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Anfang Juni 2021 legte Bundesumweltministerin Svenja Schulze ihren Entwurf für eine Nationale Wasserstrategie vor. Mit dieser will die Bundesregierung die natürlichen Wasserreserven in Deutschland schützen. Wir geben hier einen Überblick.

Deutschlands Bürger*innen genießen einen Luxus, der in anderen Ländern längst keine Selbstverständlichkeit ist: Jede*r von ihnen kann in der Regel zu jeder Zeit Trinkwasser hervorragender Qualität zu günstigen Preisen aus dem heimischen Wasserhahn beziehen. Damit das vor dem Hintergrund der anhaltenden Dürrejahre in Deutschland, auf die noch im Mai der Präsident des BBK aufmerksam machte, auch so bleiben kann, legte Bundesumweltministerin Svenja Schulze Anfang Juni einen Entwurf für eine „Nationale Wasserstrategie“ vor.

Nationale Wasserstrategie soll helfen, die Wasserreserven zu sichern

Die Nationale Wasserstrategie basiert auf den Ergebnissen eines zwei Jahre dauernden Nationalen Wasserdialoges, in dem über 200 Vertreter*innen aus Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Forschung, aus Verbänden, Ländern und Kommunen die wichtigsten Herausforderungen und Ziele zur Entwicklung der deutschen Wasserwirtschaft identifiziert haben. Zusätzliche Impulse und die Forderungen der Bürger*innen steuerte die Öffentlichkeitsbeteiligung „Nationale Bürger*innen-Dialog ‘Wasser’“ bei.

Bis in das Jahr 2050 betrachtet die Nationale Wasserstrategie die Probleme und Zielsetzungen der deutschen Wasserwirtschaft. Folgende Punkte sollen dabei erreicht werden:

Die Themenschwerpunkte der Nationalen Wasserstrategie

Teil der Nationalen Wasserstrategie des Bundesumweltministeriums ist ein Aktionsprogramm. Dieses soll in den nächsten Jahren Schrittweise zur Umsetzung gelangen. Vier Schwerpunkte und deren Ziele und Maßnahmen stellen wir Ihnen hier vor:

Schwerpunkt I: Wasserknappheit vorbeugen, Nutzungskonflikte vermeiden

Ziel für 2050 ist eine flächendeckende Versorgung mit ausreichenden Mengen sauberen Wassers. Dabei soll der Wasserhaushalt auch gegen extreme Klimaereignisse gewappnet sein. Seen, Flüsse und Moore sollen wieder renaturiert werden und als Hochwasserpuffer sowie als Wasserspeicher für regenarme Zeiten dienen. Bei Nutzungskonflikten, wie sie bei anhaltender Trockenheit entstehen können, sollen klare und anerkannte Regeln über den Nutzungsvorrang entscheiden.

Dazu sollen das Angebot und der Bedarf von Wasser analysiert werden und anhand der gewonnen Daten Prognosemodelle für die regionale Vorhersage von Wasserknappheit entwickelt werden. Diese Vorhersage soll Anreize zur verfügbarkeitsabhängigen Nutzung wie smarte Wassertarife schaffen. Zu diesem Schwerpunkt der Nationalen Wasserstrategie gehört auch die Entwicklung eines Leitbildes für nachhaltige Wassernutzung in der Land- und Forstwirtschaft, um beispielsweise Erosion durch extreme Klimaeinflüsse zu vermeiden. In einem Beteiligungsprozess mit den Ländern entwickelt das BMU darüber hinaus Wassernutzungshierarchien, falls regionale Wasserknappheit droht. Als besonders wichtig stuft das BMU hier die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser ein.

Schwerpunkt II: Wasserinfrastruktur an den Klimawandel anpassen

Die deutsche Wasserinfrastruktur soll bis 2050 an das veränderte Klima angepasst und gegen Wasserextreme resistent sein. Naturbasierte oder -nahe Elemente wie Flussauen sollen dafür wo immer möglich zum Einsatz kommen.

