“Unsere Idee verbreitet sich”

weil ihm andere Plattformen nicht verantwortungsvoll genug waren (Foto: David Ing)

“Wir spenden 50 Prozent unserer Provisionshonorare für Gemeinschaftsprojekte.”

Das internationale Unternehmen Airbnb bekommt einen Konkurrenten – und der setzt auf Nachhaltigkeit und Transparenz. Wir sprachen mit dem Gründer von Fairbnb, Sito Veracruz, Stadtplaner aus Amsterdam, über seine Vorstellung von einem nachhaltigen Tourismus.

 

Was war Ihre Intention hinter der Gründung von Fairbnb?

Wir wollen mit Fairbnb eine verantwortungsvolle Alternative zu Ferienwohnungsplattformen bieten, die bislang nicht den lokalen Vorschriften entsprechen. Außerdem waren wir der Meinung, dass die Auswirkungen des Tourismus aus wirtschaftlicher Sicht besser verteilt werden sollten, indem man zu sozialen Projekten beiträgt und eben jene Orte stärkt, die bislang noch nicht vom Tourismus profitieren.

Was genau unterscheidet Ihr Portal von Airbnb?

Unsere Plattform unterscheidet sich in drei Punkten von anderen Plattformen für Unterkünfte. Erster Punkt: Nachhaltigkeit. Das heißt, wir erlauben lediglich legalen, also registrierten Wohnungen auf unserer Plattform zu erscheinen. Wir führen eine „1 Host, 1 Home“-Politik, um nicht zu Wohnungsspekulationen von Großinvestoren beizutragen, die oftmals hinter den erfolgreichsten Apartments stehen. Der zweite Punkt ist die Gemeinschaft: Wir agieren als Kooperative und werden durch ein Netzwerk von lokalen Knoten unterstützt.

Diese lokalen Knotenpunkte – Einheimische, die sich für unser Projekt interessieren – helfen uns, Projekte in ihren Städten zu finden. Außerdem schlagen sie uns zusätzliche Richtlinien für unsere Plattform vor, falls ihre Stadt keine angemessene Regelung für diesen Bereich hat. Und der dritte Punkt, der uns von anderen Portalen unterscheidet, ist die Solidarität: Wir spenden 50 Prozent unserer Provisionshonorare für Gemeinschaftsprojekte. Die Provision in unserer Plattform beträgt 15 Prozent. Die Hälfte davon kommt einem der Projekte zugute, die die Nachbarschaft vorab aussucht und das die Reisenden schließlich auswählen.

“Viele Menschen suchen nach einer Alternative.”

Inwieweit unterstützt Fairbnb den nachhaltigen Tourismus?

Wir sagen immer wieder, dass es unser Ziel ist, die positiven Auswirkungen des Tourismus zu erhöhen und seine negativen zu verringern – und das alles im Sinne der Nachhaltigkeit. Bei Diskussionen über nachhaltigen Tourismus ging es bisher nur um die wirtschaftlichen und ökologischen Aspekte; das Thema der sozialen Nachhaltigkeit vernachlässigte man eher. Da wollen wir nun ansetzen. Durch den Boom an Ferienwohnungen sind die Auswirkungen der Besucher in Wohngebieten sowie in normalen Gebäuden heute deutlich spürbarer. Auch der Einfluss des Tourismus in Bezug auf Gentrifizierung sowie auf die lokalen Gemeinschaften sind natürlich deutlicher als noch vor wenigen Jahren.

Gibt es bereits Resonanz in den Kommunen und Gemeinden?

Aber ja! Wir sind von der Unterstützung, die wir von so vielen Orten der Welt erhalten, begeistert. Viele Menschen suchen nach einer Alternative und glücklicherweise verbreitet sich unsere Projektidee immer weiter. Wir erhalten außerdem Anrufe von Gemeinden, die daran interessiert sind, das Angebot und die Vermietung ihrer Ferienhäuser besser zu regulieren, und wir unterstützen sie dabei.

Was sind die nächsten Schritte, wann kann man Fairbnb verwenden?

