Advertorial Artikel Parallax Article

Heute Abend, der 13. Mai 2022, findet die Preisverleihung des Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2021 statt. Die rund 400 Gäste werden im Allianz Forum am Brandenburger Tor in Berlin erwartet. Lohaus · Carl · Köhlmos wird für das Projekt „Westpark Augsburg“ mit dem Ersten Preis geehrt. Die G+L-Redaktion sagt herzlichen Glückwunsch! Alles, was Sie zu dem Gewinnerprojekt wissen müssen, das erzählt uns hier Tanja Gallenmüller, Augsburgerin und langjährige Redakteurin der G+L.

Ich erinnere mich noch gut an das laute Grollen der schweren Panzer der in Augsburg stationierten Amerikaner, wenn sie an unserer Wohnung vorbeifuhren – auf dem Weg von den Manövern außerhalb der Stadt zurück zu ihren Kasernen. Tausende Augsburger*innen arbeiteten dort. Tagaus, tagein passierten sie die Schranke zur Sheridan- oder Reese-Kaserne. Doch trotz der Präsenz der Soldat*innen im Alltag vieler Augsburger*innen waren die zusammen mehr als 100 Hektar großen militärischen Areale eine umzäunte Insel – gewisser­maßen Amerika inmitten von Bayrisch-Schwaben. Heute ist von dieser räum­lichen Barriere in der Stadt und zu Augsburgs Umland mit seinem Naher­holungsgebiet Westliche Wälder, nichts mehr zu sehen und zu spüren.

Seit 2006 entstand auf den ehemaligen Kasernen­geländen der Westpark, ein offener, weitläufiger und moderner Landschaftspark mit einem von Süd nach Nord mäandrierenden Weg als strukturierendes und verbindendes Hauptelement. Dem Park gelingt, was jahrzehntelang nicht möglich war: als durchgängiger Grünzug in Augsburgs Westen die Stadtteile Pfersee und Kriegshaber zu verknüpfen und die Innenstadt zum Umland zu öffnen. Die Akzeptanz und Beliebtheit des Parks bei den sonst eher skeptischen Augsburger*innen bestätigt, dass sich der lange Prozess lohnt. Und nun überzeugte das Projekt auch die Jury des Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2021.

Impuls für die gesamte Stadt

Mit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte 1998 bot sich für Augsburg eine einmalige Chance: die Konversion einer militärischen Brache als Impuls für die gesamtörtliche Entwicklung des Augsburger Westens. Die Stadt ergriff sie, kaufte durch ihre Stadtentwicklungsgesellschaft AGS die Areale von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), um dort neue Wohn- und Gewerbestandorte zu entwickeln. Die frühe und intensive Beteiligung der Bürger*innen machte schnell klar: Die neuen Quartiere mussten vor allem das erhebliche Freiraumdefizit der angrenzenden Stadtteile ausgleichen. Die aus verschiedenen Beteiligungswerkstätten hervorgegangenen Ideen und Anregungen der Bürger*innen flossen zunächst in die Auslobung eines städtebaulichen Wettbewerbs für das Sheridan-Gelände, den 2002 das Büro BS+ aus Frankfurt für sich entschied.

Die Architekt*innen überzeugten mit einer klassischen Dreiteilung des langgestreckten Areals: Wohnen im Osten zur Innenstadt hin, einem Park im Zentrum und Gewerbe im Westen entlang der B17. Auf diesem klaren Gerüst baute der 2004 ausgelobte freiraumplanerische Wettbewerb auf, dessen Realisierungsteil konkrete Vorschläge für den Park auf dem ehemaligen Sheridan-Gelände und im Ideenteil für den Bereich der Reese-Kaserne und deren Verknüpfung miteinander suchte. Während die meisten Wettbewerbsbeiträge den Freiraum mit geometrischen Formen zu strukturieren versuchten, überzeugte der Entwurf der Landschaftsarchitekt*innen Lohaus · Carl · Köhlmos aus Hannover zwar nicht alle Jurymitglieder, aber dafür die Bau­herrin sofort.

Überzeugende Flexibilität

Der breite, mäandrierende Hauptweg, der hier und da auseinanderdriftet und so Inseln bildet, die Platz für Spiel, Sport und Pflanzungen bieten, ist ein einpräg­sames Bild. Es erinnert an die nahegelegenen Wertachauen. Die flexible Form des Weges war im Wettbewerb die beste Reaktion auf den großen erhaltenswerten Baumbestand der Kasernengelände. Nach umfangreichen Kartierungsarbeiten konnten die Bäume weitgehend erhalten und in den neuen Park integriert werden. Lose verstreut in den teils extensiven Wiesen rechts und links des Hauptwegs, unterstreichen sie die von den Landschaftsarchitekt*innen gewünschte Wirkung, die an die Weite der amerikanischen Landschaft erinnern soll. Die Geschichte des Areals tritt auch an anderen Stellen immer wieder zutage: Lohaus + Carl erhielten einige der Kasernengebäude. In der ehemaligen Kommandantur beispielsweise fand der ARCHE e.V. seinen Platz.

