Neuss bewirbt sich für Landesgartenschau 2026

Die Stadt Neuss liegt am linken Niederrhein – gegenüber von Düsseldorf. Bekannt ist sie aktuell für ihr Bürger-Schützenfest, den Rheinhafen und ihre Geschichte, die eng mit dem Römischen Reich verknüpft ist. Vielleicht kommt bald noch ein weiteres Stichwort hinzu: Neuss möchte im Jahr 2026 die nordrhein-westfälische Landesgartenschau austragen. Alles zu den aktuellen Planungen von Stephan Lenzen und den Zielen der Stadt Neuss lesen Sie hier in einer Übersicht.

Die erste aller deutschen Landesgartenschauen fand 1970 in Nordrhein-Westfalen statt. Damals war die Gemeinde Grefrath Austragungsort. Seitdem haben sich Bayern und Baden-Württemberg nach vorne gedrängt, was Landesgartenschauen (LGS) angeht. Beide Bundesländer sind Spitzenreiter in Bezug auf die Organisation von LGS. Aber auch Nordrhein-Westfalen bedient sich regelmäßig dieses Instruments der zeitgenössischen Stadtentwicklung. Zuletzt 2020 in Kamp-Lintfort – der einzigen Landesgartenschau, die trotz Corona-Pandemie Besucher*innen empfing. Insgesamt 450 000 Personen fanden den Weg auf das LGS-Gelände. Die nächste nordrhein-westfälische Landesgartenschau wird 2023 in Höxter stattfinden. Derweil laufen aber auch schon die Bewerbungen für die Jahre 2026 und 2029.

Landesgartenschau 2026: Bewerbungsfrist endete am 1. November

 

Alle Pläne: Stadt Neuss

Nordrhein-Westfalen möchte mit den Landesgartenschauen die Lebens- und Umweltqualität in den teilnehmenden Städten und Gemeinden verbessern. Gleichzeitig erhofft sich das Bundesland aber auch, dass eine LGS Impulse für die gesamte Region gibt. Die Entscheidung, auch 2026 und 2029 LGS zu planen, begründet die Landesregierung mit deren bedeutenden Beiträgen zur nachhaltigen Entwicklung, zum Ausbau der grünen Infrastruktur und zum Kampf gegen den Klimawandel.

Im Normalfall organisiert die ausrichtende Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau die Landesgartenschau. Für diesen Zweck gründen sie eigens eine Bau- und Betriebsgesellschaft. Diese trägt die Verantwortung dafür, dass die LGS ihre im Wettbewerb formulierten Ziele und Inhalte auch erreicht. Zugleich kümmert sie sich um Vorbereitung und Durchführung.

Stadt Neuss bewirbt sich für Landesgartenschau 2026

Besonders an der Ausschreibung für die Landesgartenschauen 2026 und 2029 ist, dass die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen erstmals eine Gebietskulisse vorgibt. Dies hängt mit der Internationalen Gartenausstellung des Regionalverbandes Ruhr, der IGA 2027, zusammen. Die Einschränkung soll verhindern, dass weniger Besucher*innen die IGA 2027 besuchen – die Gemeinden des Regionalverbands sind aus diesem Grund von der Bewerbung für die LGS 2026 und 2029 ausgeschlossen. Bis zum 1. November konnten interessierte Kommunen ihre Bewerbungen für 2026 einreichen; die Frist für 2029 läuft noch bis zum 1. März 2024 weiter.

Unter den Einreichungen findet sich auch die Bewerbung der Stadt Neuss, die gerne die Landesgartenschau 2026 ausrichten möchte. Dafür hat sie sich Unterstützung von den Planer*innen von RMP Stephan Lenzen geholt. Neuss beauftragte das Planungsbüro mit einer Machbarkeitsstudie für die Landesgartenschau. Eine gute Wahl, hat Stephan Lenzen mit seinem Team doch bereits mehrfach derartige Bewerbungsverfahren gewonnen – etwa für die Landesgartenschau Darmstadt 2022 oder die BUGA im Oberen Mittelrheintal.

