Münchner Architekt will Nord Stream 2 Röhren zu Gebäude umfunktionieren

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Im Zuge des Ukrainekrieges wird die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 absehbar nicht in Betrieb genommen. Der Münchner Architekt Benedikt Hartl hat einen alternativen Vorschlag für die Nutzung der Röhren. Wie der aussieht, können Sie sich hier ansehen.

 

Disclaimer: Am 26. September 2022 kam es zu Explosionen an beiden Nord Stream Pipelines, bei der ein Rohr des Nord Stream 2 schwer beschädigt wurde. Der 250m lange zerstörte Abschnitt liegt in schwedischem Staatsgebiet, unweit der Insel Bornholm. Während in Sicherheitskreisen schon schnell die Rede von Sabotage war, bestätigte die schwedische Staatsanwaltschaft erst im November 2022 offiziell die Vermutung einer vorsätzlichen Beschädigung .

Im September 2021 ist die umstrittene Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 fertig geworden, aber sie wurde noch nicht in Betrieb genommen. Mit dem Krieg von Wladimir Putin in der Ukraine stoppte die deutsche Bundesregierung die Zertifizierung von Nord Stream 2, womit das Projekt weiterhin auf Eis liegt. Nun stellt sich die Frage, was mit der Pipeline passiert.

Nord Stream 3: Der Alternativvorschlag für Nord Stream 2

Der Münchner Architekt Benedikt Hartl hat einen kreativen Vorschlag für die Nutzung der auf dem Meeresgrund versenkten Rohre: Er möchte sie an die Oberfläche holen und aus ihnen ein Gebäude in der Ostsee errichten. Wie er der Ostsee-Zeitung sagte, solle es sich um einen „Akt der Völkerverständigung und ein Zeichen des Friedens“ handeln.

Nord Stream 3: Der Alternativvorschlag für Nord Stream 2

Der Münchner Architekt Benedikt Hartl hat einen kreativen Vorschlag für die Nutzung der auf dem Meeresgrund versenkten Rohre: Er möchte sie an die Oberfläche holen und aus ihnen ein Gebäude in der Ostsee errichten. Wie er der Ostsee-Zeitung sagte, solle es sich um einen „Akt der Völkerverständigung und ein Zeichen des Friedens“ handeln.

Dafür müssten die 400 Meter langen Pipeline-Rohre aus der Ostsee ausgegraben und in kleinere Segmente geschnitten werden. So würde ein Gebäude mit fünf Stockwerken und 194 Schlafkojen entstehen, die laut dem „Nord Stream 3“-Vorschlag von Benedikt Hartl jeden Monat per Zufallsgenerator an Menschen weltweit verlost würden. Dabei würde jeder Staat eine Schlafkoje belegen. Im Rahmen eines einmonatigen, kostenlosen Aufenthaltes in der Röhre könnten Menschen zusammentreffen, in den Austausch treten und Vorurteile abbauen.

Hartl hat bereits architektonische Entwürfe für das Projekt erstellt. Sehr realistisch ist die tatsächliche Umsetzung nicht, aber seine Idee stößt relevante Diskussionen an.

Dafür müssten die 400 Meter langen Pipeline-Rohre aus der Ostsee ausgegraben und in kleinere Segmente geschnitten werden. So würde ein Gebäude mit fünf Stockwerken und 194 Schlafkojen entstehen, die laut dem „Nord Stream 3“-Vorschlag von Benedikt Hartl jeden Monat per Zufallsgenerator an Menschen weltweit verlost würden. Dabei würde jeder Staat eine Schlafkoje belegen. Im Rahmen eines einmonatigen, kostenlosen Aufenthaltes in der Röhre könnten Menschen zusammentreffen, in den Austausch treten und Vorurteile abbauen.

Hartl hat bereits architektonische Entwürfe für das Projekt erstellt. Sehr realistisch ist die tatsächliche Umsetzung nicht, aber seine Idee stößt relevante Diskussionen an.

Andere Visionen von Benedikt Hartl

Dies ist nicht der erste radikale Vorschlag des Münchner Architekten: Benedikt Hartl, 35, hat sich bereits einen internationalen Ruf für seine unrealistischen Designs erworben. Dabei schwingt stets viel Bewunderung mit. Die Ideen des Architekten werden daher häufiger und lauter diskutiert als viele echte Gebäude seiner Kollegen.

