Kulturlandschaftsmanagement

Die Naturlandschaft schwindet nach und nach, um Kulturlandschaft Platz zu machen. Die fortschreitende Zersiedlung gefährdet aber auch diese. Leipzig stellte sich diesen Problemen mit dem Forschungsvorhaben „stadt PARTHE land“, dessen Abschlusstagung Anfang April stattfand. Dabei zeigte sich, welchen Herausforderungen sich erfolgreiches Kulturlandschaftsmanagement stellen muss. Mangelndes Interesse daran ist nur eine davon.

EInblick in die Abschlusstagung des Forschungsvorhabens „stadt PARTHE land“ Foto: Philipp Herrman
EInblick in die Abschlusstagung des Forschungsvorhabens „stadt PARTHE land“ Foto: Philipp Herrman

 

Es gibt wohl kaum ein Fleckchen Erde, dass der Mensch sich noch nicht zu Eigen gemacht und erforscht hat. Statt von Naturlandschaften sprechen zu können, haben wir in den meisten Regionen durch menschliches Handeln geprägte Kulturlandschaften geschaffen. Doch mittlerweile sind selbst diese bedroht. Wachsende Städte, Neubausiedlungen und hochmoderne Industriekomplexe, kurz: Flächeninanspruchnahmen ohne Ende, führen zu etlichen landschaftlichen Verlusten.

Auch das idyllische Partheland, westlich von Leipzig, entlang des gleichnamigen Flüsschens gelegen, hat mit diesen Problemen zu kämpfen. Zwar wachse Leipzig nachhaltig, so Rüdiger Dittmar, Amtsleiter für Stadtgrün und Gewässer, doch es wächst. Unter dem Motto „Makeln, Bewirtschaften, Zeigen“ wird daher seit 2014 das Forschungsvorhaben „stadt PARTHE land“ unter der Leitung von Florian Etterer (TU Dresden) betrieben. Ziel ist eine verbesserte Wertschöpfung und Wertschätzung der natürlichen Ressourcen sowie der Eigenarten des Parthelands. Alle Akteure aus Stadt und Umland und deren Interessen dabei unter einen Hut zu bringen, ist eine der Kernaufgaben des Vorhabens. Dass die Bemühungen fruchten, zeigte sich bei der Abschlusstagung in Leipzig Anfang April. Zu den bisherigen Errungenschaften des erarbeiteten Innovationskonzeptes zählen neben der Erprobung neuer Kompensationsmethoden wie produktionsintegrierter Kompensation auch mögliche Schafpatenschaften mit einem ansässigen Schäfer im Partheland.

Bevölkerung muss mitziehen

Kulturlandschaftsmanagement bewegt sich in einer non-profit Zone. Es gibt weder gesetzliche Verpflichtungen, die durchzuführenden Maßnahmen sind unökonomisch und letztlich interessiert sich noch nicht einmal jemand dafür. Genau da muss in Zukunft angesetzt werden. Neben der Finanzierung und Organisation braucht Kulturlandschaftsmanagement vor allem den räumlichen Bezug zur Region. Die ansässigen Akteure und deren Wissen sind Grundbausteine, auf denen nur mit Akzeptanz und Interesse aus der Bevölkerung aufgebaut werden kann. Letztlich ist jedes Fleckchen Erde für irgendwen Heimat und die gilt es zu beschützen.