Polygonales Grün

Die Gemeinnützige Wohnungsfürsorge München, kurz Gewofag, plant an der Ludlstraße, an der Grenze zwischen den Stadtteilen Hadern und Laim, den Neubau von rund 340 Wohnungen. Ergänzt durch zahlreiche soziale und kreative Künstler-Einrichtungen soll so ein ansprechendes Areal entstehen.
Bereit 2013 gab es einen städtebaulichen Wettbewerb zum Areal, der die Bebauungsstruktur festlegte (1. Preis: Lorber + Paul Architekten mit club L94 Landschaftsarchitekten, beide Köln). Darauf aufbauend schrieb die Gewofag nun den Realisierungswettbewerb aus, den das Wiener Architekturbüro AllesWirdGut in Kooperation mit el:ch Landschaftsarchitekten GbR, München, für sich entschieden.

Grundstein für die Gestaltung des Stadtraums war für die Gewinner ein klar ablesbares Konzept für den öffentlichen Raum. Auf Grundlage des Masterplans schlugen sie daher einige Änderungen vor, die für sie für die Bildung eines attraktiven, identitätsstiftenden Wohn-Ensembles von entscheidender Bedeutung sind: Für das Siedlungsinnere sehen sie polygonal geformte sogenannte Freiraumsockel vor, die die Wegeführung vorgeben und außerdem die Freiräume klar in öffentlich, halböffentlich und privat aufteilen.
Insgesamt, so das Ziel der Gewinner, soll den Bewohnern viel Raum für Identifikationsmöglichkeiten gegeben werden. Die Hierarchie der Freiräume erlaube die Entwicklung vielfältiger, fließender Übergänge und Differenzierungen. Grüne, gebäudenahe Freiräume unterstützten die Raumbildung der unterschiedlich großen, polygonalen Baukörper. Fließende Belagsflächen stünden im Kontrast zu den räumlich spannend zueinander angeordneten Gebäuden- sowie bestehenden und neu angepflanzten Baumgruppen.
Das neue Wohngebiet in einem sozial schwierigen Umfeld an der Autobahn soll insbesondere für Familien durch die entstehenden sozialen Angebote reizvoll werden: unter anderem sind ein Quartierstreff, Künstlerateliers, Räume für ambulant betreute Wohngemeinschaften, ein Mehrgenerationenhaus, ein Familien- und Beratungszentrum, ein Kindertageszentrum sowie ein „Haus für Kinder“ geplant. Der Baubeginn ist voraussichtlich 2017, die Gewofag wird voraussichtlich 90 Millionen Euro in das Projekt investieren.

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