Andere Visionen von Benedikt Hartl

Dies ist nicht der erste radikale Vorschlag des Münchner Architekten: Benedikt Hartl, 35, hat sich bereits einen internationalen Ruf für seine unrealistischen Designs erworben. Dabei schwingt stets viel Bewunderung mit. Die Ideen des Architekten werden daher häufiger und lauter diskutiert als viele echte Gebäude seiner Kollegen.

Zum Beispiel schlug Hartl im April 2020 vor, dass der neue Berliner Flughafen in ein Super-Corona-Krankenhaus umgewandelt werden könnte. Und der Ansturm auf das US-amerikanische Capitol veranlasste ihn zu dem Vorschlag, das Gebäude in eine dunkle Festung umzuwandeln.

Benedikt Hartl ist ohne Frage ein Experte für utopische – und dystopische – Umwandlung von Gebäuden. Sein Architekturbüro heißt „Opposite Office“ und reagiert oft innerhalb weniger Tage auf aktuelle politische und sozio-ökonomische Entwicklungen.

Zu seiner „Nord Stream 3“-Idee sagte Hartl, er könne sich nicht vorstellen, dass die Pipeline in den nächsten Jahren genutzt werden wird. Daher möchte er die Gelegenheit nutzen, um die Abhängigkeit von Gas ganz aufzulösen – schließlich zeige die aktuelle Situation akut, wie abhängig Europa von Russland ist. Stattdessen ruft er, wie viele andere, zu einem Wandel hin zu mehr erneuerbaren Energien auf.

Zum Beispiel schlug Hartl im April 2020 vor, dass der neue Berliner Flughafen in ein Super-Corona-Krankenhaus umgewandelt werden könnte. Und der Ansturm auf das US-amerikanische Capitol veranlasste ihn zu dem Vorschlag, das Gebäude in eine dunkle Festung umzuwandeln.

Benedikt Hartl ist ohne Frage ein Experte für utopische – und dystopische – Umwandlung von Gebäuden. Sein Architekturbüro heißt „Opposite Office“ und reagiert oft innerhalb weniger Tage auf aktuelle politische und sozio-ökonomische Entwicklungen.

Zu seiner „Nord Stream 3“-Idee sagte Hartl, er könne sich nicht vorstellen, dass die Pipeline in den nächsten Jahren genutzt werden wird. Daher möchte er die Gelegenheit nutzen, um die Abhängigkeit von Gas ganz aufzulösen – schließlich zeige die aktuelle Situation akut, wie abhängig Europa von Russland ist. Stattdessen ruft er, wie viele andere, zu einem Wandel hin zu mehr erneuerbaren Energien auf.

Die Zukunft von Nord Stream 2

Nord Stream 2 ist eine 1.230 Kilometer lange Doppelstrang-Pipeline, die vom westrussischen Wyborg zum mecklenburgischen Ort Lubmin bei Greifswald führt. Beide Stränge sind seit Dezember 2021 mit technischem Gas befüllt und können 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr nach Deutschland liefern. Dies würde die Menge an Gas, die Deutschland von Russland erhält, verdoppeln.

Der Bau von Nord Stream 2 begann im Jahr 2018. Die Baukosten belaufen sich bislang auf mehr als 10 Milliarden Euro. Die Pipeline sollte dazu beitragen, die Energiepreise in Europa zu senken. Die Zertifizierung durch Deutschland und die Europäische Union fehlte noch für die Inbetriebnahme, und seit Februar 2022 ist klar, dass vorerst keine Zertifizierung zu erwarten ist.

Russlands früherer Präsident und Vize-Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates, Dmitry Medvedev, drohte, dass ohne Nord Stream 2 eine Verdopplung der Gaspreise in Europa zu erwarten sei. Putin hingegen versprach, dass Russland seine Gas-Versorgungslinien nicht unterbrechen wird. Im Kremlin dominiert die Hoffnung, dass die Verspätung von Nord Stream 2 nur temporär ist.

Deutschland bezieht etwa die Hälfte seiner Gasversorgung von Russland. Die neue Pipeline für natürliches Gas sollte die Energieversorgung in Deutschland und in Europa diversifizieren. Zugleich gab es schon seit Jahren die Befürchtung, dass Nord Stream 2 die Energieabhängigkeit von Russland intensivieren könnte.

Lesen Sie hier, was laut McKinsey nötig ist, um die Netto-Null beim Ausstoß von Treibhausgasen zu erreichen.

Ein Wandel in Deutschlands Außenpolitik

Laut Marcel Dirsus, Fellow am Institut für Sicherheitspolitik der Kieler Universität steht die Entscheidung, Nord Stream 2 weiterhin nicht zu zertifizieren, für einen großen Wandel in Deutschlands Außenpolitik. Diese Entscheidung wird sowohl die deutsche Energiesicherheit als auch Berlins Position gegenüber Moskau beeinflussen. Sie zeigt, dass Deutschland bereit ist, Russland zu sanktionieren.

Die internationale Reaktion auf die Ankündigung von Olaf Scholz war positiv. Sowohl die USA als auch die Ukraine lobten diese moralische, politische und praktische Führung als Schritt in die richtige Richtung in schwierigen Zeiten. Ursprünglich sollte Nord Stream 2 Mitte 2022 eröffnet werden, nachdem der russische Gas-Gigant Gazprom sich entsprechend als rechtliche Einheit in Deutschland etabliert haben würde. Aber dieser Prozess ist nun auf unbestimmte Zeit gestoppt.

Selbst ohne Nord Stream 2 ist die Gasversorgung in Deutschland gesichert. Die parallel verlaufende Pipeline Nord Stream 1 ist seit 2011 in Betrieb. Jedoch werden die Gaspreise nun voraussichtlich bald weiter ansteigen.

Visualisierungen: Opposite Office, Benedikt Hartl

Die Zukunft von Nord Stream 2

Nord Stream 2 ist eine 1.230 Kilometer lange Doppelstrang-Pipeline, die vom westrussischen Wyborg zum mecklenburgischen Ort Lubmin bei Greifswald führt. Beide Stränge sind seit Dezember 2021 mit technischem Gas befüllt und können 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr nach Deutschland liefern. Dies würde die Menge an Gas, die Deutschland von Russland erhält, verdoppeln.

Der Bau von Nord Stream 2 begann im Jahr 2018. Die Baukosten belaufen sich bislang auf mehr als 10 Milliarden Euro. Die Pipeline sollte dazu beitragen, die Energiepreise in Europa zu senken. Die Zertifizierung durch Deutschland und die Europäische Union fehlte noch für die Inbetriebnahme, und seit Februar 2022 ist klar, dass vorerst keine Zertifizierung zu erwarten ist.

Russlands früherer Präsident und Vize-Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates, Dmitry Medvedev, drohte, dass ohne Nord Stream 2 eine Verdopplung der Gaspreise in Europa zu erwarten sei. Putin hingegen versprach, dass Russland seine Gas-Versorgungslinien nicht unterbrechen wird. Im Kremlin dominiert die Hoffnung, dass die Verspätung von Nord Stream 2 nur temporär ist.

Deutschland bezieht etwa die Hälfte seiner Gasversorgung von Russland. Die neue Pipeline für natürliches Gas sollte die Energieversorgung in Deutschland und in Europa diversifizieren. Zugleich gab es schon seit Jahren die Befürchtung, dass Nord Stream 2 die Energieabhängigkeit von Russland intensivieren könnte.

Lesen Sie hier, was laut McKinsey nötig ist, um die Netto-Null beim Ausstoß von Treibhausgasen zu erreichen.

Ein Wandel in Deutschlands Außenpolitik

Laut Marcel Dirsus, Fellow am Institut für Sicherheitspolitik der Kieler Universität steht die Entscheidung, Nord Stream 2 weiterhin nicht zu zertifizieren, für einen großen Wandel in Deutschlands Außenpolitik. Diese Entscheidung wird sowohl die deutsche Energiesicherheit als auch Berlins Position gegenüber Moskau beeinflussen. Sie zeigt, dass Deutschland bereit ist, Russland zu sanktionieren.

Die internationale Reaktion auf die Ankündigung von Olaf Scholz war positiv. Sowohl die USA als auch die Ukraine lobten diese moralische, politische und praktische Führung als Schritt in die richtige Richtung in schwierigen Zeiten. Ursprünglich sollte Nord Stream 2 Mitte 2022 eröffnet werden, nachdem der russische Gas-Gigant Gazprom sich entsprechend als rechtliche Einheit in Deutschland etabliert haben würde. Aber dieser Prozess ist nun auf unbestimmte Zeit gestoppt.

Selbst ohne Nord Stream 2 ist die Gasversorgung in Deutschland gesichert. Die parallel verlaufende Pipeline Nord Stream 1 ist seit 2011 in Betrieb. Jedoch werden die Gaspreise nun voraussichtlich bald weiter ansteigen.

Visualisierungen: Opposite Office, Benedikt Hartl

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Corona und Architektur: Studie zur wirtschaftlichen Situation

(Überwiegende) Ausrichtung der Büros

(Überwiegende) Ausrichtung der Büros (Grafik aus AHO

Corona hat wenig Einfluss auf den Personalbedarf in der Architektur

Eine neue Studie berichtet zur wirtschaftlichen Lage von Ingenieur*innen und Architekt*innen für das Wirtschaftsjahr 2020. Besonders interessant dabei: Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie für die Architektur? Die Ergebnisse in einer Übersicht lesen Sie hier.

Seit über zehn Jahren beobachtet der AHO gemeinsam mit der Bundesingenieurkammer und dem Verband Beratender Ingenieure die wirtschaftliche Situation deutscher Architektur- und Ingenieurbüros. Vor kurzem wurden die Ergebnisse der Studien für das Wirtschaftsjahr 2020 veröffentlicht.

Weiterhin gut gefüllte Auftragsbücher

Insgesamt 653 Büros, überwiegend aus der Ingenieur- und Architekturbranche, nahmen an der aktuellen Umfrage teil. Knapp über 18 Prozent, also 118 der befragten Büros, gelten dabei als Architekturbüro. Sie erwirtschaften demnach mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes im Fachgebiet „Architektur“. Die meisten von ihnen, nämlich über 70 Prozent, sind personell mit bis zu zehn Mitarbeiter*innen aufgestellt. 28 Prozent der Architekturbüros bestehen in der Umfrage aus Einzelpersonen.

Deutlich wird in den Ergebnissen, dass Corona den Personalbedarf in der Architektur seit der vorigen Studie nicht vermindert hat, das Gegenteil ist der Fall: Architekt*innen sowie technische und sonstige Mitarbeiter*innen werden in der Architektur weiterhin händeringend gesucht. Nur 2,3 Prozent der Architekturbüros sehen 2022 einen geringeren Bedarf an festangestellten Architekt*innen. Dem gegenüber stehen 47,7 Prozent, die für das kommende Jahr einen größeren personellen Bedarf als heute an ihnen sehen. Ein ähnlich dramatisches Bild ergibt sich bei den technischen Mitarbeiter*innen, um die sich 37,5 Prozent der Architekturbüros erweitern wollen. Lediglich 5 Prozent sehen hier nächstes Jahr einen geringeren Bedarf.

Entsprechend gut gefüllt sind auch die Auftragsbücher der Büros im Feld Architektur, selbst während Corona. Im Schnitt ergibt sich ein Auftragsbestand von 10,5 Monaten. Dabei geben 23,6 Prozent an, noch für mehr als zwölf Monate ausgelastet zu sein. Bei 14,5 Prozent reichen die Aufträge noch maximal drei Monate. Durchschnittlich verursachte eine tätige Person in Architekturbüros einen Umsatz von 80 626 Euro bei gleichzeitigen Kosten von 64 262 Euro. Mehr als 90 Prozent aller befragten Büros erwirtschafteten 2020 einen Gewinn.

Die gesamte Auswertung der Umfrage zur wirtschaftlichen Lage der Ingenieur*innen und Architekt*innen 2020 können Sie auf der Webseite des AHO herunterladen.