RMP Stephan Lenzen stellte einen Strukturplan für das Gelände auf, dass Neuss für die Landesgartenschau vorgesehen hat: das Areal der ehemaligen Rennbahn. Der Plan sieht vor, die Fläche zu einem Bürger*innenpark (inklusive Veranstaltungsfläche, Sport- und Spielmöglichkeiten) umzugestalten – eine Idee, die schon länger besteht. Auf dieser Grundlage entwickelten die Planer*innen einen Entwurf, der auch den Wendersplatz einbezieht. Der Übergang zwischen den beiden Freiflächen soll über eine große Freitreppe führen. Diese soll breit genug sein, um einen Schützenzug zu ermöglichen. Denn das Rennbahngelände ist aktuell Schauplatz des bekannten Bürger-Schützenfestes von Neuss. Rampen stellen dabei die Barrierefreiheit sicher. Dazu soll ein Plateau einen schönen Blick über den Park ermöglichen.

Landesgartenschau und Wendersplatz

Der Rennbahnpark ist aber nur ein Teil des Areals, dass die Landesgartenschau in Neuss abdecken würde. Das potenzielle LGS-Gelände erstreckt sich von der Obererft über den Hafen bis zu einem Rheinboulevard am Fluss. Im Strukturplan vorgesehen sind auch Grünverbindungen, Wohngebiete und eine Aufwertung des Sporthabens sowie ein Radschnellweg. Dennoch bleibt der Bürger*innenpark der Mittelpunkt der Landesgartenschau-Vorhaben von Neuss. Einerseits werden Neugestaltungen im Spiel- und Sportbereich sowie die Aufwertung des Globe Theaters den Park in ein attraktives Ausflugsziel transformieren. Andererseits sollen weitere Zugänge sicherstellen, dass die Neusser*innen nicht nur über den Wendersplatz auf die Freifläche gelangen.

Der Wendersplatz wird selbst aber nur bedingt Teil der Landesgartenschau 2026 in Neuss sein, sollte die Bewerbung angenommen werden. Die Planung zu dessen Umgestaltung läuft nämlich parallel zur LGS-Bewerbung. Dafür ist das Büro für Stadtplanung s+w zuständig. Unter dem Namen „Der Heimat einen Namen geben“ entwerfen sie eine Zukunftsvision für den öffentlichen Freiraum. Er soll zugleich der Eingang zum Rennbahnpark sein, aber auch eine Überleitung zum Rhein darstellen. Dafür ist eine vielfältige und öffentlichkeitswirksame Nutzung vorgesehen. Eine Umgestaltung der Anbindung soll die Achse zur Innenstadt verbessern. Zugleich sollten auch das Schützenwesen, Kultur, Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft bei der Umgestaltung des Platzes mitgedacht werden. Basierend auf der Studie von s+w lobt die Stadt Neuss ein Wettbewerbsverfahren aus. Beide Projekte – der Bürger*innenpark der LGS und der Wendersplatz – werden durch die Freitreppe verknüpft.

Landesgartenschau 2026 in Neuss würde neue Projekte ermöglichen

Für die Bewerbung zur Landesgartenschau 2026 hat die Stadt Neuss eigens eine digitale Bürger*innenbeteiligungsplattform gestartet. Sie ging infolge einer Video-Konferenz online, bei der die ersten konzeptionellen Überlegungen vorgestellt wurden. Auf der Plattform konnten Bürger*innen ihre Ideen, Wünsche und Anregungen für eine Landesgartenschau in Neuss einbringen.

Die Machbarkeitsstudie von RMP Stephan Lenzen zeigt, dass Neuss von einer Landesgartenschau mehr als profitieren würde. Die finanziellen Mittel, die eine LGS mit sich bringt, könnte viele stadtprägende Projekte ermöglichen. Zudem würden auch die Besucher*innen – bis zu 650 000 davon erwartet Neuss an der potenziellen Landesgartenschau – mit ihren Eintrittskarten Geld in die Kasse spülen. Ohne diese Fördergelder und Einnahmen wäre nur knapp die Hälfte davon möglich – unter finanziellem Mehraufwand der Stadt Neuss.

Hier finden Sie die Präsentation von Stephan Lenzen zur Landesgartenschau 2026 in Neuss.

Mehr zum Thema Landesgartenschau finden Sie außerdem hier.

