Eine Handzeichnung zeigt einen Menschen mit vier Beinen und vier Beinen im Mittelpunkt eines Blattes. Angelegt an die Darstellung des vitruvianischen Menschen.
Cover Photo for future. credits: Büchner Verlag

Um die Klimakrise aufzuhalten, braucht es radikales Umdenken. Kluge Ansätze wie dieses Umdenken aussehen kann, gibt es bereits. Wir finden Sie beispielsweise in der Natur selbst. Der Landschaftsarchitekt Tim Kaysers zeigt in seinem Buch Phyto for future, was wir von Pflanzen lernen können und wie sich anhand dessen alle Lebens- und Wirtschaftszweige umstellen lassen.

Worum es geht: 

Tim Kaysers Credo lautet: Von Pflanzen lernen und anhand dessen alle Lebensbereiche nachhaltiger auszurichten. Mit Phyto for future schreibt er dazu ein persönliches Manifest. In fünf Unterkapiteln zeigt er Wege auf, um gegen die Klimakrise anzukämpfen. Zunächst beschreibt er Wesen und Wechselwirkungen von Pflanzen mit der Umwelt, den Menschen und er Wirtschaft. Anschließend zeigt er auf, wie Prozesse von Pflanzen in den Alltag integriert und gestalterisch interpretiert werden können. Dazu gibt er Beispiele aus der Landwirtschaft, Energieproduktion oder Baubranche. Und hält Phytotipps für alle Bereiche bereit. In seiner Zukunftsvision zeichnet er ein harmonisches Zusammenspiel der verschiedenen Organismen. Für ihn liegt darin der einzige Ausweg aus der Klimakrise. 

Was den Autor auszeichnet:

Tim Kaysers ist im Schwarzwald aufgewachsen, studierte in Berlin und London Landschaftsarchitektur. Während  seiner beruflicher Tätigkeit in China und Ecuador sowie bei zahlreichen Reisen entwickelte er sein tiefes Interesse für das Reich der Pflanzen. Seit 2017 ist bei Planstatt Senner GmbH in Überlingen aktiv.

Das ist eine wichtige Aussage:

„Wir hängen alle zusammen. Wir haben einen Himmel und eine Erde, »Global ist hier«.“ (Seite 224)

Da ist eine Aussagen, die zum Nachdenken anregt:

„Es hat noch nie Konstanz in der Pflanzenwelt gegeben. Alles ist in Veränderung. Es gibt keine harten Grenzen in der Natur, alles fließt. In einer Umgebung, in der die Natur sich selbst überlassen ist, kommen Pflanzen mit Störungen gut zurecht.“ (Seite 35)

Der Klappentext wird erfüllt, weil…

… er einen guten Vorgeschmack auf den Ton der Lektüre gibt. Die Relevanz und Ehrfurcht vor der Pflanzenwelt und den Möglichkeiten, die sie bieten, wird im Buch durch viele Aspekte vertieft.

Mit diesem Wissen aus dem Buch kann man angeben:

Zum Beispiel, dass Pflanzen das wirtschaftlichste und effizienteste System der Erde betreiben. Technisch-monetär ausgedrückt haben die Ökosystemleistungen einen Wert von über 140 Billionen US-Dollar. Das ist doppelt so viel wie das weltweite Bruttoinlandsprodukt. Pflanzen sind demnach doppelt so produktiv wie alle Volkswirtschaften der Erde zusammen.

Mehr Trend als Klassiker, weil…

…es trotz zahlreicher Fakten eher wie eine sehr persönlich verfasste Analyse der aktuellen Situation und eine emotional aufgeladene Streitschrift für den Wandel daherkommt.

