Die Tagung befasst sich mit dem aktuellen Status quo und den Zielen weiterer Entwicklungen zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Landschaftsarchitektur. Foto: Pawel Czerwinski on Unsplash
Die Tagung befasst sich mit dem aktuellen Status quo und den Zielen weiterer Entwicklungen zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Landschaftsarchitektur. Foto: Pawel Czerwinski on Unsplash

Am 7. Oktober 2022 veranstaltet die AG Klimaschutz des bdla Bayern in München die Fachtagung zu Nachhaltigkeit und Klimaanpassung in der Landschaftsarchitektur.

Update: Der Anmeldeschluss wurde verlängert: Eine Anmeldung ist noch bis zum 4. Oktober (Präsenzteilnahme) beziehungsweise 5. Oktober 2022 (Onlineteilnahme) möglich.

AG Klimaschutz lädt ein nach München

In der AG Klimaschutz des bdla Bayern befassen sich Landschaftsarchitekt*innen aus Bayern und Vertreter*innen von Behörden aus ganz Deutschland mit aktuellen Entwicklungen im Klimaschutz. Sie erarbeiten, welche Schritte in der Sachdiskussion wichtig sind und tauschen sich auch zu neuen Planungsanforderungen im Klimaschutz aus. Unter den Themen Nachhaltigkeit und Klimaanpassung lädt sie am 7. Oktober 2022 zu einer Fachtagung in München ein. Die Tagung findet in hybrider Form statt: Die Teilnahme ist sowohl über Zoom, als auch vor Ort im „FRANZI – ein MUCBOOK CLUBHAUS“ (Schwanthaler Straße 57) möglich. In letzterem gastieren zeitgleich zwei Ausstellungen: Eine von Green City und dem bdla Bayern zu begrünten Höfen sowie eine weitere des Referats für Klima und Umweltschutz (RKU) der Landeshauptstadt München zum Klimaherbst.

Fünf Themenböcke der Fachtagung

Die Tagung soll den Fokus vor allem auf den aktuellen Status Quo und die Ziele weiterer Entwicklungen legen. Dazu ist das Event in fünf Themenblöcke gegliedert:

  • Status quo in Landschaftsarchitektur und Klimaanpassung
  • CO2-Verbrauch in der Landschaftsarchitektur
  • Stadtbäume im Klimawandel
  • Nachhaltigkeit durch Partizipation
  • Ökologie und Nachverdichtung

Pro Themenblock gibt es zwei bis drei Kurzreferate und eine abschließende Diskussionsrunde. Die Fachtagung soll insgesamt von 10 bis 17 Uhr dauern. Hier ist das genaue Programm:

Programm der Fachtagung

10.00 bis 10.30 Uhr
Begrüßung

  • Begrüßungen durch Markus Schäf, Vorsitzender der AG Klimaschutz bdla Bayern, und Dr. Johannes Gnädinger, 1. Vorsitzender bdla Bayern
  • Vorstellung der 16 Grundsätze für Nachhaltige Landschaftsarchitektur durch die AG Klimaschutz bdla Bayern

10.30 Uhr bis 11.40 Uhr
1. Themenblock: Status quo in Landschaftsarchitektur und Klimaanpassung

  • Statement zur aktuellen Situation von Susanne Gerstberger, Architekturfakultät des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)
  • Grußwort von Andrea Gebhard, u.a. Präsidentin der Bundesarchitektenkammer
  • Franz Damm, Vorstandsmitglied Bayerischen Architektenkammer
  • Irene Burkhardt, Vorstandsmitglied bdla / Leiterin AG Klima bdla
  • Diskussion mit S. Gerstberger, F. Damm, I. Burkhardt und Dr. J. Gnädinger

11.40 bis 12.40 Uhr
2. Themenblock: CO2 Verbrauch in der Landschaftsarchitektur

  • Strategie zur CO2 Reduktion in München – Christine Kugler, Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU) der LH München (Leitung)
  • CO2 Bilanz von Baustoffen, CO2 Reduktion in der Landschaftsarchitektur – Monika Pfaffelhuber, Landschaftsarchitektin
  • Diskussion mit R. Kugler und Mitgliedern der AG Klimaschutz bdla Bayern

