IGA Metropole Ruhr 2027: Wettbewerbsergebnisse der Zukunftsgärten

Die Metropolregion Ruhr ist mit mehr als fünf Millionen Einwohner*innen Deutschlands größter Ballungsraum. Der Regionalverband Ruhr agiert hier, in den insgesamt elf Städten und vier Kreisen, als Netzwerker, Koordinator, Impulsgeber und Projektträger. Zugleich ist der Verband für Regionalplanung und bedeutende Infrastrukturprojekte zuständig. Sein neuestes Großprojekt, das nun ansteht: die IGA 2027 – die Internationale Gartenausstellung 2027. Als Hoffnungsträgerin soll die IGA wertvolle, stadtstrukturelle Wirkung erzielen und nationale Strahlwirkung im Ruhrgebiet entfalten. In ihrem Mittelpunkt stehen fünf große Schaugärten: die Zukunftsgärten. Prof. Dr. Martina Oldengott, fachlich mitverantwortlich für die IGA Ruhr, stellt Ihnen hier die Wettbewerbsergebnisse der Zukunftsgärten vor.

 

Die IGA 2027 stellt sich dem Diskurs, wie wir in Zukunft leben wollen. Als wir mit der Konzeption der Machbarkeitsstudie 2015 / 2016 diese große programmatische Fragestellung aufgeworfen haben, konnten wir nicht voraussehen, in welch hohem Maß uns die globalen Einflüsse in unserer Arbeit auf dem Weg zur Realisierung der Internationalen Gartenausstellung 2027 bestimmen würden. Immer häufigere und ständig wechselnde Witterungsextreme mit Unwetter- und Starkregenereignissen auf der einen Seite, monatelange Trockenheit mit hohen Temperaturen auf der anderen Seite sind signifikante Merkmale des Klimawandels. Sie tragen zu Umweltkatastrophen mit der Folge von Zerstörungen ganzer Siedlungen und Landschaften, Ernteausfällen, Hungersnöten, Armut und Krankheiten bei.

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IGA Ruhr: Zukunftsgärten bilden Programmatik ab

Von Umweltgerechtigkeit und ausgeglichenen Lebensverhältnissen weltweit sind wir Lichtjahre entfernt. Beispiele wie die Corona-Pandemie zeigen uns, wie eng die genannten Auswirkungen auch mit unserem, bisher so komfortablen Leben verbunden sind. Die Rolle der Freiräume, ihre Nähe zum Wohnort, Gestaltung, Ausstattung und ökologische Funktion gewinnen an Bedeutung. Am Beispiel des Gartenbaus und der Landwirtschaft entzünden sich wesentliche Zukunftsfragen über Produktion, Distribution und nachhaltige Bewirtschaftung.

Vor diesem Hintergrund erfüllen die drei Ebenen der IGA 2027 – “Mein Garten”, “Unsere Gärten” und “Zukunftsgärten” – in mehrfacher Funktion eine wichtige Rolle. Sie tragen nicht nur zur Qualifizierung und Verdichtung des regionalen Freiraumverbundes bei. Gerade die Ebene “Mein Garten”, die das zivilgesellschaftliche Engagement mobilisieren möchte, bietet die Möglichkeit zur Teilhabe an der IGA und eine Sensibilisierung für die gesellschaftlichen und ökologischen Fragestellungen vor dem Hintergrund der weltweiten Lebensverhältnisse und ökonomischen Rahmenbedingungen.

Im Mittelpunkt der IGA 2027 stehen jedoch die großen Schaugärten. In diesen fünf Zukunftsgärten bildet sich unsere übergeordnete Programmatik beispielhaft ab.

Vier internationale und interdisziplinäre Planungswettbewerbe

Sie verknüpfen urbane Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung, Grüne und Blaue Infrastruktur mit Biodiversität und den Herausforderungen der Klima-Resilienz. Hier wollen wir Lösungsansätze für ein gutes Zusammenleben und für ausgeglichene Lebensverhältnisse aufzeigen. Auf der Grundlage einer nachhaltigen und umweltgerechten Mobilität wollen wir eine niedrigschwellige Zugänglichkeit zur IGA schaffen und ein attraktives touristisches und kulturelles Angebot machen.