Demnächst startet unser Crowdfunding – wir werden auf der internationalen Crowdfunding-Plattform Indiegogo vertreten sein und freuen uns über jede Unterstützung. Während der Crowdfunding-Kampagne können sich die Nutzer bereits auf unserer Plattform anmelden, die im Juni in fünf Pilot-Beta-Städten gestartet wird: in Barcelona, Valencia, Bologna, Venedig und Amsterdam. Es handelt sich um die Städte, in denen wir, die Gründer, leben. Gleich nach dem Start in diesen Städten fangen wir an, auch andere Städte in Europa zu aktivieren.

Weitere Informationen zu Fairbnb finden Sie hier.

Einen ausführlichen Kommentar zum Thema können Sie in der Garten + Landschaft 05/2019 lesen.

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Ladeinfrastruktur für E-Lkw – wo beginnt städtische Verantwortung?

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Beeindruckende Luftaufnahme einer Schweizer Stadt von Ivan Louis, die urbane Innovation und moderne Architektur widerspiegelt.

Die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs nimmt Fahrt auf – und mit ihr wächst die Frage: Wo beginnt eigentlich die städtische Verantwortung für die Ladeinfrastruktur von E-Lkw? Zwischen ambitionierten Klimazielen, komplexen Genehmigungsprozessen und dem Tauziehen um Flächen offenbart sich ein neues Spielfeld für Stadtplaner, Verkehrsingenieure und Kommunalpolitik. Wer jetzt nicht klug plant, riskiert ein Ladechaos im urbanen Raum – und die nächste große Mobilitätswende zu verschlafen.

  • Analyse der Herausforderungen und Potenziale der Ladeinfrastruktur für E-Lkw im urbanen Kontext
  • Stadtplanung zwischen Flächenkonkurrenz, Klimaschutzzielen und Energieversorgung
  • Rechtliche, technische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Kommunen
  • Best-Practice-Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Innovative Ansätze und Kooperationsmodelle für Planung und Betrieb
  • Bedeutung von Datenerhebung, Monitoring und digitaler Planung
  • Städtische Verantwortung: Wo beginnt sie – und wo endet sie?
  • Wechselwirkungen zwischen städtischer Infrastruktur, Logistik und Stadtgesellschaft
  • Fazit und Ausblick: Warum es jetzt mutige, strategische Ansätze braucht

Ladeinfrastruktur für E-Lkw: Ein urbanes Dilemma zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Es klingt verlockend einfach: Lkw fahren künftig elektrisch, die Städte werden sauberer, leiser und klimafreundlicher. Doch die Realität ist wie so oft im urbanen Raum komplexer. Die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs stellt Stadtverwaltungen, Planer und Betreiber vor Herausforderungen, die mit Pkws nur wenig gemeinsam haben. Während für Elektroautos mittlerweile ein dichtes Netz an Ladepunkten im urbanen Raum entstanden ist, bleibt die Infrastruktur für E-Lkw eine Baustelle mit vielen offenen Fragen. Die Fahrzeuge sind größer, die Ladeleistungen immens, der Flächenbedarf erheblich – und die Anforderungen an Standortwahl, Stromversorgung und Betriebszeiten unterscheiden sich fundamental vom Pkw-Bereich.

Städte stehen damit vor einer doppelt schwierigen Aufgabe. Einerseits treiben Klimaschutz und Luftreinhaltung den schnellen Umstieg auf emissionsfreie Logistik an. Andererseits sind die Voraussetzungen für die Errichtung leistungsfähiger Ladehubs in dicht besiedelten Gebieten alles andere als ideal. Hier konkurrieren Logistikunternehmen, Versorger, Wohnungsbau, Gewerbe und Mobilitätsanbieter um die gleichen Flächen. Zugleich steigen die Erwartungen an die Stadt, nicht nur als Genehmigungsbehörde, sondern als aktiver Ermöglicher und Gestalter dieser neuen Infrastruktur aufzutreten.

Hinzu kommt die Dynamik der technischen Entwicklung. Megawatt-Charging, bidirektionales Laden, intelligente Lastmanagementsysteme – was heute Pilotprojekt ist, kann morgen Standard sein. Städte müssen sich also mit einer Infrastruktur auseinandersetzen, deren Anforderungen sich in den kommenden Jahren noch massiv verändern werden. Planungssicherheit sieht anders aus. Dennoch sind sie gefordert, jetzt zu handeln, um nicht in eine infrastrukturelle Sackgasse zu geraten.

Die städtische Verantwortung beginnt dabei weit früher als viele denken. Es reicht nicht, einfach Flächen für Lkw-Ladehubs auszuweisen oder den Bau zu genehmigen. Die eigentliche Herausforderung liegt darin, diese Infrastruktur systematisch in die Stadtentwicklung, den Verkehrssektor und die Energieplanung einzubetten. Wer sich dieser Aufgabe zu spät oder nur halbherzig stellt, riskiert nicht nur ein logistisches Chaos, sondern auch massive Akzeptanzprobleme in der Stadtgesellschaft.

Die Frage nach der städtischen Verantwortung für die Ladeinfrastruktur von E-Lkw ist deshalb weit mehr als eine technische oder administrative. Sie ist ein Lackmustest für die Fähigkeit moderner Stadtplanung, komplexe Transformationsprozesse zu steuern und verschiedene Interessen in Einklang zu bringen. Welche Aufgaben dabei konkret auf Städte zukommen – und wie sie diesen begegnen können –, beleuchtet dieser Artikel aus planerischer, rechtlicher und praktischer Sicht.

Flächen, Strom und Akzeptanz: Schnittstellen der städtischen Verantwortung

Die Suche nach geeigneten Standorten für E-Lkw-Ladeinfrastruktur ist das vielleicht sichtbarste Problem im urbanen Kontext. Während Pkw-Ladepunkte auf Parkplätzen, in Quartiersgaragen oder im öffentlichen Straßenraum vergleichsweise einfach untergebracht werden können, brauchen E-Lkw Ladehubs ganz andere Dimensionen. Es geht nicht nur um den Platzbedarf für mehrere tonnenschwere Fahrzeuge, sondern auch um Rangierflächen, Zufahrten, Aufenthaltsmöglichkeiten für Fahrer und – nicht zu vergessen – die Versorgung mit Hochleistungsstromanschlüssen. In Innenstädten, Gewerbegebieten und an den Schnittstellen zur Peripherie konkurrieren diese Anforderungen mit denen von Wohnen, Einzelhandel, Grünflächen und anderen Nutzungen.

Stadtplanerische Verantwortung bedeutet hier, frühzeitig Flächenpotenziale zu erkennen, planerisch zu sichern und – soweit möglich – multifunktional zu denken. Das klassische Gewerbegebiet am Stadtrand mag auf den ersten Blick attraktiv erscheinen, doch gerade in dichten urbanen Räumen müssen auch innovative, vertikale oder temporäre Lösungen geprüft werden. Beispiele aus Österreich und der Schweiz zeigen, dass auch Parkhäuser, Logistikzentren und sogar Teilflächen von Großmärkten als Ladehubs umgenutzt werden können – vorausgesetzt, die städtische Planung schafft die notwendigen Rahmenbedingungen und steuert die Konkurrenz der Flächen aktiv.

Ein ebenso neuralgischer Punkt ist die Energieversorgung. Ladeinfrastruktur für E-Lkw benötigt Anschlussleistungen im Megawattbereich, die vielerorts nicht ohne weiteres zur Verfügung stehen. Die Ertüchtigung von Stromnetzen, der Bau von Trafostationen und die Integration erneuerbarer Energien sind Aufgaben, an denen Städte nicht vorbeikommen. Sie müssen mit Netzbetreibern, Versorgern und Projektierern kooperieren, Genehmigungsprozesse beschleunigen und innovative Modelle wie Energie-Communities oder Speicherlösungen unterstützen. All das verlangt nicht nur technisches Know-how, sondern auch eine kluge Steuerung durch städtische Energie- und Klimapolitik.

Doch selbst die beste Technik und die cleverste Flächenplanung nutzen wenig, wenn die Akzeptanz in der Stadtgesellschaft fehlt. Niemand möchte einen 24-Stunden-Ladehub mit regem Lkw-Betrieb direkt vor der Haustür. Hier sind Kommunikationsstrategien, Partizipation und transparente Entscheidungsprozesse gefragt. Städte müssen vermitteln, warum und wie die neue Infrastruktur entsteht, welche Vorteile sie bringt – und wie mögliche Belastungen minimiert werden. Nur so kann die notwendige gesellschaftliche Unterstützung für die Transformation der urbanen Logistik erreicht werden.

Die Schnittstellen der städtischen Verantwortung reichen somit weit über das klassische „Bereitstellen“ von Infrastruktur hinaus. Sie umfassen Flächenmanagement, Energieplanung, soziale Integration und nicht zuletzt den Dialog mit allen relevanten Akteuren. Wer das nicht als ganzheitliche Aufgabe begreift, wird die Herausforderungen der E-Lkw-Elektrifizierung nicht meistern.

Rechtliche, technische und wirtschaftliche Stolpersteine – und wie Städte sie überwinden können

Die Einführung einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur für E-Lkw im städtischen Raum ist geprägt von einer Vielzahl rechtlicher und administrativer Hemmnisse. Das beginnt bei der Flächenausweisung im Bebauungsplan, führt über das Immissionsschutzrecht bis hin zu Fragen der Verkehrssicherheit und des Brandschutzes. In vielen Kommunen fehlt es bislang an verbindlichen Vorgaben oder anwendungsfreundlichen Leitfäden, wie Ladehubs für Schwerlastfahrzeuge zu genehmigen und zu betreiben sind. Hier ist die Stadtplanung gefordert, gemeinsam mit Bauaufsicht, Umweltbehörden und Verkehrsplanung neue Standards zu entwickeln und Pilotprojekte als Blaupausen für die Breite zu nutzen.

Technisch stellt die Ladeinfrastruktur für E-Lkw nicht nur hohe Anforderungen an die Stromversorgung, sondern auch an die IT-Sicherheit, das Lastmanagement und die Interoperabilität der Systeme. Die Integration in Smart-City-Plattformen, die Nutzung von Echtzeitdaten für das Flottenmanagement und die Anbindung an Verkehrs- und Umweltinformationssysteme sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Städte müssen hier als Katalysator für Innovation auftreten und offene, skalierbare Systeme fördern, die nicht an einen einzelnen Betreiber oder Hersteller gebunden sind. Nur so kann langfristig eine robuste, zukunftsfähige Infrastruktur entstehen, die mit den technologischen Entwicklungen Schritt hält.

Ein weiteres Hindernis ist die Finanzierung. Die Errichtung und der Betrieb von E-Lkw-Ladehubs sind kostenintensiv und für private Betreiber oft nur dann wirtschaftlich, wenn die Auslastung hoch und die Rahmenbedingungen attraktiv sind. Städte können hier mit gezielten Förderprogrammen, reduzierten Grundstückspreisen oder langfristigen Pachtverträgen Anreize schaffen. Gleichzeitig gilt es, eine Überförderung oder Fehlinvestitionen zu vermeiden. Eine enge Abstimmung mit Bund, Ländern und der Wirtschaft ist unerlässlich, um Synergien zu heben und Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Nicht zuletzt spielt die Digitalisierung eine Schlüsselrolle. Städte sollten datenbasierte Tools und digitale Zwillinge nutzen, um Flächenbedarfe, Energieflüsse und Verkehrsströme in Echtzeit zu analysieren und dynamisch zu steuern. So lassen sich Engpässe frühzeitig erkennen, Szenarien simulieren und Investitionen gezielter steuern. Die Erfahrungen aus anderen Bereichen – etwa der Verkehrssteuerung oder des Energiemanagements – zeigen, dass digitale Werkzeuge die Planungsqualität deutlich erhöhen und Entscheidungsprozesse beschleunigen können.

Die Überwindung der rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Stolpersteine verlangt von Städten Mut, Kreativität und eine enge Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteuren. Wer bereit ist, neue Wege zu gehen und aus Pilotprojekten zu lernen, kann die Ladeinfrastruktur für E-Lkw zu einem Erfolgsmodell machen – und so einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende leisten.

Best-Practice und Innovation: Wie Städte die Transformation gestalten können

Ein Blick auf erfolgreiche Beispiele zeigt: Städte, die das Thema Ladeinfrastruktur für E-Lkw strategisch angehen, setzen auf Kooperation, Innovation und eine enge Verzahnung mit der Stadtentwicklung. In Wien beispielsweise haben Stadtverwaltung, Energieversorger und Logistikunternehmen eine gemeinsame Planungsplattform geschaffen, die Flächenpotenziale, Energiebedarfe und logistische Anforderungen gebündelt analysiert. So entstehen Ladehubs, die optimal in bestehende Gewerbegebiete integriert sind und zugleich als Innovationscluster für neue Mobilitätsdienstleistungen dienen.

Ähnlich ambitioniert agiert die Stadt Zürich, die ihre Ladeinfrastruktur mit Hilfe digitaler Zwillinge plant und betreibt. Durch die kontinuierliche Auswertung von Verkehrsdaten, Stromverbräuchen und Nutzungsprofilen können Standorte und Kapazitäten flexibel angepasst werden. Das reduziert Fehlplanungen, erhöht die Effizienz und sorgt für eine hohe Akzeptanz bei Nutzern und Anwohnern.

In Deutschland gibt es zaghafte, aber vielversprechende Ansätze. Hamburg setzt im Hafenbereich auf öffentliche-private Partnerschaften, um Ladehubs für den Containerverkehr zu realisieren. München experimentiert mit temporären Ladeplätzen auf städtischem Grund, die als Puffer für Spitzenzeiten dienen. In Berlin werden Logistikareale gezielt für die Elektrifizierung vorbereitet und mit nachhaltigen Energielösungen wie Photovoltaik und Batteriespeichern kombiniert.

Innovative Modelle entstehen auch durch die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft. Forschungsprojekte wie „HoLa – Hochleistungsladen für Lkw“ oder „E-Lkw-Cluster“ bringen Know-how aus Verkehrsplanung, Energieversorgung und Logistik zusammen. So entstehen Blaupausen für die Skalierung im städtischen Raum, die andere Kommunen übernehmen können. Städte sollten solche Projekte nicht nur begleiten, sondern aktiv fördern und in ihre eigene Planung integrieren.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren: Transparente Prozesse, klare Verantwortlichkeiten und eine kontinuierliche Evaluation. Städte, die regelmäßig Daten erheben, Nutzerfeedback einholen und ihre Strategien anpassen, können flexibel auf neue Entwicklungen reagieren und die Infrastruktur bedarfsgerecht ausbauen. Der Mut zu Pilotprojekten, die Bereitschaft zu Kooperationen und die Nutzung digitaler Werkzeuge sind dabei unverzichtbar.

Strategische Leitplanken: Wie weit reicht die städtische Verantwortung?

Die Frage, wo die städtische Verantwortung für die Ladeinfrastruktur von E-Lkw beginnt – und wo sie endet –, ist alles andere als trivial. Einerseits sind Städte gefordert, die planerischen und rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, Flächen bereitzustellen, Genehmigungen zu beschleunigen und die Koordination der Akteure zu übernehmen. Andererseits können und sollten sie nicht sämtliche Investitionen und den Betrieb der Infrastruktur selbst übernehmen. Eine kluge Balance zwischen Steuerung und Ermöglichung, zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft, ist gefragt.

Wichtig ist, dass Städte die Ladeinfrastruktur systematisch in ihre Mobilitäts-, Energie- und Stadtentwicklungsstrategien integrieren. Sie müssen Zielbilder formulieren, Prioritäten setzen und die verschiedenen Sektoren miteinander verzahnen. Nur so lassen sich Synergien heben und Zielkonflikte – etwa zwischen Klimaschutz, Flächennutzung und Wirtschaftsinteressen – konstruktiv lösen. Die Entwicklung von Masterplänen, Leitbildern oder spezifischen Förderprogrammen kann dabei ebenso hilfreich sein wie die Einrichtung von Koordinierungsstellen oder Task Forces.

Ein zentrales Element ist die Bürgerbeteiligung. Nur wenn die Stadtgesellschaft in die Transformation eingebunden wird, können Akzeptanz und Identifikation entstehen. Transparente Kommunikation, offene Planungsprozesse und die Einbindung von Nutzergruppen – etwa Logistikunternehmen, Energieversorgern und Anwohnern – sind Voraussetzung für nachhaltige Lösungen. Städte sollten hierbei auf digitale Beteiligungsformate, Informationskampagnen und Dialogveranstaltungen setzen, um möglichst breite Unterstützung sicherzustellen.