Nordamerikanische Baumarten für den Landschaftsarchitektur-Preis 2021 Gewinner

Die Chapel wirkt als prägende Landmarke, ebenso wie das Casino. Die ehemalige Sporthalle am Appellplatz gegenüber der Kommandantur musste, wie auch die meisten anderen Bauwerke, aufgrund der hohen Schadstoffbelastung abgerissen werden. Auch der Appellplatz blieb in seiner Form erhalten. Dort kann man heute Beachvolleyball, Streetball und Tischtennis spielen. Für die Bepflanzung einiger der Wegeinseln wählten die Landschaftsarchitekt*innen nordamerikanische Baumarten, Präriestauden und -gräser. Der ursprünglich geplante Ortbeton für den Hauptweg, der oft für Fußwege in den USA verwendet wird, musste allerdings aufgrund des Klimas und der Erfahrungen in Augsburg einem Asphaltbelag weichen.

Abenteuer in Vulkanlandschaft

Viel Kreativität und Mut der Planer*innen und Bauherrin beweisen die Spiel- und Sportangebote auf den unterschiedlich großen Inseln innerhalb des Weges. Ein Wasserspielplatz, Skatehügel, Kletterfelsen, ein Heckenlabyrinth mit Trampolinen, Rasenhügel oder Findlinge in einem Birkenhain wecken den Entdeckergeist und bieten Herausforderungen. Und das ist auch gewollt, so Irene Lohaus. Denn wo können Kinder sich heute noch ohne Gefahr durch den Autoverkehr oder ohne ständige Beobachtung der Eltern frei bewegen und ihre Grenzen testen? Letzteres ermöglicht insbesondere der im vergangenen Jahr eröffnete Spielplatz im ersten Bauabschnitt des Reeseparks. Der einem Flussbett nachempfundene Bereich mit Gleit- und Prallhang aus Beton, der vom Wegesrand drei Meter in die Tiefe fällt, bietet Seile, Netze, Balken und eine Rutsche, deren halsbrecherische Nutzung vielen Eltern den Schweiß auf die Stirn treibt. Noch mehr Abenteuer versprechen die weiteren Spiel- und Sportinseln: unter anderem eine Vulkanlandschaft für Skater und BMXler, Calisthenics und ein Hackschnitzel-Fußballfeld.

Entscheidung mit Weitblick

Der Wunsch der Bürger*innen für den Reesepark, dessen städtebauliche Idee auf den Europan-Wettbewerb 2003 zurückgeht, war es, auf Basis der gleichen Raumstruktur von Hauptweg und Inseln diese mit anderen Angeboten als im Sheridanpark zu füllen. Dem kommen Lohaus · Carl · Köhlmos nach. Sie wurden von der Stadt vorausschauend auch mit der Realisierung des zweiten großen Teils des Westparks beauftragt. Mit dieser Entscheidung gelang nicht nur die funktionale, sondern auch die gestalterische Einheit des Gesamtparks und seiner zwei Hauptbereiche Sheridan und Reese, deren mäandrierender Hauptweg sich als Thema auch über die dazwischenliegenden Straßen, Quartiere und den Sullivanpark entlang des Westfriedhofs fortsetzt.

Eine kleine Zäsur im sonst stimmigen Gesamtkonzept ist allein der Supplypark. Diesen plante der Investor des angrenzenden Wohngebiets bereits vor dem Wett­bewerb zum Westpark. Kurz kommt einem dort der Gedanke, wie der Westen Augsburgs 2021 wohl aussehen würde, hätte die BImA nicht an die Stadt beziehungsweise ihre Tochter AGS, sondern an verschiedene Investoren verkauft. Aber diese Frage stellt sich in Augsburg zum Glück nicht mehr.

Fakten zum Landschaftsarchitektur-Preis 2021 Gewinner “Westpark Augsburg”

Auftraggeber: Augsburger Gesellschaft für Stadtentwicklung und Immobilienbetreuung GmbH (AGS), Stadt Augsburg

Zeitraum Sheridanpark: 2008 bis 2014; Reesepark: seit 2014; Sullivanpark: seit 2016

Größe: rund 45 Hektar (Neubau), 60 Hektar (Gesamtpark)

Baukosten: Freiraum rund 12 Millionen Euro (netto), mit Mitteln des Programms Stadtumbau West

Landschafts­architekten: Lohaus · Carl · Köhlmos Landschaftsarchitekten + Stadtplaner

Mehr zum Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2021 lesen Sie hier.

Der Artikel von Tanja Gallenmüller erschien erstmals in der G+L 05/17 zum Heftthema “Konversion”.

