Landesgartenschau 2016 Eutin

Die Landesgartenschau Eutin fand 2016 statt. Interessant dabei: Die Planungsgemeinschaften, die 2014 beide den beschränkten Realisierungswettbewerb zur Landesgartenschau Eutin für sich entscheiden konnten, kamen letztlich nicht zum Zug. Statt11dessen plante das Büro A24 Landschaft die Freiflächengestaltung der Landesgartenschau Eutin. Für ihre Arbeit “Stadtentwicklung Eutin 2016+” wurden die Landschaftsarchitekt*innen nun mit dem Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2021 ausgezeichnet.

Unter dem Motto “Eins werden mit der Natur” fand vom 28. April bis 3. Oktober 2016 die Landesgartenschau Eutin statt. Sie war die dritte Landesgartenschau im Bundesland Schleswig-Holstein. Die Stadt Eutin liegt rund 45 Kilometer südöstlich von Kiel entfernt. Rund 17 000 Einwohner*innen leben hier. Das Gelände der Landesgartenschau Eutin selber war 27 Hektar groß. Es umfasste die Geländeteile Seepark, Stadtbucht, Schlossgarten, Bauhofareal und Süduferpark. Im Zuge der Landesgartenschau Eutin wurde zudem ein Großteil der Altstadt saniert. Die Kosten für die Durchführung lagen bei circa zehn Millionen Euro, 500 000 Gäste besuchten in den gut fünf Monaten die Landesgartenschau Eutin, 12 000 davon waren Dauerkartenbesitzer*innen.

Zwei Erste Preise 2014 für….

Die Innenstadt Eutins befindet sich zwischen zwei Seen und zeichnet sich durch ­einen historischen Stadtkern aus. Dieser ist von kleinen Gassen und Plätzen durchzogen ist. 2016 fand in Eutin die Landesgartenschau statt. Vor diesem Hintergrund lobte die Stadt ­einen Wettbewerb zur Neugestaltung einiger Teilbereiche der Innenstadt aus. Die Jury vergab am 7. Juli 2014 zwei erste Preise: an die Arbeitsgemeinschaft Franz Reschke Landschaftsarchitektur, hochC Landschaftsarchitektur und fpb – Freie Planungsgruppe Berlin GmbH, alle aus Berlin, ­sowie an das Büro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn, mit BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH, Aachen.

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… Franz ­Reschke, hochC und fpb

Ein 1. Preis: Die Berliner ­Arbeitsgemeinschaft Franz ­Reschke Landschaftsarchitektur, hochC Landschaftsarchitektur und fpb betonte die verschiedenen Identitäten der Plätze und machte diese durch einheitliche Verbindungen zwischen den Plätzen als Sequenz erlebbar. Grau-rot gefärbtes Natursteinpflaster und Wasser waren die Leitelemente der neu gestalteten Plätze. Dem Bahnhofsgebäude wurde eine Terrasse vor­gelagert. Ein großer Kasta­nien­baum, der den Status eines ­Naturdenkmals trägt, spendete im Entwurf dem Platz Schatten. Eine süd­exponierte Geh- und Sitztreppe bot ebenfalls Platz für Pausen. Locker gesetzte Straßenbäume fassten die Ränder des Stadtraums.

Die Arbeitsgemeinschaft schlug eine einheitliche Gestaltung der verschiedenen Teilbereiche vor. Sie trennten so räumlich die westliche und östliche Petersstraße/König­straße/Am Rosengarten mit ­einer Pflasterung aus Natursteinpflaster aus bunt-gemischtem Kleinstein im Reihenverband. Außerdem bezog sie die Schloßstraße bis zum Uferzugang am Schloß ein. Der Obelisk soll vom Marktplatz an einen anderen geeigneten Ort versetzt werden, um Raum für eine subtil im Belag eingearbeitete Fläche zu erhalten, den „Eutiner Stadtspiegel“. Geschliffenes Pflaster bildete eine Intarsie im homogenen Platz­belag. Die leicht erhabene Fläche des Eutiner Stadtspiegels reflektierte das einfallende Sonnenlicht, nach Regen würden sich die Gebäudefassaden und von St. Michaelis spiegeln.

Für die Straßenbeleuchtung mit LED-Technik schlugen die Planer*innen ­eine Differenzierung zwischen Fußgängerbereichen (Warmweiß, 3 000 K), Anliegerstraßen (Neutralweiß, 4 000 K) und übergeordneten Straßen, etwa im Bahnhofsumfeld (kühles Weiß, 5 000 K) vor.

