Maestri del Paesaggio im Zeichen von Corona

Diesen September fand die zehnte Ausführung der Maestri del Paesaggio statt – Corona zum Trotz. Wie das aussah, und warum der geplante Höhepunkt der Veranstaltung erst 2021 stattfindet, erklärt Stefan Tischer, der für die Garten+Landschaft teilnahm.

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Garten der Erinnerung: Statt der angekündigten Gestaltung von Martin Rein-Cano zierte eine Installation zu Ehren des Krankenhauses Giovanni XXIII die Piazza Vecchia in Bergamo Alta. (Foto: Rosanna Castrini)

 

Nachdem Bergamo mit drastischen Bildern und hohen Opferzahlen zum Symbol der Unerbittlichkeit der Corona­-Pandemie geworden ist, zeugt es von hohem sozialen Engagement und Enthusiasmus für die Sache der Landschaftsarchitektur, die mittlerweile 10. „I Maestri del Paesaggio“ auch in diesem Jahr zu organisieren – wenn auch auf etwas andere Art, angepasst an die Situation.

Garten der Erinnerung

Während die italienische Architektenkammer aktuell versucht, den gerade erst eingeführten Berufsstand „Architetto Paesaggista“ oder „Architetto del Paesaggio“ wieder abzuschaffen und nur als eine landschaftsarchitektonische Vertiefungsrichtung von Hochbauarchitekten rechtlich zuzulassen, zeichnete sich das immer zum Ende der knapp 14-­tägigen Veranstaltung (5. bis 20. September) stattfindende „International Meeting“ wieder durch Internationalität und hohe Fachkompetenz aus.

Die Vorträge fanden professionell organisiert online statt und waren hervorragend besucht. Allerdings wurde der mit Spannung erwartete Höhe­punkt, die jährliche Landschaftsinstallation auf der Piazza Vecchia in Bergamo Alta, diesmal nicht realisiert. Deren angekündigte Gestaltung von Martin Rein­Cano (Topotek 1) wurde auf 2021 verschoben. Stattdessen entstand auf dem Platz mit einer Installation ein Garten der Erinnerung für das Krankenhaus Giovanni XXIII, das durch Corona zu traurigem Ruhm gelangte.

Patenschaft für Krankenhausgarten

Für die 23 Eichen auf der Piazza Vecchia, die später in den Erinnerungs­garten gepflanzt werden sollen, konnte man eine Patenschaft übernehmen. Daneben aufgetürmt waren vom italienischen Architekten und Designer Michele De Lucchi entworfene Tische als Symbole des sozialen Austauschs – am Ende gab es sie in einer Versteigerung zu kaufen. Die so erworbenen Gelder werden dem Krankenhausgarten zugutekommen. Landschaftsarchitektur als kultureller, als sanitärer Beitrag und soziale Notwendigkeit, um zum Heilungsprozess beizutragen: eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber leider noch nicht überall im vollen Bewusstsein.