Bildbeschreibung: Ein lächelnder Mann in weißem Hemd vor grünem Hintergrund. Dirk Schelhorn war gelernter Bildhauer, machte sich als Landschaftsarchitekt selbstständig und führte bis 2020 sein Planungsbüro LS2. Foto: Sandra Escher
Dirk Schelhorn war gelernter Bildhauer, machte sich als Landschaftsarchitekt selbstständig und führte bis 2020 sein Planungsbüro LS2. Foto: Sandra Escher

Landschaftsarchitekt Dirk Schelhorn realisierte Spiel- und Bewegungsräume; die Beteiligung von Nutzer*innen – besonders von Kindern und Jugendlichen – war ihm ein großes Anliegen. Auch im Bereich der Stadtplanung war seine Expertise gefragt, so beim Masterplan für urbane Bewegungsräume Stuttgart. Anfang September ist Dirk Schelhorn nun verstorben. Ein Nachruf.

Fordernde und fördernde Freiräume und Spielräume schaffen

Das Büro LS2 trauert um seinen Geschäftspartner Landschaftsarchitekt Dipl.-Ing. Dirk Schelhorn. Der am 28. Februar 1956 geborene gelernte Bildhauer studierte in Berlin und machte sich dann als Landschaftsarchitekt in Frankfurt am Main selbständig. Sein Planungsbüro führte er bis zum Jahr 2020, bevor es Anfang 2021 in die Partnerschaftsgesellschaft LS2 Schelhorn, Lukowski, Schnabel überging. Bis zuletzt war er als Berater, Ideengeber und „Netzwerker“ für das Büro tätig.

Sein umfassendes Wissen zum Thema Bewegung und Spiel war enorm. Die Beteiligung und Einbindung von Nutzerinnen und Nutzern, insbesondere von Kindern und Jugendlichen in Planungsprozesse waren ihm ein Herzensanliegen. Unzählige Partizipationsprozesse hat er angeleitet und moderiert und dabei die Kreativität und die Ästhetik nie aus den Augen verloren. „Haben Sie jemals ihrem Kind mindestens drei Stunden beim Spielen zugesehen, ohne einzugreifen?“ Das war eine seiner zentralen Fragen an Erwachsene, um die Bedürfnisse der Kinder in den Fokus zu rücken.

Bis an die Grenzen gehen, Herausforderungen bieten, fordernde und fördernde Freiräume und Spielräume schaffen, das konnte Dirk Schelhorn wie wenige andere. Denn Dirk war der Meinung: „Fallen lernt man nur durch Fallen“ und „Lebe wild und gefährlich“.

Bewegungsanlagen sollten immer auch Begegnungsanlagen sein

Beständig hat er die Idee von Spiel- und Bewegungsräumen weiterentwickelt und dabei etliche neue Spielgeräte und Spielstrukturen entworfen. Sein Knowhow war auch im Bereich der Stadtplanung gefragt. So hat er unter anderem am Masterplan für urbane Bewegungsräume Stuttgart erfolgreich mitgearbeitet. Darüber hinaus hat er, selbst „Extremsportler“ und Teilnehmer an Ultra-Bergläufen, sich intensiv mit der Verknüpfung der Themen Spiel und Sport befasst und sich als Autodidakt im Bereich Sportwissenschaften umfassende Kenntnisse angeeignet. Das führte ihn sogar als Referent auf einen Ärztekongress, bei dem er über Gesundheitsförderung durch Bewegung informierte.

Die Entwicklung des Konzepts für die „alla-hopp-Bewegungsanlagen“ der Dietmar-Hopp- Stiftung und die Erstellung von sechs der insgesamt 19 im Rhein-Neckar-Raum geschaffenen Anlagen waren Highlights seiner beruflichen Laufbahn. Die von ihm geplanten Bewegungsanlagen sollten immer auch Begegnungsanlagen sein. Attraktive Orte, an denen Menschen aller Altersgruppen zusammenkommen können.

Herzensprojekt Sport- und Bildungscampus Bürstadt

Am 22. September 2023 wurde der Sport- und Bildungscampus Bürstadt feierlich eröffnet. Seit 2015 hatte er gemeinsam mit der Bürgermeisterin Barbara Schader für dieses „Herzensprojekt“ und seine Realisierung gekämpft. Die Vision eines Sport- und Bildungscampus, nutzbar für alle Bürgerinnen und Bürger, konnte wohl kaum jemand so großartig in Worte fassen, überzeugend beschreiben und umsetzen wie Dirk Schelhorn.

Nur sechs Tage nach der Eröffnung, am 28. September 2023, starb Dirk Schelhorn nach schwerer Krankheit und hinterlässt fachlich, vor allem aber menschlich eine große Lücke. „Das geht nicht“, war ein Satz, der für Dirk nicht galt und der uns weiter bei der Fortführung seiner und unserer Arbeit begleiten wird. Wir haben einen außergewöhnlichen Menschen, Kollegen, Berater, Mentor und Vordenker verloren. Er war ein Macher, Gestalter, Ideengeber, Vorbild. Seine Tatkraft, seine mitreißende und begeisternde Art, sein grenzenloser Optimismus werden uns sehr fehlen.

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Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2022 – Auslobung

1. Preis des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020: Baumkirchen Mitte in München von mahl gebhard konzepte

1. Preis des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020: Baumkirchen Mitte in München von mahl gebhard konzepte (Foto: Laura Loewel)

Am 24. Januar 2022 startet erneut die Auslobung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2022. Ihre Projekte können Sie noch bis zum 07. März 2022, 12:00 Uhr einreichen. Alles dazu lesen Sie hier.

Der Bayerische Landschaftsarchitektur-Preis findet im zweijährigen Turnus statt – und dieses Jahr ist es wieder so weit: Zum zweiten Mal wird der bdla Bayern den Preis Ende Januar ausloben. Er richtet sich an alle Landschaftsarchitekt*innen sowie Arbeitsgemeinschaften aus dem In- und Ausland, die innovative, nachhaltige und klimagerechte Projekte in Bayern innerhalb der letzten fünf Jahre (1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2021) realisierten. Der bdla Bayern möchte mit dem Preis insbesondere junge Planer*innen zu einer Teilnahme ermutigen. Die Auszeichnung soll schließlich dazu dienen, ihren Ideen und Visionen eine Bühne zu geben. Die Auslobung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2022 sowie den Upload für ihre Projekte finden Sie auf bdla.de.

Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2022 – ein Hauptpreis und sieben Kategorien

Warum es neben den vielen anderen auch einen Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis braucht? Bayern steht vor teils widersprüchlichen Herausforderungen, die direkt die Landschaftsarchitektur-Profession betrifft: Ein starker Zuzug in die Metropolregionen fordert smarte Nachverdichtungs- sowie Mobilitätskonzepte. Bevölkerungsrückgang in ländlichen Regionen hinterlassen Leerstände sowie leere Kommunalhaushalte. Die zunehmend heißen Sommer in den Städten werden ohne grüne Freiräume nur bedingt zu genießen sein. Die Herausforderungen kennen wir alle, gute Lösungen allerdings nicht immer. Mit der „Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2022“-Auslobung möchte der bdla Bayern die guten Lösungen aus der Landschaftsarchitektur-Praxis würdigen. Der bdla Bayern wird deswegen neben dem Hauptpreis Preise für Projekte in sieben Kategorien verleihen:

Die Projekte werden zudem an den Kriterien Klimaanpassung, Nachhaltigkeit, Flächensparen, Biodiversität und Pflanzenverwendung, Materialität sowie Innovation gemessen. Den Landschaftsarchitekt*innen steht es offen, mehrere Projekte einzureichen – allerdings höchstens fünf Beiträge und pro Kategorie ein Projekt. An dem Auswahlprozess sind die Mitglieder des bdla Bayern im Sommer 2022 per Online-Voting sowie ein neunköpfiges Preisgericht beteiligt. Teil des Preisgerichts werden unter anderem die beiden Gewinner*innen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020 sein: Andrea Gebhard sowie Prof. Tilman Latz.

