Mithilfe eines Computermodells hat die NASA den CO2-Kreislauf auf der Erde dargestellt. Das Modell mit dem Namen GEOS-5 wertet Daten wie die Treibhausgasemission und Luftpartikel aus und stellt die CO2-Konzentration farblich da.

Im Jahresverlauf wird deutlich, dass die Wälder der nördlichen Hemisphäre einen großen Beitrag dazu leisten, CO2 aufzunehmen, denn ab Juni nimmt die Belastung in der Luft erheblich ab. Es wird auch deutlich, dass die CO2-Konzentration über Nordamerika und Asien besonders hoch ist.

Eine aktuelle Hochrechnung, über die wir bereits im September berichteten, schätzt, dass es 3,04 Billionen Bäume auf der Erde gibt, mehr als 420 pro Mensch. Der Studie zufolge hat sich der Bestand in den letzten 12.000 Jahren halbiert und wird sich im Laufe der nächsten 150 Jahre wieder halbieren. Die CO2-Konzentration nimmt im Gegensatz dazu jährlich zu, nicht nur angesichts der Visualisierung der NASA eine erschreckende Entwicklung.

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Nicht überall fließt der Hachinger Bach so wie hier in Unterbiberg über der Erde. Doch das soll sich nun ändern. Foto: Rufus46 via Wikimedia Commons
Nicht überall fließt der Hachinger Bach so wie hier in Unterbiberg über der Erde. Doch das soll sich nun ändern. Foto: Rufus46 via Wikimedia Commons

Der Hachinger Bach verläuft von Oberhaching im Süden durch den Osten von München bis in den Isar-Kanal im Nordosten der Stadt. Auf einem Teilstück im Stadtteil Berg am Laim verläuft der Bach seit circa 90 Jahren in einem Betonrohr unter der Erde. Nun stehen die Chancen gut, dass der Hachinger Bach bald auch in Berg am Laim an die Oberfläche fließt.

Der aktuelle Bachlauf

Der Hachinger Bach ist das einzige Fließgewässer Münchens östlich der Isar. Insgesamt hat der Bach eine Länge von 33,4 Kilometern und entspringt im südlichen Teil der Münchner Schotterebene. Der Verlauf führt von Oberhaching, durch Unterhaching, Perlach, und ab dem „Michaelibad“ als Hüllgraben verrohrt einmal quer durch den Stadtteil Berg am Laim. Auf der Höhe von Daglfing kommt dar Bach wieder an die Oberfläche und fließt weiter in den Abfanggraben zum Speichersee Ismaning und schließlich in den Isar-Kanal.

Seit circa 90 Jahren liegt ein Teilstück des Bachlaufs in Berg am Laim in einem unterirdischen Betonkanal. Schon seit einigen Jahren gibt es immer wieder Planungen den Bach an die Oberfläche zu verlegen. Im südlichen Lauf des Baches bei Oberhaching und Neubiberg steht man wiederum vor ganz anderen Herausforderungen. Der Hachinger Bach ist hier in den vergangenen Jahren immer wieder über die Ufer getreten. Daher wollen die betroffenen Gemeinden zukünftig ein Hochwasserschutzkonzept erarbeiten.

Frühere und heutige Planungen zum Hachinger Bach

Der kanalisierte Abschnitt des Hachinger Bachs in Berg am Laim ist schon lange Thema im Stadtteil. So wurden bereits in den 50er Jahren erste Überlegungen angestellt den Hachinger Bach wieder an die Oberfläche zu bringen. Damals unter andrem im Zuge der Planungen für den Bau eines neuen Ostbads.

60 Jahre später hat die Stadt das Projekt dann wieder aufgegriffen. Im Jahr 2011 hat die Stadt München Planungen für die Offenlegung des Bachs sowie die Renaturierung im Stadtgebiet auf einer Strecke von 2,4 Kilometern beauftragt. Im Jahr 2014 gab es hierzu auch bereits einen Beschluss des Stadtrats. Die Renaturierung des Hachinger Bachs soll durchgeführt werden.

Das Vorhaben wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht vollständig umgesetzt. Weshalb der Bach immer noch verrohrt unter der Erde verläuft. Einer der Hauptgründe hierfür ist, dass die Stadt nicht im Besitzt aller Fläche ist und zum Teil noch in den Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern steckt.

Ostpark und Grünstreifen „Michaelianger“

Das erste Teilstück der Renaturierung des zukünftigen Baches hat die Stadt bereits umgesetzt. Ab der Kampenwandstraße, wo der Bach aktuell noch in den Untergrund geleitet wird, wurde in einem Bereich des Ostparks, dem Grünstreifen Michaelianger, das zukünftige Bachbett für den Hachinger Bach bereits modelliert und die angrenzenden Grünflächen gestaltet. Aktuell liegt das Bachbett aber noch trocken. Auf einer Länge von 700 Metern kann man sich hier aber bereits ein Bild davon machen, wie der Hachinger Bach zukünftig durch den Ostpark mäandern soll. Auf höhe der U-Bahnhaltestelle Josephsburg ist dann aber wieder Schluss mit dem zukünftigen Bachlauf.