Das könnte Sie auch interessieren
ein-paar-autos-die-auf-der-strasse-stehen-jTi8-mxgZ2Q
Adaptive Beleuchtung mit KI – wenn Laternen das Verhalten vorhersagen
Begrünte, klimaangepasste Stadtinfrastruktur zum Thema Regenwasserversickerung Berechnung
Regenwasserversickerung Berechnung: Funktion, Vorteile und Umsetzung
Stadtoasen – Die G+L im September 2024 !
Der Bremer Überseepark – ein Eldorado für Sportler
(M)Ein Englischer Garten
Adventskalender Tag 18
New York; PRESENT Architecture
Stadtgrün der Zukunft
Juristenhammer auf Holz, symbolisch für die rechtlichen Hürden und den Einfluss des Bauordnungsrechts auf Innovationen im Bauwesen.
Zwischen Genehmigung und Gestaltung – wie das Bauordnungsrecht Innovation blockieren kann
Der IBA Salon „Anders bauen! Zurück zur Natur“ findet am 26. Mai 2021 ab 18 Uhr digital via Zoom statt. (Visualisierung Grünes Labor: Jakob Müller
IBA Salon „Anders bauen! Zurück zur Natur“
Vitale Gemeinden schaffen
Zwischen November 2022 und Januar 2023 durfte die Friedrichstraße von Autos befahren werden. Seitdem ist ein Teilabschnitt wieder autofrei. Bildquelle: SenUMVK / Ralf Rühmeier
Zwischen November 2022 und Januar 2023 durfte die Friedrichstraße von Autos befahren werden. Seitdem ist ein Teilabschnitt wieder autofrei. Bildquelle: SenUMVK / Ralf Rühmeier

Die geplante Autofreiheit Berliner Friedrichstraße führt immer wieder zu Konflikten und Änderungen. Seit November 2022 durften nach einer Klage wieder Autos auf dem verkehrsbefreiten Abschnitt fahren. Ab dem 30. Januar ist dies wieder verboten. Ein Update.

Die Umwidmung und Wieder-Umwidmung

Erst im November 2022 entschied die Stadt Berlin, der Klage einer Ladenbesitzerin nahe der Friedrichstraße nachzugeben und den Abschnitt zwischen Französischer und Leipziger Straße wieder befahrbar zu machen. Anja Schröder hatte aufgrund wirtschaftlicher Verluste geklagt, denn die Teilsperrung führte zu mehr Verkehr und zu schlechter Aufenthaltsqualität vor ihrem Laden. Die G+L berichtete zur autofreien Friedrichstrasse hier.

Die Umwidmung des Teilabschnitts in eine autofreie Friedrichstraße ist schon lange geplant. Zwischen November 2022 und Ende Januar 2023 durften hier kurzzeitig wieder Autos fahren. Ab dem 30. Januar handelt es sich bei dem 500 Meter langen Teilabschnitt der Friedrichstraße jedoch um eine dauerhafte Fußgängerzone. Die dafür nötige offizielle Umwidmung, die bisher gefehlt hatte, wurde am 27. Januar im Amtsblatt verkündet. Diese sogenannte Teileinziehung ist nun gültig. Damit ist der Abschnitt endgültig autofrei.

Es handelt sich um einen Gewinn für die Berliner Mobilitätssenatorin Bettina Jarasch: „Die Friedrichstraße als dauerhafte Fußgängerzone ist ein wichtiger Baustein im Kontext der Verkehrswende-Projekte zwischen Rathausforum, Checkpoint Charlie und Unter den Linden. Wir führen diese Maßnahmen zusammen, um den alten Kern der Hauptstadt dauerhaft lebenswert, klimarobust und attraktiv für die Berlinerinnen und Berliner und ihre Gäste zu gestalten.“

Die autofreie Friedrichstraße ist schon seit Jahren ein Konfliktthema. Wie es nach der Berliner Wahl 2023 weitergeht, ist noch unklar. Bildquelle: SenUMVK / Ralf Rühmeier
Die autofreie Friedrichstraße ist schon seit Jahren ein Konfliktthema. Wie es nach der Berliner Wahl 2023 weitergeht, ist noch unklar. Bildquelle: SenUMVK / Ralf Rühmeier

Konflikte um die Sperrung der Friedrichstraße

Die erneute Sperrung der Friedrichstraße für PKW hat für Unmut gesorgt. Ein Bündnis aus Gewerbetreibenden und Anwohnenden will sich gegen die Sperrung wehren, was zu einem Rechtsstreit führen könnte. Dieses Bündnis heißt „Rettet die Friedrichstraße!“. Es plant, beim Bezirksamt Berlin-Mitte Widerspruch gegen die Umwidmung der Straße zur Fußgängerzone einzulegen. Zudem sind Klagen vor dem Verwaltungsgericht geplant. Sind diese erfolgreich, müsste die Straße bis zum Abschluss der Widerspruchsverfahren für den Verkehr geöffnet bleiben. Notfalls würde die Initiative mit ihrer Klage sogar bis vor das Verwaltungsgericht gehen, kündigte Anwalt Marcel Templin an.