Das könnte Sie auch interessieren
Spielräume – die G+L im März 2021
eine-gruppe-von-menschen-die-mit-dem-fahrrad-eine-strasse-entlang-fahren-DNC34eOvLEk
Verkehrsdatenauswertung mit open source Tools
Parc des Carrières
Augmented Reality in der Stadtplanung: Virtuelle Simulationen für urbane Entwicklungsprojekte
Spiralförmiger Betonbau mit einem Baum, der in der Mitte wächst, als Symbol für ressourcenschonenden Städtebau.
Ressourcenschonender Städtebau – Standards, Normen und Forschung
Flughafen Berlin Tegel: Lasst die Ideen fliegen
Mehrere Personen laufen in eine offene Säulenhalle mit bunten Säulen. Die Stoa169 steht allen Besucher*innen immer offen. Foto: © STOA169 Stiftung
Stoa169: Eine Künstlersäulenhalle im Grünen
Fahrradständer: Vier Punkte, die Sie beim öffentlichen Einsatz beachten sollten
Visualisierung des geplanten Pocket-Parks am Wiener Donaukanal. Rendering: Merlin Bartholomäus
Neuer Pocket-Park in Wien am Donaukanal
Das Buchcover von „Die neue Völkerwanderung: Arrival City" zeigt schwarze Silhouetten von unterschiedlichen
Arrival City – Buchrezension

Lärmschutzschalen für Berliner Mauerpark

„Acoustic Shells“

Die Acoustic Shells sind 5

Die sogenannten „Acoustic Shells“ sollen musikalische Einlagen verbessern und gleichzeitig den Lärmpegel im Berliner Mauerpark reduzieren. Der Verein Freunde des Mauerparks e.V. und das Bezirksamt Pankow stellten die Lärmmuscheln nun vor. Alles zum Konzept lesen Sie hier.

Erste “Acoustic Shell” im Berliner Mauerpark aufgestellt

Sie sieht aus wie eine kleine Konzertmuschel aus Birkenholz und soll den umliegenden Anwohner*innen des Berliner Mauerparks endlich akustische Linderung verschaffen. Seit Jahren nämlich klagen die über die laute Musik der Feiernden, vor allem wenn es nachts oder Sonntag ist.

Die Form der Acoustic Shells nähert sich einem Parabolspiegelausschnitt von 5,75 Metern Breite und drei Metern Höhe. Damit soll diese gleich zwei Dinge bewirken, um die Schallemissionen auf die Nachbarschaft im Mauerpark zu reduzieren. Die Konstruktion kann die nach hinten gerichteten Schallwellen folglich reflektieren und Richtung Publikum bündeln, was den Schalldruck auf die Gebäude hinter der Muschel verringert. Gleichzeitig sollen sich die Musiker durch einen Rebound-Effekt in der Acoustic Shell besser hören können, wodurch diese leiser spielen könnten.

Lärmschutzschalen sollen Akzeptanz erhöhen

 

Die Acoustic Shell entstand auf Initiative des Vereins Freunde des Mauerparks und in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Pankow. Fast 19 000 Euro der Gesamtkosten von 23 000 Euro steuerte die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr in Form einer Förderung bei. Die Konzertmuschel ist zerlegbar und der Mauerpark testet die Schale künftig “an geeigneten Tagen” und an verschiedenen Stellen auf dem Gelände.

Gegen nächtliche Ruhestörungen werden die Shells so zwar nichts ausrichten können, es ginge laut den Verantwortlichen aber auch vielmehr darum, zunächst unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bringen und die Akzeptanz der Straßenmusik zu erhöhen. Wie sich die akustischen Auswirkungen der Shells bemerkbar machen, das soll nach Ende der Saison ausgewertet werden. Für das Jahr 2022 ist dann geplant, weitere der mobilen Akustikmuscheln im Mauerpark aufzustellen.

Wenn sich das Konzept bewährt, sei nicht ausgeschlossen, dass auch eine feste Installation im Mauerpark zum Einsatz komme. Und die Idee soll Schule machen. Alexander Puell, der Vorsitzende des Vereins Freunde des Mauerparks e.V. dazu: „Wir zeigen mit den Acoustic Shells wie innovativer Lärmschutz und Kulturförderung in Pankow zusammengeht und hoffen, dass das Konzept nicht nur im Mauerpark erfolgreich ist, sondern dass dieser innovative Ansatz auch in anderen Parks und Städten Schule macht”

Mehr Informationen zu der Acoustic Shell im Berliner Mauerpark finden Sie auf der Webseite des Freunde des Mauerparks e.V.

Noch mehr Neuigkeiten rund um die Hauptstadt und ihre Parks? Der Spreepark in Berlin wird nicht nur gebaut sondern zusammen mit Bürger*innen und Interessent*innen entwickelt. Mehr zu den Beteiligungsprozessen erfahren Sie bei uns.

