Bewerbungen sind noch bis zum 31. Januar 2023 möglich. Copyright: © European Union, 2022
Bewerbungen sind noch bis zum 31. Januar 2023 möglich. Copyright: © European Union, 2022

2023 vergibt die Initiative New European Bauhaus zum dritten Mal Preise an nachhaltige und inklusive Projekte sowie Konzepte. Noch bis zum 31. Januar 2023 können online Bewerbungen eingereicht werden. Mehr zu der Auslobung und den vorherigen Gewinnerprojekten hier.

Der Wettbewerb New European Bauhaus 2023

Die New European Bauhaus-Preise 2023 sind offen für Bewerbungen aus den EU-Mitgliedstaaten sowie den westlichen Balkanländern. Bewerber können bis zum 31. Januar, 19:00 Uhr MEZ, ein Projekt oder eine Idee einreichen. Die Preise im Wert von bis zu 30 000 Euro gehen dabei an beispielhafte Initiativen, die Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusion miteinander verbinden. Dies sind die drei komplementären Werte des New European Bauhauses.

Das Ziel der Preise ist es, schöne, nachhaltige und integrative Projekte zu würdigen und auszuzeichnen. Gleichzeitig möchte das New European Bauhaus die jüngere Generation dabei unterstützen, neue Konzepte und Ideen weiterzuentwickeln. Bislang gab es Ausgaben des Wettbewerbs in den Jahren 2021 und 2022, für die mehr als 3 000 Bewerbungen aus allen EU-Mitgliedstaaten eingingen.

Im Jahr 2023 werden erneut inspirierende Beispiele für die Umgestaltung unseres täglichen Lebens, unserer Lebensräume und unserer Erfahrungen prämiert. Dies sind die wenigen Kategorien des Neuen Europäischen Bauhauses:

  • Wiederherstellung der Verbindung zur Natur
  • Wiedererlangung eines Gefühls der Zugehörigkeit
  • Vorrang für die Orte und Menschen, die es am meisten brauchen
  • Gestaltung eines zirkulären industriellen Ökosystems und Unterstützung des Lebenszyklusdenkens

Details zur Bewerbung

Jede Kategorie umfasst drei parallele Wettbewerbsbereiche: New European Bauhaus Champions für bestehende und abgeschlossene Projekte; New European Bauhaus Rising Stars für Konzepte von Bewerbern, die nicht älter als 30 Jahre sind; und außerdem New European Bauhaus Education Champions für Bildungs- und Lerninitiativen. Die Champions der Aktionsbereiche 1 und 3 erhalten 30.000 Euro und ein Kommunikationspaket, während die Rising Stars 15.000 Euro und ein Kommunikationspaket erhalten.

Insgesamt wird es schließlich 15 Preise geben. Die Jury wählt dafür zwölf Gewinner*innen aus, einen für jede Kategorie in jedem Aktionsbereich. Ein Gewinner pro Bereich wird durch eine offene öffentliche Abstimmung ermittelt. Alle Finalist*innen erhalten eine Einladung nach Brüssel zur Teilnahme an der Preisverleihung. Außerdem erhalten sie ein von der Europäischen Kommission bereitgestelltes Kommunikationspaket, um die Öffentlichkeitsarbeit für ihr Projekt zu unterstützen.

Das New European Bauhaus bietet eine spezielle Plattform für die Registrierung und Einreichung von Bewerbungen. Die Plattform bietet überdies auch weitere Informationen zu den Kategorien, einen Bewerbungsleitfaden und eine offizielle Kontaktstelle für alle Fragen im Zusammenhang mit den Preisen. Bis zum 31. Januar 2023 können Expert*innen in den vier Kategorien ihre Interessenbekundung einreichen, um die Bewerbung für die Preisverleihung 2023 zu bewerten.

Bisherige Gewinnerprojekte

In den Jahren 2021 sowie 2022 wurden bereits zahlreiche Siegerprojekte mit dem New European Bauhaus-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 2022 fand die Preisverleihung am 11. Juni während des New European Bauhaus Festival in Brüssel statt. Projekte aus 15 verschiedenen EU-Mitgliedstaaten wurden ausgezeichnet, insgesamt gab es 18 Gewinner.

Der Gewinner der öffentlichen Abstimmung in der Ausrichtung A war das Projekt „Gärten der Zukunft“ in Zypern. Diese Basisorganisation verwandelt ein verlassenes Gelände in Zyperns Hauptstadt Nikosia in einen Gemeinschaftsgarten. Ziel ist es, ein neues Gefühl der Zugehörigkeit und Verbundenheit zu schaffen, um ein Netzwerk für einen nachhaltigeren Wandel in anderen Teilen Zyperns aufzubauen.

Im Bereich „Wiedererlangung eines Zugehörigkeitsgefühls“ war einer der Gewinner das Gleis 21 in Wien, ein Gebäude mit einer Holzfassade im neuen Sonnwendviertel der Stadt. Die Hybridkonstruktion wurde mit einer innovativen Montagemethode auf der Grundlage von Vorfertigung unter Einbeziehung der künftigen Bewohner*innen und der Gemeinde errichtet. Das Haus befindet sich nun im Besitz einer Genossenschaft und wird von dieser verwaltet, wobei der Schwerpunkt auf Erschwinglichkeit, Integration, Gemeinschaft und Solidarität liegt.

Die Verbindung zum Europäischen Green Deal

Das New European Bauhaus ist eine kreative, interdisziplinäre Initiative mit dem Ziel, den Europäischen Green Deal mit unseren Lebensräumen und Erfahrungen zu verbinden. Projekte, die die durch den Europäischen Green Deal geförderten nachhaltigen Lösungen demonstrieren, haben daher die besten Chancen zu gewinnen.

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, beschrieb die Bedeutung des Neuen Europäischen Bauhauses wie folgt: „Wenn der Europäische Green Deal eine Seele hat, dann ist es das New European Bauhaus, das zu einer Explosion der Kreativität in unserer Union geführt hat.“

Die Initiative beschreibt sich selbst als „eine kreative und transdisziplinäre Bewegung im Entstehen“. Sie will eine Brücke zwischen Wissenschaft, Technologie, Kunst sowie Kultur sein. Mit Blick auf grüne und digitale Herausforderungen sucht das Neue Europäische Bauhaus nach Möglichkeiten, unser Leben auf kokreative Weise zum Besseren zu verändern. Gleichzeitig will die Bewegung Brücken zwischen verschiedenen Hintergründen und Disziplinen bauen und dabei alle Ebenen einbeziehen.

Neben den Neuen Europäischen Bauhaus-Preisen bietet die Initiative zudem Zugang zu EU-Fördermitteln durch offene Ausschreibungen für innovative Projekte in Städten. Sie hilft den Städten auch bei der Teilnahme an CrAFt, einem vom Neuen Europäischen Bauhaus inspirierten Horizont-Europa-Projekt, das Transformationsmodelle testen will und Unterstützung bei der Umsetzung bietet.

Auch interessant: Bis zum 26. Januar 2023 ist die Bewerbung beim Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2023 möglich.

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Öffentlicher Raum: Symposium “RAUMaufZEIT”

In den vergangenen zehn Jahren ist in Praxis, Forschung und Lehre eine Konjunktur des Vorübergehenden zu verzeichnen. Temporäre Zwischennutzungen im Stadtraum, ephemere Stadtentwicklung, das scheinbar Ungeplante, das Experimentelle, Formen des Informellen, Provisorischen, performativer Urbanismus, selfmade city, urban gardening, Mikroplanung, hands-on- und handmade urbanism sind nur einige Stichworte, die diesen Trend beschreiben. Gelegentlich sind daher gewisse Ermüdungserscheinungen zu vernehmen, verbunden mit der Frage, ob sich das Thema nicht langsam abgearbeitet habe, da es zum allgemeinen fachlichen Wissens- und Planungskanon geworden ist. Dass dies nicht so ist, hat das Symposium RAUMaufZEIT bewiesen, das am 19. September an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter stattfand. Initiiert wurde diese Tagung von Ulrich Berding, Florian Kluge und Willem-Jan Beeren, die sich seit langem mit öffentlichen Räumen beschäftigen. Ein immer wiederkehrendes Arbeitsprinzip war dabei die temporäre Intervention. Projekte und Denkweise haben sie in dem Buch „RAUMaufZEIT. Temporäre Interventionen im öffentlichen Raum“ in den Bänden 1 und 2 dokumentiert.

Mehr Information zum Projekt “kistenweise”: www.raumaufzeit.eu/kistenweise

 

Das Symposium RAUMaufZEIT sollte nun einen Schritt weitergehen. Gemeinsam wollten sie ihre Arbeit in einem Expertenkreis reflektieren und weiterentwickeln. Mittel- und langfristig soll über mehrere Schritte ein Expertennetzwerk aufgebaut werden, das sich in losem Verbund interdisziplinär austauscht, Projekte initiiert und weitere gemeinsame Symposien veranstaltet.

Eingeladen waren Experten aus diversen Disziplinen: Architekten, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten, Kulturtheoretiker, Kuratoren, Bildungs- und Kunstwissenschaftler waren ebenso vertreten wie eine Reihe von (Aktions-) Künstlern, Filmemachern und Aktivisten partizipativer Kunst. Der Begriff RAUMaufZEIT spielt mit dem Moment des Augenblicks nicht nur als Beschreibung einer kurzen Zeitspanne, sondern immer in ihrer Wechselbeziehung mit Räumen. Insofern ist er klar umrissen, lässt zugleich aber genügend Spielraum für unterschiedliche Anwendungen und Erklärungsmuster. Genau dies spiegelte auch die Bandbreite der Zugänge wider, theoretisch-wissenschaftlich und praktisch-künstlerisch. Um dieses heterogene Spektrum unter einen Hut zu bekommen, wählten die Initiatoren probate Kommunikationsmittel: Zunächst stellten sich die beteiligten Experten mit einem Kurzvortrag im Pecha-Kucha-Modus (5 Minuten, 10 Folien im 30-Sekunden-Rhythmus) vor. Diese Methode stellte sich als sehr fruchtbar heraus, um die Polyphonie des Themas, seiner Methoden, Praktiken, Ziele und Fachsprachen zu verdeutlichen. Am Nachmittag stand dann die gemeinsame Arbeit im Vordergrund. In drei Gesprächsrunden im World-Café-Modus mit den Schwerpunkten „Projekte“, „Formate“ und „Forschung“ wurden gemeinsame Ansätze, Themen und Fragen identifiziert, diskutiert und weiterentwickelt.

Mehr Information zum Projekt “Spacemaker”: www.raumaufzeit.eu/spacemaker

 

Das Symposium zeigte, dass das Thema nicht aus der Mode kommt, sondern einer weiteren Beschäftigung bedarf: Anstehende Aufgaben sind die Qualifizierung, Differenzierung und Auseinandersetzung mit Interventionen als methodisches Handwerkszeug in Forschung und Planung (jenseits einer Festivalisierung öffentlicher Räume) sowie eine weitere theoretische Durchdringung. Der dritte Band der RAUMaufZEIT-Reihe wird die Expertenbeiträge unter dem Titel „Reflektionen – Positionen  – Haltungen“ publizieren. Ein guter Anfang, um weitere Prozesse anzuschieben. Weitere Informationen: www.raumaufzeit.eu

Weitere Wettbewerbsergebnisse im November 2020

Stadtpark auf ehemaliger Deponie, Rostock; 1. Preis RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Köln

Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen monatlich über die spannendsten Wettbewerbe. Hier die Wettbewerbsergebnisse im November 2020 – Teil 2.

Neugestaltung Brüder-Grimm-Platz, Kassel; 1. Preis club L94, Köln, mit Röver Ingenieurgesellschaft mbH, Gütersloh

Rostock wandelt eine ehemalige Deponie zum Stadtpark um und schafft damit eine multifunktionale Grün- und Veranstaltungsfläche für die BUGA 2025. Der Siegerentwurf von RMP Stephan Lenzen sieht ein zentrales Freizeitplateau vor, mit sportlichen und spielerischen Aktivangeboten. Richtung Warnowufer fällt das Gelände in Terrassen und gibt den Blick frei zur gegenüberliegenden Altstadt. Die nutzungsintensive Mitte bettet sich in einen extensiv gestalteten Landschaftspark, der sogenannten Parkschale.

Radiale Wege führen von der Mitte nach außen und schließen an mehrere Rundwege an, die sich schneiden und teils deckungsgleich verlaufen: Sport- und Panoramaloop grenzen direkt ans Freizeitplateau, nach außen folgen Deponieloop und Warnowrundweg. Letzterer weitet sich entlang des Ufers zu einem Freizeitband und erhält am Ufer ein besonderes Raumerlebnis durch eine Steganlage, die über Wasser und Schilfgürtel leitet. Der Deponieloop zeichnet die alten Raumkanten der früheren Deponie nach. Ein Hochpunkt und Merkzeichen des zentralen Freizeitplateaus bildet der Klimaleuchtturm, eine Spiel- und Aussichtsskulptur, die sich in ihrer zusätzlichen Funktion als Informationsterminal in das Umweltkonzept des Parks eingliedert.

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Lebensader LUX in Hürth; 1. Preis RSP Freiraum GmbH, mit Bonk + Herrmann, beide Dresden

Der Brüder-Grimm-Platz hatte im Laufe seiner Geschichte bereits viele Namen, bislang erinnert nur ein Denkmal an das märchenerzählende Brüderpaar, das hier mal gelebt haben soll. Mit „Grimms Wald“ knüpft der Siegerentwurf des Teams aus Landschaftsarchitekten club L94 und Verkehrsplanern Röver direkt an die Epik an, schafft aber dennoch einen zeitgenössischen Kontext. Mit einer kompakten Pflanzmitte aus Waldstauden, Farnen und Waldbäumen vermittelt der Entwurf spielerisch aber dennoch klar die starke Assoziation eines Märchenwaldes. Zusätzlich überrascht er mit der bepflanzten Kreisform – ein Rückgriff auf die frühere Platzgestalt vor über 100 Jahren, ein mit Bäumen gesäumtes Rondell. Gemeinsam mit der pentagonförmigen Platzkante entsteht so eine spannungsvolle Platzdynamik mit großzügigen Vorbereichen für die historischen Randbauten. Der Verkehrsraum zerschneidet zwar das Rund, wird in seiner Dimensionierung aber von den Planern stark reduziert.

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Im Wettbewerb zur Neugliederung der zentralen Luxemburger Straße in Hürth überzeugte der Siegerentwurf mit einer sehr eigenständigen Haltung, so die Jury. Die Straßenachse verschiebt sich nach Westen und ermöglicht dadurch entlang der Ostseite einen breiten baumbestandenen und partiell entsiegelten Boulevard. Eine Abfolge kleiner Gartenkabinette bietet abwechslungsreiche Aufenthaltsräume, die Entsiegelung und Bepflanzung stärkt die stadtklimatischen Zielsetzungen zur Hitzereduzierung. Zwei größere Platzräume und zahlreiche Querungen rhythmisieren und durchbrechen den streng linearen Straßenraum. An der Ostseite reduziert sich der eigentliche Verkehrsraum auf den erforderlichen Regelquerschnitt, mit zwei Meter schmalen Parkstreifen und zwei Fahrspuren von je 2,50 Metern Breite. Die Verfasser empfehlen die Ausweisung als Fahrradstraße, nur im Begegnungsfall von Stadtbussen wird der Querschnitt von 6,50 Meter ermöglicht. Die Leitungstrasse konzentriert sich auf den Fahrbereich des Straßenraums und den Querungen; Boulevard und Gartenkabinette bleiben dagegen trassenfrei.

Mehr zum Lenné-Preis 2020 erfahren Sie hier.

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