Eine wesentliche Voraussetzung für die Planung und bauliche Umsetzung bilden die Landschaftsarchitur-Wettbewerbe. Gut ein Jahr haben wir daran gearbeitet und vier internationale und interdisziplinäre Planungswettbewerbe für die Zukunftsgartenstandorte Dortmund, Bergkamen-Lünen, Gelsenkirchen und Duisburg durchgeführt. Trotz der Corona bedingten Restriktionen konnten alle Wettbewerbe ohne Auswirkung auf die zeitlichen Abläufe der anschließenden VgV-Verfahren abgeschlossen werden. Die Jurysitzungen für Gelsenkirchen und Duisburg mussten virtuell durchgeführt werden, verbunden mit vielen organisatorischen Herausforderungen. Wir haben dennoch sehr gute Ergebnisse erzielt und unter den Preisträger*innen international renommierte Landschaftsarchitektur- und Architekturbüros gewonnen.

Zukunftsgärten der IGA Ruhr: Wettbewerbsergebnisse

Die frischen und modernen, nachdenklichen und nachhaltigen Entwürfe haben sich intensiv mit der Biodiversität, Nachhaltigkeit, mit Fragen des Klimawandels, mit der Bedeutung der Zukunftsgärten für Freizeit, Erholung, Nahrungsproduktion, Ernährung und Gesundheit auseinandergesetzt. Sie haben tragfähige Vorschläge für die Transformation der Ruhrgebietslandschaft und für großräumliches landschaftliches Entwerfen erarbeitet und die Rolle der Landschaftsarchitektur für unsere industrielle Kulturlandschaft und das regionale Design geschärft. Vor allem aber haben sie passgenaue Entwurfslösungen für jeden einzelnen Standort präsentiert und die Authentizität der jeweiligen landschaftlichen Situation genutzt, um einen einzigartigen Zukunftsgarten zu schaffen.

Hier finden Sie die Kernthemen und Wettbewerbsergebnisse der einzelnen Zukunftsgärten der IGA Ruhr:

 

IGA Ruhr lobt hohe planerische Qualität und Vielfalt der Wettbewerbsergebnisse für die Zukunftsgärten

Jeder Planungswettbewerb für die IGA-Zukunftsgärten unterscheidet sich im Inhalt, Format und in den Flächen grundlegend von allen anderen. Dortmund, Bergkamen/Lünen und Duisburg haben das Format eines nicht offenen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs genutzt, indem einige Büros gesetzt und weitere über die Bewerbung und das Losverfahren bestimmt wurden. Gelsenkirchen war ein offener Wettbewerb. In Dortmund und in Duisburg waren es interdisziplinäre Wettbewerbe, weil Brücken oder Gebäude einbezogen waren. Duisburg hat darüber hinaus auch einen Ideenteil mitaufgenommen. Gegenstand des Realisierungsteils war nicht nur der eintrittspflichtige Zukunftsgarten, sondern auch der Grüne Ring, der sich um den Stadtteil Hochfeld zieht.

Als Auslober*innen und auch als Jurymitglieder der vier Preisgerichte waren wir bei jedem Wettbewerbsergebnis beeindruckt von der hohen planerischen Qualität und Vielfalt der möglichen Lösungsansätze. Nicht zuletzt spiegelt es sich auch in den vielen Anerkennungen, die zusätzlich zu den jeweils drei Preisen vergeben wurden. Wir haben uns durch die Reichhaltigkeit der Ideen und die Sorgfalt in der Bearbeitung reich beschenkt gefühlt. In den weiteren Prozess der Planung und Baurealisierung gehen wir voller Vorfreude und Zuversicht, gute und fachkompetente Partner*innen an unserer Seite zu wissen.

Prof. Dr. Martina Oldengott ist Landschaftsarchitektin und Kunsthistorikerin. 2020 wurde sie von der Emschergenossenschaft in die Durchführungsgesellschaft der Internationalen Gartenausstellung Metropole Ruhr 2027 entsendet. Sie ist dort in führender Position für die fachlichen Inhalte der IGA 2027 verantwortlich.