12.40 bis 13.10 Uhr: Mittagspause

13.10 Uhr bis 14.30 Uhr
3. Themenblock: Stadtbäume im Klimawandel

  • Auswirkungen des Klimawandels auf Stadtbäume – Prof. Dr.-Ing. Swantje Duthweiler, Hochschule Weihenestephan-Triesdorf
  • Grünplanung in Zeiten des Klimawandels: Klimabäume aus ökologischer Sicht, welche Bäume braucht die Stadt? – Katrin Kaltofen, Die Naturgartenplaner
  • Baum und Raum: Ersatzpflanzungen und Klimabäume auf belegten Flächen – Dr. Ulrich Uehlein, Untere Naturschutzbehörde der LH München, Landschaftsarchitekt
  • Diskussion mit K. Kaltofen, Prof. S. Duthweiler und Dr. U. Uehlein

14.30 bis 15.20 Uhr
4. Themenblock: Nachhaltigkeit durch Partizipation

  • Vorstellung Green City und Förderprogramm der LH München zur Begrünung von Gebäuden und Fassaden, Dächern und Hinterhöfen – Wolfgang Heidenreich, Landschaftsarchitekt
  • ActNow! Nachhaltige Transformationsprozesse entwerfen – Florian Otto, Landschaftsarchitekt, Büro bauchplan ).( München, Wien, Köln
  • Diskussion

15.20 Uhr bis 15.40 Uhr: Kaffeepause

15.40 Uhr bis 17.00 Uhr
5. Themenblock: Ökologie und Nachverdichtung

  • Grünplanung im Zeichen des Klimawandels. Nachhaltiges Heimisches Grün auf Boden und Dächern – Dr. Reinhard Witt, Regensburg
  • Chancen zur Aufwertung und Klimaanpassung für Bestandsquartiere durch Nachverdichtung – Prof. Dr.-Ing. Stephan Pauleit, TU München
  • Diskussion mit Dr. R. Witt, Prof. S. Pauleit und Dr. J. Gnädinger
  • Bilderreihe: Positive Beispiele aus der Praxis, Statements von Planern zur Nachhaltigkeit – Moderation: Katja Aufermann / AG Klimaschutz bdla Bayern

Anmeldung und Gebühren:

Die Anmeldung zur Fachtagung erfolgt über ein Online-Formular und ist bis zum 30. September 2022 zum 4. Oktober (Präsenzteilnahme) beziehungsweise 5. Oktober 2022 (Onlineteilnahme) möglich. Update: Der Anmeldeschluss wurde verlängert. Die Teilnahmegebühr beträgt 120€, für Mitglieder des bdla 75€. Die Online-Teilnahme per Zoom kostet ebenfalls 75€, Juniormitglieder des bdla zahlen sowohl für online als auch Präsenz 40€.
Ansprechpartner*innen sind Elisabeth Auer und Markus Schäf.

Auch interessant: Die bdla Entwerfertage im Oktober 2022.

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Ungenutzte Brückenkonstruktionen können im urbanen Umfeld ungeahnte Möglichkeiten bieten. Berühmtestes Vorbild für eine aufgeständerte Nachnutzung ist wohl der New Yorker High Line Park, gelegen auf einer stillgelegten Hochbahntrasse. Eine ähnliche Strategie verfolgt die Stadtverwaltung von Seoul: ein groß angelegtes Stadtentwicklungsprogramm soll die Stadt grüner und für Fußgänger attraktiver gestalten. Herzstück der Planung ist dabei der kürzlich eröffnete Seoullo 7017 Skygarden von MVRDV.

Transformation einer Hochstraße zum Park

Freiräume sind in Seoul ein seltenes Gut. Die Bevölkerungsdichte ist rund viermal so hoch wie in Berlin und das Zentrum ist von versiegelten Verkehrsflächen geprägt. Nach der Umsetzung des städtischen Programms, wurde eine rund einen Kilometer lange Hochstraße vom Verkehr befreit. Die Architekten des niederländischen Büros MVRDV gewannen die Ausschreibung im Jahr 2015 und verwandelten die ehemalige Stadtautobahn in einen attraktiven städtischen Park. Das verästelte, geschwungene Brückenbauwerk stellt damit eine wichtige Fußgängerverbindung im unmittelbaren Umfeld des Hauptbahnhofs dar.

Pflanzenbibliothek aus 24 000 Pflanzen

Der Seoullo 7017 Skygarden zieht seine Besucher in erster Linie durch seine einzigartigen Blickbeziehungen aus 16 Metern Höhe an. 228 verschiedenen Pflanzenarten sind nach dem südkoreanischen Alphabet sortiert und verdeutlichen die Vielfalt heimischer Gewächse. Die insgesamt 24 000 Pflanzen sind in mehreren kleinen Gärten zusammengefasst, welche jeweils einen eigenen Charakter haben. Die Zahlenkombination „7017“ bezieht sich auf die Eröffnungsjahre der Stadtautobahn 1970 und des Parks 2017.

