IBA’27: Wettbewerb um Backnang-West

Eine 25-köpfige Jury aus Vertreter*innen der Fachwelt, der Verwaltung, der Lokalpolitik und der IBA’27 kürte unter dem Vorsitz der Stuttgarter Architektin Jórunn Ragnarsdóttir die besten aus 22 Entwürfen zur Umgestaltung eines ehemaligen Industriegeländes im Backnang-West. Erfahren Sie hier mehr über das neue Stadviertel und die erstplatzierten Entwürfe aus Berlin und Hamburg. 

Den ersten Platz machte der Entwurf der Büros Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus aus Berlin und Treibhaus Landschaftsarchitektur aus Hamburg. Auf der fast 17 Hektar großen Fläche in Backnang-West sollen künftig drei verdichtete Teilquartiere entstehen. Die sowohl Raum für Gewerbe, Industrie und Handwerk, soziale und kulturelle Nutzungen, sowie Einzelhandel und Wohnraum für alle Schichten der Gesellschaft anbieten. Entlang der durch Backnang fließenden Murr sollen außerdem großzügige Freiräume als verbindendes Element geschaffen werden. Das Wasser soll erlebbar sein.

 

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Drei dicht bebaute, vielfältige Teilquartiere in Backnang-West

Durch die Teilquartiere mit den Namen „WohnFabrik“, „StadtWerk“ und „CityCampus“ soll ein produktives und lebenswertes Stadtviertel entstehen, das von sozialer Vielfalt und einer zukunftsfähigen Nutzungsmischung geprägt ist. Ein „Quartier für alle(s)“ nennen es die Gestalter*innen. Dabei sollen die bestehenden Fabrikgebäude weitgehend erhalten bleiben und durch Um- und Neubauten ergänzt werden. Begrünte Flächen im Quartier sowie „produktive Höfe“, Außenflächen, die Platz für Gewerbe und Anlieferung mit einer hohen Aufenthaltsqualität verbinden, sind im siegreichen Konzept vorgesehen.

 

In den unteren Geschosse der noch zu planenden Gebäude soll Platz für Handwerk, Gewerbe, industrielle Produktion und Forschung entstehen. Außerdem sind hier Büros und Co-Working-Spaces sowie soziale und kulturelle Einrichtungen, gemeinschaftliche Quartiersräume und Raum für den Einzelhandel und die Gastronomie vorgesehen. In den oberen Stockwerken soll eine Vielfalt an unterschiedlichen Wohnungstypen entstehen. So werden nicht nur gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnformen, sondern auch Familien- und Clusterwohnungen, Mikroapartments, flexibel an verschiedenen Lebensabschnitte anpassbare Wohnungen, Boarding Houses und Generationenhäuser für das neue Areal in Backnang-West in Betracht gezogen.

Autofreier Fahrradboulevard

Eine grüne „ParkAue“ genannte Fläche soll sich zukünftig entlang der Murr durch das Areal ziehen. Den Bürger*innen das Wasser näher bringen sollen wassernahe Parks. Sowie auch eine terrassenartig gestaltete Uferpromenade, naturnah gestaltete Flächen und neue Bade- und Planschmöglichkeiten.

 

Ebenfalls Teil des Entwurfs ist ein umfangreiches Mobilitätskonzept. Sämtliche Angelegenheiten des täglichen Bedarfs sollen maximal 15 Gehminuten entfernt sein. Vier Mobilitätszentren sollen daher die heute noch benötigten Parkflächen für Autos aufnehmen. Die als Rückgrat für das Stadtviertel geltende Fabrikstraße soll künftig ein weitgehend autofreier Fahrradboulevard werden. Neue Brücken und Stege über die Murr sollen die Teilquartiere weiter miteinander verknüpfen.

Wettbewerb ein „Füllhorn an Ideen“ für Backnang-West

Der Backnanger Baudezernent Stefan Setzer zeigt sich angetan vom Konzept der Gewinnerbüros aus Berlin und Hamburg: „Der Entwurf passt zu Backnang. Er nimmt die vorhandenen Potenziale und Eigenheiten des Orts auf – beispielsweise die Murr, die historischen Fabrikgebäude, die schöne Topographie –, integriert viele Wünsche und Themen aus der Bürgerbeteiligung und schreibt diese Geschichte Backnangs mit mutigen und frischen Ideen in die Zukunft weiter.“

 

Als „regelrechtes Füllhorn an Ideen“, die die Architekturelite aus aller Welt über Backnang ausgeschüttet habe, bezeichnet IBA’27-Intendant Andreas Hofer den Schatz an Ideen, die der Wettbewerb geliefert habe. Ausgezeichnet und zukunftssicher sei die Entwicklung des künfitgen Quartiers, die das Konzept der Büros Teleinternetcafe und Treibhaus vorsehe. Es gelte auf dieser Basis nun, die weiteren Planungen mutig auszugestalten. Dabei soll auch auf die Ideen der anderen am Wettbewerb teilgenommenen Büros zurückgegriffen werden.

Gesellschaftlichen, technologischen und ökologischen Wandel erfolgreich meistern

In den nächsten Schritten werden Gemeinderat und Bürger*innenschaft informiert und Abstimmungen mit Grundstückseigner*innen und Fachbehörden vorgenommen. Die erstplatzierten Büros erarbeiten einen Masterplan auf dessen Grundlage Baurecht geschaffen werden soll. Zur Internationalen Bauausstellung 2027 sollen erste Teile des Quartiers bereits sichtbar sein.

Die Internationale Bauausstellung 2027 in der StadtRegion Stuttgart will dabei Antworten finden. Antworten auf die Frage, wie Bürger*innen zukünftig leben, wohnen und arbeiten wollen. Im Dialog mit den Einwohner*innen werden Ideen gesucht, um den gesellschaftlichen, technologischen und ökologischen Wandel erfolgreich zu meistern.

Neben dem erstplatzierten Entwurf von Teleinternetcafe und Treibhaus zeichnete die Jury außerdem gleich zwei weitere Konzepte mit dem zweiten Platz aus. Das sind die Büros StudioVlayStreeruwitz mit Carla Lo Landschaftsarchitektur (Wien) und Steidle Architekten aus München mit Grabner Huber Lipp aus Freising und Hamburg.

Weitere Infos zum Projekt und eine digitale Ausstellung der prämierten Projekte können Sie hier einsehen.

Mehr Informationen zur Internationalen Bauausstellung 2027 in der StadtRegion Stuttgart finden Sie hier.

Lesen Sie mehr zum Wettbewerb „Postareal Böblingen“, einem weiteren Projekt der IBA’27, und den Gewinner-Entwurf aus Madrid und Stuttgart.