Auch wenn sich Corona nur gering auf die wirtschaftliche Situation vieler Architekturbüros auswirkte, der Alltag der Planer*innen veränderte sich durch die Pandemie erheblich. Vor allem der Alltag angehender Planer*innen ist seit zwei Jahren digital und von Zuhause. Wir sprachen im September mit der Bundesfachschaft Landschaft über das Studium in Zeiten von Corona.

Hinterhöfe – Die neue G+L im Dezember 2025!

Coverfoto: Pexels, Fotograf: Mart LMJ

Mehr als ungenutzte Zwischenräume

In den dicht bebauten Städten von heute scheint es kaum noch Orte zu geben, die zum Durchatmen und Innehalten einladen – Orte, die Raum für das Kleine, das Zufällige und das Verborgene bieten. Während Parks und Plätze längst zu den prominentesten Elementen urbaner Freiräume zählen, bleiben die Hinterhöfe noch oft im Schatten der öffentlichen Aufmerksamkeit. Dabei sind sie wahre Schätze in einer Stadtlandschaft, die von Dichte und Hektik geprägt ist. Die stillen Hinterhöfe können mehr sein als ungenutzte Zwischenräume – sie bieten die Möglichkeit, das Leben in der Stadt zu erneuern, zu begrünen und eine intime Form der Gemeinschaft zu fördern.

Kostbare urbane Freiräume

Unsere Dezemberausgabe widmet sich diesen stillen Ecken, die zunehmend als Orte des Rückzugs und des sozialen Miteinanders an Bedeutung gewinnen. Wir präsentieren Hinterhofprojekte, die innovative Antworten auf drängende Fragen des städtischen Lebens bieten. Von neu geschaffenen Gemeinschaftsgärten über kinderfreundliche Spielecken bis hin zu ökologisch wertvollen Räumen: Diese Beispiele zeigen, wie man Flächen, die oft brachliegen, in kostbare urbane Freiräume verwandeln kann. Hier können Nachbarn ins Gespräch kommen, Kinder spielen, Pflanzen wachsen – kurz: Es entstehen Räume, die das soziale Gefüge und die Umwelt gleichermaßen bereichern.

Im Konflikt zwischen Nachverdichtung und Begrünung

Doch die Umsetzung solcher Projekte ist nicht immer leicht. Investoren und Immobilienentwickler*innen betrachten Hinterhöfe aufgrund des größer werdenden Wohnraummangels immer öfter als Raum für potentielle und notwendige Nachverdichtung. So würde man zwar dem Wohnraummangel Schritt für Schritt Herr werden, allerdings werden Städte auf die Weise auch immer stärker versiegelt. Ein Konflikt also zwischen sozialen und ökologischen Themen, der in den verborgenen Räumen der Stadt ausgetragen wird. Die Herausforderung für uns als Planer*innen ist es, Hinterhöfe als wertvolle Ressourcen zu verstehen, die ebenso Schutz und Vielfalt bieten kann – und die ihrerseits an manchen Stellen geschützt werden sollten.

Hinterhöfe in der Planung

Die Heftthemen spannen den Bogen von gestalterischen Konzepten bis hin zu Partizipationsmodellen, die es Anwohner*innen ermöglichen, aktiv an der Gestaltung „ihrer“ Hinterhöfe mitzuwirken. Zudem beleuchten wir, wie die Thematik aus architekturpsychologischer Sicht angegangen werden sollte – worauf ist zu achten, wenn man Hinterhöfe gestaltet? Was bietet den meisten Mehrwert für die Bewohner*innen?

Stille Orte als Bereicherung des Stadtlebens

Mit Blick auf 2026 stellt sich die Frage, wie wir den zunehmend knappen Raum in Städten bewusster und gerechter verteilen können. Hinterhöfe bieten die Chance, dabei nicht nur an großen Entwürfen festzuhalten, sondern auch die kleinen, nahbaren Freiräume ins Zentrum unserer Überlegungen zu rücken. Denn am Ende sind es oft die stillen Orte, die das Stadtleben wirklich lebenswert machen.

 

Das Heft gibt es hier im Shop.

In unserer November-Ausgabe drehte sich alles um das Thema Stadtbäume. Lesen Sie hier mehr davon.