Grüne Sehnsucht im Parc du Champ de Mars

Paris macht sich warm und bereitet sich auf die Olympischen Sommerspiele 2024 vor. Für das Großevent baut die Stadt ihr Verkehrsnetz aus, dichtet im Großraum nach und ordnet die öffentlichen Räume neu. Darunter auch das 54-Hektar-Areal rund um den Eiffelturm. Letztes Jahr lobte die Stadt den internationalen Wettbewerb zur Renovierung des Parc du Champ de Mars aus. Diesen hat nun das britische Büro Gustafson Porter + Bowman für sich entschieden. 

Der französische Philosoph und Schriftsteller Roland Barthes definiert ihn 1964 als „regard, objet, symbole“. „Die eiserne Dame – la dame de fer“ nennen ihn die Pariser. Entstanden im Rahmen der historischen Weltausstellung auf dem Champ de Mars, ist der Pariser Eiffelturm seit 1889 das Wahrzeichen der französischen Grandeur. Mit seinen 324 Metern Höhe gilt der Turm als Symbol der französischen Kultur und steht sowohl für den Erfolg der revolutionären Ideale als auch für die Durchsetzung der Moderne in der westlichen Welt. Und obwohl der Turm mit seinen jährlich sieben Millionen Besuchern weit hinter Notre-Dame oder Sacré- Coeur liegt, ist der Eiffelturm jährlich Ziel für 30 Millionen Parisbesucher.

Die von Touristen zertretenen Wege, Wiesen und Plätze im umliegenden Parc du Champ de Mars sind hier Realität. Genauso wie die von vielen Parisern für Picknicks und Freizeitaktivitäten stark beanspruchten Freiflächen. Unzählige Demonstrationen und Veranstaltungen tun den Rest. Der Park und seine Infrastrukturen, so wie sie aktuell bestehen, sind folglich in einem sehr schlechten Zustand. 

„OnE“ – eine Promenade zwischen Ost und West

2024 finden die Olympischen Sommerspiele in der Stadt statt, sie rechnet mit Millionen von Besuchern. Um diesen am Eiffelturm Herr zu werden, kündigte die Bürgermeisterin Anne Hidalgo 2018 einen internationalen Wettbewerb zur Revitalisierung des Areals an. Die 54 Hektar, verteilt auf drei Pariser Arrondissements zwischen der Place du Trocadéro nördlich, dem Pont de Bir-Hakeim westlich, der École militaire südlich und dem Pont de l’Alma östlich, sollten vollkommen neu gedacht werden. 42 Entwürfe wurden eingereicht. Diesen Mai entschied sich die Stadt, das von Gustafson Porter + Bowman geleitete Team mit der Ausführung zu betrauen. Unter dem Projekt „OnE“ gruppiert das britische Landschaftsarchitekturbüro unter sich eine multidisziplinäre Gruppe von 25 Büros und Beratern, zu denen unter anderen die Architekten Chartier Corbasson, die Stadtplaner SATHY und die Ingenieure Bollinger + Grohmann zählen. OnE – das steht in erster Linie für eine durchgehende Verbindung – in Form einer Promenade – des Westens des Areals mit dem Osten, des „O – Ouest“ mit dem „E – Est“ auf Französisch. Um diese Verbindung zu schaffen, plante die Bürogemeinschaft eine Sequenz von Grün-und Fußgängerzonen ein, die die historische West-Ost-Achse des Parks respektieren und das Ensemble am Ende der Bauarbeiten nach dem Parc de la Vilette zum zweitgrößten Park der Innenstadt machen. 

Den vollständigen Text lesen Sie in Ga+La 12/2019.