Der blaue Magnet

Der Wettbewerb unter australischen Universitäten ist enorm. Sie buhlen um zahlungskräftige, ausländische Studierende – eine wichtige Einnahmequelle. Die Monash University, Melbourne, möchte mit ihrem Uni-Gelände punkten und gestaltete ihren Campus in Caulfield um. Das Interessante daran: Die Planer von T.C.L, die letztlich den Campus entwickelten, brachten sich selber ins Spiel.

Campus Transformation

Denn das Büro T.C.L befand, dass der Entwurf der eigentlichen Bearbeiter, den Freiraum nicht genug würdigt. Die Universität stimmte ihnen zu und beauftragte sie nachfolgend mit der Entwicklung eines Freiraum-Masterplans. Und so verlief die Transformation:

Planerisches Neuland

Mit dem Masterplan betrat die Universität planerisches Neuland. Traditionell sind Universitäten in Australien meist nur Eigentümer der Gebäude: Die umgebenden Grundstücke werden als zugehörige Außenbereiche angesehen, was zwangsläufig zu wenig schönen und nicht miteinander verbundenen öffentlichen Freiflächen führt. „Als Berater der Universität empfahlen wir, jegliches neu zu errichtende Gebäude im Kontext des Masterplans zu betrachten – das heißt, die öffentlich zugänglichen Freiflächen sollten die Position des Gebäudes und seine Anbindung an die Umgebung bestimmen und nicht umgekehrt“, sagt Lethlean, einer der drei Gründer von T.C.L. So entstand ein Campus, der überzeugt.

Maßnahmen

Das Campus Green, die große Wiese in der Mitte, fungiert als das ordnende Prinzip. Die Fläche wird von zwei Fußwegachsen durchschnitten. Im schattigen nördlichen Teil integrierten die Planer Basketballplätze, Volleyballnetze und Tischtennistische in ein großformatiges Kunstwerk – weiße Schrift auf blauem Kunststoffbelag. TCL entwickelte es zusammen mit der Künstlerin Agatha Gothe-Snape, die von der Kunsthochschule der Universität Monash Art Design and Architecture (MADA) empfohlen wurde. Das Kunstwerk ermöglicht Studenten und Dozenten, sich nicht nur physisch zu betätigen, sondern fordert mit seinen gezielt platzierten Schriftzügen und grafischen Linien auch zu psychologischen Reaktionen auf. Allerdings ist es für eine auf dem Boden stehende Person praktisch unmöglich, die Zeichen als Kunstwerk zu erfassen. Besser verstehen lässt sich das Kunstwerk, wenn man es von oben aus den umliegenden Hochhäusern betrachtet.

Den ganzen Artikel zur Campus-Gestaltung lesen Sie in der Dezember-Ausgabe 2017 der Garten + Landschaft.