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Ende letzten Jahres ist die bekannte Landschaftsarchitektin Hannelore Kossel nach schwerer Krankheit in Berlin verstorben. Dr.Ing. Klaus-Henning von Krosigk, einer ihrer Weggefährt*innen, sammelte Stimmen und Anekdoten von Kolleg*innen und Freund*innen von Hannelore Kossel, um sie in einem Nachruf zu ehren.

Über Berlin hinaus bekannt

 

Am 27. Oktober 2020 ist Hannelore Kossel mit 79 Jahren nach schwerer Krankheit in Berlin verstorben. Ihr viel zu früher Tod gibt Veranlassung dieser wunderbaren Kollegin und beeindruckenden Persönlichkeit in einem Nachruf ein ehrendes Gedenken zu setzen. Man hat mich gebeten, diesen Nachruf zu verfassen und ich möchte hier eingangs sagen, dass ich diese Zeilen nur schreiben konnte, weil mir zahlreiche Kolleg*innen, aber auch ihre über ganz Europa verstreuten Freund*innen mit wertvollen Hinweisen, Berichten und Fotomaterial geholfen haben, dieser ehrenden Pflicht nachzukommen.

Man möge es mir nachsehen, wenn ich in Anbetracht der überwältigenden Materialfülle manches kürzen, oder gar vernachlässigen musste. Ich hoffe dennoch, dass dieser Nekrolog einer bewunderungswürdigen Frau und Kollegin einigermaßen gerecht wird und vor allem auch etwas über ihre Person aussagt.

Am 1. Juli 1941 in Berlin geboren, hat Hannelore Kossel ihr ganzes Leben in der deutschen Hauptstadt verlebt. Als einziges Kind von Hans und Else Kossel wuchs sie in einem behüteten Elternhaus in Berlin-Westend auf, in dem ihr Vater auch seine erfolgreiche Zahnarztpraxis führte. Ihre charakteristische Unabhängigkeit in Denken und Handeln sollte sich schon in früher Jugend zeigen: Wie mir ihre Patentochter Afra M. Rapold aus St. Gallen schrieb, hatte sie zu ihrem Vater kein sehr inniges Verhältnis „lehnte sie doch als junge Frau alles Bürgerliche und die gesamte Bourgeoisie vollkommen ab. Es war ja auch die Zeit des Umbruches in der Gesellschaft der 68er-Bewegung“.

Ihrem großen Interesse an der Natur folgend, machte Hannelore Kossel nach ihrem Abitur 1961, eine 1,5-jährige Gärtner*innenlehre in der Stadtgärtnerei Berlin-Charlottenburg und studierte dann vom Wintersemester 1962/63 bis zum Sommersemester 1970 am Institut für Gartenkunst und Landschaftsplanung der Technischen Universität Berlin – u.a. bei Hermann Mattern und bei Günter Nagel – Garten- und Landschaftsarchitektur.

Sie beendete ihr Studium mit dem Diplom-Ingenieur im August 1970 und trat direkt anschließend eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Landschaftsarchitekturbüro Professor Günther Nagel an. Sieben Jahre später erfolgte schließlich ihre eigene Bürogründung. Später folgten eine Gastprofessur an der Hochschule der Künste, Lehraufträge an der Technischen Universität Berlin und an der Kunsthochschule Weißensee sowie zahlreiche Mitwirkungen bei Preisgerichten und Gutachterverfahren und Gestaltungsbeiräten. Nicht zuletzt hat sich Hannelore Kossel viele Jahre im Deutschen Werkbund engagiert.

Der Berliner „Block- oder Schmuckplatz“

Sie selber gehörte im Berlin der Jahre um die Wende unbestritten zu den erfolgreichsten Garten- und Landschaftsarchitekt*innen, und feierte insbesondere in der klassischen Objektplanung schon sehr früh Erfolge, die sie dann auch bald über Berlin hinaus bekannt machten. So gestaltete, bzw. bearbeitete sie wunderbare Gärten, zahlreiche Stadtplätze, öffentliche Grünanlagen, Außenanlagen an Gewerbeobjekten, Schulen und Kindertagesstätten, Gartenhöfe und Dachgärten, Grün an Wohnungsbau und nicht zuletzt auch gartendenkmalpflegerische Projekte.

Hannelore Kossel war es immer wichtig, für den ihr anvertrauten Stadt- oder Gartenraum ganz spezielle, auf die örtliche Situation, auf spezifische Nutzungsanforderungen, aber auch die Geschichte des Ortes bezogene Antworten zu finden. „Achtung vor Vorhandenem, behutsames Weiterentwickeln, ist wichtiger als modische Überformung“, wie sie selbst immer wieder sagte. Hier mag man unwillkürlich an Goethe denken, der sprach „Es gibt kein Vergangenes, das man zurücksehnen dürfte, es gibt nur ein ewig Neues, das sich aus den erweiterten Elementen des Vergangenen gestaltet, und die echte Sehnsucht muss stets produktiv sein, ein neues Besseres erschaffen.“

Einer der frühen Stadtplätze in Berlin, der nach den Entwürfen von Hannelore Kossel als Landschaftsarchitektin sowie den Hochbau Architekten Urs Müller und Thomas Rhode in besonders sensibler Weise Anfang der 1980er-Jahre in einem historischen Stadtquartier als Neuanlage im Stil der Postmoderne angelegt worden ist, ist der Los-Angeles-Platz in Berlin-Charlottenburg.