Um das zu erreichen, sieht die Nationale Wasserstrategie eine Beratung und Förderung der Kommunen bei Projekten zur Klimaanpassung vor. Zur Förderung einer wassersensiblen Stadt („Schwammstadt“) werden vom BMU, gemeinsam mit Kommunen und Fachverbänden, Regenwasserkonzepte entwickelt; außerdem arbeitet das BMU an Leitlinien zur naturnahen Anpassung der Wasserinfrastruktur sowie an der Bedarfsermittlung für Infrastruktur für eine überregionale Wasserversorgung.

Schwerpunkt III: Gewässer sauberer und gesünder machen

Bis 2050 sieht die Nationale Wasserstrategie „deutlich sauberere“ Gewässer vor. Die Strategie soll auch neuartige Belastungen des Wassers überwachen.

Um das zu erreichen, soll das Wissen über die Verschmutzung der Gewässer verbessert werden, um das Ausmaß der Gewässerverschmutzung durch Spurenstoffe und Mikroplastik zu erfassen. Mit einer neu gestalteten Abwasserabgabe will das BMU auf kommunaler und industrieller Ebene Anreize zur Verringerung der Abwassermengen schaffen. Unternehmen sollen stärker die Verantwortung übernehmen. Das Monitoring von Abwässern soll, zunächst im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die frühzeitige Identifizierung neuartiger oder mutierter Krankheitserreger ermöglichen.

Schwerpunkt IV: Finanzierung für den Umbau der Wasserwirtschaft auf eine breite Basis stellen

Um die Ziele der Nationalen Wasserstrategie zu erreichen, werden erhebliche finanzielle Mittel erforderlich sein. Das Sofortprogramm soll in den nächsten zehn Jahren insgesamt eine Milliarde Euro für Renaturierungsmaßnahmen, den Abbau von Hindernissen für wandernde Tierarten, Gewässerbeschattung, die Schaffung von Wasserspeichern und den Ausbau von Kläranlagen mit zusätzlichen Reinigungsstufen zur Verfügung stellen. Die Instrumente der Abwasserabgabe und die Intensivierung der Herstellerverantwortung sollen die Kosten für die Modernisierung des Wassersektors breiter finanzieren.

Den Entwurf zur Nationalen Wasserstrategie des Bundesumweltministeriums können Sie hier einsehen. Außerdem: Mehr Informationen zur Nationalen Wasserstrategie bekommen Sie hier.

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Landesgartenschau Bad Dürrenberg 2024: Salzkristall & Blütenzauber

Die Installationen der Landesgartenschau Bad Dürrenberg 2024 erinnern an Salz, das jahrhundertelang das wichtigste Exportgut der Stadt in Sachsen-Anhalt war. Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH
Die Installationen der Landesgartenschau Bad Dürrenberg 2024 erinnern an Salz, das jahrhundertelang das wichtigste Exportgut der Stadt in Sachsen-Anhalt war. Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH

In der Solestadt Bad Dürrenberg findet in diesem Jahr die Landesgartenschau statt. Rehwaldt Landschaftsarchitekten haben den Wettbewerb zur Gestaltung des Gartenschaugeländes gewonnen. Mehr über den historischen Kurpark und das Rückgrat der Anlage für die Landesgartenschau Bad Dürrenberg.

Der historische Kurpark von Bad Dürrenberg liegt über dem Saaletal und stellt den Schauplatz der fünften Landesgartenschau von Sachsen-Anhalt dar. Die historische Gradieranlange der Stadt stellt das Rückgrat der Gartenschau dar. Dabei handelt es sich um das längste zusammenhängende und noch funktionsfähige Gradierwerk Europas. Es verwundert nicht, dass die Landesgartenschau Bad Dürrenberg 2024 ganz im Zeichen des Salzes und der Salzgewinnung steht. Zum Beispiel gibt es eine Salzlandschaft, eine Gradenbank, weiße Möbel und heilsamen Sole-Nebel, der das Gelände durchzieht.

Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden haben den Wettbewerb zur Gestaltung des Geländes schon im Jahr 2018 gewonnen. Sie haben den historischen Park und die angrenzenden Saalehänge im Rahmen der Gartenschau zu einem modernen, offenen und einladenden Erholungsraum umgestaltet. Dafür haben sie historische Anlagen saniert und um zeitgenössische Elemente ergänzt. Die Landesgartenschau Bad Dürrenberg ist vom 19. April bis zum 13. Oktober 2024 unter dem Motto „Salzkristall & Blütenzauber“ zugänglich. Tageskarten kosten 19 Euro pro Person.

Auf dem Weg zur grünen Solestadt

Wie viele andere Landesgartenschauen war auch die in Sachsen-Anhalt ursprünglich für 2022 angesetzt. Aufgrund der Pandemie wurde sie jedoch um zwei Jahre verschoben. Die Wettbewerbsgewinner Rehwaldt Landschaftsarchitekten entwickelten den historischen Kurpark für die Landesgartenschau Bad Dürrenberg als vielfältige Anlage weiter. Dabei wollten sie einerseits die historischen Anlagen wieder in Wert setzen und andererseits auch zeitgenössische Gartenräume integrieren.

Die Stadt erhofft sich durch das Großereignis einen positiven Einfluss auf ihr Image. Die Maßnahmen sollten unter anderem dazu beitragen, Bad Dürrenberg als „grüne Solestadt“ zu positionieren und sie als Wohn- und Lebensort zu präsentieren. So soll eine langfristig attraktive Entwicklung möglich sein.

Bad Dürrenberg liegt direkt an der Saale in der geschichtsträchtigen Region Saale-Unstrut. Halle, Leipzig und Naumburg sind die nächsten Großstädte und bieten gute Anbindungen. Salz prägt als „weißes Gold“ bis heute die Geschichte der Solestadt, die ein staatlich anerkannter Erholungsort mit staatlich anerkannter Heilquelle ist.

In der temporären Blumenhalle sind von April bis Oktober 2024 viele prächtige Blüten zu bewundern. Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH
In der temporären Blumenhalle sind von April bis Oktober 2024 viele prächtige Blüten zu bewundern. Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH

Imposantes Gradierwerk als Rückgrat der Gartenschau

Das Gelände der Landesgartenschau Bad Dürrenberg erstreckt sich über den historischen Kurpark der Stadt, den Saalehang und bis hinunter zur Flussaue, wo die alte Tradition des Obst- und Weinbaus wiederbelebt wurde. Die Fläche beträgt etwa 15,3 Hektar und Rehwaldt Landschaftsarchitekten stellten das Projekt 2024, rechtzeitig vor Beginn der Gartenschau fertig. Bauherrin war die Solestadt Bad Dürrenberg.

Besuchende können am Platz am Kohlebahntunnel verweilen, der nun zu einem multifunktionalen Stadtplatz geworden ist. Er bietet ein schattiges Gehölzdach, Sitzmöglichkeiten und Gastronomie sowie einen integrierten Informationspunkt zur Geschichte der Kohlebahn.

Von dort ist es nicht weit zum nördlichen Entree am Borlachplatz, der einen großzügigen Auftakt für die Landesgartenschau Bad Dürrenberg bieten soll. Ein Holzdeck bietet Schatten für alle, die am Haupteingang warten. Es folgt eine große Rasenfläche, die den Blick zum Borlachplatz mit seinen grünen und steinernen Zonen eröffnet. Das Gradierwerk dient als gestalterisches Motiv und als Identitätsstifter auf dem Platz. Mit seinen 636 Metern Länge und 12 Metern Höhe ist es ein imposantes Bauwerk, das als Rückgrat für einzelne Teilbereiche dient: Entree, Verbindung zur Rathausvorfläche, Verweilfläche mit Holzdeck und weitere Rasenfläche.

