Steingarten: Unsere aktuellen Top Ten der Gärten des Grauens

Der Ruf des Steingartens eilt ihm voraus: Er torpediere die Artenvielfalt, unterstütze die Flächenversiegelung und schade dem Ökosystem „Stadt“. Warum das so nicht korrekt ist, wieso der Unterschied zwischen den Begriffen Schotter- und Steingarten so wichtig ist und was Sie tun können um einen umweltfreundlichen Steingarten anzulegen, das lesen Sie hier.

Er gilt als der natürliche Feind der Biodiversität: der Steingarten respektive der Schottergarten. Und dennoch ist er in Deutschlands Städten – und allen voran in Deutschlands Vorstädten oder ländlichen Gegenden – zuhauf zu bemerken. Allen voran Ulf Soltau rückte den Steingarten in den Fokus der Öffentlichkeit. Der studierte Biologe veröffentlicht seit Februar 2019 auf seinen Facebook- und Instagram-Accounts regelmäßig neue Impressionen von den sogenannten „Gärten des Grauens“. Auf G+L.de berichteten wir hier bereits von den Gärten des Grauens.

Man sieht dort besonders hässliche und dadurch aber auch durchaus beeindruckende – vermeintliche – Steingarten-Beispiele. Der eine „Steingarten“ hebt sich durch reine Kargheit hervor, der andere „Steingarten“ spiegelt die volle Kreativität seiner Gestalter*innen wider. Hier zieren dann die klassischen Gartenzwerge das Grau, kleine Tierausstellungen amüsieren vorbeiziehende Spaziergänger*innen oder Wesen aus anderen Welten grüßen ihre Eigentümer*innen beim Nachhausekommen.

Nachfolgend haben wir unsere aktuellen Top Ten der Gärten des Grauens zusammengestellt.

Zum Instagram-Kanal „Gärten des Grauens“ geht es hier.

Der Steingarten im Zentrum eines gesellschaftlichen Konflikts

Die Gärten des Grauens finden aber nicht nur in sozialen Netzwerken statt. Vielmehr gelang Ulf Soltau mit seinem Buch „Gärten des Grauens“ der print-mediale Durchbruch. Inzwischen hat er sogar das zweite Buch „Noch mehr Gärten des Grauens“ veröffentlicht. Gleichzeitig bewirkte die Aufmerksamkeit tatsächliche Änderungen in den Bauordnungen zahlreicher Kommunen. Mehr und mehr Kommunen verbieten Schottergärten in neuen Bebauungsplänen.

Der Steingarten kann eine Oase der Biodiversität sein

Für viele Personen stellen die Verbote wichtige Zeichen für den Artenschutz und gegen die zunehmende Versiegelung von Flächen dar. Andere sehen im Steingarten-, beziehungsweise Schottergarten-Verbot einen Angriff auf ihre persönliche Ästhetik und Entscheidungsfreiheit. Sie, die Steingarten-Befürworter*innen, entscheiden sich häufig aufgrund seiner vermeintlichen Pflegeleichtigkeit und Zeitersparnis für den Schottergarten. Der Steingarten hat damit in Deutschland einen regelrechten, gesellschaftlichen Konflikt ausgelöst.

Der Titel „Noch mehr Gärten des Grauens“ erschien im Eichborn Verlag. Sie können das Buch hier bestellen.

Seit einigen Jahren umgibt den Steingarten also ein äußerst zweifelhafter Ruf. Dies ist aber so auch nicht ganz richtig. Denn der Steingarten muss nicht immer grau sein. Hierzu, zunächst eine kurze, aber wichtige Info über den Begriff „Steingarten“ an sich. Die Beispiele, die oben zu sehen sind, mögen Steingärten sein. Genauer lässt sich der gezeigte Typus jedoch als „geschotterter Steingarten“ oder „Schottergarten“ bezeichnen. Warum das so wichtig ist? Nun, während ein korrekt angelegter Steingarten eine Oase der Biodiversität sein kann, ist ein Schottergarten – und zwar ganz bewusst – das genaue Gegenteil davon.

Der Schottergarten: Nur vermeintlich pflegeleicht

Sehen wir uns also zunächst einmal diese Schottergärten an. Es handelt sich um großflächig mit Kies, Splitt, Geröll oder eben Schotter verschüttete Flächen, teils mit Verzierungselementen und manchmal mit vereinzelten, anspruchslosen Pflanzen. Die vermeintliche Pflegeleichtigkeit eines solchen Schottergartens bei gleichzeitig ordentlichem Erscheinungsbild ist also die Hauptmotivation derjenigen, die ihn anlegen.

Häufig Komplettaustausch der Schotterauflage nötig

Unkraut jäten, Rasen mähen, Gießen, Spinnen, Ameisen und andere Insekten – all das erhofft man sich im Schottergarten auf Dauer sparen zu können. Doch egal wie aufwendig die Schotterauflage auch durch Wurzelsperren vom Untergrund abgetrennt wurde, entsteht durch den unvermeidlichen Eintrag von Laub, Vogelkot und anderem organischen Material in die Auflage bereits nach wenigen Jahren bester Erdboden, in dem sogleich die ersten Keimlinge zu gedeihen beginnen. Ebenfalls besiedeln mit den Jahren Moose und Algen vor allem diejenigen Steine, die sich in Schattenlagen befinden. Um diesen Prozess zu verlangsamen, erfordert ein Schottergarten regelmäßige Pflege, etwa per Laubgebläse, Hochdruckreiniger oder Abflämmer.

Gänzlich aufhalten lässt sich der Prozess der Renaturierung letztendlich nicht. Die zerklüftete Oberfläche der Schotterauflage macht es praktisch unmöglich, jedes Mal sämtliches organisches Material beim Reinigungsvorgang aus ihr zu entfernen. Selbst bei guter Pflege sieht ein Schottergarten nach spätestens zehn Jahren nicht mehr so akkurat und sauber aus, wie anfangs und je nach optischem Anspruch der Eigentümer*innen ist dann der Komplettaustausch der Schotterauflage und die Erneuerung der Wurzelsperre fällig. Wird ein Schottergarten überhaupt nicht gepflegt, kann er unter Umständen schon in weniger als drei Jahren nicht mehr ohne weiteres als solcher erkennbar sein.

Kommunen und Länder verbieten zunehmend Schottergärten

Schottergärten sind nicht nur biologisch weitgehend leblose Flächen. Durch ihre Wärmekapazität und die fehlende Verdunstung tragen sie zudem zur Erhitzung und Austrocknung des Stadtklimas bei. Sie reflektieren Schall außerdem in höherem Ausmaß als Grünflächen und sorgen so für eine lautere Stadt. Schotterflächen gelten wegen ihrer mangelhaften Wasseraufnahmekapazität in den meisten Kommunen zumindest als teilversiegelt. Sie unterliegen damit der Zahlungspflicht für Niederschlagswassergebühren. Ist der Schottergarten gar durch eine wasserundurchlässige Schicht aus Folie oder Beton vom Untergrund getrennt, liegt Vollversiegelung vor.

Mehr und mehr Gemeinden verhängen bekanntlich inzwischen Schottergarten-Verbote für neue Bebauungspläne. Einzelne Landesregierungen unterstützen außerdem dieses Vorgehen – darunter zum Beispiel Baden-Württemberg.

Der Steingarten als Biotop

Von kundiger Hand angelegte Steingärten sind aber strukturreiche und artendiverse Magerbiotope. Sie bieten Mikroklimata, in denen sich hochspezialisierte Pflanzen, viele davon aus dem alpinen Raum, wohlfühlen.

Für die Bepflanzung im Steingarten eignen sich mehrere hunderte Spezies, die sich durch ihre Genügsamkeit und Robustheit auszeichnen. Einige beliebte Beispiele sind Blaukissen, Polsterphlox, Thymian, Wollziest oder auch Enzian. Neben einer Vielzahl von Insekten, die in einem naturnahen Steingarten wohnen, dürfte die bekannteste Bewohnerin im Steingarten die streng geschützte Zauneidechse sein.

Das sollten Sie bei der Anlage eines umweltfreundlichen Steingartens beachten

Mehr Informationen zu besonders insektenfreundlichen (nicht nur Stein-)Gärten finden Sie hier.

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Eine langfristige, strategische Entwicklung der Stadt Mühldorf am Inn zeigt im Zukunftsbild durch die Entwicklung räumlich konkreter Interventionen den Istzustand von 2053. Bild: Paulina Schroeder
„InnLand nutzt UmLand“ fokussiert sich auf die Entwicklung der Land- und Agrarwirtschaft in der Region um Mühldorf am Inn. Eines der Ziele des Projekts, das im Rahmen einer Projektarbeit im Master Urbanistik an der Technischen Universität München entstand, ist es, die Stadt durch eine resiliente und produktive Landwirtschaft zu einer autarken Versorgergesellschaft zu wandeln. Daraus ergeben sich zeitgleich weitere Vorteile für eine soziale und grüne Stadtentwicklung.

Nicht nur in unserer Septemberausgabe 2023 machen wir Raum für Projekte aus dem Studium. Auch hier, auf unserer Webseite, stellen Studierende ihre eigenen Arbeiten selbst vor. Die Projekte finden Sie alle auf unserer Themenseite „Studium“ – und die Septemberausgabe gibt’s in unserem Shop.

Das Projekt

Die Projektarbeit “InnLand nutzt UmLandzeigt eine alternative Zukunft für die Ortsentwicklung in Mühldorf am Inn bis 2053. Das Ziel ist es, in den nächsten dreißig Jahren die Stadt nachhaltig und in Anbetracht der Landschaftsräume sowohl durch kurzzeitige als auch langfristige Investitionen in Ökonomie, Demografie und Nachhaltigkeit zu entwickeln. Im Fokus stehen dabei drei Interventionsräume an den Stadträndern, welche durch ihre unterschiedlichen Eigenschaften verschiedene Entwicklungspotentiale aufweisen und besonders zur Zukunft der Land- und Agrarwirtschaft in der Region beitragen sollen. Besonders im ländlichen Raum verliert der Arbeitsmarkt im Primärsektor an Bedeutung, neue Arbeitssektoren wie die Wissensökonomie gewinnen an Gewichtung. Doch genau das ländliche Umfeld bietet die Qualität der Sekundärstadt in einer Metropolregion. Zunehmender Zuzug aus der Stadt ist das Resultat.
Die drei Potentialräume an der Ortsrändern entwickeln sich über temporäre aktive Nutzungen langfristig zu Nachbarschaftstreffpunkten, wo lokale Nahrungsmittelproduktion und Veranstaltungen neues Wissen in der Bevölkerung generieren. Bild: Amelina Brandes, Lisa Kuchenreuther
Die drei Potentialräume an der Ortsrändern entwickeln sich über temporäre aktive Nutzungen langfristig zu Nachbarschaftstreffpunkten, wo lokale Nahrungsmittelproduktion und Veranstaltungen neues Wissen in der Bevölkerung generieren. Bild: Amelina Brandes, Lisa Kuchenreuther

Landwirtschaft resilient gestalten

Unser Ziel ist es, das Arbeitsfeld besonders für die künftige Generation durch Innovation und Transformation attraktiver zu machen und dem voranschreitenden Klimawandel und den zunehmenden Risiken der industriellen Landwirtschaft entgegenzuwirken. Ein erhöhter Wasserverbrauch, die Bodenübernutzung und zunehmende Ernterückgänge sind Auswirkungen eines monokulturellen Anbaus. Um die produktive Landschaft auch zukünftig erhalten zu können, muss diese resilienter gestaltet werden und ein Bewusstsein in der Gesellschaft entstehen. Um einen Zugang zu den Arbeitsprozessen zu ermöglichen, kann eine aktive Beteiligung an lokaler Produktion in den Stadtgebieten einen Impuls für einen solchen Wandel setzen.

Eine bessere Organisation und Vernetzung zwischen den ortsbildprägenden Akteuren erzeugt eine nachhaltige Entwicklung und wahrt die Landschaftsräume in der Stadt und der umgebenden Region. Bild: Paulina Schroeder
Eine bessere Organisation und Vernetzung zwischen den ortsbildprägenden Akteuren erzeugt eine nachhaltige Entwicklung und wahrt die Landschaftsräume in der Stadt und der umgebenden Region. Bild: Paulina Schroeder

Eine autarke Versorgungsgesellschaft soll entstehen

Die Kreisstadt soll Vorreiter für den Landkreis durch eine autarke Versorgungsgesellschaft werden. Der Eigenanbau von lokalen Produkten durch die Nachbarschaftsbeteiligung kann auf individuelle Haushalte übergreifen. Temporäre Nutzungen von Freiflächen werden langfristige Treffpunkte für Jung und Alt. Durch die neu geschaffene Attraktivität als Wohn- und Arbeitsstandort wird die junge Bevölkerung an den Standort langfristig gebunden. Arbeitsplätze in familienstarken Unternehmen vor Ort werden durch Anpassungsstrategien und Weiterentwicklung der Digitalisierung gestärkt. Neue, innovative Unternehmen im Bereich der Land- und Agrarwirtschaft bilden einen interessanten und zukunftsfähigen Berufszweig und ziehen Fachkräfte und Auszubildende an.

Nachhaltige Landwirtschaft bedeutet das Schaffen einer landwirtschaftlichen Struktur, in der umweltschonende Agrartechnologien eingesetzt sowie eine langfristige Schonung natürlicher Ressourcen voraus gesetzt werden. Bild: Mine Büyükişcana
Nachhaltige Landwirtschaft bedeutet das Schaffen einer landwirtschaftlichen Struktur, in der umweltschonende Agrartechnologien eingesetzt sowie eine langfristige Schonung natürlicher Ressourcen voraus gesetzt werden. Bild: Mine Büyükişcana

Flächenreduzierende Ortsentwicklung

Voraussetzung dafür ist der Bau flexibler und kleiner Wohneinheiten als Alternative zu den monofunktionalen Einfamilienhaus-Siedlungen. Nachverdichtung und Durchmischung in bestehenden Wohn- und Gewerbegebieten bringen ein möglichst nachhaltiges und flächenreduzierendes Stadtwachstum mit sich. Der Bau der Osttangente könnte als Umfahrung des Stadtkerns das hohe Verkehrsaufkommen im Zentrum reduzieren. Hauptverkehrswege bekommen weniger Bedeutung, Fuß- und Radwege gewinnen an Wichtigkeit. Auch der Naherholungsraum am Ufer des Inns erhält als neue Grünraumvernetzung zwischen Zentrum und dem südlichen Quartier eine neue Qualität und wird durch verschiedene Interventionen zugänglicher. Das verbesserte Grünnetzwerk zwischen den Siedlungsrändern und dem historischen Stadtzentrum lässt die Wohngebiete zusammenwachsen.

Die Maßnahmen in den unterschiedlichen Potentialräumen entwickeln sich von temporären Interventionen zu langfristigen strukturellen Entwicklungen, welche miteinander verknüpft sind und unterschiedliche Akteure involvieren. Bild: Amelina Brandes
Die Maßnahmen in den unterschiedlichen Potentialräumen entwickeln sich von temporären Interventionen zu langfristigen strukturellen Entwicklungen, welche miteinander verknüpft sind und unterschiedliche Akteure involvieren. Bild: Amelina Brandes

Der Entwurf entstand im Rahmen von „Mühldorf 2053“, einem Interdisziplinären Projekt im Master Urbanistik an der Technischen Hochschule München. Mehr über die Hintergründe zum Projekt gibt es hier zu lesen, und die Entwürfe weiterer Studierenden finden Sie hier.

Königsallee Düsseldorf: Ein neues Image für die Kö

Calatrava Architects designt ein neues Gebäude für die Düsseldorfer Kö. Bild: © Santiago Calatrava LLC
Calatrava Architects designt ein neues Gebäude für die Düsseldorfer Kö. Bild: © Santiago Calatrava LLC

Die Königsallee, oder „Kö“, wie Einheimische sagen, prägt das Image von Düsseldorf. Bald könnte die Kö aber mehr sein als die teuerste Straße der Stadt: In den nächsten Jahren soll sich hier einiges ändern. Mehr Gastronomie, andere Geschäfte und vor allem: mehr Fußgänger*innen.

Neubelebung der Düsseldorfer Königsallee

Die Düsseldorfer Königsallee ist eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt. Die Straße prägt das Image von Düsseldorf, besteht aber vor allem aus teuren Läden und Elite-Bankhäusern. Kann so eine Ikone aussehen? Die Stadtregierung hat gemeinsam mit den Architekt*innen von Calatrava einige Änderungen geplant. So soll die „Kö“ künftig schöner und lebenswerter werden. Weniger Autos, andere Geschäfte und mehr Gastronomie sind einige der Ziele für die nächsten Jahre. Dafür sollen mehrere Millionen Euro investiert werden.

Am 23. Januar 2023 präsentierten Uwe Reppegather, Gründer der CENTRUM-Gruppe, Bürgermeister Dr. Stephan Keller und Architekt Dr. Santiago Calatrava ein Projekt für ein neues Gebäude an der Königsallee. Das sogenannte Calatrava Boulevard-Gebäude soll sich an der Kreuzung zwischen Königsallee, Königstraße und Steinstraße befinden. Das Ziel des Projektes besteht darin, die Kö als majestätischen Boulevard wiederzubeleben.

Calatrava Boulevard soll eine Top-Adresse für internationale Flaggschiff-Läden werden und zugleich Platz für Büroräume bieten. Dabei sollen die traditionellen Kö-Fassaden erhalten bleiben. Der Boulevard verläuft parallel zur Königsallee und verknüpft sie mit der Steinstraße. Das umgebende Grün sowie das offene Glasdach und die Skulptur-artige Architektur sollen ein Platz für internationale und lokale Restaurants und Läden bieten, die vom Wetter geschützt sind. Durch die wellenförmige innere Fassade soll eine neue Einheit zwischen Königstraße und Steinstraße entstehen.

Das neue Gebäude an der Kö soll Fußgänger*innen einladen und einen Raum zum Verweilen bieten. Bild: © Santiago Calatrava LLC
Das neue Gebäude an der Kö soll Fußgänger*innen einladen und einen Raum zum Verweilen bieten. Bild: © Santiago Calatrava LLC

Das Hauptgebäude des Calatrava Boulevard

Das Zentrum des Designs von Calatrava ist der Gebäudeabschnitt gegenüber vom Martin-Luther-Platz. Hier wird sich ein geschwungenes, gewölbtes Dach mit einer Höhe von etwa 41,2 Metern befinden. Es bleibt damit unter der typischen Bauhöhe von Hochhäusern in Düsseldorf. Die dreieckige zentrale Axe bietet direkten Zugang zum Boulevard, der weiter mit den Büro-Lobbys und den Restaurants und Läden verknüpft ist.

Die begehbaren Dachterrassen des Calatrava Boulevards sollen grün und attraktiv gestaltet sein, um Besuch einzuladen und zur Nachhaltigkeit der Kö beizutragen. Integrierte Solarpanels versorgen das neue Gebäude mit nachhaltig erzeugtem Strom.

Das Projekt hat bereits mit dem Bau des Kö 36-Gebäudes und dem Bezug durch die Marken Moncler und Fendi begonnen. Die Stadt sieht eine schrittweise Modernisierung vor, um die Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb entlang der Königsallee so gering wie möglich zu halten. 2028 soll das Bauprojekt an der Kö abgeschlossen sein.

Europas schönste Einkaufsstraße

Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, sagte bei der Projektvorstellung im Januar: „Der Calatrava Boulevard unterstreicht einmal mehr die Internationalität unserer Stadt. Ich bin sehr froh, dass die CENTRUM die von der Königsallee abgewandten Flächen mit herausragender Architektur umfassend neu entwickelt und damit dem weltberühmten Boulevard einen ganz neuen, zusätzlichen Glanz verleiht. Die Investition von über 1 Milliarden EUR an diesem Standort ist ein klares Bekenntnis zu unserer Stadt, für das ich Uwe Reppegather sehr dankbar bin. So viel Mut ist notwendig, um unsere Stadt in die Zukunft zu führen. Die Entwürfe zeigen, dass dies unter Beibehaltung der historischen Architektur gelingen kann.“

Uwe Reppegather, Geschäftsführer der CENTRUM, kommentiert den Entwurf: „Wir wollen die Königsallee zu einem der Premium-Einzelhandelsplätze in Europa machen. Dazu haben wir lange und intensiv mit dem internationalen Luxuseinzelhandel diskutiert und den Dialog der Stadt über die Zukunft der Königsallee intensiv begleitet. Das daraus resultierende Konzept sieht eine innovative Kombination von zeitgemäßen Einzelhandelsflächen für internationale Flagship-Stores mit gehobener Gastronomie vor, die zum Verweilen und Flanieren einlädt. Dieses Projekt mit seiner internationalen Ausstrahlung kann zu einem neuen Wahrzeichen als Europas schönste Einkaufsstraße werden!“

CENTRUM ist ein inhabergeführtes Unternehmen aus dem Jahr 1998, das sich auf die Entwicklung zeitgemäßer Einzelhandelsflächen in Top-Lagen deutscher Großstädte konzentriert. Das Gesamtvolumen der abgeschlossenen Entwicklungen liegt bei über 5 Milliarden Euro.

Diese Visualisierung zeigt, wie sich das Boulevard-Gebäude in die Königsallee einfügen würde. Bild: © Santiago Calatrava LLC
Diese Visualisierung zeigt, wie sich das Boulevard-Gebäude in die Königsallee einfügen würde. Bild: © Santiago Calatrava LLC

Über die Königsallee

Die Königsallee, gern auch kurz als Kö bezeichnet, ist ein nordsüdlicher Boulevard im Düsseldorfer Stadtzentrum. Sie gehört zu den bekanntesten Luxuseinkaufsstraßen in Europa. Der Stadtgraben oder Kö-Graben ist charakteristisch für die Gestaltung der Straße. Zudem zeichnet sie sich durch einen eindrucksvollen Baumbestand und eine Breite von fast 87 Metern aus. Damit ist sie die breiteste Straße in Deutschland.

Schon heute gibt es vier Gehwege an der Königsallee, jeweils an den Seiten des Grabens und entlang der Häuserzeile. Die westliche Seite hat insgesamt weniger Besuchende und wird in ihrem Nordteil daher auch als „stille Seite“ bezeichnet. Insgesamt ist auf der Ostseite der Kö mehr los. Im Sommer 2004 feierte die Straße ihr 200-jähriges Bestehen. Übrigens: Bekannt ist der Kö-Bogen vom polnisch-amerikanischen Architekten Daniel Libeskind, der hier 2013 entstand.

Der neue Calatrava Boulevard soll die Straße wieder zu ihrem alten Ruhm zurückführen. Zugleich hoffen die Architekt*innen sowie die Stadt, dass die neue Attraktion mehr Besuchende anzieht. Insbesondere für Fußgänger*innen soll es hier angenehmer werden. Und ein weiterer Anziehungspunkt soll die erhöhte Umweltfreundlichkeit der Straße durch die Grünflächen am Calatrava Boulevard sein.

In Düsseldorf tut sich viel: Tadao Ando und Enzo Enea arbeiten derzeit an dem Campus und Tower im Eingangsbereich der Stadt.