Am 18. September hat der Berliner Senat beschlossen, die Tempelhofer Parklandschaft nicht wie ursprünglich geplant zu verwirklichen. Eine fragwürdige Entscheidung, meint Nicole Uhrig. Ende September wurden die Pläne der schottischen Landschaftsarchitekten Gross.Max für die Tempelhofer Parklandschaft gekippt. Was war passiert? Durch das Berliner Flughafendesaster war die auf 61,5 Millionen Euro bezifferte Finanzierung für den Park nicht mehr möglich. Schon im Vorfeld war das Geld knapp. Es war eine politische Entscheidung, die bisherige Parkplanung zugunsten punktuell implantierter Sitzbänke, Bäume und Kinderspielflächen aufzugeben.

 

Die vordergründige Argumentation zu dieser Entscheidung beruft sich auf den Volkswillen und lautet, „der Park sei in dieser Form nicht erwünscht (ernsthaft strittig war jedoch nur der Kletterfelsen) und man reagiere auf die „Ergebnisse einer Umfrage unter den Besuchern der Grünfläche“ (siehe Artikel “Bäume und Bänke – kein Kletterfelsen” in der Berliner Morgenpost). Dabei war der Entwurf aus jahrelangen umfassenden Bürgerbefragungen hervorgegangen. Diese methodisch gesammelten Erkenntnisse einer einzelnen Umfrage unter Besuchern gegenüberzustellen, ist ohne Frage unzulässig.

Die Argumentation einer einzelnen Interessengruppe für sich zu instrumentalisieren zeugt zudem von einem deutlichen Missbrauch des Instruments „Bürgerbeteiligung“. Neben der zusätzlichen Diskreditierung eines ganzen Berufsstandes durch den amtierenden Bürgermeister, der sich klar gegen den Park ausspricht „’für den Landschaftsarchitekten Preise gewinnen’, der aber nicht das ’Wohlfühl-Gefühl’ der Menschen verbessere“, werden vor allem die großen und international verfolgten Bemühungen um ein umfassendes partizipatives, demokratisches Planungsmodell bei lebendigem Leibe erstickt und vor aller Augen ad absurdum geführt. Das ist ein Imageverlust für Berlin sondergleichen.

 

Ohne das finanzielle Desaster am neuen Berliner Flughafen hätte man die Planung einfach weiterentwickelt, wenn auch bei knapp bemessener Kasse. Der Rahmen war gesetzt und die Entwicklungsstrategie hatte Raum für Kursänderungen vorgesehen. Möglicherweise hätte die Initiative „100 % Tempelhofer Feld“ noch Änderungen herbeiführen können, doch zu einem „fast Erhalt“ des Status quo wäre es nicht gekommen, denn der Bedarf an breiter gefächerten Nutzungsmöglichkeiten besteht nach wie vor.

 

Jetzt wird der Verwertungsdruck auf die Freifläche wieder zunehmen. Insbesondere angesichts des innerstädtischen Wohnraummangels, der die Wohnungsmieten in Berlin derzeit um bis zu elf Prozent ansteigen lässt. Hier muss die Lobby des Freiraums unbedingt aktiv werden und neue, bessere politische Allianzen schmieden, um den Wert und das große Image- und Marketingpotenzial der Grünflächen herauszustellen und um einen gesunden Interessenausgleich zu finden. Oder um die Prioritäten in der Stadtentwicklung neu zu verhandeln – der Wiederaufbau Stadtschlosses soll vergleichsweise 590 Millionen Euro kosten.

Vor allem darf jedoch die Chance auf eine große Idee nicht verspielt werden. Sie ist unentbehrlich und immer noch möglich, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Um die Tempelhofer Freiheit erhalten zu können, wird es zwar Zugeständnisse geben müssen, doch bleibt zu hoffen, dass zumindest eine mittelgroße Freiheit realisiert werden kann, die gleichsam überzeugend ist. Die einen Konsens innerhalb eines starken gestalterischen Leitrahmens repräsentiert, der in demokratischer Manier die Träume und Visionen möglichst vieler Wirklichkeit werden lässt.

Dieser Text ist eine gekürzte Fassung des Beitrags “Tempelhofer Freiheit oder Marketingobjekt: Aktuelle Parkpolitik in Berlin“ aus:
Stefanie Hennecke, Regine Keller, Juliane Schneegans (Hg.): “Demokratisches Grün – Olympiapark München”, 224 Seiten, 28 Euro, ISBN 978-3-86859-230-6.