Dachbegrünung: Vorteile im Überblick

Grüne Dächer sehen gut aus und sorgen innen wie außen für ein besseres Klima. Doch nicht jedes Dach ist für eine Begrünung geeignet. Was Sie beim Thema „Dachbegrünung“ wissen müssen und wie man sie anlegt, das lesen Sie hier. 

Die ersten in der Geschichtsschreibung erwähnten grünen Dächer dürften die schon vor Beginn unserer Zeitrechnung entstandenen „Hängenden Gärten von Babylon“ sein. Schon damals schätzten die Bürger*innen die Vorteile des auf die Dächer geholten Grüns, allen voran die optische Aufwertung des Stadtbilds. Doch auch das Klima der unter begrünten Dächern befindlichen Räumen verbessert sich: Im Sommer kühlt das grüne Dach durch Lichtabsorption, Lichtreflektion und die Verdunstung von Wasser. Im Winter stellt die Dachbegrünung dagegen eine Dämmschicht gegen die Kälte dar.

Der Hauptnachteil einer Dachbegrünung sind aber die höheren Anschaffungskosten im Vergleich zum normal gedeckten Dach. Der Aufwand für die Abdichtung gegen eindringende Feuchtigkeit und einwachsende Wurzeln kann folglich die Kosten eines Gründachs auf das Doppelte eines normalen Dachs anwachsen lassen. Je nach Art des begrünten Dachs sind unter Umständen also auch die laufenden Kosten für die Instandhaltung höher als beim unbegrünten. Zudem muss die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion geprüft werden. Die Dachbegrünung kann darüber hinaus erhebliche zusätzliche Flächenlasten verursachen und viele Dächer verbieten sich deswegen statisch dafür. Ab zehn Grad Dachneigung kann es überdies notwendig werden, die Dachbegrünung dann vor dem Abrutschen zu sichern.

Dachbegrünung: Arten

Bei der Dachbegrünung unterscheidet man zwischen extensiver, intensiver und semi-intensiver Dachbegrünung. Wie man diese voneinander unterscheidet, lesen Sie nachfolgend.

Extensiv

Intensiv

Checkliste Dachbegrünung

Semi-Intensiv

Sie wollen ein Dach oder mehrere Dächer begrünen? Dann sollten Sie folgende Punkte beachten.

Dachbegrünung: Stadt München Spitzenreiterin im landesweiten Vergleich

Mit dem BUGG-Marktreport Gebäudegrün 2020 veröffentlichte der Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG) erstmals eine Übersicht der aktuell wichtigsten Zahlen zu Dachbegrünung, Fassadenbegrünung und Innenraumbegrünung in Deutschland. Der Bericht verdeutlicht, dass die Gebäudebegrünung nicht mehr nur ein Nischenprodukt ist. Der Gebäudebegrünungsmarkt wachse und dies spiegle sich an der Vielzahl von unter anderem Dachbegrünungs-Projekten wider, so der offizielle Bericht.

Dachbegrünung: Best Practices

Zudem sollen im Jahr 2019 insgesamt über sieben Millionen Quadratmeter Dachfläche begrünt worden sein. In Deutschland liege also die Summe der begrünten Dachflächen in der Größenordnung von etwa 120 Millionen Quadratmetern. Außerdem habe man im Jahr 2019 insgesamt 90 000 Quadratmeter Fassadenfläche begrünt. Mit über drei Millionen Quadratmetern Dachbegrünungsfläche sei darüber hinaus die Landeshauptstadt München die Gründach-Vorreiterstadt. Stuttgart führe aber mit gut vier Quadratmetern Gründach pro Einwohner*in. Der durchschnittliche Gründach-Index (also Quadratmeter Gründach pro Einwohner*in) liegt laut dem BuGG bei 1,2.