Dieser Patz mit seiner hohen Aufenthaltsqualität, der ästhetischen Qualitäten vergangener Epochen, seiner Gestaltungsvielfalt und Detailliebe, aber auch den klar geometrisch geformten Gartenräumen mit dem dominierenden Pergolengarten, steht für die Aufwertung der Innenstädte – nach einer deutlichen Abkehr der unsere Städte zerstörenden Idee einer Autogerechten Stadt – sowohl in Bezug auf das Wohnumfeld als auch für die „City“ des damaligen West-Berlins. Der später wegen seiner herausragenden städtebaulichen Qualitäten und damit auch für die charakteristische Handschrift Hannelore Kossels bis heute sehr geschätzte klassische Berliner „Block- oder Schmuckplatz“ wurde dann sogar als Gartendenkmal unter Denkmalschutz gestellt.

Wiederherstellung des Savignyplatz

Ohne Zweifel steht auch in dieser Tradition der 1998 von Hannelore Kossel nach der Wende nach ihrem Entwurf in Berlin Hellersdorf angelegte „Fritz Lang-Platz“, ein Platz von dem Hans Stimmann in dem von ihm 2001 herausgegebenen Fachbuch „Neue Gartenkunst in Berlin“ schreibt: „ […] es ist gerade die Einfachheit dieses Stadtplatzes, die seine Qualität ausmacht.“ Zu erwähnen wären hier aber auch der 1996-97 realisierte „Hamburger Platz“ in Berlin-Weissensee, für den sie in einer Arbeitsgemeinschaft mit dem Architekten Gerd Neumann die Außenanlagen entworfen hat. In ihrem Oeuvre finden sich zahlreiche weitere Stadtplätze, wie der Friedensplatz Hanau, der Graf -Wilhelm-Platz in Solingen, der Willy-Brandt-Platz in Hamm, oder der Konrad -Adenauer-Platz in Gütersloh.

Schon bald wurde die herausragende Arbeit Hannelore Kossels als Garten- und Landschaftsplanerin mit Preisen und Auszeichnungen gewürdigt. Hier sind u.a. 1984 die Verleihung mit einer Goldplakette des Bundesministers für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau für „Städtebauliche Leistungen im Bezirk Wedding, Sanierungsgebiet Brunnenstraße im Bereich der Swinemünder Straße und des Vineta Platzes“ zu nennen oder die schon 1983 erfolgte Verleihung des BDLA-Preises für das Projekt „Landschaftspflegerischer Begleitplan zum Ausbau des Teltow-Kanals“ , den sie und Kolleg*innen ihres Planungsbüros erhielten

Bereits 1986 gelang es Hannelore Kossel, gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Bettina Bergande ­– auf Veranlassung der Berliner Gartendenkmalpflege – den 1926 von Erwin Barth angelegten Savignyplatz an der Kantstraße, ebenfalls in Berlin-Charlottenburg, in seiner hohen denkmalpflegerischen Bedeutung minutiös wiederherzustellen. Aufgrund der im Grünflächenamt Charlottenburg vollständig erhaltenen originalen Entwurfszeichnungen von Erwin Barth konnten nicht nur die den Platz dominierende beeindruckende Traillage-Architektur für die großartigen Sitznischen, sondern auch alle Beleuchtungskörper rekonstruiert, das wertvolle Schmuckpflaster sorgfältig erhalten, aber auch die wunderbaren Staudenbeete vollständig neu angelegt werden.

Instandsetzung des Gartens an der Rehwiese

Dieser denkmalgeschützte wertvolle Schmuckplatz Berlins ist nicht nur ein kostbares Erbe der reformorientierten Barth-Zeit der Nach-Jahrhundert-Wende, sondern auch Zeugnis einer erfolgreichen Denkmalpflegepolitik der Berliner Gartendenkmalpflege , ist aber auch ein Dokument des hohen planerischen Könnens von Hannelore Kossel und ihrem leistungsfähigen Planungsbüro sowie einer in jenen Jahren engen „Arbeitsgemeinschaft“ der großen Garten- und Landschaftsarchitektin mit dem Berliner Landesdenkmalamt und dem Autor dieser Zeilen.

