Heatherwick verteidigt Garden Bridge

Thomas Heatherwick verteidigte diese Woche sein Garden Bridge Projekt in London, nachdem die BBC eine Finanzierungslücke von 22 Millionen Pfund aufdeckte. In der BBC Newsnight am 17. August spielte Heatherwick indirekt auf den Brexit an: Würde man das Projekt jetzt abbrechen wäre das ein weiteres Indiz dafür, dass Großbritannien sein Selbstbewusst verloren hätte. „Alles wartet darauf zu starten, und es ist wichtig, dass unsere Gesellschaft jetzt nicht zeigt, dass wir plötzlich das Vertrauen in uns verloren haben… dass wir nicht auf einmal wirken wie ‚wir haben politisch schwierige Zeiten, jetzt machen wir dicht und gehen rückwärts‘.“

Die Garden Bridge, eine Park-Brücke mit 367 Metern Länge, soll die Themse im Herzen Londons zwischen South Bank und Temple Ufer überspannen. Seit der Wettbewerb 2012 zu Gunsten von Heatherwick Studio ausfiel ranken sich viele Mysterien und Widersprüche um das Projekt.

Die geplanten Kosten belaufen sich auf 175 Millionen Pfund, doch der Baubeginn verzögert sich, daraus sind bereits zusätzliche Kosten von 10 Millionen Pfund entstanden. Die Regierung unterstützt die Garden Bridge mit 60 Millionen Pfund, die restlichen Mittel treibt der Garden Bridge Trust mithilfe privater Spenden auf. Dem Trust fehlten bislang 22 Millionen Pfund. Die BBC fand heraus, dass sich einige Investoren auch wegen des schlechten Rufs der Garden Bridge wieder zurück gezogen haben, was ein weiteres Loch von 30 Millionen Pfund aufreißt. Insgesamt fehlen dem Projekt nun 65 Millionen Pfund.

Der Eröffnungstermin wurde bereits von 2018 auf 2019 verschoben. Ein Bauunternehmer war im März bereits beauftragt worden, der neue Bürgermeister Sadiq Khan stoppte die Bauarbeiten jedoch bis auf weiteres. Er machte deutlich, dass die Stadt keine weiteren Mittel zur Verfügung stellen werde, er bestätigte allerdings auch, dass es zu teuer sei, das Projekt gänzlich zu canceln.

Thomas Heatherwick: „Es gibt alle möglichen Leute, die ihre kleine Agenda durchkriegen wollen. Wie kann es schlecht sein, die Stadt an einer weiteren Stelle besser zu verknüpfen, einen neuen öffentlichen Raum zu schaffen den wir noch nie hatten, mit einem neuen Ausblick für uns alle.“

Einen Kommentar der Londoner Journalistin Rachel Holdsworth lesen Sie hier.