In den letzten Jahren sind erstens allgemein mehr Dachbegrünungsprojekte entstanden, zweitens werden auch die Namen der beauftragten Büros immer größer. So arbeiten aktuell die Bjarke Ingels Group (BIG) und Heatherwick Architects an einem Dachbegrünungs-Leuchtturmprojekt für das Londoner Google-Headquarter. Aber auch Herzog & de Meuron realisieren darüber hinaus in den kommenden Jahren ein großes Dachgarten-Projekt im Basler Süden. Eine Auswahl der größten und wichtigsten Dachbegrünungsprojekte der vergangenen Jahre haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

Chicago City Hall – USA

Das begrünte Dach des Rathauses von Chicago ist eines der berühmtesten Beispiele für Dachbegrünung. Dieses wurde 2001 mit insgesamt 3 600 Quadratmeter Grünfläche ausgestattet. Mehr als 20 000 Pflanzen aus 150 verschiedenen Arten sorgen unter anderem für jährlich etwa 90 Kilogramm Honig, den die auf dem Dach beheimateten Bienenvölker produzieren.

Bürgermeister Richard M. Daley wollte mit dem City Hall’s Rooftop Garden den städtischen Wärmeinseln begegnen und die städtische Luftqualität verbessern. Das lokale Umweltministerium beauftragte also für das Projekt ein Team von Landschaftsarchitekt*innen, Architekt*innen, Bauingenieur*innen und Ökolog*innen. Das Projekt gewann 2002 den Professional Merit Award der American Society of Landscape Architects.

 

Namba Parks Osaka – Japan

Über acht Stockwerke zieht sich die Dachgartenlandschaft im Büro- und Shoppingkomplex “Namba Parks” und dient so als innerstädtische Oase.

Ursprünglich war das Osaka Stadion für Baseball gedacht – dafür entworfen hatte es der japanische Architekt Sakakra Junzō in den 1940er-Jahren. Als es schließlich 1998 geschlossen wurde, begann es zu verfallen. Erst 2000 riss man es ab. Die Fläche gehört der Bahngesellschaft Nankai Electric Railway und befindet sich direkt neben dem Namba-Bahnhof. Im Wissen, dass Ankommende von Osaka als erstes das Gebäude auf diesem Gelände sehen würden, beauftragte die Eigentümerin Nankai Electric Airway die Planer*innen von Jerde Partnership. Sie erhielten den Auftrag, ein Tor in die Stadt zu entwerfen, das Osakas Identität neu definierten würde.

Osaka ist eine dichte Stadt – Jerde beschreibt die Umgebung als rau. Aus diesem Grund reagierten die Planer*innen mit einem Naturerlebnis. Ihr Ziel war es, die Natur und die Erholung zu zelebrieren, Menschen und Kuluren miteinander in Verbindung zu bringen. Dafür designten die Planer*innen von Jerde einen 30-stöckigen Büroturm und ein Einkaufszentrum. Dieses beherbergt auch das Herzstück des Projekts: den Namba Park. Denn Besucher*innen steigen über acht Stockwerke auf das Dach des Shopping Centers. Und dieses Dach ist durchweg begrünt – sie steigen durch die Natur. Fast wie auf einen Berggipfel.

Ein gewundener Pfad, der einen Canyon darstellt, teilt die Parkebene. Zwischen Bäumen und Wasserspielen bieten sich Terrassen und weite Grünflächen an, von den Besucher*innen als Erholungsflächen genutzt zu werden. Dazu kommt ein Amphitheater sowie Flächen für Gemeinschaftsgärten und Wagengeschäfte, Teiche und Büsche. Bewässert wird das Ganze durch aufbereitetes Abwasser der Restaurants im Einkaufszentrum.

Das Projekt inmitten des Geschäftsbezirks von Osaka ist intelligent, nachhaltig und zugleich verkehrsorientiert. Jerde Partnership konnte den wirtschaftlichen Nutzen mit einem umweltfreundlichen Design vereinbaren.

Kö-Bogen Düsseldorf – Deutschland

Der Kö-Bogen II in Düsseldorf fällt auf, und zwar sofort. Das liegt an seiner grünen Fassade – eine Fassade, wie es sie bisher in Deutschland noch nicht gibt. Insgesamt 30 000 Pflanzen ließen die Architekt*innen von Christoph Ingenhoven Architects entlang von drei der fünf Gebäudeseiten anbringen. So auch auf dem Dach.

Christoph Ingenhoven möchte der Stadt so viel Grünraum zurückgeben wie möglich. Die Hainbuchhecken am Kö-Bogen II (eine heimische Pflanzenart) sind zwar für die Öffentlichkeit nicht begehbar. Die Vorteile der Pflanzen kriegt sie dennoch zu spüren. So schirmen die Pflanzen im Sommer die Sonnenstrahlen ab und reduzieren den innerstädtischen Wärmeeffekt. Zugleich binden sie Kohlendioxid, binden Feuchtigkeit und dämpfen Lärm. Ein weiteres Plus: Sie fördern die Biodiversität.

