Platin für Masterplan Oberbillwerder

Hamburg erschließt einen neuen Stadtteil. In Oberbillwerder werden ab den 2020er-Jahren fünf neue Quartiere entstehen, die insgesamt 7 000 Wohnungen und 5 000 Arbeitsplätze beherbergen. Der Senat hat einen Masterplan beschlossen, der auf innovative Mobilität, viel Freiraum für Bewegung und ein möglichst autarkes Energiekonzept setzt. Er wurde im April von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen mit Platin ausgezeichnet. In einer Wanderausstellung können sich alle interessierten Bürger über den Masterplan und den Planungsprozess informieren.

Platin-Auszeichnung für Masterplan

(Masterplan: IBA Hamburg / ADEPT mit Karres + Brands; Visualisierungen: ADEPT mit Karres + Brands)

Wieder hat Hamburg ein beachtenswertes Beispiel vorgelegt, wie eine Stadt heute wachsen kann. Allein die Größe des neuen Stadtentwicklungsgebiets ist stattlich: Mit 124 Hektar ist Oberbillwerder nur drei Hektar kleiner als die HafenCity. Ein derart großes Bauland für Hamburgs 105. Stadtteil, der Raum für 7 000 Wohnungen und 5 000 Arbeitsplätze schaffen soll, findet sich im Gegenteil zur HafenCity auf der grünen Wiese – auf landwirtschaftlich genutzten Fluren am südöstlichen Stadtrand.

Das Planerteam, bestehend aus ADEPT ApS und Karres + Brands, will das Potenzial der neuen Siedlungsfläche für eine gemeinsinnstiftende und klimaverträgliche Urbanität voll ausschöpfen. Wie in der „Connected City“ Oberbillwerder durch Überlagerung und Verknüpfung von Funktionen über die Tageszeiten hinweg lebendige Stadträume entstehen sollen, zeigen insbesondere die geplanten „Mobility Hubs“. In diesen erweiterten Quartiersgaragen stellen Bewohner und Besucher ihre Autos ab und steigen wenn nötig auf andere Verkehrsmittel wie Fahrräder oder autonome Shuttlebusse um. Ihre Dächer werden zu öffentlich zugänglichen Freiräumen, in den Erdgeschoßen finden Geschäfte, Bibliotheken und andere kulturelle oder soziale Einrichtungen ihren Platz.

Durch die Bündelung von städtischer Infrastruktur soll zudem der Autoverkehr reduziert und die Straßenräume weitestgehend vom ruhenden Verkehr befreit werden. Auch der Freiraum soll dazu animieren, sich eher zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch den neuen Stadtteil zu bewegen. Der „Grüne Loop“, ein bis zu 15 Meter breiter Ring, schafft direkte Wege zu Kitas und Schulen. Er versorgt darüber hinaus die Quartiere nicht nur mit Spiel- und Sportplätzen sowie Erholungsorten, sondern übernimmt als stetig wasserführender Grünraum auch die Funktion der Regenrückhaltung.

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) prüfte den Masterplan. Im April diesen Jahres erhielt er die Auszeichnung in der höchsten Kategorie in Platin. Die Planung erfüllt die Anforderungen der DGNB bereits zu über 80 Prozent. Geprüft wurden 30 Kriterien, die speziell für Stadtquartiere entwickelt worden sind. Darunter fällt die Qualität von ökologischen, ökonomischen, soziokulturellen, funktionalen, technischen und prozesshaften Aspekten.

Ausstellung der IBA Hamburg zu Oberbillwerder

Basierend auf dem im Februar 2019 beschlossenen Masterplan für Oberbillwerder konzipierte die IBA Hamburg eine Ausstellung für Hamburgs Bürger. Diese bietet nebst einem Rückblick auf den Planungsprozess Informationen zu den Fachthemen des Masterplans und stellt die Grundideen des neuen Stadtteils vor. So gibt die Ausstellung verständlich Auskunft zu Themen wie Wohnen, Mobilität, Entwässerung etc.

 

Hier finden Sie die nächsten Standorte der Wanderausstellung:

24. Juni bis 6. Juli – Zentralbibliothek
Hühnerposten 1, 20097 Hamburg

5. bis 18. August – BG Klinikum Hamburg, Boberg
Bergedorfer Straße 10, 21033 Hamburg

2. bis 8. September – AIT-ArchitekturSalon
Bei den Mühren 70, 20457 Hamburg

17. bis 23. September – Handelskammer
Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg

28. Oktober bis 3. November – Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
Von-Melle-Park 3, 20146 Hamburg

9. bis 19. Dezember, HafenCity Universität
Foyer West – EG, Überseeallee 16, 20457 Hamburg

 

Den vollständigen Artikel zur Auszeichnung des Masterplans Oberbillwerder finden Sie in der G+L 07/2019.

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An prominenter Stelle im Pershing Park an der Pennsylvania Avenue in Washington, DC soll eine neue Gedenkstätte errichtet werden. Dann soll nicht mehr nur General Pershing, dem Oberbefehlshaber der US-Truppen an der Westfront im Ersten Weltkrieg, gedacht werden, sondern allen Veteranen und gefallenen Amerikanern. Nur wenige Schritte vom Weißen Haus entfernt und mit dem Capitol, dem Sitz des Kongresses, in Sichtweite, soll das Memorial auf 7.300 Quadratmetern gleichzeitig Erinnerungsstätte und Erholungsort sein.

Das Projekt wurde von der United States World War One Centennial Commision ins Leben gerufen und allein durch Spendengelder finanziert. Eine Jury wählte Ende August aus 350 Beiträgen des international ausgeschriebenen Wettbewerbs die fünf Finalisten. Sie arbeiten in der zweiten Runde zusammen mit dem Komitee, öffentlichen Entscheidungsträgern und anderen Interessengruppen an ihren Konzepten. Die World War One Commission will den Sieger im Januar 2016 bekannt geben.

In den USA werden erst seit den 80er-Jahren auch Gedenkstätten für die Veteranen im zweiten Weltkrieg, den Vietnam- und den Koreakrieg errichtet, anstatt wie zuvor nur Einzelpersonen zu würdigen. Für die Soldaten des Ersten Weltkriegs fehlte bislang jedoch eine solches Memorial. Laut World War One Commission sind jedoch im ersten Weltkrieg über 115.000 Amerikaner gefallen, mehr als in Vietnam und Korea zusammen. Mit dieser Opferzahl auf Seiten der USA folgt der Erste Weltkrieg damit dem Amerikanischem Bürgerkrieg und Zweitem Weltkrieg auf Platz drei.

 

Zu den Finalisten des World War One Memorial Wettbewerbs in Washington:

Plaza to the Forgotten War
Brian Johnsen, AIA; Sebastian Schmaling, AIA, LEEP AP; Andrew Cesarz
World War One Memorial Concept
Devin Kimmel, Kimmel Studio LLC
The Weight of Sacrifice
Joseph Weishaar
An American Family Portrait
STL Architects
Heroes Green
Maria Counts, Counts Studio