… und RMP Stephan Lenzen ­und BSV

Diese Arbeitsgemeinschaft sahen in ihrem Entwurf vor, den Bahnhofsplatz mit Baumblöcken als ­repräsentativen Auftakt für ­Besucher*innen zu rahmen. Ein leicht erhöhtes ­Podest ermöglichte die barrierefreie ­Erschließung sämtlicher Eingänge. Zugreisende würden vom Podest des Bahnhofsplatzes über die großzügige Rampe im Süden zur Fußgängerverbindung der Innenstadt geleitet. Eine Treppenanlage stärke die Verbindung über die Straße Am Mühlenberg.

Die Querung der Albert-Mahlstedt-Straße würde wie bei der Bahnhofstraße mit gefärbtem Asphalt markiert, die den Fußgängern den Vorrang gewährt. Der Stadtgraben erhielt im Entwurf ein Belagsdetail im Klinker sowie Bodenleuchten. Die rahmenden Bäume um den Marktplatz ergänzten die Planer*innen im Osten durch neue Bäume und verlegen das Denkmal in den Süden des Platzes, um ­einen großzügigen Raum für Veranstaltungen zu schaffen.

Ein Leitsystem führte zu drei Routen entlang der Sehens­würdigkeiten Eutins. ­Infopunkte an den wichtigsten Orten, wie dem Bahnhofsplatz oder dem Marktplatz leiteten die Besucher*innen über Rundwege durch die Stadt.

Wettbewerb 2014:

Neugestaltung von Teilbereichen der historischen Innenstadt
Beschränkter Realisierungswettbewerb
Auslober: Stadt Eutin
Entscheidung: 7. Juli

Ein 1. Preis: Franz Reschke Landschaftsarchitektur, Berlin mit hochC Landschaftsarchitektur, Berlin und fpb – Freie Planungsgruppe Berlin GmbH, Berlin
Ein 1. Preis: RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn/Hamburg/Köln/Mannheim mit BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH, Aachen
3. Preis: TGP Trüper Gondesen Partner Landschaftsarchitekten BDLA, Lübeck mit pbh Planungsbüro Hahm GmbH, Osnabrück/Münster/Lübeck

A24 Landschaft gewinnen 2021 Landschaftsarchitektur-Preis

Statt der Arbeitsgemeinschaft von Franz ­Reschke Landschaftsarchitektur, hochC Landschaftsarchitektur und fpb und der Arbeitsgemeinschaft von RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten ­und BSV beauftragte die Stadt Eutin aber schließlich das Landschaftsarchitekturbüro A24 Landschaft.

Dieses führte mit der Landesgartenschau Eutin 2016 seine fünfte Landesgartenschau durch. Sechs Jahre zuvor hatten die Planer*innen um Steffan Robel und Jan Grimmek die Landesgartenschau Rosenheim mit auffälligen Brückenkonstruktionen gefeatured. 2014 zeichnete A24 Landschaft für die Gartenschau in Schwäbisch Gmünd verantwortlich. Hierfür gewannen sie auch den Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg 2016. Im pfälzischen Landau definierte ihr Gartenschau-Entwurf die Konversion vor Ort. Und in Eutin, in Eutin da entwickelten sie ein intelligentes Netz aus Blickbeziehungen über den Eutiner See.

In der Kategorie “Historische Anlagen” erhielt A24 Landschaft eine Auszeichnung des Deutschen Landschaftsarchitekturpreises 2021. Der Preis wird am 8. Oktober 2021 in Berlin vergeben. Mehr zum Projekt und welche Büros sonst noch Auszeichnungen erhalten haben, das lesen Sie hier.

Fakten zu Stadtentwicklung Eutin 2016+

Mitarbeiter*innen: Projekt: Joachim Naundorf, Carole Blessner, Maren Jeschke, Hendrikje Unteutsch, Ralf Johanning. Wettbewerb: Sibylle Lacheta
Fachplaner/Bauleitung: Baukontor Dümke GmbH
am Bau beteiligte Firmen: Baukontor Dümke GmbH
Auftraggeber/Bauherr: Stadt Eutin
Bearbeitungszeitraum: 2013 bis 2016
Fläche: 9,5 Hektar
Planungs-/Baukosten: 7 Millionen Euro