Mühlendammbrücke, Berlin: Wettbewerb entschieden

Die Mühlendammbrücke ist nicht irgendeine Brücke in Berlin. Einerseits liegt sie im ältesten Teil der Berliner Innenstadt. Andererseits verbindet sie Quartiere, die in dynamischem Wandel sind. In diesem Spannungsfeld schlägt die Brücke einen Bogen. Ein Wettbewerb suchte nach einer neuen Gestaltung dafür.

Der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft aus dem Berliner Ingenieurbüro Arup Deutschland und dem Architekturbüro COBE A/S aus Kopenhagen überzeugte die Jury. Das neunköpfige Preisgericht stimmte mit großer Mehrheit für den Entwurf des deutsch-dänischen Teams. Dessen Gestaltungsidee für die Querung der Spree wurde aus zehn Vorschlägen eines europaweiten Wettbewerbs ausgewählt. Das Team entwarf eine neue Mühlendammbrücke, die außerordentlich hohen gestalterischen und konstruktiven Anforderungen gerecht wird.

Im Herzen des alten Berlin

Die Mühlendammbrücke liegt inmitten des historischen, alten Berlin. An dieser Stelle befand sich die erste Verbindung zwischen der historischen Doppelstadt Berlin und Cölln. Gegenwärtig grenzt die Brücke an heterogene, teilweise denkmalgeschützte Stadtstrukturen. Hier kommen Bauwerke aus verschiedenen Epochen zusammen. Dazu gehören Gebäude des Kloster- und des Nikolaiviertel genauso wie das Rote Rathaus und Hochhäuser aus den 1960er Jahren. In dieser Zeit entstand auch die derzeit noch existierende Mühlendammbrücke. Sie ist aber in die Jahre gekommen. Die Schäden am Bauwerk der Spannbetonbrücke sind so groß, dass die alte Mühlendammbrücke einem Neubau weichen muss.

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Der Kontext fordert heraus

 

Der Wettbewerb für die Mühlendammbrücke forderte die Entwerfer*innen heraus. Denn sie mussten eine Brücke entwerfen, die sich in das heterogene Umfeld einfügt. Gleichzeitig soll die neue Mühlendammbrücke als stadtgeschichtliches Element den Stadtraum aufwerten. Der Neubau muss also der historischen und zukünftigen Bedeutung des Ortes gleichermaßen gerecht werden. Darüber hinaus muss der Neubau den baulichen Vorgaben und der geplanten Nutzung dienen. Außerdem spielt der Denkmalschutz der angrenzenden Gebäude und historischen Elemente eine Rolle.

Der Entwurf von Arup und COBE A/S

 

Die Konstruktion, die das Ingenieurbüro Arup und COBE A/S vorschlagen, überspannt die Spree mit einem beidseitigen, leicht konkaven Schwung. Auf den ersten Blick stechen die V-förmigen Stützen des Brückenentwurfs hervor. Darüber hinaus fallen die Sitztreppen zum Fischerinselpark sowie der Gehwegbereich auf, der niedriger liegt als die Fahrradwege. Damit bietet die Brücke eine neue Aufenthaltsqualität. Sie verbindet aber auch die beiden Uferseiten der Spree miteinander und integriert den angrenzenden Stadtraum auf besondere Weise. Die Konstruktion und Detailausbildung der Mühlendammbrücke zeugt laut Jury von pfiffiger, durchdachter Gestaltqualität. Damit entspricht der Entwurf einer Brücke des 21. Jahrhunderts.

Darüber hinaus erfüllt die von Arup und COBE A/S entworfene Struktur die Kriterien für Nachhaltigkeit und effizientes und materialsparendes Konstruieren. Neben gestalterischer Bereicherung ermöglicht die neue Brückenkonstruktion eine Neuaufteilung der Verkehrsflächen. Die Fahrspuren für Kraftfahrzeuge sollen von drei auf zunächst zwei Spuren reduziert werden. In einer zweiten Phase werden die Fahrspuren dann auf eine Spur pro Fahrtrichtung verringert. Dadurch stehen dann neue Flächen für den Rad- und Fußverkehr zur Verfügung.

 

Berliner Stimmen zur Mühlendammbrücke

Die Senatorin Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz bezeichnet den Entwurf von Arup und COBE A/S als beeindruckend. Er überzeugt sie ästhetisch und funktional. Darüber hinaus versteht die Senatorin die neue Mühlendammbrücke als Symbol der Berliner Mobilitätswende. Der vorgeschlagene Entwurf bietet viel Platz für die stadtverträglichen Verkehrsarten Straßenbahn, Rad- und Fußverkehr. Zugleich fügt sich die neue Brücke in die historische Mitte Berlins ein. Sie bringt aber auch eine neue Aufenthaltsqualität über die Spree. Dem Stadtrat aus dem Bezirk Mitte gefällt insbesondere das Angebot, dass die neue Mühlendammbrücke an die Mobilitätswende macht. Er wünscht sich, dass nach dem Bau der neuen Brücke bald die Straßenbahn in Richtung Potsdamer Platz und Hallesches Tor fährt. Denn dann kann die Brücke auf eine Fahrspur in jeder Richtung umgerüstet werden.

Interessiert an weiteren Wettbewerbsergebnissen aus Berlin? Für welche Entwurfsidee der neuen Eingangssituation vom Zentralfriedhof Friedrichsfelde sich die Jury im Gutachterverfahren entschieden hat, lesen Sie hier.