In Köln-Chorweiler starten in diesem Sommer die Baumaßnahmen für drei Plätze inmitten der 70er-Jahre-Siedlung. Die Pläne dazu sind zusammen mit den Bewohnern entstanden. Die „Aufwärmphase“ organisierte Urban Catalyst aus Berlin, lad+ aus Hannover erarbeitete anschließend die Umgestaltung. In der Juniausgabe der Garten+Landschaft stellen wir detailliert den partizipativen Prozess vor. Hier geben wir einen kurzen Einblick in das Projekt und wie der partizipative Prozess aussah.
Mit Förderprogrammen, guten Ideen und vernünftigen Kooperationspartnern soll die beton-lastige Siedlung Köln Chorweiler umgestaltet werden. Chorweiler geriet in den 1980er-Jahren bereits teilverwahrlost in die Schlagzeilen. Die Verantwortlichen zapften Fördertöpfe an, um hier und da zu flicken. Nun nimmt man den Liverpooler und Pariser Platz sowie die Lyoner Passage in Angriff. Die Freiräume sollen bis 2019 umgestaltet werden.
In einem Partizipationsprozess kamen die Bewohner 2016 zu Wort. Der Schwierigkeit, dass sich die Bevölkerung vor Ort aus rund 100 Nationen zusammensetzt widmet sich das Planungsbüro Urban Catalyt in Kooperation mit Landschafts- und Verkehrsplanern. In Ideenwerkstätten über das Jahr verteilt hatten die Bewohner die Möglichkeit mit zu diskutieren. Das Landschaftsarchitekturbüro lad+ aus Hannover begleitete den Prozess und übernahm anschließend die Planung.
Der ganze Artikel ist in der Garten+Landschaft 06/2018 veröffentlicht.
Visualisierungen: Bauherrin: Stadt Köln, Stadtplanungsamt; Fördergeber: Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat im Rahmen des Bundesprogramms Nationale Projekte des Städtebaus; Entwurfsverfasser: arge Chorweiler lad+, yellow z und BPR. Visualisierungen Adrian Calitz.
Seit langer Zeit faszinieren uns die so schön wie menschenabweisenden Berge. Wir wollen sie erklimmen, aneignen und kontrollieren. Der gemütlichste Weg gen Himmel ist wohl mit Bergbahnen. Tatsächlich gibt es diese aber erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Von Zahnradbahnen bis Doppeldecker-Seilbahnen, hier kommen zehn Beispiele von Verkehrsmitteln in Berglandschaften.
Luftseilbahn
Seilbahnen werden an Orten errichtet, die unbezwingbar erscheinen. Hier unterscheidet man zwischen Luft- und Standseilbahnen. Luftseilbahnen lassen Kabinen, Gondeln oder Sessel hoch über dem Boden schweben. Sie werden von einem oder mehreren Drahtseilen getragen.
Die längste und höchste Luftseilbahn steht in Kanada. Die erste Luftseilbahn der Welt befindet sich aber sehr viel näher — im Schweizer Kanton Obwalden. Die Bergbahn von 1992 begeisterte bereits damals mit ihrem rotierenden Kabinenboden. In Bad Reichenhall steht außerdem die älteste im Original erhaltene Großkabinenseilbahn der Welt. Die sogenannte „Predigtstuhlbahn“ von 1928 galt als Muster einer perfekten Luftseilbahn. Heute stehen die zwölfeckigen roten Gondeln unter Denkmalschutz. Die nostalgische Bergbahn fährt aber noch immer! Dafür arbeitet ein Maschinist in der Bergstation.
Pendel- und Umlaufbahn
Bei einer Pendelbahn bewegen sich zwei Kabinen synchron auf getrennten Tragseilen. Ein Zugseil bewegt sie dabei bei der Auf- und Abfahrt. Die Kabinen sind oft groß. So befördern sie viele Menschen auf einmal und meist zu fixen Abfahrtszeiten. Bei Umlaufbahnen kommen eher mehrere kleinere Kabinen zum Einsatz. Einseil-, Zweiseil- und sogar Dreiseil-Umlaufbahnen bewegen sich dafür auf fixierten Tragseilen und umlaufenden Zugseilen für die Gondeln. Dreiseil-Umlaufbahnen haben derzeit die höchste Förderleistung — bis zu 5 500 Personen pro Stunde. Ein Beispiel dafür ist der „Glacier Ride“ in Zermatt. Als höchste Dreiseil-Umlaufbahn der Welt befördert diese Bergbahn bis zu 2 000 Menschen pro Stunde. Als weiteres Highlight haben die Gondeln einen Glasboden. Man sollte also schwindelfrei sein, um diesen Allround-Blick genießen zu können.