Kurzer Satz zu

  • Haptik: Die Publikation ist als Broschüre im DinA4-Format gedruckt.
  • Design: Das Layout ist unaufgeregt und übersichtlich. Auf die reinen Textkapitel folgen am Ende farbige Handskizzen.
  • Lesefluss: Kayser wählt eine sehr einfach verständliche Sprache. Diese ist trotz der Thematik nie wissenschaftlich, sondern äußerst bodenständig formuliert. Dies erleichtert einerseits den Lesefluss, an mancher Stelle werden die Formulierungen der komplexen Thematik nicht immer gerecht.
  • Bildsprache: Die Handzeichnungen wurden mit Buntstiften und Fineliner ausgeführt und für die Publikation gescanned. Damit wird der Charme einer spontanen Skizze eingefangen. Sie erklären Zusammenhänge und geben Sinneseindrücke wieder.
  • Information: Phyto for future ist keine wissenschaftliche Lektüre. Tim Kayser gelingt es jedoch, mit der Vielfalt an Beispielen eine spannende Bandbreite an Themen anzusprechen. Der Anhang umfasst mehrere Seiten mit Literatur- und Internetquellen, die zur weiteren Recherche dienen können.

Was sonst noch wichtig wäre:

Die Lektüre macht die Dringlichkeit eines Umdenken deutlich. Und Kaysers schafft es, seine Überzeugung, dass unserer Zukunft von den Pflanzen abhängt, eindrücklich zu manifestieren.

Weiterer spannender Lesestoff: Manifest der freien Straße.

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Am 8. Oktober wird an der Universität EPFL in Lausanne im Rolex Education Centre der diesjährige Topos Landscape Award verliehen. Dies geschieht im Rahmen einer von Archizoom veranstalteten Konferenz zum Thema „The Narrative of Landscape“. Der Schwerpunkt wird auf der Bedeutung des Bodens für die Landschaft liegen, die Betrachtung wird interdisziplinär sein. Zu den eingeladenen Referenten zählen Richard Sennett, Saskia Sassen, Adriaan Geuze und David R. Montgomery. Näheres zum Programm und zur Anmeldung unter http://archizoom-nls.epfl.ch.

Der Topos Landscape Award 2014 geht an die Landschaftsarchitekten von LOLA aus Rotterdam/Niederlande. Das 2006 gegründete Büro beschäftigt sich konzeptionell mit großmaßstäblichen Ökosystemen und entwickelt Ideen zu Raum und Natur, realisiert aber auch Projekte im urbanen und ländlichen Kontext. LOLA begibt sich, nach eigener Darstellung, auf die Suche nach innovativen und sublimen Landschaften (www.lolaweb.nl).
Der Topos Landscape Award wird seit 2002 von der Redaktion der Zeitschrift Topos verliehen. Geehrt wird mit dieser Auszeichnung ein Landschaftsarchitekturbüro, das mit seinen Projekten wesentlich zur qualitätvollen zeitgemäßen Gestaltung von Stadt und Landschaft beiträgt und durch innovative Ideen die Landschaftsarchitektur-Szene bereichert und dessen Werk stellvertretend für die Arbeit zeitgenössischer Landschaftsarchitekten steht. Der Topos Landscape Award will auf die Lebendigkeit und Dynamik sowie auf die Vielschichtigkeit der landschaftsarchitektonischen Aufgaben hinweisen.
Bisher ging die Auszeichnung an Stig L. Anderssons Tegnestue (Kopenhagen), Karres en Brands (Hilversum), Gross.Max. (Edinburgh), McGregor and Coxall (Sydney), Stoss LU (Boston), Antje Stokman (Hamburg), Taktyk (Brüssel/Paris).

2013 wurde, abweichend von den Kriterien, kein junges Büro geehrt, sondern ein erfolgreicher Landschaftsarchitekt mit internationaler Bedeutung: Peter Latz aus Kranzberg bei Freising in Bayern, Deutschland.
Konferenz und Würdigung von LOLA stehen im Kontext zu Lausanne Jardins, deren temporäre Landschaftsinterventionen noch bis 14. Oktober zu besichtigen sind.
http://lausannejardins.ch

Mit freundlicher Unterstützung der Baumschule Lorberg

Bundespreis Koop.Stadt: 5 Fragen

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Mit dem Bundespreis Koop.Stadt schaffen die Träger*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden, einen Preis, der herausragende kommunale Beispiele einer Kooperationskultur zwischen Kommune und Zivilgesellschaft ausgezeichnet. Alles was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie im Interview mit den Projektleiter*innen Lisa Schopp und Stephan Willinger.