Jarasch hatte die Maßnahme mitten im Wahlkampf angekündigt. Am 12. Februar 2023 fand die wiederholte Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin und zu den Bezirksverordnetenversammlungen statt. Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey von der SPD äußerte sich dazu: Sie hielt die Aktion für einen Alleingang, der nicht durchdacht sei. Es fehle ein Gesamtkonzept. Auch Wirtschaftssenator Stefan Schwarz (parteilos) kritisierte die Umwidmung, da die Beteiligung von Anwohnenden und Händler*innen fehle.

Senatorin Jarasch verteidigte ihre Entscheidung. Sie betonte, dass die Friedrichstraße zu einem modernen Stadtraum werden soll. Dies ist Teil eines größeren Projekts, die gesamte historische Mitte von Berlin fußgängerfreundlich zu gestalten. Derzeit dürfen nur noch Fußgänger*innen, Radfahrende, kleine E-Fahrzeuge, Einsatzkräfte und Lieferwagen den Teilabschnitt der Friedrichstraße nutzen.

Das Verfahren zur Zukunft

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz kündigte in einer Pressemitteilung vom 25. Januar 2023 an, dass nach der Umwidmung unmittelbar die „Vorbereitungen für die mittelfristige Gestaltungsplanung der Friedrichstraße“ beginnen könnten. Zu dem Projekt der Stadtraumentwicklung gehören auch die Neugestaltung von Unter den Linden, die Verkehrsberuhigung von Rathausforum und Marx-Engels-Forum, der Umbau des Molkenmarkts sowie die Neugestaltung der Leipziger Straße. Laut Senatsverwaltung soll zeitnah ein detailliertes Gestaltungs- und Beteiligungsverfahren für die Friedrichstraße entwickelt werden. Dieses soll Teil eines Gesamtkonzeptes für Berlins alte Stadtmitte sein.

Das umstrittene verkehrspolitische Vorhaben der autofreien Friedrichstraße wird voraussichtlich auch weiterhin für Schlagzeilen sorgen. Denn die noch unklare Zukunft nach der Berliner Wahl bedeutet, dass sich auch in Bezug auf die Verkehrspolitik schnell vieles ändern kann. Jarasch hatte noch im Wahlkampf darauf plädiert, bald mit dem Verfahren zur künftigen Gestaltung der Friedrichstraße zu beginnen. Die Grünen-Politikerin rief dazu auf, direkt nach der Wahl am 12. Februar mit einem Wettbewerb zu beginnen, um die neue Fußgängerzone auf der Friedrichstraße zu gestalten. Wie es nun weitergeht, ist derzeit offen.

Klimaanpassung von Schulen und Kitas – resiliente Bildungsbauten planen

eine-spiegelung-eines-gebaudes-in-einem-wasserbecken-ebQ-MwEL8V8
Ein architektonisch beeindruckendes Gebäude spiegelt sich im Wasser – aufgenommen von Jørgen Håland

Hitzefrei war gestern – heute geht es um resiliente Bildungsbauten! Schulen und Kitas stehen an der Frontlinie der Klimaanpassung. Wer für die nächste Generation plant, muss Gebäude und Freiräume entwerfen, die Hitze, Starkregen und neue Gesundheitsgefahren aushalten. Was macht einen Bildungsbau zukunftsfest? Und wie gelingt der Spagat zwischen Pädagogik, Architektur und Klimaschutz? Willkommen in der Praxis der Klimaanpassung – wo Innovation keine Option, sondern Pflicht ist.

  • Warum Klimaanpassung in Schulen und Kitas zur zentralen Planungsaufgabe geworden ist
  • Welche Risiken und Herausforderungen der Klimawandel für Bildungsbauten mit sich bringt
  • Wie Architektur und Freiraumgestaltung gezielt zur Klimaresilienz beitragen können
  • Welche technischen, planerischen und rechtlichen Instrumente zur Verfügung stehen
  • Wie integrale Planung Nachhaltigkeit, Gesundheit und Aufenthaltsqualität verbindet
  • Praxisnahe Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Was funktioniert wirklich?
  • Warum Beteiligung, Kommunikation und Governance über den Erfolg entscheiden
  • Welche Fehler vermieden werden sollten – und wie Planer echten Mehrwert schaffen
  • Wie resiliente Bildungsbauten zur Blaupause für die klimaangepasste Stadt werden

Klimaanpassung als Pflichtaufgabe: Warum Schulen und Kitas jetzt resilient werden müssen