Es folgten dann später verständlicherweise weitere Denkmalpflege-Projekte, wie ein Fachgutachten zum Rudolf-Virchow-Krankenhaus in Berlin-Wedding, oder das Projekt der 1994/95 realisierten Außenanlagen bei vier Stadtvillen am Lützowplatz in Berlin-Tiergarten, oder die Entwürfe für zwei Vorgärten am oberen Kurfürstendamm – die dann auch umgesetzt worden sind – aber auch Instandsetzungsplanungen für Villen- und Landhausgärten im Bezirk Zehlendorf von Berlin. Zu nennen sind hier vor allem das Fachgutachten für den Garten Marlier – der Villa der berüchtigten Wannseekonferenz  am Großen Wannsee 56/58 – das von Hannelore Kossel und ihrer Mitarbeiterin Bettina Bergande 1991 erstellt, die Grundlage für eine sorgfältige gartendenkmalpflegerische Wiederherstellung dieses der Hektar großen Villengartens der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg werden sollte .

Besonders erfolgreich hat sich Hannelore Kossel aber auch um eine wiss. konservatorisch anspruchsvolle schrittweise Instandsetzung des eigenen, ab 1906 von Hermann Muthesius selbst entworfenen Gartens an der Rehwiese in Berlin-Nikolassee bemüht. Hier hat es Hannelore Kossel geschafft, wiederum im Auftrag der Berliner Gartendenkmalpflege, sich mit großer Liebe zum Detail, einer hohen Material-, aber auch Pflanzenkenntnis – gemeinsam mit der gartenbegeisterten Hausherrin – in den Jahren von 1985 bis 2007 diese Inkunabel eines frühen Landhausgartens in alter Schönheit wieder herzustellen.

Hannelore Kossel ging sensibel auf das ein, was war

Vielfältig sind aber auch ihre zahlreichen Entwürfe – nicht zuletzt in vielen Wettbewerben – für Schulen, so 1995 für das Gymnasiumin Bernau, 1996 für das Gymnasium in Templin, 1998 für die Grund- und Sonderschule Buchholz -West und 1998 für die Grund-und Sonderschule Französisch-Buchholz, um 2000 Entwürfe für die Fachhochschule Magdeburg (Standort Herrenkrug), 2002 Planungen für die Freie Universität Berlin-Fu Campus Lankwitz, und zeitgleich für den Campus Jungfernsee, 2007 Entwürfe für den Hochschulcampus Bielefeld oder 2009 Entwürfe für den Neubau der Kronthal-Schule in Kronberg.

Unbedingt erwähnenswert sind aber auch ihre zahlreichen, Berlin seit dem 19. Jahrhundert kennzeichnenden Gartenhöfe, die sie immer wieder mit einer unbedingt minimalistischen Handschrift und klaren Form- und Materialsprache entwarf. Hier sind Gartenhöfe wie der 2007 fertiggestellte Gartenhof im Wohn-und Geschäftshaus in der Lietzenburger Straße 53, der 2003 angelegte Hof Podewil im Palais am Klostergarten in Berlin-Mitte oder die 2009 vollendeten Paul-Lincke-Höfe in Berlin-Kreuzberg zu nennen.

Zu den ganz herausragenden und auch höchst erfolgreichen Projekten Hannelore Kossels in „Westdeutschland“ gehören die Freiflächen-Planungen für das 2005 fertiggestellte „Kulturgut Haus Nottbeck“ in Oelde-Stromberg, ohne Zweifel aber die grundlegenden Planungen für eine Instandsetzung der weiträumigen Gartenanlagen von Kloster/Schloß Bentlage bei Rheine – Planungen, die 2000/2001 realisiert wurden . Auch hier gelang es ihr, wie es Werner Friedrich – Mitglied im Förderverein Kloster Bentlage – einmal schrieb „auf das was war, sensibel einzugehen“.

Hannelore Kossel unglaubliche Durchsetzungskraft und Willensstärke

Gemeinsam mit Ulrich Eckardt, dem Intendanten der Berliner Festspiele und dem für die Berliner Bauausstellung verantwortlichen Architekten Josef Paul Kleihues sowie Repräsentant*innen aus Rheines Gesellschaft und Politik – wie Werner Friedrich ­– das „Memorandum für Bentlage“ zu erarbeiten, um die historische Bedeutung des Natur- und Kulturraumes Bentlage angemessen in die Gegenwart zu „übersetzen“ und zukunftsfähig fortzuschreiben. Über zehn Jahre blieb sie dem Kloster und der Stiftung als Mitglied des Kuratoriums verbunden und seit jenen Jahren verband Hannelore Kossel, bis zu ihrem Ableben, eine ganz besondere Freundschaft zu Werner Friedrich, und seiner Würdigung der lieben Verstorbenen habe ich im Übrigen manches an wertvollen Informationen zu verdanken.

Ein weiteres ansprechendes Projekt in Westdeutschland waren die Planungen die sie im Auftrag für Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff für die Neugestaltung der Außenanlagen im neu errichteten Eingangsbereich des „Gräflichen Park & Balance Resort“ in Bad Driburg entwerfen konnte – Planungen, die 2006/07 umgesetzt wurden und noch heute von Ihrem schönen Ideenreichtum und beherzten Handschrift zeugen. Das gilt natürlich auch für den in jenen Jahren, ebenfalls nach ihren Vorstellungen, neu angelegten, beeindruckenden Irrgarten im großen Gräflichen Kurpark zu Bad Driburg.