Die positiven ökologischen Effekte der 30 000 Hainbuchhecken lassen sich umrechnen: Laut Ingenhoven Architects schaffen sie einen ökologischen Nutzen von rund 80 ausgewachsenen Laubbäumen. Woher die Planer*innen das so genau wissen? Ingenhoven Architects lassen die Fassade wissenschaftlich begleiten. Das führte auch dazu, dass sie sich für Hainbuchhecken entschieden.

Die Pflanze ist sehr resilient – auch in der Stadt – und benötigt im Winter kein Wasser. Denn in den kalten Monaten trägt sie kein aktives Laub. Stattdessen färben sich die Blätter braun und bleiben am Spross hängen. Erst im Frühjahr fallen sie ab, kurz bevor wieder grüne Triebe sprießen. Dazu kommt, dass die Hainbuchhecken nur schwer entflammbar sind – ein wichtiger Sicherheitsaspekt.

Um die Hainbuchhecken zu warten, wurde eine Fachfirma engagiert. Außerdem brachten die Planer*innen Laufstege zwischen den Hecken an und sorgten in den vertikalen Bereichen für Befahranlagen.

Mehr zum Projekt und Ingenhovens Konzept lesen Sie in der G+L 11/21.

Auch lesenswert: Die Hamburger Behörde für Umwelt und Energie veröffentlichte 2019 einen umfassenden Leitfaden Dachbegrünung. Er vermittelt Fachwissen und praktische Informationen für das Planen und Ausführen von Dachbegrünung.

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Nationale Wasserstrategie vorgestellt

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Paketposthalle München: Herzog & de Meurons Masterplan in massiver Kritik. Auf dem Areal der Paketposthalle in München soll ein neues Stadtquartier entstehen. Es bietet 1 100 Wohnungen und Büros für 3 000 Arbeitsplätze. Nun liegt der neue Masterplan für das Gelände vom Architekturbüro Herzog & de Meuron vor. Doch die geplante Bebauung stößt in der Münchner Stadtgesellschaft auf massive Kritik. Alles zum Projekt lesen Sie auf garten-landschaft.de.

Mit BMW-Großaktionärin Susanne Klatten zur Smart City? Gemeinsam mit der Landeshauptstadt München, der Technischen Universität sowie Wirtschaftsvertreter*innen hat die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten ein kreatives Gründerzentrum gegründet. Das „Munich Urban Colab“ soll München zu einer der zehn grünsten Städte der Welt machen. Alles dazu auf garten-landschaft.de. 

Potsdamer Platz soll grün werden. 

Netto-Null und hohe Baukultur? Aber ja doch! Die Schweiz ist vom Klimawandel besonders betroffen. Nicht nur deshalb hat sie zum Ziel, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 auf netto null zu senken. Eine Initiative hat es sich nun zum Ziel gemacht, zu vermitteln, dass die Netto-Null mit qualitätvoller Baukultur einhergehen kann. Schweizer Planungsverbände gegründeten die „Klimaoffensive Baukultur“. BSA, BSLA, SIA, EspaceSuisse, der Heimatschutz und die Denkmalpflege vertreten mit der Initiative eine klare Haltung in neun Punkten. Mehr dazu erfahren Sie auf garten-landschaft.de.

Potsdamer Platz soll grün werden. Bis zum Jahr 2025 soll durch die Neugestaltung des Potsdamer Platzes in Berlin das Stadtquartier grün und fußgänger*innenfreundlich werden – das verkündete das kanadische Immobilienunternehmen Brookfield Properties im Juli. Was konkret geplant ist, lesen Sie auf garten-landschaft.de.

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Landesgartenschau Bad Dürrenberg 2024: Salzkristall & Blütenzauber

Die Installationen der Landesgartenschau Bad Dürrenberg 2024 erinnern an Salz, das jahrhundertelang das wichtigste Exportgut der Stadt in Sachsen-Anhalt war. Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH
Die Installationen der Landesgartenschau Bad Dürrenberg 2024 erinnern an Salz, das jahrhundertelang das wichtigste Exportgut der Stadt in Sachsen-Anhalt war. Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH

In der Solestadt Bad Dürrenberg findet in diesem Jahr die Landesgartenschau statt. Rehwaldt Landschaftsarchitekten haben den Wettbewerb zur Gestaltung des Gartenschaugeländes gewonnen. Mehr über den historischen Kurpark und das Rückgrat der Anlage für die Landesgartenschau Bad Dürrenberg.

Der historische Kurpark von Bad Dürrenberg liegt über dem Saaletal und stellt den Schauplatz der fünften Landesgartenschau von Sachsen-Anhalt dar. Die historische Gradieranlange der Stadt stellt das Rückgrat der Gartenschau dar. Dabei handelt es sich um das längste zusammenhängende und noch funktionsfähige Gradierwerk Europas. Es verwundert nicht, dass die Landesgartenschau Bad Dürrenberg 2024 ganz im Zeichen des Salzes und der Salzgewinnung steht. Zum Beispiel gibt es eine Salzlandschaft, eine Gradenbank, weiße Möbel und heilsamen Sole-Nebel, der das Gelände durchzieht.

Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden haben den Wettbewerb zur Gestaltung des Geländes schon im Jahr 2018 gewonnen. Sie haben den historischen Park und die angrenzenden Saalehänge im Rahmen der Gartenschau zu einem modernen, offenen und einladenden Erholungsraum umgestaltet. Dafür haben sie historische Anlagen saniert und um zeitgenössische Elemente ergänzt. Die Landesgartenschau Bad Dürrenberg ist vom 19. April bis zum 13. Oktober 2024 unter dem Motto „Salzkristall & Blütenzauber“ zugänglich. Tageskarten kosten 19 Euro pro Person.

Auf dem Weg zur grünen Solestadt

Wie viele andere Landesgartenschauen war auch die in Sachsen-Anhalt ursprünglich für 2022 angesetzt. Aufgrund der Pandemie wurde sie jedoch um zwei Jahre verschoben. Die Wettbewerbsgewinner Rehwaldt Landschaftsarchitekten entwickelten den historischen Kurpark für die Landesgartenschau Bad Dürrenberg als vielfältige Anlage weiter. Dabei wollten sie einerseits die historischen Anlagen wieder in Wert setzen und andererseits auch zeitgenössische Gartenräume integrieren.

Die Stadt erhofft sich durch das Großereignis einen positiven Einfluss auf ihr Image. Die Maßnahmen sollten unter anderem dazu beitragen, Bad Dürrenberg als „grüne Solestadt“ zu positionieren und sie als Wohn- und Lebensort zu präsentieren. So soll eine langfristig attraktive Entwicklung möglich sein.

Bad Dürrenberg liegt direkt an der Saale in der geschichtsträchtigen Region Saale-Unstrut. Halle, Leipzig und Naumburg sind die nächsten Großstädte und bieten gute Anbindungen. Salz prägt als „weißes Gold“ bis heute die Geschichte der Solestadt, die ein staatlich anerkannter Erholungsort mit staatlich anerkannter Heilquelle ist.

In der temporären Blumenhalle sind von April bis Oktober 2024 viele prächtige Blüten zu bewundern. Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH
In der temporären Blumenhalle sind von April bis Oktober 2024 viele prächtige Blüten zu bewundern. Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH

Imposantes Gradierwerk als Rückgrat der Gartenschau

Das Gelände der Landesgartenschau Bad Dürrenberg erstreckt sich über den historischen Kurpark der Stadt, den Saalehang und bis hinunter zur Flussaue, wo die alte Tradition des Obst- und Weinbaus wiederbelebt wurde. Die Fläche beträgt etwa 15,3 Hektar und Rehwaldt Landschaftsarchitekten stellten das Projekt 2024, rechtzeitig vor Beginn der Gartenschau fertig. Bauherrin war die Solestadt Bad Dürrenberg.

Besuchende können am Platz am Kohlebahntunnel verweilen, der nun zu einem multifunktionalen Stadtplatz geworden ist. Er bietet ein schattiges Gehölzdach, Sitzmöglichkeiten und Gastronomie sowie einen integrierten Informationspunkt zur Geschichte der Kohlebahn.

Von dort ist es nicht weit zum nördlichen Entree am Borlachplatz, der einen großzügigen Auftakt für die Landesgartenschau Bad Dürrenberg bieten soll. Ein Holzdeck bietet Schatten für alle, die am Haupteingang warten. Es folgt eine große Rasenfläche, die den Blick zum Borlachplatz mit seinen grünen und steinernen Zonen eröffnet. Das Gradierwerk dient als gestalterisches Motiv und als Identitätsstifter auf dem Platz. Mit seinen 636 Metern Länge und 12 Metern Höhe ist es ein imposantes Bauwerk, das als Rückgrat für einzelne Teilbereiche dient: Entree, Verbindung zur Rathausvorfläche, Verweilfläche mit Holzdeck und weitere Rasenfläche.

Die historische Gradieranlage von Bad Dürrenberg ist während der Landesgartenschau stets ein Motiv.  Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH
Die historische Gradieranlage von Bad Dürrenberg ist während der Landesgartenschau stets ein Motiv. Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH

Historische Kulturlandschaft an der Saale

Der Kurpark ist zu einer vielfältigen Anlage geworden und besitzt nun auch zeitgenössische Gartenräume, die über die Landesgartenschau hinaus wertvoll für die Stadt sein werden. Zugleich haben Rehwaldt Landschaftsarchitekten Wert darauf gelegt, historische Anlagen wie das Palmenhaus zu erhalten. Dort ist ein multifunktionalier Raum entstanden, der als Veranstaltungsort sowie als Präsentationsfläche für besondere Pflanzen dient. Die temporäre Blumenhalle steht während der Gartenschau neben dem sehr beliebten Palmen- und Vogelhaus.

Auch im nördlichen Kurpark sind die historischen Gartenstruktur nach wie vor vorhanden und wurden denkmalgerecht weiterentwickelt. Die wegebegleitenden Rabatten präsentieren verschiedene Pflanzthemen und neben dem Spielplatz gibt es ein Wasserparterre. Dieser hybride Gartenplatz bietet Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten.

In der Zone der Beamtengärten befinden sich die Themengärten mit integrierter Bühnenanlage. Dieser vielfältige Bereich ist bei der Landesgartenschau Bad Dürrenberg besonders beliebt. Und im Süden des Kurparks gibt es Sitzanlagen sowie das „Gradengrüst“, einen räumlichen Abschluss und Höhepunkt am südlichen Ende des historischen Gradierwerkes, das an die frühere Ausdehnung der Anlage erinnert.

Die Landesgartenschau zieht sich bis zum Saalehang herunter, wo eine historische Kulturlandschaft mit Gutsgärten, neu aufgerebten Weinterrassen und Obsthainen zu sehen ist. Das Café am Amtsberg ist ein neuer Anziehungspunkt. Zudem ist das Wasser dank Bade- und Gondelsteg und Holzstegen entlang des Saaleweges leichter zu erreichen.

Eine neue Wasserfläche wertet den Kurpark auf und bietet Platz für Spiel und Erholung. Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH
Eine neue Wasserfläche wertet den Kurpark auf und bietet Platz für Spiel und Erholung. Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH

Solefest und Landesgartenschau in Bad Dürrenberg

Das Preisgericht entschied sich für den Vorschlag von Rehwaldt Landschaftsarchitekten, da sich die Arbeit stark am Vorhandenen orientierte und so die Denkmalpflege wertschätzt. Kurpark und Waldgarten wurden beinahe gänzlich in ihrer Struktur belassen oder behutsam erneuert. Zudem betonte die Jury den großzügigen Eingang, die breite Promenade entlang des Hauptbauwerks, den freien, steinernen Borlachplatz und die Freifläche am Palmenhaus. Der Natur- und Artenschutz am Saalehang war ein weiterer Grund für die Entscheidung.

Noch bis Oktober ist die Landesgartenschau Bad Dürrenberg zu bewundern. Wer mehr über die Geschichte der Solestadt lernen möchte, kann den Borlachturm mit seinem Museum besuchen. Bis 1963 wurde in Bad Dürrenberg noch Salz hergestellt. Jedes Jahr im Juni feiert die Stadt die Erschließung der Solequelle durch Johann Gottfried Borlach im Jahr 1763 – dieses Jahr dürfte es dank der Landesgartenschau ein besonders ausgelassenes Fest werden.

Weiterlesen: Alle Landesgartenschauen 2024 im Überblick.