200 000 Euro Preisgeld für den Bundespreis Koop.Stadt

 

An wen richtet sich der Preis?

Wir suchen Kommunen ab 10 000 Einwohner*innen, die durch ihre Zusammenarbeit mit Stadtmacher*innen zu einer Kooperativen Stadt werden. Planungsbüros, Bürger*innen, Initiativen oder Vereine können Kommunen bei der Bewerbung unterstützen. Die Einreichung der Bewerbung ist jedoch nur durch die Kommune selbst möglich.

Was kann eingereicht werden?

Bewerben können sich die Kommunen mit angestoßenen, laufenden sowie bereits umgesetzten Instrumenten oder Kooperationsprojekten der Stadtentwicklung. Die Auslober*innen suchen konkrete Maßnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit und einer aktiven Mitgestaltung durch zivilgesellschaftliche Initiativen, Vereine oder soziokulturelle Akteur*innen. Dazu zählen allgemeine rechtliche, politische und strukturelle Maß­nahmen wie beispielsweise die Einrichtung von runden Tischen, Vermittlerstellen oder Zugang zu Raum für diese Akteur*innen. Aus der Bewerbung soll sich ein Gesamtbild über die Kooperationskultur der Kommune ergeben.

Was ist der Mehrwert der Teilnahme?

Der Preis zeichnet Kommunen für ihre erfolgreiche kooperative Stadtentwicklung aus und trägt auf diese Weise zu Imagegewinn, Motivation und Bindung neuer Kooperationspartner*innen bei. Neben der Auszeichnung selbst und der Einladung zur Preisverleihung im Rahmen des Bundes­kongresses der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, der im Mai 2021 in Köln stattfindet, werden die die Preisträger*innen dabei unterstützt, mehr Menschen zu aktiv Handelnden in der Stadtentwicklung zu machen. Die zehn am höchsten bewerteten Bewerber*innen erhalten insgesamt eine Summe von 200 000 Euro Preisgeld zur Umsetzung weiterer Kooperationsprojekte. Die Auszeichnung ist für fünf Jahre gültig. Die eingereichten Best-Practice-Beispiele werden in einer Publikation gesammelt und aufbereitet.

Fachübergreifende Jury

Wie wird bewertet?

Die Jury prämiert Kommunen, die mit klugen Ideen kooperative Stadtentwicklungsprojekte angeschoben und dadurch etwas Neues geschaffen haben. Die Projekte können aus allen Handlungsfeldern kommen, vom Städtebau bis zur Freiraumgestaltung. Bei der Beurteilung werden rechtliche, politische und strukturelle Bausteine der Kooperation beleuchtet. In die Bewertung fließen angestoßene, laufende sowie bereits umgesetzte Instrumente, Leitbilder oder politisch beschlossene Maßnahmen mit ein. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je mehr an Kooperation mit verschiedenen Akteurs­gruppen nachgewiesen werden kann und je mehr Handlungsfelder abgedeckt werden, desto besser die Bewertung.

Wie erfolgt die Jurierung?

Nach einer ersten Vorprüfung tritt eine fachübergreifend zusammengesetzte Jury zusammen, die die Beiträge bewertet und die Preisträger*innen auswählt. Die Jury des Bundespreises Kooperative Stadt setzt sich aus den Partner*innen der Nationalen Stadt­entwicklungspolitik zusammen: Ver­treter*innen des Deutschen Städtetags, des Deutschen Städte- und Gemeindebunds und der Länder sowie des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Die Bewerbung ist noch bis zum 10. März 2021 unter www.koop-stadt.de möglich.

Lisa Schopp und Stephan Willinger sind Projektleiter*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Das Projekt Bundespreis Koop.Stadt wird durchgeführt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung.