Eingang zur Berliner City West

Die City West rund um den Breitscheidplatz boomt, jetzt werden auch die Freiräume Schritt für Schritt umgestaltet. Im vergangenen Jahr gab es unter anderem Wettbewerbe zur Hertzallee und zum Hardenbergplatz (Garten + Landschaft 1/2015). Denn eine der acht Leitlinien, die die Stadt Berlin für die City West aufgestellt hat ist, die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu steigern.
Die Kleiststraße zwischen Wittenbergplatz und Nollendorfplatz gehört zwar strenggenommen nicht mehr zu City West, der Bereich soll aber nichtsdestotrotz als Stadteingang aufgewertet werden. Die Straße war als Teil des „Generalzuges“, einer Straßen- und Platzfolge vom Südstern bis zum Wittenbergplatz, benannt nach den Generälen und Orten der Kriege gegen Napoleon 1813-15. Charakteristisch für die Achse war eine klar gegliederte Stadtstruktur, ein typisches Beispiel des gründerzeitlichen „steinernen Berlins“ mit großzügigen Straßenquerschnitten und bürgerlichen Wohnhäusern. Der Neuaufbau als autogerechte Stadt der Nachkriegsmoderne änderte diese Stadtstruktur radikal.
Mit dem Gutachterverfahren, das das Berliner Büro hutterreimann für sich entschied, nahm Berlin den anstehenden Umbau der U-Bahn in diesem Bereich die Gelegenheit wahr, auch die Oberfläche neu zu gestalten.

Hutterreimann griffen die Idee des Generalzugs wieder auf und entwarfen nicht nur einen Eingangsbereich für die City West, sondern verknüpfen die Achse auch mit dem Nollendorfplatz. Sie greifen das Prinzip „Streifen“ auf und gliedern den Freiraum in unterschiedliche Bewegungszonen. Der Mittelstreifen wird zum grünen „Entschleundigungsstreifen“, an ihn schließen sich auf beiden Seiten Fahrspuren und sogenannte Funktionsstreifen für Parkplätze und Fußgänger an.
In diesem Jahr soll der U-Bahn-Tunnel ab Wittenbergplatz saniert werden, danach sollen die Ideen für die Kleiststraße bis 2016 umgesetzt werden. Aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Zentren“ stehen eine Million Euro zur Verfügung.
Die Ergebnisse des Gutachterverfahrens werden am Freitag, 16. Januar, um 17.30 Uhr in der Urania vorgestellt.