17.02.2016

Wettbewerb

Das Spiel von Licht und Schatten

Repräsentativ, naturnah, streng, üppig, puristisch oder dynamisch: 150 Gartenprojekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz begutachtete die Jury des Wettbewerbs um den schönsten Privatgarten, den „Garten des Jahres 2016“. Am Ende gewann ein Garten der Kontraste.

Orel+Heidrich Landschaftsarchitekten schufen den "Garten des Jahres 2016".
Die Jury lobte die gelungene Verbindung zur modernen Architektur.
Trotz intensiver Gestaltung bleibe die Pflanze das zentrale Element, so die Jury der Gärten des Jahres.
Der alte Wald-Kiefern-Bestand wird teilweise inszeniert wie Gartenskultpuren.
Naturstein und Holz sind die zentralen Materialien im Garten.
Die Gestaltung spielt mit klaren Formen...
…und üppigen Beeten. Fotos aus: Gärten des Jahres. Cassian Schmidt und Konstanze Neubauer. Callwey Verlag München 2016

Am 16. Februar wurden der erste Preis und weitere Auszeichnungen auf Schloss Dyck übergeben. Als Sieger gingen die Landschaftsarchitekten vor Orel + Heidrich mit dem von ihnen entworfenen Wohngarten in Erlangen aus dem Wettbewerb hervor. Die Gestaltung stelle in Form, Struktur und Materialwahl eine gelungene Verbindung zur Architektur des Wohnhauses her, begründete der Präsident der DGGL und Jury-Mitglied Jens Spanjer die Entscheidung.

Auf 870 Quadratmetern spielen die Landschaftsarchitekten mit Gegensätzen. Lineare Wege und Beeteinfassungen treffen auf üppige Bepflanzung, moderner Stil auf alten Baumbestand. Die strengen Formen des Gartens übernahmen die Planer vom Wohnhaus, die üppigen Stauden stehen dazu im Kontrast. „So wird das formale Konzept nicht als kühl und hart, sondern als strukturiert und lebendig empfunden“, erklärt Landschaftsarchitekt Andreas Heidrich. Die Wald-Kiefern, die einen sanften Übergang zum Wald schaffen, bringen ein Spiel mit Licht und Schatten in den Wohngarten.

Die Anlage bietet verschiedene, ineinander übergehende Bereiche und Rückzugsorte: der sonnige, mediterran anmutende Eingangsbereich, die großzügige Terrasse, ein Sitzplatz mit Feuerstelle, der Pool mit Holzdeck. Dort wird eine einzelne Kiefer mit ihrer rauen Rinde wie eine Gartenskulptur inszeniert.

In den Beeten wachsen dicht an dicht Hortensien, Farne, Funkien sowie viele Gräser, Kräuter und Zwiebelpflanzen. So soll Unkraut keine Chance haben. „Manche Arten werden unterdrückt und gehen verloren. Doch der Garten ist ein dynamischer Prozess im Gegensatz zum statischen Gebäude“, erläutert Heidrich.

Weitere Auszeichnungen erhielten Design Associates mit der Renaturierung einer Feuchtwiesen-Landschaft in Seeshaupt am Starnberger See, Koch+Koch Gartenarchitekten mit einem Privatgarten in Bad Zwischenahn und WKM Weber Klein Maas Landschaftsarchitekten mit einem Villengarten in Meerbusch.

Vorbild für den „Garten des Jahres“, den Garten + Landschaft, der Callwey Verlag und Mein schöner Garten in diesem Jahr zum ersten Mal verleihen, war die Award- und Buchreihe „Häuser des Jahres“, die seit einiger Zeit die besten Einfamilienhäuser aus dem deutschsprachigen Raum kürt. Die 50 besten Privatgärten aus dem Wettbewerb werden im Buch „Gärten des Jahres“ von Cassian Schmidt und Konstanze Neubauer vorgestellt.

Auch der MDR hat den Garten des Jahres besucht. Das Video gibt es hier!

Der Wettbewerb geht in die zweite Runde. Für die Gärten des Jahres 2017 kann man sich noch bis zum 15. Juli bewerben.
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