Schon 1963 sinnierte Münchens zweiter Bürgermeister Georg Brauchle: „Olympische Spiele in München, das wäre ein schöner Gedanke“. Keine zehn Jahre später wurde mit dem Olympiapark München aus dem Gedanken Realität. Bis heute gilt das Ensemble auf dem Oberwiesenfeld auch als architektonische Ikone – und als heißer Anwärter auf UNESCO-Status. Lesen Sie hier, was Sie alles zu dem neuen potenziellen UNESCO-Weltkulturerbe wissen müssen.

Olympiapark München: auf Trümmerhalde errichtet

Der Olympiapark München: Eine optische Sensation

1969 wurde der Grundstein zum Olympiapark München gelegt. Die Grünanlage öffnete, zeitgleich wie die U-Bahn-Haltestelle „Olympiazentrum“, zu den Olympischen Spielen 1972. Das Kernstück des Olympiaparks ist neben der Olympiahalle das Olympiastadion, geplant von Behnisch & Partner, mit seinem charakteristischen Zeltdach. Seit der Zeit seiner Errichtung galt das Dach als noch nie dagewesene optische Sensation. Nur ein internationaler Aufschrei der Presse verhinderte, dass das Dach, wie ursprünglich geplant, nach Ende der Spiele wieder demontiert wurde. Weithin sichtbar markiert außerdem der 291 Meter hohe Olympiaturm das Gelände als mit Abstand unbestrittener Hochpunkt des traditionell bauhöhenbegrenzten Münchens.

Seinen Platz fand das Ensemble des Münchner Olympiaparks dabei in der Gegend einer Schutthalde auf dem Oberwiesenfeld. Das Areal liegt nordwestlich des Stadtzentrums und hat etwa 85 Hektar Fläche. Die hauptsächlich aus im zweiten Weltkrieg zerbombten Münchner Häusern bestehende Schutthalde häufte sich bis zu 60 Meter hoch an und bestand insgesamt aus 10 Millionen Kubikmeter Trümmermaterial. Mit etwas über 565 über Normalnull ist der Olympiaberg so auch einer der höchsten Geländeerhebungen im ansonsten recht flachen München.

Ensemble soll UNESCO-Weltkulturerbe werden

Olympiapak München: Events, Tourismus und Erholung

Durch die West-Ost-Achse des Olympiageländes schlängelt sich der Olympiasee, der das Gelände in einen Nordteil mit Stadion, Turm und Schwimmbad und einen parkähnlichen Südteil unterteilt. Ähnlich wie beim Olympiadach wurde auch seine Umnutzung in einen Parkplatz seinerzeit erfolgreich verhindert.

Neben sportlichen Großereignissen finden auf der Fläche des Münchner Olympiaparks auch Konzerte und Jahrmärkte statt. Geschätzt sind es jährlich etwa acht Millionen Menschen, Einheimische und Tourist*innen, die entweder die Veranstaltungen und sportlichen Einrichtungen besuchen oder aber das Gelände einfach so zur Erholung nutzen. Der Münchner Olympiapark gilt zudem als diejenige Sportstätte, in der bisher deutschlandweit die meisten internationalen Turniere ausgetragen wurden. Über 30 Weltmeisterschaften und mehr als 10 Europameisterschaften fanden im Olympiapark München seit seiner Eröffnung statt.

Seit 1998 ist das Ensemble um den Olympiapark München bereits denkmalgeschützt. Zukünftig soll es seinen schützenswürdigen Status durch das Siegel des UNESCO-Welterbes sogar international deutlich machen. Die ersten Bestrebungen dazu begannen Ende 2017. Sollte der Olympiapark den Status des UNESCO-Weltkulturerbes erlangen, wäre es somit das erste in der bayerischen Hauptstadt.

Über 1 000 Bewerber*innen auf 32 jährliche Weltkulturstätten

Olympiapark München – UNESCO Weltkulturerbe?