Standseilbahnen bewegen sich entlang einer festen Strecke, oft auf Schienen. Die Fortbewegung erfolgt durch Drahtseile, die die Kabinen ziehen. Früher nutzte man hierfür Wasserballasttanks. Ein Stück Seilbahngeschichte erwartet Tourist*innen beispielsweise im Schweizer Nidwalden. Die über 125 Jahre alte „Stanserhorn-Bahn“ befördert sie von Stans zur gleichermaßen spektakulären „CabriO“-Seilbahn. Die nostalgische Bergbahn von 1893 begeistert dabei mit charmanten Holzkabinen. Eine andere Standseil-Bergbahn ist die „Hungerburgbahn“ in Innsbruck. Diese entwarf niemand geringeres als Star-Architektin Zaha Hadid. Die futuristisch geschwungenen Dächer der Bahnstationen sollen dabei an Gletscherzungen und Moränen erinnern. Und im Tiroler Ort Serfaus gibt es eine besondere Variante der Standseilbahn: eine unterirdische Luftkissenschwebebahn. Ein weiteres Highlight bildet die „Gelmerbahn“. Diese diente die letzten hundert Jahre dazu, ein Kraftwerk im Berner Oberland zu errichten und zu betreiben. Nun dürfen auch Tourist*innen im Sommer die außergewöhnliche Bergbahn nutzen. An den steilsten Punkten hat sie ein Gefälle von 106 Prozent! Das macht sie zur steilsten offenen Standseilbahn Europas. Darüber hinaus sitzt man auf dieser achterbahnartigen Fahrt bei offenem Wagen stets talwärts.
Historische „Stanserhorn-Bahn“, Quelle: CabriO Stanserhorn-Bahn„Hungerburgbahn“-Gebäude von Zaha Hadid. Quelle: pixhere
Schwebeseilbahn
Diese Anlagen klettern an den steilsten Hängen empor, damit wir in der Luft schwebend spektakuläre Ausblicke genießen. Die „l’Aiguille du Midi Bergbahn“ in Frankreich ist zum Beispiel eine technologische Meisterleistung. Diese Bergbahn beinhaltet den weltweit längsten Seilbahnabschnitt, der ohne Zwischenstützen konstruiert wurde.
Doppeldecker-Seilbahn
Der Name kündigt es bereits an: „CabriO“ ist eine offene Seilbahn. Doch nicht nur das. Es ist auch der erste seilbahngeführte Doppeldecker der Welt. Diese Schweizer Bergbahn wird seitlich zwischen zwei Seilen geführt. Die Kabine der Gondeln ist dabei vollverglast. Als wäre das nicht genug, gibt es noch ein Oberdeck. Hier lässt sich also auf 1 900 Meter Höhe alpine Luft schnuppern. In die Kabine passen sechzig Personen, auf das Oberdeck dreißig.
Drehseilbahn
Es gibt bereits Gondeln, die sich um 360 Grad drehen. Ein Beispiel hierfür ist die Seilbahn „Titlis Rotair“. Die Gondeln der weltweit ersten Drehseilbahn schrauben sich auf dem Weg zum Gipfel einmal um sich selbst. Da steht einem Panoramablick nichts mehr im Wege.
Versogrerbahn
Heuballen statt Tourist*innen — manche Bergbahnen priorisieren anders. Da gibt es zum Beispiel das Schweizer „Buiräbähnli“. Diese Kleinstseilbahn dient zur Versorgung von Bauernhöfen, nimmt aber auch Fremde mit. Fernab von Hightech hält nur ein Bretter-Gatter die Insassen in der roten Kabine.
Korblift
Ja, so etwas gibt es noch. Jenseits moderner Technologie mit schicken Namen findet man auch noch diese Fortbewegungsmodelle. Der nostalgische Korblift „Vellau“ beispielsweise besteht aus einem brusthohen Metallkorb für zwei Personen. Dann geht es stehend — und sehr gemächlich — über Wiesen und Wälder zur Leiteralm.
