimaziele eine große Rolle spielen – als praktizierende Landschaftsarchitektin ist sie mit dem Stellenwert des öffentlichen Raums, insbesondere von Grünflächen, bestens vertraut – gerade in Bezug auf die Klimakrise.

Nach ihrer Wahl bedankte sich Andrea Gebhard für das Vertrauen und zeigte ihre Vorfreude auf das Amt und die gemeinsame Arbeit: „Ehrenamt ist eine große Chance, bietet Räume für mutiges Denken. Unser Berufsstand übernimmt Verantwortung für den gesellschaftlichen Wandel und die Integration unserer Kulturwelt in die Naturwelt. Wirtschaftliche Stabilität und Perspektive für den Berufsstand sind Voraussetzung für die Qualität unserer Lebensräume. Baukultur und eine nachhaltig gestaltete Umwelt gehören untrennbar zusammen.“ Sie sprach sich außerdem für die Novellierung der HOAI aus und dafür, für mehr Leistungswettbewerb im Vergaberecht zu streiten.

Erste Präsidentin des BDLA

Die vormalige Präsidentin, Barbara Ettinger-Brinckmann, hatte nicht für eine dritte Amtszeit kandidiert. In der Position als Präsidentin übernimmt Andrea Gebhard nun die Vertretung der Bundesarchitektenkammer an der Öffentlichkeit. Gemeinsam mit den Vizepräsident*innen obliegt ihr außerdem die berufspolitische und operative Arbeit.

Auch im restlichen Präsidium gab es Änderungen. Der Architekt Professor Ralf Niebergall (hier im Interview mit dem Architekturmagazin Baumeister) wurde in seinem Amt als Vizepräsident bestätigt. Ebenso der Innenarchitekt Martin Müller. Aber die Versammlung wählte eine neue Vizepräsidentin: die Architektin und Ministerialrätin Evelin Lux.

Andrea Gebhard kommt aus München und leitet dort seit 2009 das Stadtplanungs- und Landschaftsarchitekturbüro mahl·gebhard·konzepte. Davor arbeitete sie im Planungsdezernat der Stadt München und in der Geschäftsführung der BUGA 2005. Außerdem engagiert sich Andrea Gebhard seit Jahren berufspolitisch. Sie ist nicht nur Vorsitzende im Beirat der Bundesstiftung Baukultur, sondern war von 2007 bis 2013 als erste Frau Präsidentin des Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA).

Wir sprachen mit Andrea Gebhard und Florian Hochstätter über die Idee einer Einführung eines Referendariats, das die Position der Landschaftsarchitektur in den Führungsebenen der Staatsbauverwaltungen stärken soll. Das ganze Interview lesen Sie hier.

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Gewinner des European Prize for Urban Public Space

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Das Gewinnerprojekt des European Prize for Urban Public Space 2022. Bildquelle: © 2021 OKRA landschapsarchitecten
Das Gewinnerprojekt des European Prize for Urban Public Space 2022: Erneuerung des Catharijnesingel-Kanals in Utrecht von OKRA landschapsarchitecten. Foto: © 2021 OKRA landschapsarchitecten
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Im November 2022 wurde der 11. European Prize for Urban Public Space vergeben. Gewinner ist das niederländische Studio OKRA landschapsarchitecten mit der Erneuerung des Catharijnesingel-Kanals in Utrecht. Lesen Sie hier alles über den Preis und das Gewinnerprojekt.

Eine exemplarische Intervention für Städte im Klimawandel

Eine internationale Jury hat am 15. November in Barcelona den European Prize for Urban Public Space an die Restaurierung des Catharijnesingel-Kanals in Utrecht (Niederlande) vergeben. Das niederländische Büro OKRA landschapsarchitecten ist damit Gewinner des Preises 2022. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass die Wiederherstellung des Kanals und des linearen Parks an seinem Ufer eine beispielhafte Intervention für das Überleben von Städten im Klimawandel darstelle.

Der Kanal in Utrecht ist wichtig für die Widerstandsfähigkeit der Stadt. Denn er erhöht ihre Fähigkeit, mit Phänomenen wie extremer Hitze, Stürmen und Überschwemmungen umzugehen. Das Gewinnerprojekt arbeitet an der Wiederherstellung des Wassers und der Pflanzenwelt. Dies trägt dazu bei, CO2 zu binden und die Verschmutzung rund um den Kanal sowie im Wasser zu verringern. Als Ergebnis ist der Kanal zu einem begehrten Aufenthaltsort für die Bewohner*innen von Utrecht geworden. Außerdem sind neue Lebensräume für Tiere entstanden.

Die Wiederherstellung des Kanals ist Teil einer größeren städtischen Umgestaltung in Utrecht. Die Jury betonte, dass der Blick in die Zukunft mit Hilfe von Elementen aus der Vergangenheit der Stadt hier besonders ist. So wurde der Kanal nach einer 50-jährigen Phase als Autobahn in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Damit verringert das Projekt nicht nur den motorisierten Verkehr, sondern es legt den Schwerpunkt auch auf die Mobilität von Fußgänger*innen.

Der Catharijnesingel-Kanal in Utrecht ist dank der Restaurierung und des neuen linearen Parks wieder zu einem beliebten Aufenthaltsort geworden. Foto: © 2021 OKRA landschapsarchitecten
Der Catharijnesingel-Kanal in Utrecht ist dank der Restaurierung und des neuen linearen Parks wieder zu einem beliebten Aufenthaltsort geworden. Foto: © 2021 OKRA landschapsarchitecten

Das Gewinnerprojekt des European Prize for Urban Public Space

Die Gemeinde Utrecht hat das Catharijnesingel-Kanal-Projekt aus dem Jahr 2020 in Auftrag gegeben. Bei der Preisverleihung ging es insbesondere um die Sanierung des letzten Abschnitts. Diese umfasst einen Bereich von etwa 1,1 Kilometern Länge. Insgesamt hat der Kanal nun eine Länge von fast 6 Kilometern. Rund 40 000 Kubikmeter Wasser sind bereits in ihn zurückgeflossen.

OKRA hat im Zuge der Arbeiten am Verlauf des Kanals sowie der Erweiterung des Zocherparks den Verkehr neu geordnet und umgeleitet, sodass Fußgänger*innen nun Vorrang haben. Der Spazierweg entlang am Kanal ist deutlich länger als zuvor. Er lädt zur Freizeit- und Sportnutzung ein. Zudem könne Besuchende Kunstwerke auf den Weisen erkunden, die Freizeitbereiche nutzen und viele verschiedene bepflanzte Flächen anschauen.

Das Hauptziel des Projekte war die Wiederherstellung des Zugangs zum Wasser. Nun sind die Einwohner*innen von Utrecht in der Lage, die historische Beziehung ihrer Stadt zum Wasser und zum Kanal wieder vor Ort zu erleben. Der neue lineare Park am Ufer hat eine direkte Verbindung zum bestehenden Zocherpark. Dabei hat OKRA auf biologische Vielfalt bei den Bäumen geachtet und blühende Varianten gewählt, die Bienen anziehen. Dies fördert die Artenvielfalt und bietet zudem in jeder Jahreszeit ein attraktives Erscheinungsbild. Des Weiteren schaffen Materialien wie Klinker und Kies eine visuelle Verbindung zum historischen Zentrum von Utrecht.

Aspekte wie soziale Interaktionen, durchlässige Oberflächen und Artenvielfalt führen laut der Jury des European Prize for Urban Public Space zu gesunden, nachhaltigen sowie lebenswerten Städten. Die Hoffnung ist, dass das Gewinnerprojekt einen neuen Standard für die nachhaltige Stadterneuerung setzen kann.

Das Gewinnerprojekt stellt die historische Beziehung zum Wasser im Herzen von Utrecht wieder her. Foto: © 2021 OKRA landschapsarchitecten
Das Gewinnerprojekt stellt die historische Beziehung zum Wasser im Herzen von Utrecht wieder her. Foto: © 2021 OKRA landschapsarchitecten

Die Finalistenprojekte

Bei der Preisverleihung hob die Jury des European Prize for Urban Public Space 2022 auch die Arbeit der anderen vier Finalisten hervor:

  • FLOW in Brüssel, Belgien, von POOL IS COOL und Decoratelier Jozef Wouters: Dies ist seit 40 Jahren das erste neue Freibad in Brüssel. Es wurde unter Beteiligung von 50 jungen Menschen entworfen sowie gebaut und soll eine Treffpunkt darstellen.
  • Hage in Lund, Schweden, von Brendeland & Kristoffersen Architekten und Price & Myers: Der Hof ist an drei Seiten von Mauern umschlossen und befindet sich auf einem noch unbebauten Grundstück am Stadtrand von Lund. Er steht den Bürger*innen offen und soll die allmähliche Entwicklung des Ortes einleiten.
  • Platz von Saint Sernin in Toulouse, Frankreich, von Joan Busquets, Pieter-Jan Verlsuys, BAU: Auf dem historischen Platz wurden Autos verboten sowie die verlorenen Bäume wieder eingesetzt. Dadurch kann er wieder für eine Reihe von öffentlichen Nutzungen dienen.
  • Stadtgarten „Sporta pils dārzi“ in Riga, Lettland, von Artilērijas dārzi: Der städtische Gemeinschaftsgarten ist das Ergebnis einer öffentlichen Initiativen zur Wiedergewinnung eines verlassenen Grundstücks. Es handelt sich um ein neues Modell für den städtischen Raum, das einen Gemeinschaftsraum integrieren soll.

Der European Prize for Urban Public Space

Bei der 11. Ausgabe des European Prize for Urban Public Space, eine Initiative des Zentrums für zeitgenössische Kultur in Barcelona, Centre de Cultura Contemporània de Barcelona (CCCB), gab es eine breite Beteiligung. Die Teilnehmeranzahl überstieg bisherige Rekorde: Insgesamt wurden 326 Projekte aus 35 Ländern eingereicht. Sie alle zeigten Lösungen für aktuelle Herausforderungen in europäischen Städten. Nach der Pandemie ist es besonders der Klimawandel, mit dem sich städtische Projekte auseinandersetzen, um eine lebenswertere Stadt zu erreichen.

Der European Prize for Urban Public Space wird alle zwei Jahre verliehen. Es handelt sich um einen Ehrenpreis, der seit 2022 an die besten Projekte zur Schaffung, Umgestaltung und Wiederherstellung öffentlicher Räume in europäischen Städten geht. Die offizielle Preisverleihung fand im CCCB in Barcelona statt. Vertreter*innen der fünf Finalisten-Projekte sowie Núria Marín Martínez, Präsidentin der Deputation der Provinz Barcelona, waren anwesend.

Die Jury unter dem Vorsitz Galí-Izard, Landschaftsarchitektin, Ingenieurin und Professorin an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, war bereit aufgestellt. Bewerbungen für den nächsten European Prize for Urban Public Space sind voraussichtlich ab 2023 möglich.

Übrigens: Hier können Sie noch mehr erfahren über den European Prize for Urban Public Space 2022.

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WETT­BE­WERBSÜBER­SICHT AU­GUST 2018 – Update

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„Am Bahnhof“ in Kolbermoor – 1. Preis Auer Weber, Stuttgart mit grabner huber lipp, Freising

Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen über die spannendsten Wettbewerbsergebnisse der letzten zwei Wochen und was man über sie wissen muss.

13 Planungsteams konkurrierten im städtebaulichen Realisierungswettbewerb um das rund 3,1 Hektar große innerstädtische Bahnhofsareal in Kolbermoor. Das Planungsteam Auer Weber Architekten mit Landschaftsarchitekten und Stadtplanern grabner huber lipp siegten mit ihrem neugestalteten Bahnhofsumfeld. Der Entwurf definiert klar den Bahnhofsvorplatz. Im Norden begrenzt eine neue Wartehalle die weitläufige Platzfläche. Der Baukörper verlängert das bestehende Bahnhofsgebäude nach Westen und fasst den Platz rechtwinklig dazu mit überdachten Fahrradstellplätzen. Die Grundentscheidung, das Apothekengebäude im Süden zu erhalten, wirke sich deutlich auf die räumliche Organisation des wohl proportionierten Platzes aus, so die Jury. Südlich davon greift eine „Grüne Fuge“ historische Bezüge auf und bildet Eingang und Puffer zwischen Bahnhofsareal und angrenzendem Wohnquartier. Das Bahnhofsareal im Osten bildet den städtebaulichen Auftakt mit öffentlicher Infrastruktur, die sich nach Westen zunehmend abstuft – über Parkhaus und Gewerbe mit Dienstleistungen, bis hin zur privaten Wohnnutzung mit reinen Wohnhöfen.

Alle Fotos: © Auer Weber/ grabner huber lipp

Heike Vossen ist freie Landschaftsarchitektin und hat einen Abschluss der Freien Journalistenschule. Als Fachjournalistin schreibt sie über Themen für die Bau- und Planungsbranche. Ihr Fachbuch „Gärten am Hang“ erschien beim Verlag Eugen Ulmer. Kontakt: info@gruentext.de

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