Gärten des Jahres 2027 – Jetzt mitmachen!

Preisträger 2026: Daniel Berg, Der Garten als ideale Fortsetzung einer Landschaft, Foto: Ferdinand Graf Luckner

Der Callwey Verlag ruft gemeinsam mit seinen namhaften Partnern erneut zur Teilnahme am Wettbewerb „Gärten des Jahres“ auf. Bereits zum zwölften Mal werden die herausragendsten privat gestalteten Gärten im deutschsprachigen Raum gesucht – entworfen von Landschaftsarchitekt*innen sowie Garten- und Landschaftsbauunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Landschaftsarchitekt*innen und Gartenbauprofis können bis zum 17. Juli 2026 ihre Projekte einreichen.

Hochkarätige Partner und Fachjury

Unterstützt wird der Wettbewerb von einer breiten Allianz aus Fachverbänden und Medien, darunter der bdla, BGL, DGGL, ÖGLA, BSLA, GALABAU Österreich, Jardin Suisse, sowie die Messe GaLaBau und Giardina. Die Zeitschriften Garten + Landschaft, Mein schöner Garten, Gartenpraxis, Gärten, zoll+, BSLA-Journal, G’plus und das GaLaBau Journal stellen die Siegerprojekte vor.

Die eingereichten Arbeiten werden von einer unabhängigen Jury bewertet, der unter anderem Thomas Banzhaf (BGL), Prof. Stephan Lenzen (BDLA), Dirk Ebben (Baumschule Ebben) und Daniel Berg, Gewinner der Gärten des Jahres 2026, angehören.

Einreichung und Preisverleihung

Teilnehmer*innen können bis zum 17. Juli 2025 ihre Projekte hier einreichen. Die Einreichgebühr beträgt 390 Euro für das erste Projekt und 195 Euro für jedes weitere. Die feierliche Preisverleihung findet am 25. Februar 2027 in der Baumschule Ebben statt.

50 beste Gärten im Bildband und in der Ausstellung

Die besten 50 Gärten werden im hochwertig gestalteten Callwey-Jahrbuch „Gärten des Jahres 2027“ veröffentlicht und in einer begleitenden Ausstellung präsentiert. Die prämierten Werke erhalten zusätzlich mediale Aufmerksamkeit durch Beiträge in führenden Garten- und Landschaftsmedien.

Zusätzliche Auszeichnungen: Newcomer, Architects’ Choice und Gartenfotografie

Neben dem Hauptpreis werden auch 2027 wieder drei Sonderauszeichnungen vergeben:

  • Newcomer des Jahres: Bereits zum dritten Mal wird ein Preis für junge Büros vergeben, die nicht vor 2023 gegründet wurden.

  • Gärten des Jahres – Architects‘ Choice: „Gärten des Jahres – Architects‘ Choice“ ist die Auszeichnung für Unternehmen, die mit ihren Produkten einen wichtigen Beitrag zu den schönsten Gartenprojekten leisten. Der Sieger unter den eingereichten Produkten wird durch ein Online-Voting auf www.gaerten-des-jahres.com durch die Top 100 Gärten des Jahres Planer*innen bestimmt. Zum Voting-Start wird eine Gebühr für das Medienpaket in Höhe von 3.900,- Euro (zzgl. MwSt.) pro eingereichtem Produkt fällig. Einsendeschluss ist der 5. Oktober 2026.

  • Gartenfotografie des Jahres: Zum achten Mal wird 2027 die Gartenfotografie des Jahres ausgezeichnet: Unter den 50 Gärten im Jahrbuch wird von der Jury eine Fotostrecke ausgewählt, welche sich besonders abhebt. Kriterien dabei sind: Perspektive auf den Garten, allgemeiner Eindruck, Bildsprache, gewählte Bildausschnitte, Repräsentation des Gartens.

Jetzt mitmachen!

Der Wettbewerb Gärten des Jahres ist nicht nur ein Schaufenster für exzellente Gartengestaltung, sondern auch eine einzigartige Plattform zur Vernetzung innerhalb der Branche. Weitere Informationen, Teilnahmebedingungen und Anmeldemöglichkeiten finden Interessierte auf der offiziellen Website hier.

Lesen Sie hier mehr zu den Gewinner*innen Gärten des Jahres 2026.