Die historische Gradieranlage von Bad Dürrenberg ist während der Landesgartenschau stets ein Motiv.  Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH
Die historische Gradieranlage von Bad Dürrenberg ist während der Landesgartenschau stets ein Motiv. Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH

Historische Kulturlandschaft an der Saale

Der Kurpark ist zu einer vielfältigen Anlage geworden und besitzt nun auch zeitgenössische Gartenräume, die über die Landesgartenschau hinaus wertvoll für die Stadt sein werden. Zugleich haben Rehwaldt Landschaftsarchitekten Wert darauf gelegt, historische Anlagen wie das Palmenhaus zu erhalten. Dort ist ein multifunktionalier Raum entstanden, der als Veranstaltungsort sowie als Präsentationsfläche für besondere Pflanzen dient. Die temporäre Blumenhalle steht während der Gartenschau neben dem sehr beliebten Palmen- und Vogelhaus.

Auch im nördlichen Kurpark sind die historischen Gartenstruktur nach wie vor vorhanden und wurden denkmalgerecht weiterentwickelt. Die wegebegleitenden Rabatten präsentieren verschiedene Pflanzthemen und neben dem Spielplatz gibt es ein Wasserparterre. Dieser hybride Gartenplatz bietet Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten.

In der Zone der Beamtengärten befinden sich die Themengärten mit integrierter Bühnenanlage. Dieser vielfältige Bereich ist bei der Landesgartenschau Bad Dürrenberg besonders beliebt. Und im Süden des Kurparks gibt es Sitzanlagen sowie das „Gradengrüst“, einen räumlichen Abschluss und Höhepunkt am südlichen Ende des historischen Gradierwerkes, das an die frühere Ausdehnung der Anlage erinnert.

Die Landesgartenschau zieht sich bis zum Saalehang herunter, wo eine historische Kulturlandschaft mit Gutsgärten, neu aufgerebten Weinterrassen und Obsthainen zu sehen ist. Das Café am Amtsberg ist ein neuer Anziehungspunkt. Zudem ist das Wasser dank Bade- und Gondelsteg und Holzstegen entlang des Saaleweges leichter zu erreichen.

Eine neue Wasserfläche wertet den Kurpark auf und bietet Platz für Spiel und Erholung. Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH
Eine neue Wasserfläche wertet den Kurpark auf und bietet Platz für Spiel und Erholung. Copyright: Landesgartenschau 2023 gGmbH

Solefest und Landesgartenschau in Bad Dürrenberg

Das Preisgericht entschied sich für den Vorschlag von Rehwaldt Landschaftsarchitekten, da sich die Arbeit stark am Vorhandenen orientierte und so die Denkmalpflege wertschätzt. Kurpark und Waldgarten wurden beinahe gänzlich in ihrer Struktur belassen oder behutsam erneuert. Zudem betonte die Jury den großzügigen Eingang, die breite Promenade entlang des Hauptbauwerks, den freien, steinernen Borlachplatz und die Freifläche am Palmenhaus. Der Natur- und Artenschutz am Saalehang war ein weiterer Grund für die Entscheidung.

Noch bis Oktober ist die Landesgartenschau Bad Dürrenberg zu bewundern. Wer mehr über die Geschichte der Solestadt lernen möchte, kann den Borlachturm mit seinem Museum besuchen. Bis 1963 wurde in Bad Dürrenberg noch Salz hergestellt. Jedes Jahr im Juni feiert die Stadt die Erschließung der Solequelle durch Johann Gottfried Borlach im Jahr 1763 – dieses Jahr dürfte es dank der Landesgartenschau ein besonders ausgelassenes Fest werden.

Weiterlesen: Alle Landesgartenschauen 2024 im Überblick.