Wer morgens Kinder in die Schule oder Kita bringt, erwartet einen sicheren, gesunden und inspirierenden Lernort. Doch die Realität vieler Bildungsbauten ist längst von neuen Klimarisiken geprägt. Sommerliche Überhitzung, mangelhafte Verschattung, überflutete Pausenhöfe und stickige Innenräume sind in deutschen, österreichischen und Schweizer Städten keine Einzelphänomene mehr, sondern werden zur planungsrelevanten Normalität. Der Klimawandel lässt Fassaden und Dächer altern, erhöht die Belastung durch Feinstaub und Pollen und zwingt Betreiber, Pädagogen und Planer zum Umdenken.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In Mitteleuropa ist die Anzahl der Hitzetage seit den 1990er Jahren rasant gestiegen. Besonders in verdichteten Stadtquartieren können sich Innenhöfe und Klassenzimmer während Hitzewellen bis zu 40 Grad aufheizen. Das beeinträchtigt nicht nur die Lernfähigkeit, sondern stellt insbesondere für Kinder eine gesundheitliche Gefahr dar. Hinzu kommen Starkregenereignisse, die unzureichend entwässerte Schulhöfe in Seen verwandeln und die Gebäudesubstanz bedrohen. Die unsichtbare Gefahr: Der Klimawandel verstärkt soziale Ungleichheiten – denn benachteiligte Stadtteile leiden meist besonders unter schlechten klimatischen Bedingungen.

Dass Schulen und Kitas als öffentliche Infrastruktur systemrelevant sind, wurde spätestens während der Pandemie deutlich. Nun zeigt sich: Sie sind auch klimasystemrelevant. Hier werden Kinder betreut, gefördert und gebildet – oft den Großteil des Tages. Wenn diese Orte nicht funktionieren, gerät das gesellschaftliche Gleichgewicht ins Wanken. Kommunen, Bauherren und Planer stehen in der Pflicht, nicht nur die Vorschriften zum baulichen Wärmeschutz zu erfüllen, sondern proaktiv Klimaresilienz zu schaffen. Das bedeutet: Bildungsbauten müssen so gestaltet werden, dass sie auch unter Extrembedingungen nutzbar, gesund und sicher bleiben.

Warum ist die Aufgabe so komplex? Weil Schulen und Kitas viel mehr sind als einfache Gebäude. Sie sind pädagogische Räume, soziale Treffpunkte, Orte der Integration und des Spiels. Ihre Nutzer sind besonders sensibel – Kinder, Eltern, Lehrkräfte. Jede Entscheidung in der Planung hat unmittelbare Auswirkungen auf das Alltagserleben. Deswegen reicht es nicht, technische Maßnahmen wie Verschattungen oder Lüftungsanlagen nachzurüsten. Es braucht ein ganzheitliches Verständnis davon, wie Architektur, Freiraum, Technik und Nutzung ineinandergreifen. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen – und der Planungstisch wird zum Labor für die Stadt von morgen.

Die politischen Rahmenbedingungen sind inzwischen eindeutig. In vielen Bundesländern sind Kommunen verpflichtet, Klimaanpassung in ihre Bauleitplanung zu integrieren. Förderprogramme und Wettbewerbe setzen Anreize für innovative Lösungen. Doch zwischen Gesetzestext und gebauter Wirklichkeit klafft noch immer eine Lücke. Wer heute Bildungsbauten plant oder saniert, kann sich nicht mehr auf Standardlösungen verlassen. Gefragt sind maßgeschneiderte, kontextspezifische Strategien, die lokale Klimadaten, soziale Strukturen und pädagogische Konzepte zusammenbringen.

Zusammengefasst: Die Klimaanpassung von Schulen und Kitas ist keine Kür, sondern Pflicht – und sie entscheidet darüber, wie unsere Städte der Zukunft aussehen. Wer hier versagt, riskiert nicht nur teure Nachbesserungen, sondern das Wohl ganzer Generationen. Doch wer mutig und smart plant, kann Bildungsbauten schaffen, die weit mehr sind als „klimafest“: Sie werden zu Leuchttürmen für Innovation, Teilhabe und Lebensqualität.

Risikoanalyse und Herausforderungen: Was Bildungsbauten heute wirklich bedroht

Die Risiken, die der Klimawandel für Schulen und Kitas mit sich bringt, sind vielfältig und oft miteinander verknüpft. Die offensichtlichste Gefahr ist die sommerliche Überhitzung. In schlecht gedämmten oder falsch ausgerichteten Gebäuden steigen die Temperaturen im Inneren schnell auf Werte, die das Lernen unmöglich machen. Besonders betroffen sind Altbauten mit großen Fensterflächen und fehlender Verschattung. Die Folge sind Konzentrationsschwächen, Kreislaufprobleme bei Kindern und ein erhöhter Krankenstand beim Personal. Lüften hilft nur bedingt, denn häufig fehlt es an intelligenten Lüftungskonzepten, die auch bei hohen Außentemperaturen funktionieren.

Starkregenereignisse, die sich in den letzten Jahren gehäuft haben, stellen eine weitere Bedrohung dar. Überlastete Kanalsysteme, versiegelte Schulhöfe und fehlende Retentionsflächen führen dazu, dass Regenwasser nicht abfließen kann. Das Ergebnis sind überflutete Eingänge, beschädigte Bodenbeläge und zeitweise unbenutzbare Freiflächen. Nicht selten entstehen erhebliche Folgekosten durch Reparaturen und Betriebsausfälle. Besonders kritisch: Wenn Wasser in Kellerräume eindringt, gefährdet das nicht nur die Bausubstanz, sondern auch die Lagerung von Unterrichtsmaterialien und Technik.

