IBA’27: Wettbewerb „Postareal Böblingen”

45 Büros aus Deutschland, Österreich, Polen, Vietnam, den USA und den Niederlanden reichten ihre Entwürfe zum Wettbewerb für das IBA’27-Projekt „Postareal Böblingen“ ein. Der Siegerentwurf stammt vom Büro Gutiérrez aus Madrid in Zusammenarbeit mit UTA Architekten und Stadtplaner aus Stuttgart. Erfahren Sie hier mehr über den zukunftsweisenden neuen Stadtbaustein.

 

Das Postareal Böblingen ist eines von aktuell 14 offiziellen Projekten, die im Rahmen der 2027 in der StadtRegion Stuttgart veranstalteten IBA’27 stattfinden. In einem offenen und internationalen Wettbewerb suchte die Böblinger Baugesellschaft nach Ideen, um den Stadtkern aufzuwerten.

Advertorial Artikel

Parallax Article

Der siegreiche Entwurf aus Madrid und Stuttgart sieht im am Böblinger Bahnhof gelegenen Postareal drei unterschiedlich dimensionierte Baukörper vor. Alle Gebäude sollen mit einem gemeinschaftlichen Dachgarten ausgestattet werden. Zum Bahnhof hin soll überdies ein Hochpunkt mit 20 Geschossen einen wesentlichen Akzent im Areal setzen. Die Gebäude sollen in weitgehender Holzbauweise mit Erschließungskernen aus Beton entstehen. Wobei die Planer*innen vorsehen, das Baumaterial des bestehenden Postgebäudes zu recyceln und gewisse Komponenten wiederzuverwenden. Neue, von Bäumen sowie anderem Grün flankierte Wegeverbindungen ins Areal sollen es auflockern und durchlässig machen. Ebenfalls zum Bahnhof hin gelegen, soll ein großzügiger Platz mit einem Wäldchen und Wasserspielen entstehen.

„Postareal Böblingen“ soll Raum für vielfältige Nutzungen, Bedürfnisse und Lebenslagen bieten

 

Die unteren Stockwerke der drei neuen Gebäude sollen Raum für Gastronomie, Einzelhandel, kleine Produktionsbetriebe, Co-Working und unter Umständen auch ein Generations- und Bildungszentrum bieten. In den oberen Stockwerken sollen Wohnungen für Menschen aus vielfältigen Bedürfnis- und Lebenslagen entstehen. Dabei kommen klassische Mehrzimmerwohnungen ebenso in Betracht, wie Clusterwohnungen, Mikroapartments für temporäres Wohnen sowie Wohnungen für Kreative, in denen sie Leben und Arbeiten kombinieren können. Kleinteilige Gemeinschaftsräume wie Arbeitsbereiche oder Bibliotheken, die um öffentliche Nutzungen ergänzt werden, sollen über alle drei neuen Gebäude verteilt werden.

Der Vorsitzende des Preisgerichts und Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg, Markus Müller, zeigt sich sehr zufrieden mit der siegreichen Einreichung: „Das Ergebnis präsentiert eine Lösung für das neue Postareal, die einerseits eine qualitätsvolle Dichte, andererseits eine gute Weiterentwicklung des Lebensraums Stadt aufzeigt. Der Entwurf bietet viele flexible Möglichkeiten, auf denen sich sehr gut aufbauen lässt.“

Ebenfalls zufrieden äußerte sich Rainer Ganske, der Geschäftsführer der Böblinger Baugesellschaft mit dem Ergebnis des Wettbewerbs. Der Siegerentwurf reagiere wie gewünscht an vielen Stellen auf die Bedürfnisse der Bürger*innenschaft und zeige zahlreiche Ideen zur Begrünung auf. Ein optisch attraktiver Hochpunkt komplettiere das flexible Nutzungskonzept.

Verschiedene Büros sollen für vielfältige Architektur sorgen

 

In den nächsten Monaten entwickeln die Verantwortlichen den siegreichen Entwurf zum Postareal Böblingen zu einem Bebauungsvorschlag. Für die Gebäudeplanung soll mehr als nur ein Büro beauftragt werden. Die Bauherr*innen wollen damit eine möglichst vielfältige Architektur im Areal erreichen. Dazu ist eine Dialogphase zwischen den beauftragten Büros, der Böblinger Baugesellschaft, einem Beratungsgremium und der Bürger*innenschaft. Das Konzept soll im Herbst 2021 fertiggestellt sein, ab 2023 der Bau des Quartiers starten. Bis Ende 2026 soll es dann, pünktlich zur Öffentlichkeitspräsentation im Vorfeld der IBA’27, fertiggestellt sein.

Neben dem siegreichen Entwurf aus Madrid und Stuttgart, prämierte die Jury auch weitere Einreichungen. Den zweiten Platz sicherten sich hdg Architekten aus Bad Kreuznach mit Architekturbüro Podehl aus Boppard sowie bauchplan Landschaftsarchitekten und Stadtplaner aus München. Der dritte Preis ging an den Entwurf des Büros superwien architecture urbanism aus Wien. In der Jury fanden sich neben Vertreter*innen der Böblinger Baugesellschaft, der Stadt Böblingen, des Gemeinderates und der IBA’27 auch drei Bürger*innenvertreter*innen.

Ein Projekt aus der Bürgerschaft“ heraus

Die Bürgerschaft darf sich auf einen zukunftsweisenden neuen Stadtbaustein mit einem markanten Hochpunkt freuen, der insgesamt eine starke Aufwertung an dieser Stelle darstellen wird, so der Böblinger Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz. Ich freue mich und bedanke mich herzlich, dass die Bürgervertreterinnen mitgewirkt und mit wertvollen Beiträgen souverän die Anliegen der Bürgerschaft in das Preisgericht eingebracht haben. Somit entsteht hier auch ein Projekt aus der Bürgerschaft heraus.“

Die Internationale Bauaustellung 2027 in der StadtRegion Stuttgart will Antworten auf die Frage finden, wie Bürger*innen zukünftig leben, wohnen und arbeiten wollen. Im Dialog mit den Einwohner*innen sollen Ideen gefunden werden, um den gesellschaftlichen, technologischen und ökologischen Wandel erfolgreich zu meistern. Anhand der Ausstellung soll der Aufbruch in die Zukunft durch neuartige Bauprojekte in der Region exemplarisch sicht- und erlebbar werden.

Kennen Sie außerdem den Wettbewerb zur Umgestaltung eines ehemaligen Industriegeländes im Backnang-West? Das Projekt gehört ebenso zur IBA’27. Mit ihrem Entwurf dazu haben die Büros Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus aus Berlin und Treibhaus Landschaftsarchitektur aus Hamburg den Wettbewerb gewonnen. Mehr zum Wettbewerb zu Backnang-West lesen Sie hier.

Mehr Informationen zur Internationalen Bauaustellung 2027 in der StadtRegion Stuttgart finden Sie hier.