Zu den erfolgreichen Entwurfsplanungen jener Jahre gehört ohne Zweifel der gemeinsam mit Axel Schultes – dem Architekten des Berliner Kanzleramtes – verfasste Entwurf zu einer Neugestaltung des Hindenburgplatzes in Münster, oder auch die 1997 Aufsehen erregenden Entwürfe für den Bahnhofsvorplatz in Bremen. Die damals in Bremen stadtentwicklungspolitisch federführende Bau-Staatsrätin Ulla Luther war besonders vom preisgekrönten Entwurf der Planungsgemeinschaft „Büro Quick, Bäckmann und Kossel“ angetan und lernte Hannelore Kossel kennen und schätzen, besonders „ihre unglaubliche Durchsetzungskraft und Willensstärke“. Weitere erste Preise gewann Hannelore Kossel dann noch für die Bahnhofsvorplätze in Hamm und Oberhausen.

Parva, sed apta mia!

Zu den wichtigen städtebaulichen Planungen in Berlin gehören auch bis in kleinste Details sorgfältig durchgestaltete Projekte, wie die 1994 fertiggestellten Gartenanlagen an einem Bürohaus in der Spichernstraße in Berlin Wilmersdorf, die sehr ansprechenden, 2005 fertiggestellten Reihenhausgärten in einer weiträumigen großen Park- und Wohnanlage am Großen Wannsee, in Berlin-Zehlendorf. Es handelt sich hier um einen ursprünglichen Parkartigen Villen-Garten, der, von Gustav Meyer im 19.Jahrhundert entworfenen Colonie Alsen, dem heutigen Ortsteil Wannsee. Zu nennen sind hier aber auch Entwürfe zur Gartenstadt Falkenhöhe in Berlin-Falkensee: Entwürfe die 1992-1996 realisiert werden konnten und ihr 1999 den Deutschen Städtebaupreis einbrachte.

Ulla Luther war es auch, die gemeinsam mit Hannelore Kossel und Hinnerk Wehberg vor circa zehn Jahren eine Woche lang mit der CEU in Nador in dieser Tradition, einem kleinen Ort in Marokko, als Teilnehmerinnen einer einwöchigen internationalen Tagung verbrachten, in der man für diesen Ort neue Entwicklungsstrategien erarbeitete . Ulla Luther charakterisierte diesen Erfahrungsaustausch im französischsprachigen Marokko folgendermaßen: „Dort habe ich Hannelore mit ihren großen Fähigkeiten, Leute für sich zu gewinnen, Positionen selbstbewusst zu verteidigen, aber auch ihre große Lust die französische Sprache zu ‚leben‘, kennengelernt.“ Luther schrieb mir darüber hinaus „Hannelore bleibt für mich ein überaus liebenswerter und engagierter Mensch. Ihr Leben verlief nicht immer geradlinig, sie hat sich aber stets mit Engagement und der Lust an Selbständigkeit und Ungebundenheit (dabei häufig sehr bescheiden lebend) in ihrem Leben behauptet.“

Wie bescheiden, aber doch selbstbewusst und selbstbestimmt sie lebte, machen sicherlich ihre vielleicht schönsten Jahre in ihrem „Gartenheim“, wie Willy Lange, der große Gartenarchitekt im Berliner Wannseeraum, es um 1900 formuliert hätte, einem kleinen, denkmalgeschützten Reihenhaus am Poßweg in Zehlendorf deutlich, ein Haus, von dem der italienische Humanist Ariost gesagt hätte „Parva, sed apta mia!“ (klein, aber mein), mit einem zauberhaften, bis in letzte Detail, aber eigentlich unsichtbar durchgestalteten „Wildnisgarten“.

Ausflüge in und um Berlin

Haus und Garten musste sie leider 2011 verkaufen und zog nach Berlin-Mitte. Wenn man Hannelore Kossel in ihrem innersten Gärtnerdasein begreifen will, dann war ihr Garten am Poßweg der Schlüssel zu diesem Verständnis, denn, wie es schon in der Beschreibung des Gartens der großen Dadaistin Hannah Höch, in Berlin-Heiligensee, im opus magnum zu „ artendenkmale in Berlin – Privatgärten“ , vom Verfasser dieser Zeilen im Jahr 2009 herausgegeben, heißt: „ Die Künstlerin integrierte alltägliche Gegenstände in den Garten, so dass diese als Dekoration zu Teilen einer sich ständig verändernden Garten-Collage aufgewertet wurden“. Der Garten war sozusagen eine Idylle und ein Reiseziel, von dem Hannah Höch sagte „Ich verreise in meinen Garten“.

Hannelore Kossel war daher der Verkauf und damit der Abschied von diesem geliebten Haus, vor allem aber von ihrem ganz persönlichen Garten – in dem sie außer wunderbaren Wildstauden, im Schatten einiger alter Kiefern des früheren Grunewaldes, auch mancherlei kuriose Gegenstände sammelte – ein besonders großer Kummer, den sie wohl nie ganz verwunden hat.