Doch der Klimawandel wirkt subtiler. Längere Trockenphasen führen dazu, dass Grünflächen auf Schulhöfen braun werden, Bäume absterben und der Staubgehalt in der Luft steigt. Die Aufenthaltsqualität sinkt und die ohnehin knappen Schattenflächen werden noch wertvoller. Gleichzeitig nimmt die Belastung durch Pollen und Feinstaub zu, was besonders für Kinder mit Atemwegserkrankungen oder Allergien problematisch ist. Die Folge: Aufenthaltsräume im Freien werden gemieden, Bewegungsangebote eingeschränkt und die pädagogische Vielfalt leidet.

Ein weiteres Risiko ist die Überalterung und technische Überforderung der bestehenden Gebäudetechnik. Viele Schulen und Kitas sind mit Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen ausgestattet, die weder für extreme Hitze noch für hohe Feuchtigkeit ausgelegt sind. Regelmäßige Wartung ist teuer und technisch anspruchsvoll. Hinzu kommt, dass nicht überall ausreichend Fachpersonal zur Verfügung steht, um die Systeme optimal zu betreiben. Besonders in ländlichen Regionen sind die Ressourcen begrenzt – und der Investitionsstau wächst.

Oft unterschätzt wird der psychologische Effekt klimabedingter Belastungen. Wenn Kinder, Lehrkräfte und Eltern erleben, dass ihre Bildungsorte bei jedem Wetterereignis an ihre Grenzen stoßen, entsteht ein Gefühl der Unsicherheit und Resignation. Die Schule wird zum Problemfall statt zum Vorbild. Gerade in Quartieren mit sozialen Herausforderungen kann das die Akzeptanz für Bildungseinrichtungen weiter schwächen. Die Klimaanpassung ist damit auch eine Frage der Chancengleichheit – und damit ein zentrales Thema für die Stadtentwicklung insgesamt.

Die größte Herausforderung bleibt die Integration all dieser Risiken in einen konsistenten Planungsprozess. Es reicht nicht, auf einzelne Ereignisse zu reagieren. Vielmehr müssen Planer in Szenarien denken, Wechselwirkungen antizipieren und systemisch handeln. Die Kunst besteht darin, vorausschauende Strategien zu entwickeln, die auch unter unvorhergesehenen Bedingungen funktionieren. Genau das unterscheidet resiliente Bildungsbauten von reinen Flickenteppichen einzelner Maßnahmen.

Gestaltungsprinzipien und Instrumente: Wie Architektur und Freiraum Klimaresilienz ermöglichen

Das Herzstück jeder erfolgreichen Klimaanpassung von Schulen und Kitas ist ein integrales Planungskonzept, das Architektur, Technik und Freiraumgestaltung miteinander verschränkt. Wer klimaresiliente Bildungsbauten entwerfen will, beginnt nicht bei der Fassade, sondern mit einer präzisen Standortanalyse. Mikroklimatische Daten, Sonnenverläufe, Windrichtungen und lokale Niederschlagsmuster bestimmen, wie das Gebäude auf seinem Grundstück positioniert wird. Schon die Ausrichtung der Klassenräume kann darüber entscheiden, ob ein Bau im Sommer kühl bleibt oder zur Hitzefalle wird.

Die Auswahl und Anordnung der Baumaterialien ist dabei ebenso entscheidend. Massive, gut gedämmte Wände sorgen für thermische Trägheit und verhindern extreme Temperaturschwankungen. Begrünte Dächer und Fassaden fungieren als natürliche Klimaanlage, indem sie Regenwasser zurückhalten, die Umgebungstemperatur senken und Feinstaub binden. Innovative Verschattungssysteme – von tiefen Laubengängen bis zu flexiblen Sonnensegeln – schützen nicht nur vor direkter Sonne, sondern schaffen auch abwechslungsreiche Aufenthaltsbereiche für Kinder und Personal.

Im Inneren der Gebäude kommt es auf flexible, multifunktionale Räume an, die sich an wechselnde Nutzungsanforderungen anpassen lassen. Intelligente Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung, CO₂-Sensorik und optionaler Nachtauskühlung sorgen für Frischluft ohne Energieverschwendung. In Neubauten setzen viele Planer auf dezentrale Lüftungsanlagen, die Räume unabhängig voneinander klimatisieren können. In der Sanierung helfen einfache Maßnahmen wie der Austausch von Verglasungen, das Nachrüsten von Sonnenschutz oder die Installation von Deckenventilatoren, die Behaglichkeit zu verbessern – ohne die Betriebskosten explodieren zu lassen.