Quartiersentwicklung Truderinger Acker

Etwas weiter nördlich wurde nun ein weiteres Teilstück des Hachinger Bachs zumindest Planungsrechtlich gesichert. Im November 2022 wurde der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan, des Quartiers Truderinger Acker in Berg am Laim vom Stadtrat beschossen. Auf der Fläche sollen zukünftig 820 neue Wohnungen entstehen. Im Rahmen der Entwicklung des neuen Quartiers wurde der Hachinger Bach in die Freiraumgestaltung mit einbezogen. Der zukünftige Bachlauf soll südlich der neu gebauten Häuser in einem geschwungenem Lauf bis zur ostgrenze der Fläche verlaufen und schließlich der östlichen Grundstückgrenze nach Norden folgen. Die natürliche Gestaltung des Hachinger Bachs wurde im Bebauungsplan festgesetzt.

Flächen für die Renaturierung

Das aktuell noch fehlende Verbindungsstück zwischen Michaelianger und Truderinger Acker umfasst eine Länge von circa 760 Metern. Die entscheidenden Grundstücke, auf denen der Hachinger Bach zukünftig verlaufen soll, gehören der Pfarrpfründestiftung St. Michael. Diese wiederrum verpachten die Flächen an das Katholische Siedlungswerk München. Die Verhandlungen zwischen der Erzdiözese München und Freising und der Stadt München laufen derzeit noch. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, haben die Kirchlichen Träger der Maßnahme grundsätzlich zugestimmt und es gibt bereits einen „Dienstbarkeitsentwurf“, dass die Stadt München die Flächen für die Renaturierung nutzten darf.

Die Offenlegung des Hachinger Bachs

Sollten die noch offenen Punkte zeitnah geklärt werden können, stehen die Chancen gut, dass der Hachinger Bach bald in Berg am Laim wieder in großen Teilen an der Oberfläche fließen, kann. Nach Schätzungen der Behörden wird es dann etwa vier Jahre dauern, bis die Arbeiten abgeschlossen sind.

Freilegung der Moosach

Doch der Hachinger Bach ist nicht das einzige Fließgewässer, was wieder an die Oberfläche geholt wird. Auch nördlich von München wird aktuell ein ähnliches Projekt umgesetzt. Die durch Freising fließende Moosach wird aktuell im Bereich der Altstadt wieder an die Oberfläche verlegt. Auch die Moosach verlief lange Zeit unterirdisch in einem Kanal. Nach längerer Planung hat die Stadt 2020 mit den Arbeiten zur Freilegung der Moosach begonnen. Die Offenlegung ist nun in den letzten Zügen.

In München Nordost soll nicht nur der Bach freigelegt werden. Auf 600 Hektar soll neuer Raum für Wohnungen und Arbeitsplätze entstehen. Das Gebiet zählt zu den letzten großen, noch freien Entwicklungsflächen der bayerischen Landeshauptstadt. Nun haben die Büros Rheinflügel Severin mit Bbz Landschaftsarchitekten den Ideenwettbewerb für sich entscheiden. Alles zum letzten Bauland in München Nordost hier.

Die bayerische Stadt Donauwörth hat sich freiwillig für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2028 gemeldet. Nun hat sie vier Jahre Zeit, um die Großveranstaltung zu planen. Foto: Flodur63, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Nachdem die Stadt Penzberg aus finanziellen Gründen von der Landesgartenschau 2028 zurücktreten musste, gibt es einen neuen Austragungsort: Donauwörth hat sich bereit erklärt, die bayerische Veranstaltung zu organisieren.

Neuer Austragungsort zeigt neue Chancen auf

Im August 2024 hat die bayerische Stadt Donauwörth sich freiwillig gemeldet, um die Landesgartenschau 2028 auszurichten. Nachdem die ursprüngliche Ausrichterin, die Stadt Penzberg, aufgrund finanzieller Engpässe zurücktreten musste, waren dies willkommene Nachrichten. Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber sagte: „Landesgartenschauen sind echte Chancen für Bayerns Städte und Gemeinden. Landesgartenschauen bieten vielfältige Möglichkeiten für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Donauwörth wird ein großartiger Gastgeber für die Landesgartenschau 2028 sein.“

Stadt am Fluss als Thema für die Landesgartenschau Donauwörth 2028

Die Stadt Donauwörth hat in kurzer Zeit ein Konzept für die Ausrichtung der Bayerischen Landesgartenschau 2028 vorgelegt. Sie möchte grüne Erholungsorte weiterentwickeln, neue städtebauliche Akzente setzen und Flächen aufwerten. Mit Unterstützung der Landesgartenschau wird es möglich sein, viele Visionen, die die Stadt schon länger hat, umzusetzen. „Besonders wichtig ist mir, dass es ein Gemeinschaftsprojekt für und vor allem mit den Bürgerinnen und Bürgern ist – denn wir alle sind Donauwörth. Jeder und jede soll sich in der Landesgartenschau wiederfinden und sich darauf freuen, Gästen aus nah und fern mit Stolz unsere schöne Stadt zu zeigen“, so Donauwörths Oberbürgermeister Jürgen Sorré.