Neben dem Gestaltungshandbuch Olympiapark, das von stauss processform und Auer Weber Architekten konzipiert wurde und dem von mahl gebhard konzepte entworfenen Rahmenplan stellt das Parkpflegewerk eine weitere bedeutende Grundlage für die Bewerbung zum Weltkulturerbe dar. Es wurde von der Arge Katrin Schulze, München, und dem Büro TOPOS aus Berlin erstellt. Als umfassendes gartendenkmalpflegerisches Gutachten dient es als konzeptioneller Leitfaden, definiert Ziele und ist Basis für ein detailliertes Maßnahmenkonzept für den Olympiapark. Das Parkpflegewerk Olympiapark adressiert auf diese Weise vielfältige Aspekte, die für die Bewerbung um den UNESCO-Welterbe-Status von großer Bedeutung sind.

Einen wichtigen Meilenstein hat die Bewerbung des Münchner Olympiaparks um den Titel des UNESCO-Weltkulturerbes im Juli 2021 erreicht. Da reichte der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter eine Vorbewerbung zur Aufnahme seines Olympiaparks auf die UNESCO-Weltkulturerbeliste ein. Im September schließlich verkündete der Freistaat, das Ensemble um den Olympiapark München neben dem Justizpalast in Nürnberg in die deutsche Tentativliste zum UNESCO-Weltkulturerbe aufzunehmen.

Hier können Sie einen virtuellen Rundgang durch den Olympiapark München unternehmen.

Nicht von heute auf morgen

Für den bayerischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler stehe der Olympiapark für den Sieg einer neuen demokratischen Gesellschaftsordnung im Nachkriegsdeutschland: „Errichtet wurde die Anlage auf einem Trümmerberg des Zweiten Weltkriegs, auf dem bis heute der zivilen Opfer des Krieges gedacht wird. Sie verkörpert mit ihrer modernen, alles verbindenden Architektur den olympischen Gedanken von Frieden und Gemeinschaft. Zugleich ist sie aber auch immerwährende Mahnstätte für ein menschenverachtendes Attentat. Beide Orte sind von außergewöhnlichem universellen Wert. Eine Erhebung zur UNESCO-Welterbestätte wäre mehr als gerechtfertigt.“

Von heute auf morgen wird der Olympiapark das begehrte Siegel der UNESCO allerdings nicht erhalten: Zehn bis zwanzig Jahre kann sich der Prozess durchaus noch hinziehen. Jährlich erhalten nur 32 neue Stätten den UNESCO-Weltkulturerbetitelauf der Warteliste stehen aber über 1 000 Bewerber*innen. Im nächsten Schritt des Bewerbungsprozesses evaluiert eine internationale Expert*innengruppe, die das Kultusministerkonferenz (KMK) beauftragt hat, die Vorschläge der Bundesländer – jedes von ihnen darf dabei zwei abgeben. 2024 wird die KMK dann eine abschließende Entscheidung zu den Bewerbungen treffen.

In Bayern gibt es bisher insgesamt zehn UNESCO-Welterbestätten. Zu ihnen zählen etwa die Altstädte von Bamberg und Regensburg, der Donaulimes, die Würzburger Residenz oder das Bayreuther Opernhaus.

Welche Projekte die UNESCO 2021 mit dem Welterbestatus ausgezeichnet hat, das lesen Sie hier.

Kein Olympiapark, aber auch ein Stadion ohne olympischen Spiele: Das Olympiastadion Sevilla, ein Austragungsort der EM 2021, stellen unsere Kolleg*innen von Baumeister vor.

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Der Camí de les Guixeres schlängelt sich heute auf 800 Meter durch die Landschaft des katalanischen Igualada. Bis zu seiner Eröffnung 2018 war die umgebende Landschaft jedoch maßgeblich von den Folgen des jahrelangen Gipsabbaus gezeichnet. Die Architekten Batlle i Roig definierten ihr Image neu und tragen durch den Einsatz ausgewählter Materialien zu ihrer schrittweisen Regenerierung bei.

Die Kleinstadt Igualada liegt 60 Kilometer nordöstlich von Barcelona. Landschaftsarchitekten ist sie vor allem wegen des Friedhofs der Architekten Enric Miralles und Carme Pinós bekannt. Mit dem Camí de les Guixeresbesitzt die Stadt nun ein weiteres Kleinod der Freiraumarchitektur. Das Projekt wurde von den Architekten Batlle i Roig entworfen und im November 2018 als „Landscape of the Year“ mit dem Preis des World Architecture Festivals ausgezeichnet.