Die Termine auf einem Blick

 

Als Schirmherrin konnte der bdla Bayern Prof. Dr. Elisabeth Merk, Stadtbaurätin der Stadt München, gewinnen. Sie ist tagtäglich mit den Herausforderungen der Landeshauptstadt konfrontiert und eignet sich für die Schirmherrschaft des Preises deswegen besonders. Außerdem wird der Preis wie im Jahr zuvor in Kooperation mit der Bayerischen Architektenkammer ausgelobt. Die G+L, als Medienpartner, wird zudem den Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis begleiten sowie Sie hier auf dem Laufenden halten.

Alle detaillierten Informationen erhalten Sie dort: Auslobung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises.

Letztes Jahr gab es gleich zwei erste Gewinner*innen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises: Latz+Partner und mal gebhard konzepte. Zu allen Gewinner*innen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020 geht’s hier.

Die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung hat den Städtebaupreis 2014 ausgelobt. Für den Preis können städtebauliche Projekte eingereicht werden, die nach dem 1. Januar 2009 für Orte in der Bundesrepublik Deutschland realisiert worden sind. Konzeption und Entwurf können weiter zurückliegen. Teilrealisierte Projekte können eingereicht werden, soweit es möglich ist, von den realisierten Abschnitten auf das Ganze zu schließen.

Die Projekte werden nach ihrer stadtfunktionalen, stadträumlichen, sozialen und architektonischen Qualität bewertet. Den Projekten sollen integrierte Konzepte und beispielhafte Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren zugrunde liegen. Bei Projekten die aufgrund einer ersten Beurteilungsrunde in eine engere Wahl aufgenommen wurde, werden sich Mitglieder der Jury durch eine Ortsbesichtigung im Sommer 2014 einen Eindruck verschaffen. Die Qualität und die Urbanität des öffentlichen Raums sind wesentliche Elemente der Attraktivität der Städte: Die Mobilität prägt ihn in besonderer Weise. Sie folgt dabei keinem Naturgesetz; sie ist ein zu gestaltender Prozess. Dabei geht es überwiegend um Neugestaltung im Bestand. Noch immer prägen primär auf die Bedürfnisse des motorisierten Individualverkehrs ausgelegte Verkehrsschneisen oder notdürftige, gestalterisch in der Regel wenig befriedigende Schutzmaßnahmen – etwa Lärmschutzwände – sowie zunehmend auch verödende Erdgeschosszonen unser Stadtbild.

Neue Entwicklungen im Verkehr in konzeptioneller und technischer Hinsicht stellen einerseits neue Anforderungen an den Raum und erhöhen die Komplexität im Abwägungsprozess der unterschiedlichen Ansprüche: Beschleunigung des Öffentlichen Verkehrs, Ausdifferenzierung der Formen des Radverkehrs, Infrastruktur für Elektromobilität, veränderte Erscheinungsformen der Außengastronomie, Gestaltung von Freiräumen mit hoher Aufenthaltsqualität für unterschiedliche Altersgruppen, um nur einige Faktoren zu nennen, beanspruchen den begrenzt zur Verfügung stehenden Raum. Gleichzeitig bieten die neuen Impulse aber die Chance, den öffentlichen Raum für die Stadt und damit für ihre Bürger zurückzugewinnen. Um diese Chance zu nutzen bedarf es integrierter, innovativer und damit kreativer Konzepte, entwickelt mit hoher Prozessqualität unter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger.

Der Sonderpreis zum Deutschen Städtebaupreis 2014 sucht in Städten und Gemeinden nach besonders gelungenen Beispielen einer funktional und gestalterisch anspruchsvollen Aufwertung öffentlicher Verkehrsräume, die einen Beitrag für eine Stadt der Zukunft leisten. Ausschlaggebend ist die Qualität der ganzheitlichen Betrachtung – also das “Ausbalancieren” der unterschiedlichen Interessen – und der Prozesskultur. Die Maßnahmen sollen Baukultur im besten Sinne widerspiegeln, der Maßnahmeumfang ist nicht von Bedeutung.

Die Preisträger werden im Rahmen der Preisverleihung im Oktober 2014 bekannt gegeben, im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung.