Stärkung der Großsiedlungen in Berlin

Der Ruf der Berliner Großsiedlungen außerhalb des Rings ist oftmals schlecht. Dem will nun der Berliner Senat aktiv entgegenwirken und hat ein Förderprogramm ins Leben gerufen, das in 24 Großsiedlungen Anstoß für mehr Nachbarschaftshilfe sein soll. Mehr zu den Plänen für Marzahn, Friedrichsfelde oder auch Luckow, lesen Sie hier.

In Berlin existieren insgesamt 51 Großsiedlungen. Dabei handelt es sich um stark verdichtete, hochgeschossige Wohnbaukomplexe, meist rasch in der Nachkriegszeit errichtet, die mindestens 2 000 Wohneinheiten aufweisen. Immerhin knapp ein Viertel der ungefähr 3,5 Millionen Berliner*innen lebt in solchen Großsiedlungen. 24 dieser Großsiedlungen in Berlin – alle außerhalb des S-Bahn-Rings – kommen nun im Rahmen des 2020 von der Senatsverwaltung aufgesetzten Programms „Stärkung Berliner Großsiedlungen“ in den Genuss von Fördermitteln. Eigentlich hätte das Programm schon letztes Jahr anlaufen sollen, wurde aber durch Corona bis in dieses Jahr hinein verzögert.

Stärkung der Großsiedlungen in Berlin konzentriert sich auf nachbarschaftliches Miteinander

Die Förderung konzentriert sich besonders auf Projekte sozio-kultureller Art in den Berliner Großsiedlungen. Dazu gehört beispielsweise die Aufwertung von Begegnungsräumen, um das nachbarschaftliche Miteinander zu fördern oder der Aufbau von Netzwerken zur Nachbarschaftshilfe zur Unterstützung ehrenamtlicher Tätigkeiten. Projekte, die die Themen interkulturelle Integration, Freizeit- und Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche sowie die Attraktivität des öffentlichen Raums betreffen, kommen ebenso für eine Förderung durch das Programm für die Berliner Großsiedlungen in Frage.

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Insgesamt stehen zwei Millionen Euro aus einem Sonderfonds für die geförderten Projekte zur Verfügung. Entsprechend kleinteilig fallen die Fördermittel für die einzelnen Projekte innerhalb der 24 Großsiedlungen aus. So ist das als Anstoß zu verstehen um die Nachbarschaft in den Kiezen zu stärken. Aufwändige Neubauten sind also finanziell nicht drin, es geht um Dinge wie die Aufmöbelung eines Nachbarschaftszentrums oder auch um Skateparks oder die Erweiterung von Sportstätten.

Verfügungsfonds für Bürger*innenideen

Ein Teil des Fördertopfes zur Stärkung der Berliner Großsiedlungen ist als Verfügungsfond für die direkte Förderung von Ideen reserviert. Dieses kommt aus der Bürger*innenschaft. Mit ihm werden Vorhaben mit einer Summe von jeweils maximal 1 000 Euro gefördert. Nicht ausgeschlossen ist, dass für gewisse Projekte auch in den Folgejahren erneut Fördermittel beantragt werden können. Welche Projekte in den Genuss der Mittel kommen, entscheidet dabei eine demokratisch und lokal zusammengesetzte Kiez-Jury aus Antragsteller*innen und Kiezbewohner*innen.

Mehr über das Förderprogramm „Stärkung Berliner Großsiedlungen“ erfahren Sie auf der Webseite der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen.

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