Für die Landesgartenschau hat die Stadt Donauwörth drei Ansätze: „Stadt am Fluss“, „Naturräume verbinden“ und „Attraktivierung des Rad- und Fußwegenetzes“. Dafür plant sie, das bestehende Freiflächensystem rund um die Altstadt-Promenade und die Wörnitzaue besser zu verknüpfen und teils zu erneuern oder aufzuwerten. Neue öffentliche Grüne- und Freizeiträume im Donaubogen sowie auf dem Gelände der ehemaligen Schwabenhalle sollen eine parkartige Verbindung zum Donauspitz herstellen, um die Stadt so mehr mit der Donau in Bezug zu setzen. Unter anderem soll ein Strand an dem großen Fluss entstehen, um ihn zugänglich zu machen. Auch entlang der kleinen Wörnitz sind im Rahmen des Themas „Stadt am Fluss“ Aufwertungen geplant.

Drei geplante Brücken

Darüber hinaus plant Donauwörth weitere Landschaftsentwicklungsmaßnahmen entlang der wertvollen Auen- und Heidelandschaften. Zudem sollen die vorhandenen Wege entlang der Flüsse ausgebaut und optimiert werden, inklusive neuer Querungen über die Wörnitz und die Donau. So soll die Umgebung für den Rad- und Fußverkehr attraktiver gemacht werden.

Ein weiterer Bestandteil des Konzeptes für die Landesgartenschau 2028 in Donauwörth ist eine neue Verbindung über die Bundesstraße B2. Diese teilt die Stadt aktuell, aber nun soll eine direkte Verknüpfung zwischen Promenade und Parkstadt diese Trennung aufheben und zugleich neue Quartiersentwicklungsprojekte ermöglichen.

Auf dem bisher schmucklosen Volksfestplatz in der Nähe des Bahnhofs soll das zentrale Gelände der Landesgartenschau Donauwörth entstehen. Nach 2028 soll es als Grün- und Erholungsfläche bestehen bleiben. Die ehemalige Gewerbefläche am Zusamweg soll einen großen Park + Ride Parkplatz beherbergen und zugleich als neuer, großer Veranstaltungsplatz für Volksfeste und Zirkus genutzt werden.

Im Bereich des Münsters ist zudem ein Stadtbalkon geplant, der einen Blick in die Wörnitzauen bietet. Einige dieser Maßnahmen, wie etwa die drei geplanten Brücken, sind bereits Teil der Agenda der Stadt und der Haushaltsplanung. Andere Maßnahmen lassen sich nur mit der Unterstützung der Landesgartenschau realisieren. Eine Herausforderung für die Stadt wird darin bestehen, Maßnahmen wie die Fußgänger- und Radfahrerbrücken innerhalb von nur vier Jahren zu genehmigen und zu bauen.

Ein durchdachtes Konzept

In Bayern findet fast jedes Jahr eine Landesgartenschau statt. Das Umweltministerium des Freistaats engagiert sich seit 44 Jahren in der Förderung von Gartenschauen und hat insgesamt bereits rund 80 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung gestellt. So konnten im Bundesland knapp 550 Hektare Fläche neu begrünt und aufgewertet werden – etwa so viel wie 760 Fußballfelder. Über 25 Millionen Menschen haben die Landesgartenschauen in Bayern bereits besucht.

Die Große Kreisstadt Donauwörth ist nun der Nachrücker für Penzberg. Schon im Jahr 2021 hatte die Stadt Interesse für den Zeitraum von 2028 bis 2032 Interesse bekundet, dann aber aus Rücksicht auf eine benachbarte Stadt von der Bewerbung abgesehen. So wollte sie Konkurrenz im Landkreis Donau-Ries vermeiden.

Aber nachdem Penzberg zurücktreten musste, hat die Landesgartenschau GmbH gemeinsam mit dem Umweltministerium Donauwörth dazu ermutigt, sich als Nachrücker zu bewerben. Da die Stadt nicht bei Null beginnt – auch 2007 hatte sie sich schon einmal beworben – hat sie den Vorteil, bereits ein durchdachtes Konzept vorliegen zu haben. Dank der kürzlich von Bayern beschlossenen Erhöhung der Zuwendungen für Landesgartenschauen sind nun Zuschüsse bis zu 80 Prozent möglich. Erstmals wird die Durchführung einer Landesgartenschau mit bis zu einer Million Euro gefördert. Donauwörth hat einen maximalen Eigenanteil von 8,2 Millionen Euro definiert.