Eutin wird fit für die Landesgartenschau 2016

Die Innenstadt Eutins befindet sich zwischen zwei Seen und zeichnet sich durch ­einen historischen Stadtkern aus, der von kleinen Gassen und Plätzen durchzogen ist. 2016 wird in Eutin eine Landesgartenschau stattfinden. Vor diesem Hintergrund lobte die Stadt ­einen Wettbewerb zur Neugestaltung einiger Teilbereiche der Innenstadt aus. Die Jury vergab am 7. Juli zwei erste Preise: an die Arbeitsgemeinschaft Franz Reschke Landschaftsarchitektur, hochC Landschaftsarchitektur und fpb – Freie Planungsgruppe Berlin GmbH, alle aus Berlin, ­sowie an das Büro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn, mit BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH, Aachen.

Ein 1. Preis: Die Berliner ­Arbeitsgemeinschaft Franz ­Reschke Landschaftsarchitektur, hochC Landschaftsarchitektur und fpb betont die verschiedenen Identitäten der Plätze und macht diese durch einheitliche Verbindungen zwischen den Plätzen als Sequenz erlebbar. Grau-rot gefärbtes Natursteinpflaster und Wasser sind die Leitelemente der neu gestalteten Plätze. Dem Bahnhofsgebäude wird eine Terrasse vor­gelagert. Ein großer Kasta­nien­baum, der den Status eines ­Naturdenkmals trägt, spendet dem Platz Schatten. Eine süd­exponierte Geh- und Sitztreppe bietet ebenfalls Platz für Pausen. Locker gesetzte Straßenbäume fassen die Ränder des Stadtraums.

Die Arbeitsgemeinschaft schlägt eine einheitliche Gestaltung der verschiedenen Teilbereiche – Westliche und östliche Petersstraße/König­straße/Am Rosengarten vor mit ­einer Pflasterung aus Natursteinpflaster aus bunt-gemischtem Kleinstein im Reihenverband. Außerdem bezieht sie die Schloßstraße bis zum Uferzugang am Schloß ein. Der Obelisk soll vom Marktplatz an einen anderen geeigneten Ort versetzt werden, um Raum für eine subtil im Belag eingearbeitete Fläche zu erhalten, den „Eutiner Stadtspiegel“. Geschliffenes Pflaster bildet eine Intarsie im homogenen Platz­belag. Die leicht erhabene Fläche des Eutiner Stadtspiegels reflektiert das einfallende Sonnenlicht, nach Regen spiegeln sich die Gebäudefassaden und von St. Michaelis.

Für die Straßenbeleuchtung mit LED-Technik schlagen die Planer ­eine Differenzierung vor zwischen Fußgängerbereichen (Warmweiß, 3.000 K), Anliegerstraßen (Neutralweiß, 4.000 K) und übergeordneten Straßen, etwa im Bahnhofsumfeld (kühles Weiß, 5.000 K).

 

Ein 1. Preis: RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten ­und BSV sehen als ­repräsentativen Auftakt für ­Besucher vor den Bahnhofsplatz mit Baumblöcken zu rahmen. Ein leicht erhöhtes ­Podest ermöglicht die barrierefreie ­Erschließung sämtlicher Eingänge. Zugreisende werden vom Podest des Bahnhofsplatzes über die großzügige Rampe im Süden zur Fußgängerverbindung der Innenstadt geleitet. Eine Treppenanlage stärkt die Verbindung über die Straße Am Mühlenberg.

Die Querung der Albert-Mahlstedt-Straße wird wie bei der Bahnhofstraße mit gefärbtem Asphalt markiert, die den Fußgängern den Vorrang gewährt. Der Stadtgraben erhält ein Belagsdetail im Klinker sowie Bodenleuchten. Die rahmenden Bäume um den Marktplatz ergänzen die Planer im Osten durch neue Bäume und verlegen das Denkmal in den Süden des Platzes, um ­einen großzügigen Raum für Veranstaltungen zu schaffen.

Ein Leitsystem führt zu drei Routen entlang der Sehens­würdigkeiten Eutins. ­Infopunkte an den wichtigsten Orten, wie dem Bahnhofsplatz oder dem Marktplatz leiten die Besucher über Rundwege durch die Stadt.

 

Eutin
Neugestaltung von Teilbereichen der historischen Innenstadt
Beschränkter Realisierungswettbewerb
Auslober: Stadt Eutin
Entscheidung: 7. Juli

Ein 1. Preis: Franz Reschke Landschaftsarchitektur, Berlin mit hochC Landschaftsarchitektur, Berlin und fpb – Freie Planungsgruppe Berlin GmbH, Berlin
Ein 1. Preis: RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn/Hamburg/Köln/Mannheim mit BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH, Aachen
3. Preis: TGP Trüper Gondesen Partner Landschaftsarchitekten BDLA, Lübeck mit pbh Planungsbüro Hahm GmbH, Osnabrück/Münster/Lübeck