Cultural Corridor Chapultepec

Wie verwandelt man eine mehrspurige Hauptverkehrsader in einen öffentlichen Park? Derzeit arbeiten drei mexikanische Büros, FR-EE, FRENTE und RVDG, zusammen mit Landschaftsarchitekt Mario Schjetnan an dem Entwurf „Cultural Corridor Chapultepec (CCC)“. Ihr Ziel: Die geschichtsträchtige Straße Avenida Chapultepec den Fußgängern zurückgegeben.

Zugunsten von Busspuren und öffentlichen Plätzen und Parks soll die Straßenfläche verkleinert und an den Rand verschoben werden. Teilweise soll die Promenade in der Mitte des CCC auf 57 Meter Breite ausgeweitet werden. Verschiedene Nutzer mit Fahrrad, Rollstuhl, Skateboard und Kinderwagen erhalten eigene Spuren.

„Dieses Projekt wird die Umgebung organisieren, die Grünflächen verdoppeln, die Menschen wieder miteinander verbinden und die vielen Kulturen in der Stadt feiern“, verspricht Fernando Romero. Die unterschiedlichen Kulturen, die in der Stadt zusammenkommen, sollen durch verschiedene „Charakter-Zonen“ widergespiegelt werden.

Eine zweite, höhergelegene Ebene soll die Fußgänger mit Shops und Grünanlagen vom Straßenlevel abheben. Die Flora wurde dabei sorgfältig ausgesucht, sie soll nicht nur Schatten spenden, sondern auch dem „Urban Heat Island“-Effekt entgegenwirken, der Effekt, dass Städte sich schneller aufheizen und langsamer abkühlen als ihr Umland. Zur Bewässerung soll recyceltes Regenwasser genutzt, Strom für Läden und Stände durch Solarenergie erzeugt werden.

Seit jeher ist die Avenida Chapultepec für die Stadt von hoher Bedeutung. Es wird vermutet, dass die Straße ein Verbindungsweg aus der Zeit der Azteken zwischen der Stadt und Chapultepec ist, der Ort, an dem die Herrscher wohnten. Im 18. Jahrhundert führte ein Aquädukt entlang der Straße Wasser ins Innere Mexico Citys, von dem heute noch 22 Bögen existieren. Auch die erste Tram-Linie und die erste U-Bahn-Linie der Stadt sowie eine der ersten Filmaufnahmen in der Mexikanischen Filmgeschichte bereichern die Geschichte der Straße. Über die Jahre wurde aus dem ruhigen Weg eine Schnellstraße, die den historischen Kontext völlig missachtete. Für die beiden Quartiere Zona Rosa und Condesa-Roma werden bislang durch den mehrspurigen Hauptverkehrsweg vielmehr getrennt als verbunden.

Der CCC soll Denkanstoß für die Einwohner und das ganze Land werden und dem urbanen Grün einen neuen Stellenwert verleihen. Statt einer unsichtbaren Wand entstünde ein Treffpunkt, der die angrenzenden Nachbarschaften wieder zusammenbringen soll.

Das Konzeptvideo in Spanischer Sprache sehen Sie hier:

 

Projektdaten Cultural Corridor Chapultepec, Mexico City
Auftraggeber: Sapi de CV
Fläche: 42.000 Quadratmeter
Geschätzte Bauzeit: 2015-2017
Architekt: FR-EE, FRENTE, RVDG
Landschaftsarchitekt: Mario Schjetnan GDU