Hier, am Poßweg, lernten im Übrigen viele Hannelore Kossel als Mensch und liebenswürdige Gastgeberin und begnadete Köchin kennen und schätzen. So erging es nicht nur ihrer Patentochter Afra M. Rapold, aus Schaffhausen, sondern auch ihrem langjährigen Freund Pfarrer Klaus Stahlberger, aus St. Gallen stammend, mit denen sie bei Besuchen immer wieder gemeinsame herrliche Ausflüge „hier in der Schweiz, in und um Berlin“ ansteuerten. So wurden wiederholt das Landhaus Muthesius oder der Karl-Foerster-Garten in Potsdam-Bornim angefahren.

Den Himmel wohltuend gestalten

Sie zeigte auch gerne ihre vielen anderen Projekte und versteckte Sehenswürdigkeiten im Berliner Raum, brachte sich aber auch in ihrer großen Küche im Poßweg als glänzende und geübte Gastgeberin ein, wo „sie das Zepter übernahm, ihre Quiches und Baisers machte. Sie war dort die Chefin, wir nur Zudiener. Was haben wir bei Tisch nicht gelacht und gescherzt. Genuss und Lebensfreude pur“,wie mir Klaus Stahlberger schrieb, der sie noch wenige Tage vor ihrem Ableben in Berlin besuchen und mit seinem Freund Thomas Rutz sehen und sprechen konnte.

Ihre letzten Jahre verbrachte sie dann in einem alten – an der Spree gelegenen – Fabrikgebäude an der Köpenicker Straße, wo es ihr gemeinsam mit zahlreichen anderen Architekt*innen – wie Matthias Hoffend, der sie dann auch vorbildlich bis zuletzt betreute und mich in der Vorbereitung dieses Nekrologes wunderbar unterstützt hat – gelang, das weitläufige Backsteingebäude nicht nur zu erhalten, sondern durch kluge Nutzung zu qualifizieren. Heute ist es Sitz des DAZ, beherbergt mehrere Architekturbüros und ein renommiertes Modellbau-Atelier. Ihre früheren, auch in Berliner Fachkreisen sehr bekannten Bürostandorte waren – wie mir ihre langjährige Büroleiterin Cornelia Breda, die von 1987 bis Ende 2010 ihr Büro leitete, und der ich auch wichtige andere berufliche Informationen verdanke – am Kurfürstendamm 71, und in der Niebuhrstraße 77, in Berlin-Charlottenburg, die letzten Jahre dann in der Köpenicker Straße 48/49 in Berlin-Mitte.

Was von Hannelore Kossel bleibt, ist ein überragendes Garten-Oeuvre und zahlreiche Freund*innen, die sie geliebt und verehrt haben. Möge es ihr vergönnt sein in anderen Sphären weiter zu gärtnern, sie bringt beste Voraussetzungen mit auch den Himmel wohltuend zu gestalten.

Dr. Ing. Klaus-Henning von Krosigk   

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Nominierung Tourismus, Freizeit, Spiel und Sport – Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2022

Die Nominierten des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis stehen fest. Noch bis zum 12. August 2022 können bdla-Mitglieder über die Gewinner*innen abstimmen. Auf Garten + Landschaft werden wir Ihnen die 15 Projekte in Kurzportraits vorstellen. Im Folgenden: die zwei Nominierten in der Kategorie Tourismus, Freizeit, Spiel und Sport.

Update: Das Voting wurde verlängert. bdla-Mitglieder können noch bis zum 16. September, 18:00 Uhr, hier abstimmen.

In der Kategorie Tourismus, Freizeit, Spiel und Sport würdigt der bdla Bayern Freiräume, die Freizeitangebote in den Fokus rücken. Spiel- und Sportflächen sind schließlich für unsere Städte unabdingbar. Die Jury des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises nominierte für die Kategorie folgende zwei Projekte:

  • Landschaftspark Paul-Gerhardt-Allee in München Pasing/Obermenzing, lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh sowie
  • Park an der Hochäckerstraße in München Perlach, ver.de Landschaftsarchitekten Stadtplaner Kröniger Rümpelein Wenk PartG mbB

Nominiert in der Kategorie Tourismus, Freizeit, Spiel und Sport

Landschaftspark Paul-Gerhardt-Allee in München

Auf einem rund 38 Hektar großen Areal in München Pasing/Obermenzing ist ein eigenständiges Stadtquartier mit Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen, sozialen Einrichtungen sowie Freizeitangeboten für circa 5 000 Bewohner*innen entstanden. Das heutige Quartier befindet sich auf ehemaligen Gewerbeflächen zwischen den Bahnlinien Laim-Pasing und Laim-Obermenzing. lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gestalteten für das Quartier einen circa acht Hektar großen Landschaftspark.