Die Verantwortung der Städte endet dort, wo die operative Umsetzung und der Betrieb der Ladeinfrastruktur an spezialisierte Unternehmen übergeht. Dennoch bleibt die Kommune in der Pflicht, die Qualität, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit der Infrastruktur zu sichern. Regelmäßige Evaluationen, Monitoring und die Anpassung an neue technologische Entwicklungen sind Teil einer vorausschauenden Stadtentwicklung.

Städte, die die Ladeinfrastruktur für E-Lkw als strategische Aufgabe begreifen und aktiv gestalten, können nicht nur zur Dekarbonisierung des Verkehrs beitragen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Standorte sichern. Sie machen sich fit für die nächste Phase der Mobilitätswende – und setzen Maßstäbe für andere Kommunen im deutschsprachigen Raum.

Fazit: Jetzt Verantwortung übernehmen – für die Logistik der Zukunft

Die Ladeinfrastruktur für E-Lkw ist kein technisches Nischenproblem, sondern eine der zentralen Herausforderungen der urbanen Transformation. Sie betrifft die Klimaziele ebenso wie die Wettbewerbsfähigkeit und die Lebensqualität der Städte. Die Verantwortung beginnt bei der aktiven Flächensteuerung, reicht über Energieplanung und Genehmigungsmanagement bis hin zur Integration in die Stadtgesellschaft. Wer sich heute strategisch aufstellt, kooperiert und Innovation fördert, kann die Weichen für eine nachhaltige, leistungsfähige urbane Logistik stellen.

Städte müssen mutig handeln, neue Partnerschaften eingehen und digitale Werkzeuge nutzen, um die Komplexität der Aufgabe zu meistern. Die Zeit des Abwartens ist vorbei – gefragt sind strategische Leitplanken, offene Prozesse und eine konsequente Integration in die Stadtentwicklung. Nur so kann die Transformation des Schwerlastverkehrs gelingen und die Mobilitätswende im urbanen Raum Realität werden. Wer jetzt Verantwortung übernimmt, gestaltet nicht nur die Ladeinfrastruktur, sondern die Logistik der Zukunft.

Sckell Students Award

+++ Die Abgabefrist für den Wettbewerb wurde auf den 11. Oktober verlängert. Bei Einsendung gilt der Poststempel. +++

Der britisch-amerikanische Gartenhistoriker Prof. em. John Dixon Hunt erhält den diesjährigen Sckell-Ehrenring der Bayerische Akademie der Schönen Künste. Nach Friedrich-Ludwig von Sckell (1750-1823) benannt, ist der Ring die wichtigste Auszeichnung in Deutschland für herausragende Persönlichkeiten der Praxis, Theorie, Geschichte und Denkmalpflege auf dem Feld der Landschaftsarchitektur und Gartenkunst.

Sich konzeptionell in Wort und Bild mit dem Werk des diesjährigen Sckell-Preisträgers und dessen aktueller Relevanz für Landschaftsarchitektur und Gartenkunst, auseinanderzusetzen ist Thema des Sckell Students Award.

Die Bayerische Akademie der Schönen Künste lobt den studentischen Wettbewerb in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und industrielle Landschaft an der Technischen Universität München zum zweiten Mal nach 2014 aus. Teilnehmen können Studierende der Landschaftsarchitektur, Gartenkunstgeschichte und verwandter Fachbereiche, die für das Sommersemester an einer Hochschule im deutschsprachigen Raum (Österreich, Deutschland, Schweiz) immatrikuliert sind.

Die Abgabefrist für den Wettbewerb wurde auf den 11. Oktober verlängert. Bei Einsendung gilt der Poststempel.

Die Preisverleihung findet in Verbindung mit der Verleihung des Sckell-Ehrenrings an John Dixon Hunt am 19. Oktober 2017 in München statt.

Hier geht’s zu den Auslobungsunterlagen und dem Vorlagen-Layout!