Korblift in Vellau zur Leiteralm, Foto: Whgler, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Sessellift
Etwas bequemer klingt dann doch der Sessellift. Ob als Einzelplatz oder zu mehreren nebeneinander, transportiert diese Bergbahn einen aufwärts. Statt in einer geschlossenen Kabine, sitzt man an der frischen Luft. Gesichert wird man dabei meist über einen von oben herunter ziehbaren Bügel.
Sessellift. Quelle: unsplash
Zahnradbahn
Anstelle von Seilen kommen hier Zahnräder bei der Fortbewegung zum Einsatz. Dabei greifen die zackigen Räder in die Zahnstange am Boden. Die Schweizer „Pilatusbahn“ ist die steilste Zahnradbahn der Welt. Die ursprünglichen Dampftriebswagen stehen im Museum. Heute läuft die Strecke modernisiert mit Elektrobetrieb. In der Schweiz gibt es außerdem noch eine Zahnradbahn mit Extrawurst. Der „Dampfwürstlibummler“ von 1892 führt im gemächlichen Tempo auf das Rothorn. Als Schmankerl neben dem Ausblick gibt es hier die bekannten Heizerwürstli. Diese werden während der Fahrt auf dem Dampfkessel gegart.
Auch interessant: Was sind eigentlich die schnellsten Züge der Welt? Diese Frage klären wir hier.
Ein 2018 realisierter Entwurf von TOPOTEK 1 und ADEPT für das Stadtzentrum des dänischen Aabenraa zeigt, dass Materialien weitaus mehr sein können als bloße Rohmasse. Teil des eingereichten Entwurfs war ein Spielplatz – ein aus verschiedenen Materialien gestalteter Berg. An zentraler Stelle in der Sichtverbindung zum Hafen gelegen, könnte er einen ikonischen Eingang ins Stadtzentrum sein.
Konkurrierende Nutzungsformen hatten im dänischen Aabenraa fragmentierte und kontraintuitive Raumstrukturen entstehen lassen. Im Zuge der umfassenden Neugestaltung wurde eine dynamische Topologie entwickelt, in der die vielfältigen Dimensionen des städtischen Lebens wieder zusammenfinden.
Eine markante Form für die Stadt
Teil des Entwurfs, den ADEPT und Topotek 1 2015 vorlegten, ist auch „Mount Aabenraa“. Für den Ort suchten die Architekten in diversen Entwürfen nach einer hybriden und heteronormen Topologie. Unweit des Zentrums soll am Hafen auf einer bisher als Parkplatz genutzten Fläche eine begehbare Raumskulptur entstehen, die der Silhouette der Stadt eine markante Form hinzufügt und eine vielseitig nutzbare Struktur schafft.
Der Berg als Spiellandschaft
In der Planung bestand die Herausforderung darin, die unterschiedlicher Programme zu realisieren: Verkehr und Parken an Werktagen, Marktbetrieb am Wochenende sowie Raum für Spiel und Sport – bestenfalls jederzeit. Die Entwürfe für „Mount Aabenraa“ skizzieren unterschiedliche Fassungen für diese hybride Topologie. Zentral ist die Idee einer dreidimensionalen Themenlandschaft. Das Spielen ist dort nicht ausgehend von einer flachen Fläche gedacht, sondern in einer Modularen und mehrdimensionalen Raumstruktur.
Mit der kritischen Masse eines „Berges“ wollten die Entwerfern einen Kontrapunkt zu einem relativ unräumlichen Ausgangspunkt setzen. Für dieses Anliegen haben die Entwürfe unterschiedliche Antworten gefunden: Die Form einer begehbaren postmodernen Metallkonstruktion, als landschaftliches Bergmassiv mit Kletterwand, Baumgrenze und kargem Gipfel oder als eine sich vom Boden erhebende Plattform auf der Basketball, Kino und Schlittschuhlauf über parkenden Autos Platz finden würden.
Martin Rein-Cano, 1967 in Buenos Aires geboren, studierte Kunstgeschichte in Frankfurt und Landschaftsarchitektur in Hannover und Karlsruhe. 1996 gründete er das Büro TOPOTEK 1. Er unterrichtet am Dessau Institute for Architecture.