Die Landschaft, durch die der Fußweg verläuft, ist geprägt vom einstigen Gipsabbau und der späteren Nutzung als Müllumschlagstelle. Abfließendes Regenwasser und Erdrutsche sorgten für weitere Schäden. Die Regenerierung der Landschaft und der Erhalt von Biodiversität waren daher zwei der wichtigsten Entwurfskriterien.

 

 

Doch was auf den ersten Blick als ein schlichter Weg erscheint, ist gleichzeitig ein Aufenthaltsort und Aussichtspunkt – ein 800 Meter langer Balkon mit Blick über die Stadt. Der Fußweg schlängelt sich um Bäume und Landschaftselemente immer weiter nach oben, wird mal breiter und mal schmäler. An bestimmten Punkten ändert er abrupt die Richtung und schneidet sich in die Landschaft, und nimmt so Bezug auf zu den dramatischen Einschnitten der Felswände, die der Gipsabbau hinterlassen hat. Dennoch spürt man, dass die Architekten sich zurückgehalten haben: Die Materialien und Farben fügen sich nahtlos in die Umgebung ein.

 

Der gesamte Artikel erschien in der G+L 03/2019. Das Heft finden Sie hier.

Sigrid Ehrmann ist freiberufliche Landschaftsarchitektin und Fachübersetzerin. Sie lebt und arbeitet in Barcelona. Zuvor war sie für verschiedene Büros in Melbourne und Berlin tätig.

Bernie-Sanders-Memes: Zwei Handschuhe und ein Klappstuhl

Das Bild das im Januar 2021 um die Welt ging: Bernie Sanders mit Handschuhen und Klappstuhl (Meme: Redaktion Garten + Landschaft).
Das Bild das im Januar 2021 um die Welt ging: Bernie Sanders mit Handschuhen und Klappstuhl (Meme: Redaktion Garten + Landschaft).

Die relevanteste Person an der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden? Ganz klar: Bernie Sanders. Das Bild des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, wie er der Zeremonie in mit seinen gestrickten Handschuhen beiwohnte, ging (und geht immer noch) um die Welt: Ein neues Meme ward geboren. Hier ist unser Round-up der witzigen Bilder und spitzen Pointen, mit mal mehr und mal weniger planungsrelevanten Bernie-Sanders-Memes.

Unsere liebsten Bernie-Sanders-Memes

Die Inauguration von Joe Biden am 20. Januar 2021 wird noch lange in Erinnerung bleiben. Eine ganze Armada von Stars unterstützte den 46. Präsidenten der USA bei seiner Amtseinführung. Wer alles dabei war? Lady Gaga, Jennifer Lopez, Bruce Springsteen – um nur einige zu nennen. Wer am meisten in Erinnerung bleibt? Der ehemalige Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Bernie Sanders, der dank seiner ikonisch-uninteressierten Pose zum viralen Internet-Meme avancierte.

Bereits während der Live-Übertragung der Zeremonie kursierten erste Photoshop-Kunstwerke, die Sanders inklusive Sitzgelegenheit in den absurdesten Situationen zeigten. Von da an war der Stein ins Rollen gebracht, die Bernie-Sanders-Memes entwickelten das Momentum, das für einen viralen Trend vonnöten ist.

Bernie Sanders selbst, der im Vorwahlkampf in die Schlagzeilen geriet, weil sich sein Wahlkampfbudget aus rekordverdächtig vielen, wenn auch kleinen Spenden zusammensetzte – und wodurch man besonders viele Unterstützer hinter ihm wähnte –, sieht die Memes gelassen. Mittlerweile gibt es im Online-Shop der Bernie-Sanders-Kampagne sogar bereits offizielle Merchandise mit dem viralen Foto darauf zu kaufen. Besser gesagt: Es gab sie zu kaufen – die Kleidungsstücke sind bereits restlos ausverkauft.

Und jetzt zu den Bernie-Sanders-Memes: Wir haben unsere Lieblinge für Sie ausgesucht. Manche davon haben mit Planungsthemen zu tun, andere sind zur allgemeinen Belustigung gedacht. Zu lachen kann man schließlich nie genug haben.

Sie wollen mehr zu lachen? Hier geht es zu den Gärten des Grauens.