Er verbindet nicht nur die Neubebauung mit seiner Umgebung, sondern auch den Stadtteil Pasing/Obermenzing mit der Münchner Innenstadt. Darüber hinaus vernetzt der Landschaftspark aufgrund seiner Lage entlang der Bahngleise einzelne Bahnbiotope untereinander. Neben seiner naturschutzfachlichen und seiner Erschließungsfunktion bietet der Park weitere Nutzungen: allen voran Spiel und Sport. Zum Beispiel laden am „Spiel der Lüfte“ ein Ballon als Klettergerüst sowie ein Ufo-Karussell zum Spielen in luftiger Höhe ein. Ein weiterer Spielplatz widmet sich dem Element „Wasser“. Dort können Kinder am Wasser schaukeln und wippen. Ältere können sich hinter dem Rodelhügel auspowern: Dort befinden sich ein Bolzplatz, ein Streetballfeld und Tischtennisplatten.

Park an der Hochäckerstraße in München

Das neue Wohnquartier an der Hochäckerstraße in München Perlach durchzieht ein großflächiger Park, der sich in sechs Teilbereiche unterteilt. Sie alle rahmen Baumreihen in einer gemeinsamen Leitbaumart sowie Heckensequenzen. Ball- und Bewegungsspiele sind auf Rasenflächen möglich. Sie wechseln sich mit extensiven, artenreichen Blumenwiesen ab. Für die sechs Teilbereiche diente die vormalige Nutzung des Areals als Gemüseanbaufläche mit linearer Feldstruktur als Inspiration.

Im ersten Teilabschnitt türmen sich zum Beispiel Obst- und Gemüsekisten zu einer Parkour-Anlage, die erste öffentliche Anlage ihrer Art in München. Der dritte Quartierteilpark nimmt Bezug zu der mittelalterlichen Bewirtschaftungsform Hochäcker mit ihren wellenförmigen Vertiefungen. Ver.de Landschaftsarchitektur gestaltete dort eine Wellenlandschaft zum Spielen und Toben. Den östlichen Parkabschluss bildet eine markante Erdskulptur, der als „Apfelberg“ an die Schüttkegel aus der Obstverwertung erinnern soll und im Winter als Rodelberg dient. Ein weiterer Teil des Quartierparks bietet Flächen für Urban Gardening. Insgesamt befinden sich auf einer Fläche von circa 1 670 Quadratmeter und an vier Standorten im Park vielfältige Spielangebote.

Abstimmung noch bis zum 12. August 16. September

Zum zweiten Mal findet der Bayerische Landschaftsarchitektur-Preis statt. Der Preis möchte die Bedeutung der Landschaftsarchitektur für die Gesellschaft zeigen und die Profession in der Öffentlichkeit präsentieren. Die Gewinner*innen werden im Rahmen der Preisverleihung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises am 11. November 2022 bekannt gegeben. Bis zum 12. August 16. September, 18:00 Uhr – Update: das Voting wurde verlängert – können bdla-Mitglieder noch über die Gewinner-Projekte für den Hauptpreis sowie in den fünf folgenden Kategorien abstimmen:

  • Bauwerksbegrünung und Biodiversität,
  • Blaue und Grüne Infrastruktur,
  • Urbanität, Bestand, Stadt und Platz,
  • Tourismus, Freizeit, Spiel und Sport sowie
  • Experimentelle Landschaftsarchitektur und Bauen im Detail

Zum Mitglieder-Voting geht es hier.

Mehr zum Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis: Hier geht es zu den nominierten Projekten in der Kategorie Experimentelle Landschaftsarchitektur und Bauen im Detail.

Fahrradständer: Vier Punkte, die Sie beim öffentlichen Einsatz beachten sollten

Das Fahrrad gilt als Schlüsselfaktor für das Gelingen der Verkehrswende in unseren Städten. Es hilft, Klima und Umwelt zu schonen, spart Platz und ist leise. Darüber hinaus trägt es durch die erforderliche körperliche Aktivität auch noch zur Gesundheit seiner Nutzer*innen bei. Doch damit der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad möglichst leichtfällt, braucht es durchdachte Infrastruktur – und dabei sind nicht nur sinnvoll geplante und gut gepflegte Fahrradwege gemeint. Schließlich muss ein Fahrrad am Ende einer Fahrt auch sicher abgestellt werden können. Was hier beachtet werden muss, ist nur auf den ersten Blick trivial.

Im Gespräch mit dem Münchner Fahrradständerspezialisten Gronard finden wir im ersten Teil dieser fünfteiligen Serie heraus, worauf es wirklich ankommt, wenn Sie öffentliche Fahrradständer in Ihrer Kommune anbieten wollen. Für G+L nahm sich Lothar Gronard, Senior-Geschäftsführer des Familienunternehmens, Zeit, um uns vier wichtige Aspekte zur Planung von Fahrradständern, Abstellanlagen und Co. auf den Weg zu geben.

