Hannover ist die grünste Stadt Deutschlands

Die erste deutschlandweite Forsa-Befragung zum Thema Stadtgrün brachte hervor: Hannover ist mit 91% Zufriedenheit nicht nur Deutschlands grünste Stadt, sondern auch die mit den besten Parks und Grünflächen. Zufrieden sind auch Dresden (89%), Frankfurt am Main (77%) und Köln (73%). Schlusslicht ist Nürnberg, dort zeigen sich nur 65% der Befragten froh über ihre Freiräume. 6,33 Milliarden Euro betrug der Gesamtumsatz der Grünen Branche 2013. Ob diese Investition einen positiven Effekt auch die Bürger hatte untersuchte die am 11.November veröffentlichte Forsa-Studie, die fragt: Wie zufrieden sind die Menschen mit ihren städtischen Parks und Grünflächen?

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Herrenhäuser Gärten in Hannover: Foto: Birgit,pixelio.de

Befragt wurden je 500 Einwohner der Städte Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Dortmund, Düsseldorf, Stuttgart, Hannover, Bremen, Nürnberg und Dresden, insgesamt 6.037 Personen.
Beleuchtet wurden neben Erreichbarkeit, Nutzungshäufigkeit, Ausstattung und Pflegezustand auch die Nutzungsart. Die häufigsten Tätigkeiten im städtischen Grün sind, wenig überraschend, Spazierengehen (77%) und Sport (42%). Aber auch das Beobachten von Natur, Pflanzen und Tieren ist mit rund 40% wichtig für die Menschen. 80% der Befragten in allen Städten ist zudem eine breite Vielfalt an Bäumen und Pflanzen wichtig – ebenso entscheidend also, wie eine attraktive Gestaltung und das Vorhandensein von Sitzmöglichkeiten. Die Ergebnisse geben also Einblicke darüber, wie Parks und Freiflächen für die optimale Nutzung in den Städten gestaltet sein sollten.
Deutliche Diskrepanzen bestehen im Bezug auf Sicherheit im städtischen Grün. 85% der Befragten möchten sich in Parks und Grünanlagen stets sicher fühlen. Nicht einmal die Hälfte (47%) sehen dies allerdings als erfüllt an. Spitzenreiter ist hier nicht unvermutet Berlin. 84% finden Sicherheit wichtig, aber nicht mal jeder Dritte fühlt sich sicher in den Grünanlagen der Hauptstadt.
Der Initiator der Studie, der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL) plädiert dafür, dass Städte trotz leerer Kassen nicht bei der Entwicklung und Pflege von Grünanlagen sparen sollen. Dazu werden die positiven Effekte des städtischen Grüns angeführt, die auf der Hand liegen: Grünanlagen wirken sich positiv auf Klima, Gesundheit und Lebensqualität aus, tragen zur Lärmminderung bei, reduzieren Feinstaub und stärken das Regenwassermanagement in der Stadt. Ob diese schöne Argumentation zur Ankurblung des Geschäfts mit dem Grün genutzt wird und ob sich aus der Studie eine klare politische Botschaft ableiten lässt, wie es der Initiatoren der Studie sieht, bleibt Interpretation.
Schön ist doch, dass durchschnittlich 82% der städtischen Bevölkerung grundsätzlich mit ihren Parks und Freiflächen zufrieden sind. Und es überrascht nicht zu hören, dass für die meisten Befragten Grün in der Stadt unverzichtbar ist. Tatsächlich lohnt es sich also hier zu investieren. Und wenn man seiner Stadt ein positiveres Image verpassen und den Wohlfühlfaktor erhöhen möchte, hat man dank der Studie nun einige interessante Hinweise an der Hand, wie eine gelungene Freiraumgestaltung aus Sicht des Nutzers aussieht.