Die Freiflächen sind längst mehr als bloße Pausenhöfe. Sie werden zu Klimaoasen, Experimentierfeldern und Rückzugsorten. Eine kluge Bepflanzung mit standortgerechten, hitze- und trockenheitsresistenten Gehölzen spendet Schatten, filtert Staub und erhöht die Biodiversität. Versickerungsfähige Beläge, Mulden-Rigolen-Systeme und Regenwassergärten sorgen dafür, dass auch nach Starkregen das Wasser schnell abfließt und für die Vegetation verfügbar bleibt. Aufenthaltsbereiche mit Wasser, wie kleine Teiche oder Brunnen, schaffen Mikroklimata, die selbst an heißen Tagen für Abkühlung sorgen.

Technische Instrumente wie Gebäudeautomation, sensorbasierte Steuerungen und digitale Monitoring-Systeme eröffnen neue Möglichkeiten für den Betrieb. Sie erlauben es, Temperatur, Luftqualität und Feuchtigkeit kontinuierlich zu überwachen und bei Bedarf nachzusteuern. So lassen sich kritische Situationen frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten – etwa das automatische Schließen von Verschattungselementen oder das gezielte Öffnen von Oberlichtern zur Nachtauskühlung. Die Kunst besteht darin, diese Technik so zu integrieren, dass sie für Nutzer intuitiv bedienbar bleibt und nicht zum Selbstzweck verkommt.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Dialog aller Beteiligten. Planer, Bauherren, Pädagogen, Eltern und nicht zuletzt die Kinder selbst müssen in den Prozess einbezogen werden. Partizipative Workshops, Modellbauprojekte und digitale Plattformen ermöglichen es, Bedarfe frühzeitig zu erfassen und innovative Lösungen gemeinsam zu entwickeln. Nur so entstehen Bildungsbauten, die nicht nur den aktuellen, sondern auch den zukünftigen Herausforderungen gewachsen sind – und das Prädikat „resilient“ wirklich verdienen.

Best Practices und Stolpersteine: Was in der DACH-Region funktioniert – und was nicht

Ein Blick auf gelungene Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt, wie unterschiedlich die Wege zur klimaresilienten Schule oder Kita sein können – und wie entscheidend der Kontext ist. In Wien etwa setzt die Stadt bei der Sanierung von Schulbauten konsequent auf Dach- und Fassadenbegrünung. Das Programm „Cooles Grätzl“ verknüpft Gebäudemaßnahmen mit Stadtteil-Initiativen, sodass Schulhöfe zu grünen Treffpunkten für die ganze Nachbarschaft werden. Die Erfahrungen zeigen: Begrünungen sind nicht nur ökologisch wirksam, sondern stärken auch die soziale Integration und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei Kindern und Lehrkräften.

In Zürich wurde das Projekt „Schulhaus Freilager“ von Anfang an als klimaangepasstes Gesamtkonzept entwickelt. Hier sorgen massiv gebaute Wände, vorgelagerte Laubengänge und ein ausgeklügeltes Lüftungssystem für behagliches Raumklima – selbst bei Außentemperaturen jenseits der 35 Grad. Die Freiflächen sind als naturnahe Bewegungslandschaften gestaltet, mit Regenwasserrückhaltung, Schatteninseln und vielfältigen Spielangeboten. Das Resultat: Ein Schulalltag, der auch während Hitzewellen reibungslos funktioniert.

In München wird bei der Sanierung von Kindertagesstätten besonders auf die Reduktion von Versiegelung und die Schaffung multifunktionaler Freiräume gesetzt. Regenwasser wird vor Ort zurückgehalten und zur Bewässerung genutzt, während modulare Sonnensegel flexibel an den Tagesbedarf angepasst werden können. Begleitende Monitoring-Projekte belegen, dass die Aufenthaltsdauer der Kinder im Freien deutlich steigt – und die Betriebskosten für Kühlung und Bewässerung sinken.

Doch nicht immer läuft alles glatt. In vielen Kommunen scheitern ambitionierte Klimaanpassungsprojekte an mangelnder Abstimmung zwischen den beteiligten Ämtern, an zu starren Förderkriterien oder an der Unsicherheit bei der Auswahl geeigneter Baustoffe. Besonders in der Sanierung von Bestandsgebäuden erweist sich die Integration moderner Technik oft als Herausforderung – etwa wenn historische Fassaden erhalten bleiben sollen. Auch die Beteiligung der Nutzer wird häufig unterschätzt: Wer Maßnahmen ohne Akzeptanz der Pädagogen und Eltern umsetzt, riskiert Fehlbedienung und Frustration im Alltag.

Ein weiteres Problem: Die Finanzierung. Viele innovative Maßnahmen sind in der Anschaffung teurer als konventionelle Lösungen – amortisieren sich aber langfristig durch geringere Betriebskosten und höhere Nutzungsqualität. Hier sind Kommunen gefragt, den Mut zu Investitionen aufzubringen und Fördermittel clever zu kombinieren. Gut dokumentierte Pilotprojekte und transparente Erfolgskriterien helfen, politische Unterstützung und öffentliche Akzeptanz zu sichern. Die Erfahrung zeigt: Wer Klimaanpassung als Teil einer umfassenden Bildungs- und Stadtentwicklungsstrategie versteht, erzielt nachhaltige Wirkung – und verhindert teure Reparaturen in der Zukunft.

Letztlich gilt: Jede Schule und jede Kita ist einzigartig. Es gibt keine Patentlösung, sondern nur maßgeschneiderte Strategien, die auf den Standort, die Nutzer und die lokalen Ressourcen abgestimmt sind. Wer die Stolpersteine kennt und den Mut zum Experiment mitbringt, kann Bildungsbauten schaffen, die mehr sind als „klimafest“ – sie sind Vorbilder für die resiliente Stadt von morgen.

Governance, Beteiligung und Ausblick: Die Stadt als lernendes System

Die Klimaanpassung von Schulen und Kitas ist keine reine Bauaufgabe – sie ist eine Frage der Governance. Wer nachhaltige Lösungen will, muss die richtigen Akteure an einen Tisch bringen und Entscheidungsprozesse transparent gestalten. Das beginnt bei der politischen Steuerung: Kommunen sollten Leitbilder entwickeln, die Klimaresilienz zur Priorität erklären. Förderprogramme, Wettbewerbe und Fachgremien können Impulse setzen, doch sie ersetzen nicht die strategische Verankerung im Alltag der Verwaltung.

Ein Schlüssel zum Erfolg ist die frühzeitige Einbindung aller Beteiligten. Pädagogen, Eltern, Kinder, Planer, Betreiber und Nachbarschaft sollten nicht erst am Ende, sondern bereits in der Konzeptionsphase mitreden dürfen. Partizipative Planungsprozesse helfen, Bedürfnisse aufzudecken, Konflikte zu vermeiden und innovative Lösungen zu entwickeln. Digitale Tools wie 3D-Modelle, Simulationen und Beteiligungsplattformen machen komplexe Zusammenhänge sichtbar und erleichtern die Kommunikation.

Wichtig ist auch die kontinuierliche Evaluation und Anpassung der Maßnahmen. Klimaresiliente Bildungsbauten sind keine statischen Projekte, sondern Teil einer lernenden Stadt. Monitoring-Systeme, Nutzerbefragungen und regelmäßige Überprüfung der Betriebskosten helfen, Schwachstellen zu erkennen und nachzusteuern. Wer Fehler als Chance für Innovation begreift, verwandelt den Planungsprozess in einen Kreislauf der Verbesserung – und macht aus Schulen und Kitas echte Zukunftslabore.

Die Rolle der öffentlichen Hand ist dabei ambivalent. Einerseits ist sie gefordert, verbindliche Standards zu setzen und Ressourcen bereitzustellen. Andererseits muss sie Freiräume für Experimente und lokale Anpassungen schaffen. Gerade in föderalen Strukturen wie in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es entscheidend, Wissen zu teilen, Synergien zu nutzen und voneinander zu lernen. Netzwerke wie die Klima-Allianz, Good-Practice-Datenbanken und interkommunale Arbeitsgruppen sind dabei Gold wert.

Am Ende entscheidet die Haltung: Klimaanpassung ist nicht die Verwaltung von Mangel, sondern die Gestaltung von Möglichkeiten. Wer Bildungsbauten als Pioniere der klimaangepassten Stadt versteht, investiert nicht nur in Beton und Technik, sondern in die Zukunftsfähigkeit ganzer Quartiere. Die nächste Generation wird es uns danken – und vielleicht sogar selbst zu Planern, Gärtnern und Architekten der Resilienz werden.

Ein Ausblick: Die Herausforderungen werden nicht kleiner, die Erwartungen nicht geringer. Doch jede klimaresiliente Schule, jede grüne Kita ist ein sichtbares Signal: Wir nehmen die Transformation ernst. Und wir wissen – das Beste kommt noch. Denn die Stadt von morgen wächst im Klassenzimmer von heute.

Zusammenfassung: Die Klimaanpassung von Schulen und Kitas ist die zentrale Herausforderung für Planer, Kommunen und Gesellschaft in der DACH-Region. Sie verlangt ein Umdenken – weg von Standardlösungen, hin zu maßgeschneiderten, integralen Strategien. Wer Architektur, Technik, Freiraum und Governance klug verbindet, schafft Bildungsorte, die auch unter Extrembedingungen funktionieren. Praxisbeispiele aus Wien, Zürich und München zeigen, wie innovative Lösungen gelingen können – und wo Stolpersteine lauern. Entscheidend ist der Mut zur Beteiligung, zur Evaluation und zum Experiment. So werden Schulen und Kitas nicht nur klimaresilient, sondern zu Leuchttürmen für die nachhaltige Stadtentwicklung. Wer in diese Orte investiert, investiert in die Zukunft der Gesellschaft – und setzt Maßstäbe für eine neue Planungskultur, die Resilienz und Lebensqualität zusammenbringt wie nirgendwo sonst.