Punkt 1: Das Regelwerk

Geht es an die Planung einer Fahrradabstellanlage, gehören selbstverständlich zunächst das Bauplanungs- und Bauordnungrecht sowie spezifische kommunale Satzungen geprüft. Sogenannte Fahrradabstellanlagen- oder Fahrradabstellplatzsatzungen geben Aufschluss über die geforderte Größe, Beschaffenheit und Mindestanzahl von Abstellplätzen, aber auch deren Abstand zueinander und zu anschließenden Verkehrsflächen. Ergänzend dazu stehen technische Regelwerke und Richtlinien hilfreich bei der Planung zur Seite. Hier seien die ADFC-Richtlinie TR6102 und die aus ihr hervorgegangene DIN-Norm 79008 genannt.

Ein empfehlenswertes Nachschlagewerk ist die Publikation „Hinweise zum Fahrradparken“ der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen FGSV. Sie enthält unter anderem Handreichungen zur Bedarfsermittlung, Finanzierung und rechtlichen Aspekten im Zusammenhang mit der Planung und dem Betrieb von Fahrradabstellanlagen.

Zu berücksichtigen ist, dass Verordnungen für Fahrradabstellanlagen nur bei Neu- und Umbauten, nicht jedoch im Bestand Gültigkeit haben. Zudem hat jedes Bundesland seine eigene Landesbauordnung, die zu beachten ist. Mit einer eigenen Stellplatzsatzung können Städte und Gemeinden spezifische Richtlinien für ihre örtlichen Bedürfnisse erlassen und dadurch gezielten Einfluss auf die Verkehrsentwicklung vor Ort nehmen. Im Gegensatz zu bundeseinheitlichen Regelungen lassen sich kommunale Stellplatzsatzungen viel differenzierter auf den jeweiligen Einzelfall und die lokale Strategie für das Mobilitätsmanagement anpassen.

Bei der Planung einer Fahrradabstellanlage müssen entsprechende Baurechte und lokale Satzungen befolgt werden. Darüber hinaus helfen Richtlinien und Normen wie die Technische Richtlinie 6102 des ADFC oder die DIN-Norm 79008 dabei, Fahrradabstellanlagen sinnvoll zu konzipieren. Foto: Gronard
Bei der Planung einer Fahrradabstellanlage müssen entsprechende Baurechte und lokale Satzungen befolgt werden. Darüber hinaus helfen Richtlinien und Normen wie die Technische Richtlinie 6102 des ADFC oder die DIN-Norm 79008 dabei, Fahrradabstellanlagen sinnvoll zu konzipieren. Foto: Gronard

Punkt 2: Räder- und Nutzungsmix

Eine detaillierte Bedarfsanalyse für den vorgesehenen Standort sollte ebenso selbstverständlich sein wie das gründliche Studium örtlicher Vorgaben. Nur, wenn Sie wissen, welches Aufkommen von Fahrrädern zu erwarten ist, wie lang die Abstellzeiten bei unterschiedlichen Nutzungsprofilen sind und welche Bedürfnisse die Nutzer*innen haben, können Sie die Komponenten Ihrer Abstellanlage auch sinnvoll zusammenstellen und dimensionieren.

Wer also wird die Abstellanlage künftig nutzen? Wie viele Kurzzeitparkende wird es im Vergleich zu denjenigen geben, die ihr Rad für längere Zeit abstellen? Welche Art von Fahrrädern wird abgestellt? Die Antworten auf diese Fragen geben Ihnen wertvolle Anhaltspunkte, um ihre Anlage nutzer*innengerecht auszustatten. Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Stellkonzepte fürs Rad. Beachten Sie hier in erster Linie die Bedürfnisse der Nutzer*innen und lassen Sie sich weniger von optischen Überlegungen leiten. Entscheidend für die Akzeptanz einer Fahrradabstellanlage ist deren Nutzwert. Generell sollte daher auf Fahrradständer zurückgegriffen werden, die es durch entsprechende Bügel erlauben, auch den Rahmen mitanzuschließen. Ein weiteres Detail ist die maximale Reifenbreite, die in den Fahrradständer passt. Dem Trend zu immer breiteren Reifen am Fahrrad sollten Abstellanlagen entsprechend Rechnung tragen. Ebenso im Trend: das elektrifizierte Fahrrad. Für die Nutzer*innen von E-Bikes ist es ein besonderes Komfortmerkmal, wenn Lademöglichkeiten in der Abstellanlage zur Verfügung stehen. Wer ein teures E-Bike für längere Zeit abstellen möchte, freut sich darüber hinaus über die zusätzliche Sicherheit, die abschließbare Fahrradboxen oder auch Fahrradhäuser bieten.

Zwar beliebt, aber weniger gut geeignet sind Fahrradanlehnen – also meist aus Flachstahl bestehende, ungefähr hüfthohe, auf dem Kopf stehende U-Profile. Sie sind je nach Ausführung zwar schick, weil sie schlicht sind und nicht sofort als Fahrradständer ins Auge fallen. Doch ihr Nutzwert ist deutlich geringer als der anderer Ständerformen. Dadurch, dass das Fahrrad an solchen Anlagen nur mäßig gegen Umstoßen und Hin- und Herrollen gesichert ist, ist etwa ist das Risiko von Beschädigungen besonders an Rahmen und Lenker erhöht. Dazu kommt, dass diese Art von Fahrradständern nur für ein Rad zur gleichen Zeit geeignet ist. In der Praxis kommt es jedoch häufig zu einer Doppel- oder sogar Dreifachbelegung. Die Folge: Lenker und Kabel verheddern sich oder es wird versehentlich das Nachbarrad mitangeschlossen.

