Lausanne Jardins 2019

Die Kulturveranstaltung Lausanne Jardins verbindet die Stadtplanung mit der Landschaftsarchitektur. Rund 31 Stationen ziehen sich durch die gesamte Stadt und laden ein, sich mit dem diesjährigen Thema „Terre à terre“, Boden, zu beschäftigen.

Auch wenn wir dies mitunter vergessen: Die Grundlage unseres Lebens ist der Boden unter unseren Füßen. Auf ihm gehen und stehen, bauen und pflanzen wir, er (er-)nährt uns und ihn brauchen und missbrauchen wir zugleich. Uns seine Bedeutung und seinen Wert in der Stadt vor Augen zu führen, ist das Anliegen der diesjährigen Lausanne Jardins. Unter dem Motto „Terre à terre“ sind entlang einer etwa fünf Kilometer langen Achse, die sich von West nach Ost quer durch die Stadt zieht, 31 Stationen zu entdecken.

Sie liegen alle entlang einer Route, die sich sowohl zu Fuß als auch bequem mit der Stadtbuslinie 9 „erfahren“ lässt. Wobei die Stationen lieber erlaufen und gelegentlich entdeckt werden wollen – denn sie liegen meist nur einen Katzensprung oder nur wenig weiter entfernt von der Bustrasse. Tableaus mit kurzen Erläuterungen erklären jede Station und zeigen den Weg zu den benachbarten Gärten, damit die Besucher diese gut finden und nichts verpassen.

Lausanne Jardins läuft bis im Herbst

Die gut 30 Inszenierungen sind das Ergebnis eines internationalen Wettbewerbs, zu dem rund 150 Beiträge eingingen. Sie alle erzählen vom Boden und der Bedeutung des öffentlichen Raums und laden dazu ein, die Stadt anders als gewohnt oder ganz neu zu sehen.

Im Parc de Valency etwa wurde eine steile Böschung an- und aufgeschnitten, um in ihrem Bauch zu lesen, während man sich am und auf dem Square de Montétan klein wie ein Zwerg fühlen darf; auf der Croisée de Saint-Francois unterbricht das Stakkato einer Wasserfontäne aus dem Boden den Verkehrsfluss, während gleich daneben an der Placette du Peuplier die Wuchskraft einer Pappel den Boden aufbricht. Ganz besondere Erlebnisse bieten die Place Bellefontaine mit einer grünen und belebten Dachterrasse auf einem Parkhaus oder der außergewöhnliche Blick auf den Genfersee als „Ciné-park de la terre“ neben der Kirche Saint Jacques. Die Kulisse jedenfalls ist aufbereitet und gepflanzt und lädt nun bis in den Herbst ein (genauer: bis zum 12. Oktober) zum Entdecken dieser und weiterer gut zwei Dutzend Stationen der „Jardins“.

Dieser Text ist zuerst in der G+L 08/2019 zum Thema Artenvielfalt erschienen.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Lausanne Jardins.