Gut konzipierte Fahrradständer erlauben nicht nur das Anschließen des Vorderrads, sondern auch des Rahmens – etwa wie hier am Beispiel des Fahrradständers "Felix" von Gronard.
Gut konzipierte Fahrradständer erlauben nicht nur das Anschließen des Vorderrads, sondern auch des Rahmens – etwa wie hier am Beispiel des Fahrradständers "Felix" von Gronard.

Punkt 3: Wohin mit den Fahrradständern?

Akzeptanz und Nutzung von Fahrradständern sinken bei gestressten Pendler*innen rapide, wenn sie nicht nah genug am nächsten Verkehrsmittel sind. Wer am frühen Morgen zur Arbeit muss, hat in der Regel wenig Lust, noch mehrere hundert Meter vom Fahrradständer zum Zug zu rennen. Deswegen sollten Fahrradabstellanlagen möglichst nah an den Abgängen eines Bahnhofs und generell eines Gebäudes geplant werden. Für Langzeitparker*innen hingegen liegt die Priorität eher auf der Sicherheit des Abstellplatzes. Dazu gehört etwa eine gute Beleuchtung, aber auch eine Überdachung, die überdies die grundsätzliche Akzeptanz einer Fahrradabstellanlage drastisch erhöht. Es ist eine gute Praxis, eine Anlage an Orten mit viel Passant*innenverkehr zu platzieren, denn das senkt durch die soziale Kontrolle die Wahrscheinlichkeit von Vandalismus.
Die Anlage sollte außerdem barrierefrei zugänglich sein. Schon scheinbar kleine Absätze oder etwas zu steile Rampen können den Zugang zur Anlage für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen deutlich erschweren. Mit Schließfächern und Servicestationen für Reifenluft und kleinere Reparaturen runden Sie die Infrastruktur Ihrer Anlage fahrradfreundlich ab.

Auch wenn Sie mit Platzmangel zu kämpfen haben, gibt es eine Lösung: Mit Doppelstockparkern bringen Sie auf der gleichen Stellfläche doppelt so viele Fahrräder unter. Beachten Sie dabei aber, dass die Verkehrsraumbreite bei Doppelstockparkern geringfügig größer sein muss, um das problemlose Hantieren mit der oberen Parkschiene zu ermöglichen. Denken Sie auch an den Platz, den etwa Lastenfahrräder oder Fahrräder mit Anhänger benötigen. Zwar brauchen diese Arten von Fahrrädern normalerweise keinen Umfallschutz, aber deutlich breitere Fahrwege.

Dort wo der Platz knapp ist und Bauvolumen teuer, helfen Doppelstockparker bei der optimalen Platzausnutzung. Foto: Gronard
Dort wo der Platz knapp ist und Bauvolumen teuer, helfen Doppelstockparker bei der optimalen Platzausnutzung. Foto: Gronard

Punkt 4: Qualität lohnt sich

Billige Fahrradständer mögen eine attraktive Option sein, um den Haushalt zu schonen. Häufig machen sie optisch kaum einen Unterschied zu teureren Produkten. Die Reue kommt dann allerdings bereits nach wenigen Jahren, wenn das billige Produkt so verrostet ist, dass niemand mehr sein Rad hineinstellt. Oder auch schon deutlich früher, wenn die Funktionalität nicht gegeben ist. Wie erwähnt, sollten Bedienung und Funktion bei der Wahl von Fahrradständern oberste Priorität haben; ganz nach dem Motto „form follows function“. Moderne Fahrradständer hoher Qualität und Funktionalität haben ihren Preis. Dafür können Sie sich gut und gerne die nächsten 20 bis 30 Jahre auf deren problemlose Funktion verlassen. Das relativiert den Anschaffungspreis im Vergleich zum billigen Produkt, das im selben Zeitraum unter Umständen mehrmals neu angeschafft werden muss.

Achten Sie darauf, dass die Fahrradständer, die Sie anschaffen, nach DIN 79008 geprüft sind. Damit stellen Sie sicher, dass diese sinnvollen und durchdachten Anforderungen an deren Funktion und Sicherheit entsprechen.

Zertifizierte Qualitätsfahrradständer mögen bei der Anschaffung kostenintensiver sein, als Billigware. Auf die gesamte Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren gesehen, kommt Qualitätsware wegen der hervorragenden Haltbarkeit jedoch in der Regel günstiger. Foto: Gronard
Zertifizierte Qualitätsfahrradständer mögen bei der Anschaffung kostenintensiver sein, als Billigware. Auf die gesamte Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren gesehen, kommt Qualitätsware wegen der hervorragenden Haltbarkeit jedoch in der Regel günstiger. Foto: Gronard
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